Dispo - wann der Wechsel lohnt

Der Dispositionskredit wird von vielen Kontoinhabern gern genutzt, denn er ist praktisch, schnell und ohne Antrag verfügbar. Allerdings lassen sich die Banken ihre Flexibilität hinsichtlich des Dispos auch bezahlen und berechnen Zinssätze von 10-15 Prozent. Wer sein Konto häufiger überzieht, sollte über einen Wechsel nachdenken, um die Kosten zu senken. Neben einem kompletten Kontowechsel zu einem günstigeren Institut ist auch eine Umschuldung in einen günstigeren Ratenkredit möglich.

Der Dispokredit für kurzfristige Überziehungen

Eigentlich ist der Dispositionskredit auf einem privaten Girokonto ein gute Sache. Die Bank gewährt ihren Kunden in diesem Fall, ihr Girokonto entsprechend der Kredithöhe zu überziehen und ganz nach Wunsch auszugleichen. In der Regel erfolgt der Ausgleich durch regelmäßige Gehaltseingänge, weshalb der Dispo meist nicht höher als das Zweifache oder Dreifache dessen gewährt wird. Da für den Dispo in der Regel weder Sicherheiten noch ein vollständiger Kreditantrag notwendig ist, müssen die Banken die hohen Risiken in Form hoher Zinsen ausgleichen. Vielfach sind Konditionen von 10-15 Prozent zu zahlen. Dennoch: Wer sein Konto nur kurzzeitig überzieht, weil etwa der Lohn zu spät gezahlt wird oder dringende Ausgaben anstehen, kann die Vorteile nutzen. Wird der Dispo jedoch längerfristig genutzt, schlagen die hohen Zinsen als enorme Kosten zu Buche. In solchen Fällen muss gehandelt werden!

Das Girokonto wechseln

#79518158 - fotolia.com - Björn Wylezich

#79518158 – fotolia.com – Björn Wylezich

Um die Kosten zu senken, bietet es sich einerseits an, das komplette Girokonto zu einer anderen Bank zu verlegen. Nicht nur, dass durch einen solchen Kontowechsel die monatlichen Grundgebühren sowie die Kosten für eine Kreditkarte gespart werden können, einige Banken bieten auch sehr günstige Dispo-Zinsen. Diese liegen zum Teil bei nur 7,5 Prozent und damit um bis zu 50 Prozent unter den Kosten einiger Filialbanken. Ein solcher Kontowechsel ist zwar mit etwas Aufwand verbunden, denn alle Abbucher müssen über die neue Kontonummer informiert werden, aber es lohnt sich. Zudem bieten einige Banken einen Kontowechselservice und unterstützen ihre Kunden entsprechend.

Diese Vorteile bietet ein Girokontowechsel

  • Niedrigere Dispozinsen
  • Kostenersparnis durch fehlende Kontoführungsgebühren und Kreditkartengebühren
  • Einfache Kontoverwaltung via Apps

Dispoumschuldung als Alternative

Wird der Dispo längerfristig, also für mehr als drei Monate, genutzt, sind allerdings auch die günstigsten Dispozinsen zu teuer. Durch die derzeitige Niedrigzinsphase ist es möglich, Ratenkredite mit Zinssätzen von 2-4 Prozent abzuschließen, je nach Bonität, Laufzeit und Kredithöhe. Mit solchen Darlehen ist es somit also möglich, die Kosten um weitere 50 Prozent zu reduzieren. Niemand sollte diese Chance ungenutzt lassen, denn eine Dispoumschuldung kann ohne Probleme jederzeit durchgeführt werden. Ein solcher Kredit verfügt nämlich nicht über Kündigungsfristen, sondern kann immer ganz oder vollständig zurückgezahlt werden. Auch Sicherheiten wurden nicht hinterlegt. Die Rückzahlung erfolgt in diesem Fall einfach durch Überweisung des noch offenen Schuldbetrages auf das Girokonto.

Einen günstigen Ratenkredit suchen

Aufgrund ihrer aktuellen Konditionen sind Raten- oder Verbraucherkredite sehr beliebt. Sie werden nicht nur zur Umschuldung von Dispositionskrediten genutzt, sondern können auch für teurere Anschaffungen wie Möbelfinanzierungen oder Urlaubsfinanzierungen eingesetzt werden. Ähnlich wie beim Dispo werden auch hier keine Sicherheiten benötigt, lediglich ein regelmäßiger Gehaltseingang sowie eine positive Schufa-Auskunft sind Pflicht. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann online nach günstigen Kredit-Anbietern suchen und die Konditionen vergleichen. Wie sich zeigt, ist ein solcher Vergleich unbedingt notwendig, denn die Zinssätze variieren um mehrere Prozentpunkte. Wurde ein entsprechendes Darlehen gefunden, kann dies in der Regel direkt online angefragt werden. Nach Eingabe der persönlichen Daten sowie des Einkommens überprüft das Kreditinstitut bereits, ob eine Kreditvergabe möglich ist. Vielfach wird sogar direkt eine Online-Vorabzusage erteilt.

So finden Sie einen günstigen Ratenkredit

  • Online Zinsvergleich verschiedener Banken anhand Kredithöhe und Laufzeit werden die günstigsten Angebote angezeigt
  • Eingabe der persönlichen Daten + Einkommen
  • Online Vorabzusage abwarten

Online-Antrag kann direkt gestellt werden

Ist die Vorab-Überprüfung positiv, kann der Antrag direkt am heimischen PC ausgefüllt, ausgedruckt und unterschrieben an die finanzierende Bank gesendet werden. Zusammen mit dem Antrag wird hier auch die Schufa-Zustimmung erteilt, denn ohne eine Abfrage der Schufa-Daten kann kein Kredit vergeben werden. Wer bei der ausgewählten Bank noch kein Kunde ist, muss den Versand im Post-Ident-Verfahren vornehmen oder aber die neue Online-Legitimation nutzen. So stellt die Bank sicher, dass es sich auch wirklich um den im Antrag genannten Kunden handelt. Zusätzlich zum Antrag werden aktuelle Lohn- und Gehaltsnachweise benötigt, die die Angaben im Antrag bestätigen. Mitunter fordern die Banken auch Kontoauszüge, um die Bonität eines Kunden besser beurteilen zu können. Diese werden allerdings häufig erst bei höheren Kreditsummen ab 10.000 Euro benötigt.

Diese Unterlagen werden bei einem Ratenkredit gefordert

  • Ausgefüllter und unterschriebener Kreditantrag
  • Legitimation im Post-Ident-Verfahren oder via Online-Legitimation
  • Zustimmung zur Schufa-Abfrage
  • Aktuelle Lohn- und Gehaltsnachweise
  • Ggf. Kopie von Kontoauszügen

Ausgleich des Girokontos

Wurde der Antrag für den Ratenkredit positiv beschieden, kann dieser kurzfristig ausgezahlt werden. In der Regel dauert es vom Antrag bis zur Auszahlung lediglich zwei bis drei Werktage. Bereits im Antrag kann nun angegeben werden, auf welches Konto das Geld ausgezahlt werden soll. Wird nicht nur der Dispo abgelöst, sondern sollen auch weitere teure Ratenkredite umgeschuldet werden, kann die Geldsumme auch aufgeteilt werden. Mit Überweisung des Geldbetrages ist das Girokonto nun ausgeglichen und der Dispokredit ist Geschichte. Damit die Versuchung zur Disponutzung nicht wieder zu groß wird, sollte er im Anschluss an den Ausgleich auf einige hundert Euro gesenkt werden. So bleibt die Möglichkeit zur kurzfristigen Überziehung bestehen, bei größeren Ausgaben jedoch kann direkt auf einen günstigeren Ratenkredit zurückgegriffen werden.

Mehr zum Thema
© 1996-2017 | Zeitung.de - zeitungen und fachzeitschriften : regional und international - Impressum