Artischocken – nicht nur eine Delikatesse auf dem Tisch

Artischocken sind bekannt, als eine Delikatesse, wenn sie richtig zubereitet wurden. In der Regel handelt es sich hierbei um Artischockenherzen, die aber nur begrenzt gelagert werden können. Da sie in einem Sud eingelegt sind, wird der spezifische Geschmack oftmals verfälscht. Diejenigen, die den ganzen Geschmack der Artischocke lieben, sollten über einen Anbau im eigenen Garten nachdenken.

In der heimischen Küche wird die geschlossene Blüte verwendet. Nachdem der Stiel abgebrochen wurde, muss der Nutzer, die faserigen Bestandteile vorsichtig entfernen. Neben einer ordentlichen Menge Salz, kann auch etwas Essig im Kochwasser nicht schaden, damit die Artischocke sich nicht verfärbt. Sie kann jedoch viel mehr für die Gesundheit tun, denn sie unterstützt die Verdauung und hilft maßgeblich, die Leber bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Die Geschichte der Artischocke

Die Artischocke ist sehr frostempfindlich, daher kommt sie in ihrem Ursprung aus dem Mittelmeerraum. Zu finden ist sie auch auf den Kanarischen Inseln, in Spanien und in Nordafrika. Die Artischocke fand ihren Weg nach Europa über Spanien und Sizilien, wobei es die Araber waren, die sie auch Anfang des 16. Jahrhunderts nach England und Frankreich brachten.

Der Anbau in Deutschland fand schon um 1540 statt und zwar in der Umgebung von Ulm, Stuttgart und Nürnberg. Heute wird sie in Spanien, im südlichen Frankreich und in Italien angebaut. Die Artischocke gilt neben dem Spargel als „ Königin unter dem Gemüse“, ist in deutschen Gärten aber kaum zu sehen, außer in vereinzelnden herrschaftlichen Gemüsegärten.

Kaum jemand ist sich bewusst, dass die Artischocke auch eine Heilpflanze ist, die die Arbeit von Galle und Leber fördert. Zudem ist sie in der Lage, den Cholesterinspiegel zu senken und auch bei der Gewichtsreduktion kann sie durchaus hilfreich sein. selbst Diabetikern kann sie unterstützend helfen.

Die Hauptanwendungsgebiete sind Probleme mit der Galle, aber sie hat auch folgende Heilwirkungen, denn sie ist:

  • appetitanregend
  • antioxidativ
  • Blutzuckersenkend
  • Cholesterinsenkend
  • entzündungshemmend
  • Gallefördernd
  • Leberregenerierend
  • Krampflösend
  • Leberstärkend
  • Spasmolytisch
  • Verdauungsfördernd

Die Anwendungsbereiche sind unter anderem: Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, bei Bauchspeicheldrüsenschwäche und zudem können Cholesterin – Ablagerungen mit ihr aufgelöst werden. Bei Diabetikern wird die Fettverdauung verbessert und einer Gallenschwäche kann sie ebenso vorbeugen.

Die Artischocke oder Cynara scolymus, kommt aus der Familie der Korbblütler und die verwendeten Pflanzenteile sind die Hülle, Blütenköpfe, die frischen oder getrockneten Blätter, als auch die Wurzeln und der Pflanzensaft.

Inhaltsstoffe der Artischocke

Unter den Inhaltsstoffen finden sich:

Bitterstoffe
Caffeoylchinasäuren, Cynarin, Cynaropikrin, Cynarosid
Enzyme
Flavonoide
Gerbsäure
Inulin
Scolymosid

Um die Artischocke zu pharmazeutischen Zwecken zu nutzen, werden in erster Linie die Blattrosetten bevorzugt. Diese werden ausschließlich aus der dafür kultivierten Pflanze gewonnen. Die Hauptwirkstoffe sind Cynarin und Cynaropikrin, Bitterstoffe und Flavonoide. Sie wirken positiv auf die Leber, schützen diese und tragen zur Produktion der Gallenflüssigkeit und Gallensäure bei.

Vorsicht:
Artischocken sollten nicht verzehrt werden, bei einer Artischocken Allergie oder einer allgemeinen Allergie gegen Korbblütler. Besteht die Gefahr von einem Gallenverschluss, muss ebenfalls auf den Genuss verzichtet werden.

Artischocke gegen Völlegefühl

Artischocken haben eine verdauungsfördernde Wirkung, welches auf spezielle Bitterstoffe, aber auch von Säuren zurückführt. Zudem wirken sie sich positiv auf das Herz – Kreislauf – System im menschlichen Körper aus.

In den letzten Jahren hat sich die Artischocke (Cynara scolymus) zu einem beliebten Gemüse gemausert, aber auch als Heilpflanze ist sie immer mehr im Kommen. Längst hat es sich herumgesprochen, dass die Artischocke, Galle und Leberfunktion anregt, gerade dann, wenn es sich um Beschwerden einer funktionellen Dyspepsie oder einem Reiz Darm Syndrom handelt.

Das Gemüse wirkt sich vermehrt auf die Gallenfunktion aus, denn es wird mehr Gallensäure produziert, aber auch die Cholesterinwerte können gesenkt werden. Die Artischocke ist wegen dieser senkenden Eigenschaft begehrt, welche jedoch nicht durch klinische Studien belegt sind.

Artischocken Darreichungsformen gibt es als Kapseln, Tabletten oder auch Tee. In der Pharmazie kommen rund 80 bis 90 Prozent der Blätter als Inhaltstoffe zum Tragen, diese werden in der Regel extrahiert.

Anwendungsbereiche

Artischocken Präparate werden vor allem wegen ihrer verdauungsfördernden Wirkung verabreicht. Zudem ist die Artischocke anzuwenden, denn:

  • sie regt die Gallensaftsekretion an
  • schützt die Leber
  • wirkt blutsenkend

Das Gemüse hat zwei Inhaltsstoffe, zum einen, den bitteren Sesquiterpenlacton und zum anderen die Coffeoylchinasäure. Die Blätter, in entsprechender Zubereitung, werden zur Gallensaft Produktion, als auch gegen Verdauungsbeschwerden und zur Entwässerung genutzt.

Die Symptome bei Verdauungsbeschwerden sind unter anderem:

  • Völlegefühl
  • Appetitlosigkeit
  • Unverträglichkeiten nach fettreichen Mahlzeiten
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • unspezifische Bauchschmerzen

Bei Menschen, die unter Verdauungsstörungen leiden, ist eine Dosierung von 1,5 Gramm Artischocken Extrakt zu empfehlen. Die gleiche Dosis ist bei Personen mit einem Reiz Darm anzuraten.

Die Wirkung von Artischocken

Artischocken Extrakt ist natürlich weitaus intensiver, als wenn das Gemüse selber verzehrt wird. Hierbei erweitert Stickstoffmonoxid die Gefäße und trägt so gleichzeitig zur Blutdruckkontrolle bei. Weiterhin schützt der Extrakt vor Blutpfropfbildung (Thrombose).

Bei Tierversuchen wurde herausgefunden, dass das Enzym eNOS, was der Extrakt beinhaltet, eine Hemmung von Arteriosklerose verursachen kann. Hierfür sind zwei Flavonoide verantwortlich, dass sind Luteolin und Cynarosid.

Zudem trägt das Gemüse zur Senkung der Blutfettwerte bei. Die Artischocke gehört zur Familie der Bitterstoffdrogen. Die hohe Konzentration an Bitterstoffen sorgen für eine Verdauungs – und gallenflussfördernde Wirkung. Da die Bitterstoffe klar im Vordergrund stehen, können sie zu Behandlungen im Magen – Darm – Trakt und bei Beschwerden durch die Galle hilfreich sein.

Die inhaltlichen Flavonoide sind für die beruhigende und entzündungshemmende Wirkung verantwortlich. Diese ist bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen, sowie bei Beschwerden im Bewegungs – und Gelenkapparat, durchaus erwünscht.

Die Drogenbezeichnung der Blätter lautet Cynarae folium. Der Geschmack ist zunächst leicht salzig, wird später auf Grund der Inhaltstoffe Cynarin und Cynaropikrin enorm bitter. Der Geruch der Artischocke ist schwach – beißend.

Weitere Anwendungsgebiete der Artischocke sind:

  • Fettleber
  • Gallenschwäche
  • Gallensteine
  • dyspeptische Beschwerden
  • krampfartige Schmerzen im Oberbauch
  • Blähungen

Vor allen Dinge der Wirkstoff Inulin sticht besonders heraus, dieser ist für eine stabilisierende Wirkung auf den Blutzucker verantwortlich. Er trägt weiterhin dazu bei, dass ein Ansteigen des Blutzuckerspiegels, nach dem Essen gehemmt wird. Speziell bei Diabetikern ist das Gemüse als ein natürlicher Helfer bekannt.

Artischocken haben auch eine harntreibende Wirkung, welches Wasseransammlungen und somit Ödeme verhindert oder zumindest verringert.

Hinweis:
Die Kommission E (Bundesinstitut für Arzneimittel und medizinische Präparate und auch der ESCOP (Europäischer Dachverband der nationalen Gesellschaft für Phytotherapie), empfehlen Präparate mit Artischocken zur innerlichen Anwendung. Diese helfen auch bei Verdauungsbeschwerden, Leber – und Gallenwegsstörungen, sowie bei Einhaltung von fettreduzierter Ernährung. Tee – Zubereitungen sind hierbei nicht gebräuchlich.

Eventuelle Nebenwirkungen

Personen, die eine Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütler, wie zum Beispiel Kamille, Ringelblume oder Sonnenhut aufweisen, sollten vorsichtshalber auf die Einnahme von Präparaten mit Artischocke verzichten. Es könnten Blähungen, aber auch allergische Reaktionen der Haut auftreten.

Diejenigen, die Artischocken Extrakte zu sich nehmen möchten, sollten möglichst auf eine genaue Dosierung achten, welche auf der Packung angegeben ist. Eine Überdosierung kann eventuell Magen – Darm – Beschwerden hervorrufen. Diese äußern sich in Durchfall, Übelkeit, Sodbrennen oder auch Bauchkrämpfen.

Vorsicht:
Des Weiteren sollten sich Patienten mit einer Leberentzündung (Hepatitis) vor der Einnahme der Produkte, an ihren Arzt wenden. Personen mit Verschluss der Gallenwege oder einem anderen Gallenleiden dürfen keine Artischocken – Extrakte benutzen. Ebenso sollten Schwangere oder stillende Mütter von einer Einnahme absehen, denn wissenschaftliche Untersuchungen mit den Präparaten stehen zurzeit noch aus. Im Übrigen gilt dieses ebenso, für Kinder unter 12 Jahren.

Dosierung und Einnahme von Artischocke

Wirksam sind bei Artischocken Präparate, Tagesdosen von etwa 1300 Milligramm wässrigem Trockenextrakt oder 300 Milligramm einfacher Trockenextrakt. Bei der getrockneten Droge dürfen 6 Gramm und bei frischen Blättern sollten 30 Gramm an frischen Blättern nicht überschritten werden. Ansonsten kann es zu Nebenwirkungen kommen, die sich durch Bauchkrämpfe, Sodbrennen, Durchfall oder Übelkeit äußern können.

Die Tagesdosis bei einem frisch gepressten Saft beträgt höchstens 30 Milliliter. Tee ist nicht gebräuchlich, kann jeder jedoch selber herstellen. Dazu nimmt der Anwender gut 1 Teelöffel fein geschnittene Artischocken Blätter, die mit 150 Millilitern heißem Wasser übergossen werden. Nach gut 10 Minuten ziehen, wird alles durch einen Seiher gegeben und getrunken. Das Prozedere kann 3-mal täglich mit einer Tasse Tee wiederholt werden.

Anwendungen in der Phytotherapie und der Volksmedizin

Seit der Antike nutzen Menschen die Artischocke als Heilpflanze, denn schon seit damals war bekannt, dass sie eine heilende Wirkung bei Gallenerkrankungen aufweist. Heute finden in der Phytotherapie die Blätter Verwendung und in der Volksmedizin, werden nicht nur die Blätter, sondern auch die Wurzeln und Artischocken – Zubereitungen verwendet.

Häufig werden sie eingesetzt, bei Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und Blähungen, kommen aber auch bei Übelkeit und Rekonvaleszenz Phasen in Betracht. Diese kann sowohl ein durchgemachter Infekt, als auch eine andere Erkrankung sein.

Speziell bei Wasseransammlungen im Körper, kann die Artischocke besonders hilfreich sein. Traditionell wird das Gemüse als ein pflanzliches Medikament für Diabetiker eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete in der Volksheilkunde sind:

  • Gallenblasenentzündungen
  • Hypercholesterinämie
  • chronische Leberentzündungen
  • Reiz Darm
  • zur Kräftigung nach einer ausgestandenen Erkrankungen

Es gibt, wie schon erwähnt, unterschiedliche Darreichungsformen. Hierzu zählen nicht nur Kapseln und Tabletten, sondern auch Dragees, Tropfen und Frischpflanzen -Presssäfte. In der Regel werden diese als Mono – oder Kombinationspräparate angeboten.

Hinweis:
Sämtliche Präparate aus der Apotheke können bei Leber – und Gallenbeschwerden hilfreich sein. Auch bei Verdauungsbeschwerden sind sie einzunehmen, die äußern sich durch Völlegefühl, Blähungen und auch durch krampfartige Schmerzen im Oberbauch. Verantwortlich für eine Verdauungsstörung ist meistens eine verminderte Gallensekretion, Produkte mit einem Artischocken – Extrakt, fördern den Gallenfluss und wirken zudem entgiftend auf die Leber.

Kombinationen mit anderen Heilpflanzen

Heilpflanzen mit ähnlichen Wirkungen, werden gern miteinander kombiniert. Die gegenseitige Wirkung wird dadurch bedingt, ergänzt, unterstützt oder sogar intensiviert. Speziell bei der Artischocke kommen unterschiedlich andere Heilpflanzen in Betracht. So eignen sich beispielsweise besonders der Löwenzahn, Pfefferminze und auch die Mariendistel dazu.

Für einen Tee, der den Leber – und Gallenfluss anregt, wird eine Kombination aus 50 Gramm Artischockenblätter, 30 Gramm Löwenzahnkraut und 30 Gramm Mariendistelfrucht empfohlen. Bei krampfartigen Bauchschmerzen können Kombinationen aus Artischockenblätter, Pfefferminzblätter und Löwenzahnwurzel für Linderung sorgen.

In der Homöopathie ist das Mittel „Cynara Scolymus“ bekannt, welches nur aus frischen und oberirdischen Pflanzenteilen, während der Blütezeit hergestellt wird. Das homöopathische Medikament wird in erster Linie als Urtinktur oder als Globuli verwendet. Allerdings hat das Präparat eine äußerst niedrige Wirkung, die mit dem Essen der Artischocke verglichen werden kann.

Weiteres zur Artischocke

Zu finden ist die Artischocke in der Hauptsache in wärmeren Mittelmeerregionen. Doch auch in heimischen Gärten kann das Gemüse durchaus kultiviert werden. Die Pflanze ist allerdings anspruchsvoll, denn sie bevorzugt einen windgeschützten, warmen und sonnigen Standort, wobei Zugluft und kalter Wind vermieden werden muss.

Optimal gedeiht die Artischocke an einer Mauer, einer Hecke oder einer Hauswand. Des Weiteren bevorzugt sie einen lockeren Boden, der aber humusreich und nährstoffhaltig sein sollte, damit sich die tiefen Wurzeln entfalten können. Es ist kein spezieller Dünger nötig, denn zum Gedeihen reichen Pferdemist oder normaler Kompost völlig aus. Allerdings benötigt die Artischocke ausreichend Wasser, sodass gerade in der warmen Jahreszeit für eine genügende Wasserzufuhr zu sorgen ist.

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