Grüne Geldanlagen - In Bäume investieren

Anleger, die in Zeiten von Minuszinsen nach Alternativen suchen, können als Alternative „grüne Geldanlagen“ wählen. Besonders Holz- und Waldinvestments erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit, denn es handelt sich um eine naturnahe und nachhaltige Geldanlage, die nicht nur Rendite erwirtschaftet, sondern gleichzeitig ein gutes Gefühl gibt. Doch auch grüne Geldanlagen bieten nicht nur Chancen, sondern weisen auch Risiken auf, die nicht unbeachtet bleiben sollten.

Grüne Geldanlagen erfreuen sich großer Beliebtheit

#79057180 - weerapat1003

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Die Finanzkrise im Jahr 2008 hat es gezeigt: Wer auf das schnelle Geld setzt, muss hohe Risiken eingehen und zum Teil enorme Verluste verkraften. Sparer beschäftigen sich seither viel genauer damit, wie ihr Geld investiert und angelegt wird und welche Firmen unterstützt werden. Da verwundert es nicht, das sich grüne Geldanlagen besonderer Beliebtheit erfreuen. Bei einem Investment in Holz und Wald steht die Nachhaltigkeit im Vordergrund, denn Holz wächst immer wieder nach und wird stetig in verschiedenen Branchen benötigt. Mit dem Anpflanzen eines Waldstückes tun die Investoren zusätzlich etwas für den Umweltschutz, denn Wald kann die negativen Folgen des Klimawandels eindämmen und sorgt für gute Luft. Derartige Investitionen sind sowohl in den Tropen wie auch direkt in Deutschland möglich.

Darum sind grüne Geldanlagen so beliebt:

  • Nachhaltiges Investment
  • Anleger können gezielt nach ihren Wünschen investieren
  • Aufforstung vor Ort
  • Aktiver Umweltschutz

So werden grüne Geldanlagen abgewickelt

Anleger, die in grüne Geldanlagen investieren wollen, haben verschiedene Möglichkeiten. So können einerseits vor Ort Waldstücke erworben werden, die anschließend selbst gepflegt und bewirtschaftet werden. Wem dies zu anstrengend ist, der kann sich auch als Gesellschafter eines geschlossenen Fonds betätigen. Bei einem solchen Fonds werden in der Zeichnungsphase Gelder verschiedener Anleger eingesammelt. Mit diesem Guthaben werden Flächen erworben, um hier Baumplantagen zu errichten. Sind die Bäume entsprechend hoch gewachsen, meist nach 20 Jahren, werden sie geerntet und verkauft. Anleger erhalten nun einen entsprechenden Anteil am Verkaufserlös.

Der Ablauf einer grünen Geldanlage in Form von geschlossenen Fonds

  • Zeichnungsphase: Gelder werden bei den Investoren eingesammelt
  • Investitionsphase: Kauf einer Fläche zur Errichtung einer Baum-Plantage
  • Erlösphase: Ernten und Verkaufen der Bäume, Auszahlung des Erlöses

Die mögliche Rendite eines solchen Fonds liegt in der Regel im hohen einstelligen, oft sogar im zweistelligen Bereich. Sie ist damit eine echte Alternative für Menschen, die langfristig investieren und mit ihrem Geld Bäume unterstützen wollen.

Chancen und Risiken der grünen Geldanlage abwägen

Eine grüne Geldanlage ist für viele Menschen schon deshalb attraktiv, weil sie hiermit direkt nach ihren Wünschen investieren können. Gleichzeitig unterstützen sie den Umweltschutz und erzielen ganz nebenbei attraktive Renditen.

Diese Chancen bieten grüne Geldanlagen

  • Direktes Investment nach Wahl
  • Attraktive Renditen im zweistelligen Bereich
  • Anlage auch ohne direkten Waldkauf möglich

Neben diesen Chancen gibt es allerdings auch einige Risiken, die nicht unberücksichtigt bleiben sollten. So ist ein Holzinvestment, insbesondere beim Kauf geschlossener Fondsanteile, immer sehr langfristig. Wie oben bereits beschrieben, sind Anlagezeiträume von 20 Jahren keine Seltenheit, schließlich müssen die Bäume ja erst wachsen. Zudem ist nicht sicher, ob sich das Waldstück wunschgemäß entwickelt und zu welchen Konditionen das Holz in 20 Jahren verkauft werden kann. Letztlich muss gerade bei einer Anlage in Dritte-Welt-Länder beachtet werden, dass etwaige politische Unwägbarkeiten auftreten könnten, die das Projekt gefährden können. Hierdurch wäre es möglich, dass deutlich niedrigere Renditen erzielt werden. Im schlimmsten Fall ist die Anlage sogar gänzlich gefährdet, was eine Insolvenz des Fonds zu Folge hat. Der Totalverlust kann hierbei demnach nie ausgeschlossen werden.

Diese Risiken dürfen nicht unberücksichtigt bleiben:

  • Lange Anlagezeiträume von bis zu 20 Jahren
  • Unsicherheiten beim Wachstum der Bäume
  • Unsicherheiten beim späteren Verkauf des Holzes
  • Eventuelle politische Unsicherheiten in Dritte-Welt-Ländern
  • Möglicher Totalverlust

Nie in nur ein Projekt investieren

Um das Risiko bei grünen Geldanlagen zu begrenzen, sollten Anleger ihr Vermögen streuen. Es ist sinnvoll, für Holzinvestments tatsächlich nur das Geld zu verwenden, welches langfristig zur Verfügung steht und in den kommenden 20 Jahren tatsächlich nicht benötigt wird. Zudem sollten derartige geschlossene Fonds lediglich der Diversifikation, also breiten Streuung von Geldanlagen, dienen. Maximal 10 Prozent des Vermögens sollten nicht überschritten werden. So ist das Depot insgesamt nicht zu abhängig von nur einer Investitionsart und kann zudem etwaige Verluste durch Gewinne in anderen Bereichen kompensieren.

Diese Regeln der Geldanlage sollten eingehalten werden:

  • Vermögen breit streuen
  • Geschlossene Fonds sollten maximal 10 Prozent des Vermögens ausmachen
  • Nur langfristig verfügbare Gelder langfristig investieren

Letztlich sollte bei einem grünen Investment immer auch sehr genau auf den Anbieter geachtet werden. Um böse Überraschungen und Verluste zu vermeiden, sollte das Verkaufsprospekt genau gelesen und überprüft werden. Erfahrungen aus bisherigen Fondsangeboten können bei der Bewertung helfen.

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