Handyversicherungen - was sie nützen, was sie kosten

Beim Kauf eines Handys wird im Handel üblicherweise eine Handyversicherung mit angeboten. Wie aktuelle Tests jedoch zeigen, sind diese Versicherungen oft nicht sinnvoll, da sie im Kleingedruckten über zahlreiche Ausschlüsse verfügen und im Ernstfall selten leisten. So springt die Versicherung beispielsweise oft nicht ein, wenn das Handy aus Unachtsamkeit liegengelassen wurde. Wer über den Abschluss einer Handyversicherung nachdenkt, sollte daher die Angebote im Internet prüfen und einen alternativen Vertrag nutzen. Hier sind die Leistungen oft deutlich besser, vielfach können auch noch Kosten gespart werden.

Handyversicherung wird noch im Laden angeboten

#104182316 - fotolia.com - Antonioguillem

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Wer im Handy ein neues Smartphone erwerben möchte, wird vom Verkäufer oft noch vor dem Bezahlen angesprochen, ob nicht auch noch eine Handyversicherung gewünscht wird. Sie soll zahlen, wenn das Gerät auf den Boden fällt und Schäden davonträgt oder gestohlen wird. Die Versicherung wird dann in den meisten Fällen ohne weitere Nachfragen abgeschlossen, schließlich möchte man das neue Smartphone ja umfassend schützen. Wann die Versicherung tatsächlich leistet, welche Beträge gezahlt werden und welche Einschränkungen es gibt, wird hingegen nicht geprüft. Verbraucherschützer schätzen, dass es aktuell zwischen 2,5 – 3 Millionen derartiger Verträge gibt. Ein riesiges Geschäft für die Versicherungsbranche. Für die Kunden jedoch bringen diese Versicherungen oft nur wenig Nutzen, denn vielfach gibt es Einschränkungen, durch die die Versicherer eine Leistung verweigern können.

Diese Leistungen bietet die Handyversicherung

Handyversicherungen bieten üblicher Weise Schutz bei Schäden durch Feuchtigkeit, Sand oder einem Sturz. Funktioniert das Handy beispielsweise nicht mehr, nachdem es im Regen benutzt worden ist, zahlt die Versicherung die Reparatur des Handys. Geht es bei einem Sturz zu Bruch, wird ebenfalls die Reparatur übernommen. Sollte es nicht mehr möglich sein, das Handy zu reparieren, bieten die Versicherer in fast allen Fällen Ersatz. Der Versicherungskunde erhält somit ein gleichwertiges Gerät und bleibt damit weiter mobil. Dies gilt nach Aussagen einiger Versicherer auch, wenn Bedienungsfehler vorliegen oder einfach ein Glas Wasser oder Saft über das Gerät geschüttet wird.

Diese Leistungen bietet die Handyversicherung:

  • Schutz bei einem Sturz
  • Schäden durch Sand oder Feuchtigkeit
  • Diebstahlersatz
  • Schäden durch das Verschütten von Saft oder Wasser

Zu den Leistungen einer Handyversicherung gehört auch der finanzielle Ersatz nach einem Diebstahl. Wird das Smartphone gestohlen, zahlen die Versicherer je nach Vereinbarung entweder den Zeitwert des Gerätes oder finanzieren ein Neugerät. Letzteres wird allerdings häufig nur bei Premiumgeräten angeboten. Vielfach wird lediglich der Zeitwert überwiesen, mit dem es jedoch nicht möglich ist, ein Neugerät anzuschaffen.

Auf die Ausschlüsse achten

Neben den Leistungen, die die Handyversicherung im Einzelnen bietet, sollten Versicherungskunden auch darauf achten, wann die Versicherung denn tatsächlich Geld auszahlt oder die Kosten der Reparatur übernimmt. Sowohl bei Stürzen wie auch bei Schäden durch Feuchtigkeit oder Sand wird nämlich nur dann geleistet, wenn eine „grobe Fahrlässigkeit“ ausgeschlossen werden kann. Was hierbei als grob fahrlässig bezeichnet wird, ist bei jeder Versicherung unterschiedlich. Daher ist es wichtig, die Vertragsbedingungen genau zu lesen. Da dies bei einem Vertragsabschluss im Handel oft nicht möglich ist, sollten die Verträge online abgeschlossen werden. Hier können die Allgemeinen Versicherungsbedingungen in aller Ruhe gelesen und analysiert werden. Zudem ist es möglich, die Erfahrungen anderer Versicherungskunden in die eigene Entscheidung mit einzubeziehen. Soziale Netzwerke können heutzutage eine wichtige Rolle spielen, denn viele Kunden geben ihre Erfahrungen gerne weiter und können so vor unlauteren Verträgen abraten. Gleichzeitig werden natürlich günstige und attraktive Angebote aufgezeigt.

Diebstahlschutz gilt nur in begrenztem Umfang

Ob eine Versicherung bei einem Diebstahl leistet, kommt ebenfalls auf die Versicherungsbedingungen an. Vielfach wird nur dann gezahlt, wenn das Smartphone aus einem verschlossenen Raum gestohlen wurde. Wer unterwegs ist, muss das Handy immer bei sich führen und darf es nie unbeaufsichtigt etwa in einer Tasche oder Jacke belassen. Nur dann, wenn ein Raub vorliegt, die Tasche also unter Hinzunahme von Gewalt entwendet wurde, haben Versicherungskunden Anspruch auf Ersatz. Die Leistungen in einem solchen Fall reichen vom Ersatzgerät bis hin zum Zeitwert. Geht also ein 800-Euro Gerät bereits im ersten Jahr verloren, wird meist nur noch ein Betrag von rund 700 Euro ausgezahlt. Versicherungskunden erhalten somit zumindest einen Großteil ersetzt und können ein neues Smartphone anschaffen. Ohne einen solchen Vertrag würde der Verlust bei 800 Euro liegen, so wurde er auf nur 100 Euro begrenzt.

Alternative Versicherungen fürs Handy

Handybesitzer, die ihr Smartphone schützen wollen, können hierfür durchaus eine Versicherung abschließen. Sie müssen allerdings darauf achten, welche Leistungen diese bietet und ob im Ernstfall gezahlt wird.

Tipp: Vergleichen Sie die verschiedenen Versicherungen kostenlos und unverbindlich online

Eine gute Alternative zur Handyversicherung ist die Hausratversicherung. Sie übernimmt beispielsweise Leistungen, wenn zu Hause eingebrochen wird und das Handy verschwindet. Die Hausratversicherung zahlt in diesem Fall sogar nicht nur den Zeitwert, sondern übernimmt die gesamten Kosten für die Neuanschaffung eines Smartphones. Sogar Opfer eines Raubes haben gegenüber der Hausratversicherung Ansprüche. Wird das Handy fallen gelassen, kann eine Haftpflichtversicherung helfen. Zwar springt nicht die eigene Versicherung ein, wird das Handy aber durch eine andere Person beschädigt, die über einen solchen Vertrag verfügt, kann die Reparatur auch so finanziert werden.

Die Kosten der Handyversicherung

Welche Kosten bei einer Handyversicherung anfallen, ist abhängig von der jeweiligen Versicherungsgesellschaft. Vielfach werden zwischen 10-20 Prozent des Neupreises als Versicherungsprämie fällig, diese wird dann bei Verträgen im Handel als Einmalbetrag bezahlt und gilt für zwei bis drei Jahre. Alternativ können auch Policen abgeschlossen werden, deren Kosten zwischen 5-8 Euro pro Monat betragen. Insgesamt fallen somit die gleichen Kosten an, sie werden nur auf mehrere Monatsbeträge verteilt. Für ein Gerät mit einem Wert von 800 Euro können so Kosten von bis zu 160 Euro in zwei Jahren anfallen. Dabei ist zu beachten, dass die Reparatur eines Displays auch nur 160-200 Euro kostet und damit die Kosten lediglich ausgeglichen sind. Das Fazit vieler Experten lautet daher, dass Handyversicherungen nicht zu den wichtigsten Versicherungen gehören und auf einen Abschluss auch verzichtet werden kann. Eine Prüfung sollte natürlich nur im Einzelfall erfolgen, weshalb kein Pauschalurteil möglich ist.

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