Anis – die kultivierte Heilpflanze ?

Der Ursprung von Anis ist ungewiss, kultiviert wird er heute, überwiegend in Südeuropa. Bei uns ist die Heilpflanze auf Wiesen und Feldern zu finden, wo der Anis wild wächst. Die Samen der Pflanze sind reich an ätherischen Ölen und Eiweißen, aber als Essenz verarbeitet, darf sie nur in geringen Mengen genutzt werden. Die Essenz beinhaltet Giftstoffe, die in kleinen Dosen jedoch nicht schädlich sind.

Als Naturkräuter hat Anis ein weites Spektrum, denn er gilt als schleimlösend, verdauungsfördernd und hilft bei nervösen Störungen. Ebenso weist Anis eine krampflösende Wirkung auf, hilft bei Koliken, Bauchkrämpfen und Blähungen.

Anis – Die Heilwirkung ist unumstritten ?

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Die Pflanze kann vielseitig Verwendung finden und zudem hat sie eine lange Tradition. In der modernen Küche wird sie häufig genutzt, zum Beispiel zum Verfeinern von Süßspeisen und Backwaren und auch in Spirituosen ist sie zu finden. Vielfach wird Anis auch als süßer Kümmel bezeichnet, ist aber ein Doldenblütler. Im Jahr 2014 wurde der Anis sogar als Heilpflanze des Jahres gekürt.

Der Anis oder botanisch Pimpinella ansium kommt aus der Familie der Apiaceae, weitere bekannte Heilkräuter aus der Familie sind Kümmel, Dill, Fenchel oder die wilde Möhre. Annahmen, dass der Anis mit dem Sternanis verwandt ist, sind nicht richtig, denn beide Pflanzen kommen in separaten Familien vor. Allerdings, vereint beide Heilkräuter das Vorhandensein eines ätherischen Öles, dem Anethol.

Das Öl wird aus reifen Früchten gewonnen. Produkte, die einen Zusatz von Anis besitzen, lösen festsitzenden Schleim aus den Bronchien und fördern das Abhusten. Anis kann ebenso bei Nasennebenhöhlenentzündungen für Linderung sorgen und kommt überhaupt häufig bei Erkältungskrankheiten zum Einsatz.

Die Pflanze wirkt entkrampfend und ist ein bevorzugtes Mittel bei Blähungen und Völlegefühl. Häufig gibt es Produkte, in denen Anis mit Fenchel und Kümmel gemischt angeboten werden. Junge Mütter schätzen einen Tee aus den drei Kräutern, denn er kann die Milchbildung anregen und wird daher im Volksmund auch als Milchbildungstee bezeichnet.

Vorsicht:
Anis sollte nicht im Alleingang gesammelt werden. Die Früchte sehen den Schierlingsfrüchten sehr ähnlich, dieser ist jedoch in hohem Maß giftig. Zudem sollte Anisöl nie unverdünnt eingenommen werden, es kann zu Erbrechen und Übelkeit führen. Einige Personen sind allergisch gegen Anis, daher sollte die Pflanze von denjenigen gemieden werden.

Inhaltsstoffe

Anis besteht zu 2 bis 6 Prozent aus ätherischen Ölen. Weitere Bestandteile sind:

  • Anissäure
  • Flavon
  • Flavonolglykoside
  • Fettes Öl
  • Zucker
  • Geringe Menge an Terpenen
  • Kampfer
  • Kaffeesäure
  • Vitamin C

Als Indikation ist Anis zu nutzen bei Verdauungsbeschwerden aller Art, bei Verdauungsstörungen, Schleimhautentzündung, als schleimlösendes Mittel und die Frucht hat zudem auch krampflösende Eigenschaften.

Die Wirkung

Die Anwendung der Heilpflanze ist denkbar einfach, sie kann als Tee ihre volle Wirkung entfalten. In der Regel sind sie in fertig abgepackten Teebeuteln erhältlich, aber auch loser Anis ist im Handel zu bekommen. Für einen Anis Tee sollte ein Teelöffel der zerkleinerten Früchte mit kochendem Wasser aufgegossen werden, nach etwa 10 minütiger Zieh – Zeit kann dieser in kleinen Schlucken getrunken werden.

Anis findet sich in unterschiedlichen Spirituosen wieder, hier sind es Ouzo, Absinth, Raki oder Sambuca, die den markanten Geschmack aufweisen. Andere wiederum kennen den typischen Anisgeschmack aus der Weihnachtsbäckerei. Dank der wohltuenden ätherischen Öle, kommt die Heilpflanze in der Mehrzahl in Hustentees zum Einsatz.

Verwendet wurde Anis bereits schon etwa um 1.500 v. Chr. Die Heilpflanze wurde in alten Gräbern der Pharaonen gefunden. Im antiken Griechenland und im alten Rom wurde Anis zum Würzen von Brot und Kuchen genutzt. Hippokrates und Pythagoras empfahlen die Heilpflanze bereits zur Verbesserung des Atems und als Tonikum für ein jugendliches Aussehen.

In Europa ist Anis seit circa 800 n. Chr. bekannt. Es dürften Benediktinermönche gewesen sein, die die Samen in unsere Breitengrade brachten. Im Gegensatz zu den heutigen Zeiten, war Anis damals ziemlich teuer, kurios ist, im Mittelalter war Anis als potenzförderndes Mittel äußerst beliebt.

Verwendung

Anis kann äußerlich, als auch innerlich zur Anwendung kommen. Es ist nicht nur in verschiedenen Mundwässern ein Zusatzstoff, sondern auch in Zahncremes. Weiterhin bekannt ist die Heilpflanze in Dampfbädern und als Badezusatz. Asthmatiker sollten jedoch darauf verzichten, denn bei ihnen kann Anis einen Asthmaanfall auslösen.

Die Pflanze hat mehrere Eigenschaften und ist daher in der Medizin, als auch in der Küche einzusetzen. Ihre Heilkräfte sind bekannt, denn Produkte mit Anis können bei unterschiedlichen Beschwerden helfen. Nicht nur Atemwegserkrankungen und Verdauungsstörungen sind mit Anis zu behandeln, sondern auch Hautprobleme.

Weitere Synonyme für Anis sind:

  • Römischer Fenchel
  • Jenes
  • Einis
  • Enis
  • Enes
  • Brotsamen
  • Arnis

Die einjährige Pflanze hat eine geringe Wuchshöhe von circa 10 bis 60 Zentimeter. Die Stängel sind weit verzweigt und weisen kleine Haare auf. Die Blütenstände erweisen sich als dicht und tragen Doppeldolden, die einen Durchmesser zwischen 1,5 und 6 Zentimeter erreichen können.

Anwendungsgebiete

Blähungen
Asthma, Bronchitis, trockener Husten
Erbrechen, Magenkrämpfe
Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit
Insektenstiche
Schluckbeschwerden
Verdauungsstörungen
Appetitlosigkeit

Mit einer Tasse Anis Tee lösen sich Blähungen in Wohlgefallen auf. Mit dem Öl der Heilpflanze, was nur verdünnt zur Anwendung kommen darf, sind Brusteinreibungen bei Erkältungskrankheiten wohltuend und Baucheinreibungen helfen gegen Magen – Darmkrämpfe.

Anis selber und auch Anisöl wirken krampflösend (spasmolytisch), sekret lösend (sekretolytisch) und vor allen Dingen antibakteriell. Diese Eigenschaften sind dem Anethol zuzuschreiben, was zusätzlich stimulierend auf bestimmt Zellstrukturen wirkt und zur Reinigung der oberen Atemwege beiträgt.

Nebenwirkungen:

Da es sich bei Anis um eine reine Heilpflanze handelt, sind Nebenwirkungen nicht bekannt. Allerdings kann es bei empfindlichen Personen, zu allergischen Reaktionen kommen. Anisöl darf auf gar keinen Fall unverdünnt genutzt werden. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, sind ebenfalls nicht bekannt.

Dosierung:

Im Handel sind diverse Produkte mit dem Inhaltstoff Anis erhältlich. In der Regel handelt es sich hierbei um Teepräparate, im Zusammenhang mit Kümmel, Fenchel oder Pfefferminze. Bei einem Bronchialtee, finden sich häufig Zusätze in Form von Lindenblüten oder Thymiankraut wieder. Anis – Präparate gib es als:

  • Tropfen
  • Tabletten
  • Pastillen
  • Kapseln
  • Salbe

Zur äußerlichen Anwendung darf Anisöl inhaliert werden, jedoch nur im Zusammenhang mit heißem Wasser. Dazu werden circa 3 bis 5 Tropfen im Wasser gemischt. Das Einatmen, unter einem dicken Tuch oder einer Decke, sollte ein Zeit Limit von 15 Minuten nicht überschreiten. Verdünnt mit Wasser kann diese Tinktur auch zum Einreiben dienen. Als empfohlene Tagesdosis sind 3 Gramm ausgewiesen. Handelt es sich um eine äußere Anwendung, können Zubereitungen mit 5 bis 10 Prozent von ätherischen Ölen eingesetzt werden.

Hinweis:
In der Schwangerschaft darf Anis nicht zum Einsatz kommen. Des Weiteren sollte getrockneter Anis trocken und vor Licht geschützt aufbewahrt werden. Zudem sollte es sich nicht um einen Kunststoffbehälter handeln. Bei unsachgemäßer Lagerung, grellem Licht oder zu hoher Raumtemperatur, ist die Bildung von Östrogen nicht ausgeschlossen.

Anis findet sich in unterschiedlichen Teemischungen, da er geschmacklich heraussticht. Teemischungen gibt es zum Beispiel in Kombination mit Weidenrinde, wobei dieser gegen Fieber einzusetzen ist. Darf Anis Tee während der Schwangerschaft nicht genossen werden, ist er bestens in der Stillzeit zu empfehlen, denn er entfaltet seine Wirkung über die Muttermilch auf das Baby. Dieses ist bestens gegen Blähungen geschützt und zudem regt der Tee darüber hinaus, auch den Milchfluss der jungen Mutter an. Der Still Tee besteht aus einer Mischung von Anis, Kümmel und Fenchel.

Weitere Anwendungsbereiche:

  • Epilepsie
  • Halsinfektionen
  • Pfeiffersches Drüsenfieber
  • Reizhusten

Zu den Inhaltsstoffen gehören weiterhin:

  • Azulen
  • Bergapten
  • Bor
  • Carvon
  • Chamazulen
  • Eugenol
  • Cumarine
  • Myristicin
  • Salicylate
  • Thymol
  • Umbelliferon
  • Xanthotoxin

Für die Verdauung, gegen Husten

Auch in Digestifs wie zum Beispiel Pernod, kann Anis seine volle Wirkung entfalten und wirkt verdauungsfördernd. Bei Atemwegserkrankungen, vor allen Dingen bei Kindern, ist Anis ein bewährtes Mittel.

Anis ist zu gleichen Teilen ein Gewürz, als auch eine Heilpflanze. Gewürze sind bekannt dafür, den Speichelfluss zu fördern und die Produktion von Magen – und Gallensaft anzukurbeln. Anis ist dazu prädestiniert, eine gute Verarbeitung von Nahrungsmittel durch die Verdauungsorgane zu bieten. Die Wirksamkeit ist dem, schon erwähntem, Anethol zuzuschreiben, der sich auch positiv auf sämtliche Atemwege auswirkt.

Die Heilpflanze wird gezielt eingesetzt, um den Geruch – und den Geschmack von unterschiedlichen Arzneimitteln zu verbessern. Als Anis – Bon Bon hat es eine langanhaltende Wirkung und wirkt zum Beispiel bei trockener Mundhöhle. Geradeaus der Kinderheilkunde ist Anis nicht mehr wegzudenken, denn er hat einen angenehmen Geschmack, sodass auch Kinder keine Schwierigkeiten haben, Präparate einzunehmen.

In der Homöopathie findet Anis ebenfalls Verwendung. Hier kommt er bei Hexenschuss und Nackenschmerzen zum Einsatz. In einigen Gebieten gilt Anis als eine Art Aphrodisiakum. Dazu werden die reifen Früchte zerstoßen und als Tee zubereitet.

Um den Appetit anzuregen, können ganze Früchte vor einer Mahlzeit gekaut werden. Allerdings darf die Dosis etwa 50 Gramm nicht überschreiten, ansonsten kann es leicht zu Benommenheit oder sogar zu Krämpfen führen.

Der Naturkräuter Anis wird heute in der Küche häufig verwendet. Seltener zu Fleischgerichten, Gemüse oder einem Auflauf. Im Gebäck oder Brot ist Anis bekannt und auch schwer verdauliche Speisen, können durch die Zugabe der Früchte leichter verdaut werden. Personen, denen Kümmel nicht schmeckt, können auf Anis zurückgreifen.

Die Gewürzpflanze ist in der Heil Medizin außerordentlich beliebt. Einerseits hilft sie bei Erkältungskrankheiten, andererseits stellen sich kaum Beschwerden mit der Verdauung ein. Die Pimpinella anisum besitzt eine wissenschaftlich anerkannte Wirkung. Zu den Beschwerden bei Katarrhen zählen unter anderem Husten oder Entzündungen der Bronchialschleimhäute (Bronchitis).

Mit Anis behandelt werden können aber auch, Verdauungsstörungen im oberen Bauchbereich wie, Sodbrennen, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen. Innerlich entfaltet Anis seine volle Wirkung bei Husten und Problemen mit Bronchien. Äußerlich dient die Heilpflanze zur Linderung ebensolcher Erkrankungen. Die Früchte werden nicht nur für Teemischungen verwendet, sondern auch zur Herstellung von Bonbons, Pastillen oder Salben. Des Weiteren ist Trockenextrakt für Dragees im Handel erhältlich.

Hinweis:
Anisöl dürfen Erwachsene innerlich anwenden. Das geht zum Beispiel auf einem Stück Zucker. Die empfohlene Tagesdosis liegt hier bei 0,3 Gramm Öl, dabei entsprechen vier Tropfen circa 0,1 Gramm.

Bei Kindern kann Anisöl als eine 5 bis 10 prozentige Verdünnung verwendet werden. Diese gilt etwa als Einreibemittel, was auf der Brust verrieben wird. Hier können 100 Milliliter Olivenöl, mit etwa 10 Tropfen Anisöl vermischt werden. Die Brust eines Kindes lässt sich maximal dreimal täglich mit der Tinktur einreiben.

Tipp:
Innerlich sollte Anisöl mit Vorsicht genossen und wenn es geht nur unter Ärztlicher Aufsicht verwendet werden. Kinder und Jugendliche sollten es möglichst nicht einnehmen. Auch, wenn es sich bei Anis um eine Heilpflanze handelt, müssen sich Verbraucher an die vorgeschriebenen Dosen halten.

Anisprodukte können in der Apotheke, im Reformhaus oder einer Drogerie erworben werden. Um das Präparat richtig anwenden zu können, muss die jeweilige Packungsbeilage studiert und Dosierungen genau eingehalten werden.

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