Aloe Vera – zur Stärkung der Abwehrkräfte ?

Aloe Vera ist nicht erst seit einigen Jahren bekannt, denn das Naturheilmittel wird schon seit Jahrhunderten, zur Immunstärkung und Schmerzlinderung genutzt. In der Zwischenzeit gibt es viele medizinische, sowie auch kosmetische Produkte, die ohne den Zusatz Aloe Vera nicht mehr auskommen.

Die Pflanze ist in der Natur nicht wirklich als Schönheit zu bezeichnen. Sie besitzt dünne Dornen und die Blätter sind von einer dicken Wachsschicht umhüllt. Ihr Aussehen erinnert eher an eine Kaktuspflanze, wie zum Beispiel die Agave. Dabei gehört sie der Spezies Liliengewächse an, genau wie es beim Knoblauch oder der Zwiebel der Fall ist.

Die Wirkstoffe von Aloe Vera

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Die Wirkstoffe der Aloe Vera sind im Inneren der Blätter zu finden. Sie bestehen aus einem Gel, der zum größten Teil aus Wasser besteht. Der wohl wichtigste Wirkstoff ist Polysaccharid Acemannan, bekannt auch als Kohlehydrat.

Acemannan wird vom menschlichen Körper nur bis zur Pubertät produziert und muss danach in unterschiedlichen Lebensmitteln zugefügt werden. Der Wirkstoff wirkt stärkend auf den gesamten Organismus und setzt sich überwiegend gegen Pilze, Viren und Bakterien ein. Zudem ist Acemannan immunstärkend, es aktiviert und stimuliert für Abwehr zuständige Zellen.

Unter den circa 200 Wirkstoffen finden sich:

Das Gel ist nicht nur schleimig, sondern auch äußerst zähflüssig, wird aber dennoch gut von der Haut aufgenommen. Es kann bei einem Sonnenbrand oder Insektenstichen zur Kühlung eingesetzt werden oder als antibakterielle Wundversorgung dienen. Zudem kann Aloe Vera bei Strahlenschäden helfen, die bedingt durch eine Radiotherapie auftreten können.

Aloe Vera findet sich zudem in vielen Lebensmitteln und wirkt gegen einige Zivilisationskrankheiten, wie zum Beispiel Diabetes, Asthma, Allergien, Pilzerkrankungen oder einfach nur bei Verdauungsstörungen. Aloe Vera ist weiterhin bekannt als Nahrungsergänzungsmittel und kommt bei Krebs oder einer AIDS – Therapien zum Einsatz. Aloe Vera sorgt dafür, dass die Darmflora regeneriert wird, was wirklich wichtig ist, denn sie ist das stärkste Abwehrorgan im gesamten Körper.

Hinweis:
Aus pharmazeutischer Sicht ist Aloe Vera nicht das vielgepriesene Wundermittel. In der Blattrinde befindet sich Aloin, der bitter ist und von der Pflanze als eine Art Schutz fungiert. Aloin hat jedoch eine abführende Wirkung auf empfindliche Personen, daher sollte Aloe Vera von ihnen nicht überdosiert werden.

Im Handel erhältliche Produkte

Aloe Vera hat sich in der Zwischenzeit als Mythos festgesetzt. Schon im alten Ägypten fand die Pflanze in Salben und Ölen Verwendung. In Deutschland blüht mittlerweile der Handel mit Produkten die Aloe Vera beinhalten, ebenso gibt es zahlreiche Anbieter dafür.

Das bekannteste Produkt, welches bei uns vertrieben wird, ist das Frischblatt. Dieses kann bei unterschiedlichen Anbietern erworben werden und hält sich, kühl gelagert, über mehrere Monate. Soll es genutzt werden, muss einfach ein Stück abgeschnitten, das Mark filetiert und kann beispielsweise püriert, in einem Fruchtsaft oder mit Obst genossen werden.

Die Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme bleiben so zum größten Teil erhalten und können bis zu einhundert Prozent dem Körper zugeführt werden. Natürlich gibt es eine Reihe an fertigen Produkten, die Aloe Vera beinhalten sollen. Diese deklarieren zwar auch, einhundert Prozent von Aloe Vera zu enthalten, leider ist auf den Verpackungen nicht immer zu erlesen, ob es sich um getrocknetes Blatt Gel, Pulver oder einem Konzentrat handelt.

Tipp:
Beim Kauf sollten die Etiketten der Produkte in Augenschein genommen werden. Steht dort, der Zusatz Wasser (Aqua), ist es ein Extrakt. Konservierungsmittel oder andere Zusatzstoffe dürfen möglichst nicht enthalten sein. Angeraten wird der Kauf von einem Produkt, das ein Gütesiegel hat. So kann der Verbraucher auf Nummer sicher gehen, dass die Reinheit, sowie auch die Menge des Inhaltsstoffes vom Aloe Science Council /ASC), untersucht und das Produkt freigegeben wurde.

Die Heilpflanze Aloe Vera

Folgende Anwendungsgebiete werden für den Einsatz von Aloe Vera empfohlen:

Verstopfungen
Entzündliche Hauterkrankungen
Verbrennungen
Sonnenbrand
Kosmetikindustrie

Als Saft rät der Fachmann, abends eine Menge entsprechend 10 Milligramm Hydroxyanthrancen – Derivate, einzunehmen. Die maximale Tagesdosis darf 40 Milligramm des Wirkstoffes nicht überschreiten. Die Dosis sorgt für einen angenehmen Stuhlgang und ist vollkommen ausreichend.

Gel sollte drei bis fünf Mal täglich großzügig aufgetragen werden. Entweder hierfür wird eine frisch zubereitetes Gel genutzt oder eine fertiges Präparat, welches im Handel erhältlich ist.

Zur innerlichen Anwendung ist Aloe Vera bei unterschiedlichen Erkrankungen anzuwenden. Leider gibt es bis zum heutigen Tage keine angeschlossenen Studien darüber, sodass die Wirksamkeit, als auch die Sicherheit nicht belegt werden können.

Die Wirkungen sind allerdings eindeutig, denn als Abführmittel hat sich das Heilmittel bisher bewährt. Der Saft enthält unter anderem Dihydroxyanthracenderivate, die sich stimulierend auf den Darm auswirken. Es ist davon auszugehen, dass sich eine Darmentleerung nach ungefähr 8 bis 12 Stunden einstellt.

Weiterhin ist festzustellen, dass Aloe Vera in Form von einem Gel, eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung aufweist. Das ist vor allen Dingen den Wirkstoffen Polysaccarid und Wasser zuzuschreiben, welches das Gel enthält. Als Gel wird die Pflanze überwiegend als Feuchtigkeitsspender in Cremes und Salben genutzt.

Vorsicht:
Aloe Vera in Saft Form darf nicht während der Schwangerschaft, der Stillzeit oder während der Menstruationsphase angewendet werden. Zudem sollten Kinder unter 12 Jahren keinen Aloe – Saft bekommen. Personen, die an Nierenerkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen, Darmverschluss oder unter anhaltenden Bauchschmerzen, mit nicht bekannter Ursache leiden, sollten auf die Einnahme verzichten.

Unter anderem kann der Aloe – Saft auch nur dann genutzt werden, wenn andere Maßnahmen gegen Verstopfungen nicht gefruchtet haben. Das gilt im Einzelnen für eine Umstellung der Ernährung, die Einnahme von Quellmitteln, wie zum Beispiel Leinsamen und anderen Faktoren. Weiterhin darf Aloe Vera nicht länger als eine Woche, sowie in hohen Dosen verabreicht werden.

Hinweis:
Werden Präparate, die Aloe Vera beinhalten, über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann es zu einer Störung des Elektrolythaushaltes kommen. Das führt wiederum zu einem Kaliumverlust und kann so eine Obstipation auslösen. Dieses zieht eine Art Abhängigkeit nach sich, die im Verdacht steht, krebserzeugend zu sein. Bei anhaltender Verstopfung und unklaren Beschwerden im Magen – Darm – Trakt ist der Besuch bei einem Arzt anzuraten.

Personen, die eine Überdosis von Aloe Vera eingenommen haben, können unter krampfartigen Magenbeschwerden leiden. Ebenso kann es zu einer Rotfärbung des Harns kommen, was jedoch unbedenklich ist.

Aloe Vera als Vitalcocktail

Das wohl einfachste, aber auch populärste Rezept für einen Aloe Vera Drink stammt von einem Franziskaner Pater mit Namen Romano Zago. Das Rezept im Einzelnen:

  • 300 Gramm frisch geerntetes Aloe Vera
  • 500 Gramm reiner Bienenhonig
  • 3 bis 4 Esslöffel Zuckerrohrschnaps zur Konservierung

Sämtliche Zutaten müssen in einem Mixer zerkleinert werden. Der Cocktail wird dann in ein Glas gefüllt und täglich vor jeder Mahlzeit konsumiert. Als Menge empfehlen sich ca. 2 bis 3 Löffel. Wird das Gemisch kühl aufbewahrt, kann es sich über mehrere Tage frisch halten.

Diejenigen, die ihre Aloe Vera frisch aus einem Blatt gewinnen, sollten möglichst darauf achten, es einige Stunden im Kühlschrank „ ausbluten“ zu lassen. Nach dem Anschneiden tritt gelblicher Saft heraus, der nicht nur äußerst bitter schmeckt, sondern auch einige Anthraquinone enthält. Diese Wirkstoffe haben auf den Organismus eine abführende Wirkung.

Für kosmetische Zwecke

In der Kosmetikindustrie wird Aloe Vera oft verwendet. Es hat diverse pflegende Eigenschaften und besitzt zudem die Fähigkeit, die Zellerneuerung der Haut anzuregen. Frauen und Männer nutzen es, um kleinere Falten, Narben oder Haut Irritationen abzumildern.

Erwähnt werden sollte des Weiteren, dass Aloe Vera den natürlichen Säureschutzmantel der Haut schützt und auch Widerstand auf etwaige Umwelteinflüsse gibt. Bei empfindlicher Haut wirkt ein Gel sehr beruhigend und aufbauend.

Aloe Vera Saft enthält:

Mit den Enzymen Oxidasen und Amylasen wird das Immunsystem gestärkt und Abwehrkräfte bekommen Unterstützung. Der Aloe Vera Saft unterstützt mit:

Vitamin A:Sehkraft, beteiligt sich an gesunder Zellteilung, wichtig für schöne Haut und feste Fingernägel
Vitamine B 1,2,6 und 12, Folsäure und Niachin:Unterstützen den Kreislauf und Muskeln, erhalten Nerven gesund und aktivieren den Stoffwechsel
Vitamin C und E:Dienen der Bekämpfung freier Radikaler und stärken den Organismus

Aloe Vera versorgt den menschlichen Körper weiterhin mit 20 von insgesamt 22 wichtigen essentiellen und nicht essentiellen Aminosäuren. Diese kann der Körper nicht allein produzieren und so empfiehlt es sich, täglich eine Dosis Aloe Vera Saft zu konsumieren.

Der Saft aus Aloe Vera darf auf keinen Fall als Wundermittel angesehen werden, aber er hat durchaus positive Eigenschaften für den gesamten Organismus. Er ist bei der Entschlackung und der Entsäuerung behilflich und kümmert sich um eine gesunde Magen – Darm – Flora. Der Darm kann durch Absonderungen empfindlich ins Ungleichgewicht geraten. Dieses hat dann wiederum Auswirkungen auf den ganzen Körper, da es zu Mangelversorgungen kommen kann. Die äußern sich durch:

  • Müdigkeit
  • Unreine Haut
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Mundgeruch

Bei all diesen Symptomen ist Aloe Vera Saft zu empfehlen. Vor einiger Zeit wurde Aloe Vera als ein starkes, aber natürliches Abführmittel eingesetzt. Heute ist bekannt, dass es zu negativen Auswirkungen kommen kann. Darum sollte eine Einnahme bei anhaltender Verstopfung mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Mehr als eine zweimal wöchentliche Einnahme wird jedoch nicht empfohlen.

Im Handel erhältlicher Aloe Vera Saft enthält oft Aloin. Darum ist es anzuraten, den Saft selber herzustellen.

Wogegen kann Aloe Vera helfen?

Als Abführmittel ist die Pflanze ein echter Allrounder. Aloe Vera hilft bei schmerzhaften Erkrankungen, hierzu zählen unter anderem, Analfissuren, Analthrombosen und Hämorriden. Eine Anwendung von einem abführenden Produkt ist für ein bis zwei Wochen anzuraten und es wirkt zuverlässig. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und medizinische Produkte rät zur Einnahme, zweimal pro Woche und nicht über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen.

Die äußerliche Wirkung der Pflanze ist in der Hautpflege unbestritten. Zudem kann sie als Gel, unter bestimmten Umständen, zur Wundheilung beitragen. Bewiesen ist die Wirkung bei entzündlichen Haut Erkrankungen, bei Wunden und Verbrennungen, Erfrierungen, sowie bei Insektenstichen. Auch bei Akne und einem Sonnenbrand (Dermatitis Solaris) kann das Gel für Linderung sorgen.

Gel aus Aloe Vera steigert die Zellteilung von Fibroblasten und die Kollagenproduktion, sowie die Neubildung von Gefäßen. Zudem lindert das Gel Entzündungen und bekämpft erfolgreich Infektionen, die durch Pilzbefall und Bakterien ausgelöst wurden.

Sogar in der Zahnmedizin findet Aloe Vera mittlerweile Verwendung. Die Pflanze wird sowohl zu Mundwasser, als auch zur antibakteriellen Zahnpasta verarbeitet. Untersucht wird seit neuestem auch, ob es eine Wirkung bei Entzündungen nach Extraktionen, Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis gibt.

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