Kfz-Versicherung: Hohe Preisunterschiede

Die Kosten einer Kfz-Versicherung werden anhand verschiedener Faktoren bestimmt. Neben dem Versicherungsumfang nimmt vor allem die Stadt oder die Region Einfluss, in der das Auto angemeldet ist. Anhand der Postleitzahl greifen die Versicherungsunternehmen auf verschiedene Unfallstatistiken zurück und legen anschließend die Preise fest. Je mehr Unfälle passieren und je höher das Risiko eines Unfalls ist, desto höher sind auch die Versicherungskosten. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass sich die Prämien selbst innerhalb eines Stadtbezirks um bis zu 23 Prozent unterscheiden können.

#66175457 - fotolia.com - contrastwerkstatt

#66175457 – fotolia.com – contrastwerkstatt

Die Preisgestaltung in der Haftpflichtversicherung
Autofahrer in Deutschland haben bei der Zulassung ihres Autos die Pflicht, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Sie tritt ein, wenn bei einem Unfall Dritte verletzt oder geschädigt wurden und übernimmt in diesem Zusammenhang Personen-, Sach- und Vermögensschäden in Millionenhöhe. Lediglich Kosten am eigenen Fahrzeug werden nicht übernommen. Wie viel für eine solche Versicherung zu zahlen ist, hängt vor allem von folgenden Faktoren ab:

– Typklasse des Fahrzeugs
– Regionalklasse des Fahrzeugs
– Individuelle Merkmale wie Alter des Fahrers oder bestimmte Berufsgruppen

Die wichtigste Grundlage für die Berechnung der Versicherungsprämie in der Kfz Haftpflichtversicherung sind also die Typ- und Regionalklassen der Fahrzeuge. Diese werden vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft festgelegt und können jährlich angepasst werden.

Die Kaskoversicherung für Fahrzeuge

Zusätzlich zur Haftpflichtversicherung haben Autofahrer die Möglichkeit, eine Kaskoversicherung zu vereinbaren. Zum einen kann die Teilkaskoversicherung gewählt werden. Sie übernimmt Schäden bei Brand oder Diebstahl und tritt ein, wenn das Auto durch einen Marderbiss oder durch einen Zusammenstoß mit Haarwild geschädigt wird. Die Vollkaskoversicherung hingegen übernimmt auch die Kosten am eigenen Fahrzeug, wenn ein Unfall selbst verschuldet wurde. In beiden Fällen werden ebenfalls Typ- und Regionalklassen für die Preisermittlung zugrunde gelegt. Daneben spielt bei der Kaskoversicherung auch die Schadensfreiheitsklasse eine wichtige Rolle. Sie zeigt an, wie viele Jahre ein Autofahrer unfallfrei unterwegs ist und keinen Unfall verursacht hat. Je länger dieser Zeitraum ist, desto besser wird dies natürlich von der Versicherung bewertet. Schließlich kann ein solcher Fahrer als sicher angesehen werden. Wird hingegen ein Unfall verursacht, reduziert sich die Schadensfreiheitsklasse wieder und die Kosten der Autoversicherung steigen. Um welchen Anteil diese Preissteigerung erfolgt, ist abhängig von der aktuellen Freiheitsklasse und den Bedingungen der jeweiligen Versicherungsgesellschaft.

Tipp: Vor der Inanspruchnahme der Kaskoversicherung ist es sinnvoll, die Schadenshöhe festzustellen und zu kalkulieren, ob ein Versicherungsanspruch nötig ist.

Regional- und Typenklassen in der Kfz-Versicherung

Um eine Versicherungsprämie berechnen zu können, verlassen sich Versicherungsunternehmen auf statistische Werte, die die Wahrscheinlichkeit einer Schadensregulierung sowie der Höhe des jeweiligen Schadens bestimmt. Im Rahmen der Kfz Versicherung nehmen daher sowohl die Typklasse wie auch die Regionalklasse eines Autos maßgeblichen Einfluss.

Die Typklasse
Wie der Name schon vermuten lässt, zeigt die Typklasse auf, welche Kosten bei einem bestimmten Fahrzeugtyp anfallen. Diese Kosten sind bei großen und teuren Fahrzeugen natürlich höher als bei Kleinwagen. Deshalb ist für derartige Fahrzeuge häufig auch ein höherer Versicherungspreis zu zahlen.

Die Regionalklasse
Im Unterschied zur Typklasse zeigt die Regionalklasse auf, wie viele Unfälle in der jeweiligen Region oder im Stadtbezirk passieren. Im städtischen Raum ist der Unfallindex hierbei häufig höher, denn auf Straßen im ländlichen Raum passieren deutlich weniger Unfälle. Wie aktuelle Auswertungen zeigen, kann es aber auch Unterschiede innerhalb einer Stadt geben. Hintergrund ist die Tatsache, dass einige Versicherer zusätzlich die Postleitzahl eines Autofahrers heranziehen, um noch detaillierter reagieren zu können.

Versicherungsunternehmen rechnen unterschiedlich

Sowohl die Typ- wie auch die Regionalklassen werden von der Versicherungsbranche einheitlich festgestellt und an die jeweiligen Versicherer weitergeleitet. Wie hier mit den Daten verfahren wird, ist aber sehr unterschiedlich. Oftmals wird eine Preisanpassung vorgenommen, einige Versicherer verzichten jedoch auch auf derartige Maßnahmen. Somit sind einige Versicherte trotz einer Änderung der Typ- und Regionalklassen nicht von einer Preisanhebung betroffen, andere Versicherungskunden hingegen müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Ob zu überprüfen, wo die günstigste Versicherung abgeschlossen werden kann, kann nur ein Versicherungsvergleich durchgeführt werden. Dieser ist natürlich bei Versicherungsfachleuten vor Ort möglich, nimmt aber einige Zeit in Anspruch. Einfacher ist ein Versicherungsvergleich über das Internet. Nach Eingabe der wichtigsten Daten zum Fahrzeug sowie zum Wohnort kann nun eine Prämie ermittelt werden, die mit den vorhandenen Preisen verglichen werden kann. Wie Verbraucherschützer aufzeigen, finden sich derzeit hohe Preisunterschiede, die bei bis zu 25 Prozent liegen können.

Die Kfz Versicherung wechseln

Wer feststellt, dass die eigene Versicherung zu teuer ist und dass es möglich ist, einen günstigeren Vertrag zu nutzen, kann die Kfz Versicherung wechseln. Dies ist jedoch nicht zu jeder Zeit, sondern nur zu festgelegten Terminen möglich.

Zu diesen Terminen kann die Autoversicherung gewechselt werden:

  • Neukauf eines Fahrzeugs
  • Zum Ende der Versicherungslaufzeit
  • Zum Ende eines Versicherungsjahres

Wird ein neues Auto gekauft, kann für dieses natürlich auch eine neue Versicherung abgeschlossen werden. Der Vergleich zeigt, wo ein solcher Abschluss günstig und zu attraktiven Preisen möglich ist. Doch auch dann, wenn ein Versicherungsvertrag endet, ist der Wechsel möglich. Vielfach werden Versicherungsverträge jedoch mit einer Laufzeit von einem Jahr abgeschlossen und verlängern sich um ein weiteres Jahr, sofern nicht gekündigt wird. Meist ist dabei das Versicherungsjahr identisch mit dem Kalenderjahr und beginnt damit neu am 01.01. Die Kündigungsfrist beträgt in diesen Fällen einen Monat. Wer also bis zum 30.11. des Vorjahres kündigt, kann per 01.01. des Folgejahres einen neuen Vertrag abschließen.

Die Möglichkeit der außerordentlichen Kündigung

Zusätzlich zur ordentlichen Kündigung besteht bei Kfz Versicherungstarifen unter Umständen die Möglichkeit der außerordentlichen Kündigung. Diese ist allerdings nur dann möglich, wenn die Versicherung die Preise erhöht. In einem solchen Fall kann die Kündigung auch noch nach dem 30.11. an die Versicherung gesandt werden. Zu beachten ist, dass auch hier Fristen gelten, die unbedingt berücksichtigt werden sollten. So wird eine Kündigung nur dann akzeptiert, wenn sie spätestens vier Wochen nach dem Eingang der neuen Beitragsfeststellung an die Versicherung geht. Wurde die Kündigung akzeptiert, kann nun ein neuer, günstigerer Vertrag geschlossen werden.

Mehr zum Thema
© 1996-2017 | Zeitung.de - zeitungen und fachzeitschriften : regional und international - Impressum