Investment in Gold - Vorteile, Nachteile

Gold gilt als sicheres und lukratives Investment. Vor allem in Krisenzeiten gilt es bei vielen Anlegern wertbeständig, schließlich hat Gold bereits viele Notzeiten überstanden. Betrachtet man jedoch die Goldpreisentwicklung, zeigt sich kein stetiger Aufwärtstrend. Vielmehr fährt der Kurs Achterbahn, sodass neben Gewinnen auch enorme Verluste möglich sind. Anleger sollten daher genau prüfen, ob und in welcher Höhe Gold als Investment gewählt wird.

Gold gilt als Krisenwährung

Der Preis, der für eine Feinunze Gold am Weltmarkt gezahlt wird, ist von vielen Faktoren abhängig. In erster Linie spielen dabei Nachfrage und Angebot eine wichtige Rolle, denn Gold ist als Edelmetall nur in begrenzter Menge vorhanden und kann damit nicht unbegrenzt gefördert werden. Steigt die Nachfrage, etwa in Krisenzeiten, steigt in der Regel auch sofort der Preis für eine Feinunze. Dies zeigte sich vor allem in den Jahren 1999 bis 2011. In diesen Jahren stieg der Goldpreis von 250 US-Dollar auf 1.921 US-Dollar, den bislang höchsten Wert. Nachdem viele Krisen als gelöst erschienen, rutschte in der Folge auch der Goldpreis wieder nach unten ab und erreichte im Dezember 2015 seinen bisherigen Tiefststand bei 1.050 US-Dollar. Gegenüber dem Höchststand liegt der Verlust nun bei gut 40 Prozent. Im Jahr 2016 konnte sich der Goldpreis nun wieder erholen, bis zum Mai stieg der Preis um nahezu 18 Prozent. Trotz dieser Achterbahnfahrt gilt Gold bei vielen Experten als lukratives Investment, Voraussetzung ist jedoch ein langfristiger Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren.

Wovon der Goldpreis abhängig ist

Betrachtet man die Wertentwicklung von Gold, werden verschiedene Abhängigkeiten deutlich. So steigt der Goldpreis etwa in Krisenzeiten, wenn Menschen versuchen, ihr Geld vor Verlusten zu schützen. Aber auch dann, wenn die Notenbanken die Leitzinsen senken, ist Gold für viele Anleger eine echte Alternative zu Sparanlagen. Seit die Notenbanken die Leitzinsen gar auf 0 Prozent gesenkt haben, konnte sich das Edelmetall von seinen Tiefstständen erholen. Selbst die Abkehr der amerikanischen Notenbank Fed von der ultra-lockeren Geldpolitik konnte den Aufwärtstrend nicht stoppen. Einfluss auf den Goldpreis nehmen weiterhin Länder wie Russland oder China, die einen Großteil ihrer Reserven in Edelmetalle investieren. Aber auch Indien ist ein Großimporteuer und kann daher den Goldpreis beeinflussen. Dies wurde deutlich, als im Jahr 2013 Importbeschränkungen verhängt wurden und somit die Goldnachfrage nachließ.

Von diesen Faktoren ist der Goldpreis abhängig

  • begrenztes Angebot und Fördermöglichkeiten
  • Zinsentscheidungen der Notenbanken
  • Importe von China, Russland und anderen Ländern
  • eventuelle Einfuhr- und Ausfuhrbeschränkungen

Wer in Gold investiert, sollte die Entwicklung der Preise daher stets im Auge behalten. Abfragen der Goldpreisentwicklung sind problemlos online möglich und können börsentäglich durchgeführt werden.

Sicherheit steht an erster Stelle

Anleger, die in Gold investieren, tun dies häufig nicht aus Ertragsgesichtspunkten. Vielmehr gilt Gold als „sicherer Hafen“, wenn Papiergeld in Bedrängnis gerät. Vor allem in Zeiten, in denen kriegerische Auseinandersetzungen drohen, bekommt Gold massiv Auftrieb. Dies war vor allem während der Finanzkrise deutlich, als viele Anleger befürchteten, ihre Gelder könnten durch Bankpleiten verloren gehen. Sie hoben ihr Kapital ab und investierten es in Gold. Auch aktuell sind die Sorgen vieler Bürger deutlich zu spüren, vor allem hinsichtlich des diskutierten Bargeldverbotes und der drohenden Minuszinsen. Aber auch die Aktivitäten der Zentralbanken, die Inflation unbedingt anheben zu wollen, sorgen für Ängste. Schließlich verliert Geld bei einer Inflation an Wert, was aber unbedingt vermieden werden soll.

In diesen Situationen entscheiden sich Anleger für den Goldkauf:

  • kriegerische Auseinandersetzungen
  • drohende Bankpleiten
  • drohende Inflation
  • Bargeldverbot
  • Minuszinsen

Damit ist Gold generell kein Anlageobjekt, mit dem die höchstmögliche Rendite erzielt werden soll. Das dies nicht möglich ist, zeigt sich auch an der Goldpreisentwicklung. Zudem muss beachtet werden, dass Gold keine festen Zinsen bietet, sondern ein Ertrag lediglich aufgrund der Wertentwicklung möglich ist. Erst dann, wenn das Gold wieder verkauft wird, kann die Rendite tatsächlich erzielt werden.

Möglichkeiten der Goldanlage

#54160569 - fotolia.com - Björn Wylezich

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Wer in Gold investieren möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können natürlich Goldbarren oder Goldmünzen erworben werden. Diese sollten allerdings nicht einfach zu Hause gelagert, sondern idealer Weise in einem Tresor verwahrt werden. Der große Vorteil hierbei ist, dass die Barren und Münzen physisch vorhanden sind und bei Bedarf jederzeit veräußert werden können. Vor allem Menschen, die Gold als Krisenwährung erwerben, greifen auf physische Investments zurück. Als Alternative hierzu bieten die Banken auch Anlagen in Investmentfonds, die etwa in Aktien von Goldunternehmen investieren. Auch sie steigern ihre Gewinne bei höheren Goldpreisen und können ihren Anlegern so Renditen ermöglichen. Eine dritte und immer beliebter werdende Anlagealternative ist das Investment in Gold-ETF´s. Indexfonds investieren in einen bestimmten Index und bilden diesen 1:1 ab. So nehmen Anleger direkt an der Goldpreisentwicklung teil, auch wenn sie selbst keine Goldbarren zu Hause lagern.

Diese Möglichkeiten für die Goldanlage bestehen:

  • Kauf von Goldbarren oder Goldmünzen
  • Kauf von Aktien goldverarbeitender oder goldfördernder Unternehmen
  • Investmentfonds für Goldaktien
  • ETF´s auf den Goldindex

Welche dieser Goldanlagen sinnvoll ist, ist sicher von der individuellen Situation, aber auch der Zielsetzung für die Geldanlage abhängig.

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