Birkenblätter – Hilfreich bei Harnwegsinfekten?

Schon in der Antike fanden Birkenblätter und auch andere Bestandteile der Birke Anwendung als pflanzliches Heilmittel. Die traditionelle Pflanzenheilkunde blickt dabei auf eine lange Erfahrung mit Birkenblättern zurück und verwendet sie vor allem zur Steigerung der Urinausscheidung, wenn ein Infekt der Harnwege vorliegt. Birkenblätter finden sich dabei vor allem in vielen Teemischungen gegen Blasenbeschwerden. Dabei werden jedoch nicht alle Birken in der Pflanzenheilkunde eingesetzt, von Bedeutung sind nur die Arten „Betula pendula“ (als Hänge-, Sand- oder Weißbirke bekannt) und „Betula pubescens“ (auch als Moorbirke, behaarte Birke und Besenbirke bekannt).

Die Birke – Kleine Pflanzenkunde zu Birkenblätter

Die Birke wird der Familie der Birkengewächse zugeordnet und ist als sommergrüner Laubbaum vor allem in den gemäßigten Klimazonen von Europa beheimatet. Birken können Wuchshöhen von bis zu 30 Metern erreichen und gehören mit einem Durchmesser von etwa 80 Zentimetern zu den eher schlanken Bäumen.

Die weiße Rinde oder Borke gilt als besonderes Kennzeichen der Birke, der Farbstoff Betulin ist für die weiße Farbe verantwortlich. Dieser Farbstoff gelangt immer wieder an die Oberfläche und sorgt dort für die Wasserundurchlässigkeit der Rinde. Die glatte, weiche Struktur der Rinde ist bei älteren Birkenbäumen von dunklen und rauen Stellen durchsetzt, in regelmäßigen Abständen löst sich die ältere Rinde vom Stamm durch Abschälen ab. Eine neue und leuchtend weiße Rindenschicht zeigt sich.

Im Frühjahr beginnen die dreieckigen, ovalen bis rautenförmigen Blätter in hellgrüner Farbe zu sprießen. Sie sind unbehaart, länglich zugespitzt und doppelt gesägt mit grob gezähnten Blatträndern. An den Blattunterseiten befinden sich punktförmige Drüsen, in denen ätherisches Öl enthalten ist.

Schon im April ist die Blütezeit der Birke. Sorgfältig voneinander getrennt befinden sich an einem Baum sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Während die männlichen und etwa zehn Zentimeter langen Blüten an der Spitze der langen Triebe hängen, befinden sich die etwa drei Zentimeter langen weiblichen und gestielten Blüten am Ende der kurzen Seitenzweige.

Die Bestäubung der Birke erfolgt durch den Wind, im Frühjahr fliegen die Pollen durch die Luft und bereiten Menschen mit Heuschnupfen und Pollenallergie oft große Probleme.

Die Birke weist weiterhin Früchte in Form von kleinen Nüsschen auf, die zwei Flügel besitzen. Diese winzigen Flügelnüsschen segeln von August bis in den Herbst hinein durch die Luft auf den Boden.

Schon seit langem gehört die Birke zu den bewährtesten Heilpflanzen der Naturheilkunde, wenn es um entzündliche Erkrankungen der Harnwege geht. Entsprechend dem deutschen Arzneimittelbuch gelten Birkenblätter als anerkanntes Heilmittel, welches zur Durchspülung der ableitenden Harnwege bei entzündlichen sowie bakteriellen Erkrankungen sowie zur unterstützenden Behandlung bei Nierengrieß zum Einsatz kommen kann. Im Oktober 2000 wurde die Hänge-Birke zum „Baum des Jahres“ durch die Stiftung „Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz“ sowie den Fachbeirat „Kuratorium Baum des Jahres“ (KBJ) gewählt.

Die Gewinnung und Beschreibung der Droge

Birkenblätter kommen für pharmazeutische Zwecke hauptsächlich zum Einsatz, selten aber auch die Rinde oder der Saft aus dem Baumstamm-Inneren.

Zwischen Mai und Juni werden die Birkenblätter geerntet und danach an einem gut belüfteten und zudem schattigen Ort in einer dünnen Schicht zum Trocknen ausgebreitet. Möglich ist alternativ auch eine Trocknung bei künstlicher Wärme mit Temperaturen von etwa 40 Grad Celsius.

Sämtliche Drogenpräparate bestehen also aus getrockneten Birkenblättern. Es handelt sich um eine so genannte Schnittdroge, bei der die Blätterstücke an der oberen Seite eine dunkelgrüne und an der unteren Seite eine hellgrüne Farbe aufweisen. Auch die Blattnerven auf der Unterseite und die punkförmigen Drüsen sind gut erkennbar.

Die Droge selbst wird als Betulae folium bezeichnet. Sie weist einen schwach aromatischen Geruch und einen schwach bitteren Geschmack auf.

Birkenblätter – Inhaltsstoffe und Wirkungen

In Birkenblättern, die auch hauptsächlich für pharmazeutische Zwecke zum Einsatz kommen, finden sich hochwertige Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Bitter- und Gerbstoffe, ätherische Öle sowie Vitamin C.

Den ätherischen Ölen und auch den Gerbstoffen wird nachgesagt, sie können antibakteriell und antimikrobiell wirken. Beide Substanzen sollen dabei helfen können, krankheitserregende einzellige Bakterien sowohl an ihrem Wachstum als auch an ihrer Vermehrung zu hindern und zudem deren Eindringen in den Körper deutlich zu erschweren.

Ätherische Öle sollen zudem beruhigend, entzündungshemmend und durchblutungsfördernd wirken. Saponinen wird weiterhin eine wassertreibende sowie schleimlösende Wirkung nachgesagt, Schleimstoffe sollen zudem schmerzlindern und Gerbstoffe wundheilungsfördernd wirken können.

Birkenblätter und ihre Anwendungsgebiete

Traditionelle Anwendungsgebiete für Birkenblätter in der Naturheilkunde sind unter anderem bakterielle sowie entzündliche Erkrankungen der Harnwege (Harnblase, Harnröhre, Harnleiter, Nierenbecken) sowie Nierengrieß (Harnleitersteine). Doch auch bei rheumatischen Beschwerden sowie Gicht kommen Birkenblätter sehr oft zur unterstützenden Behandlung zum Einsatz. Mit Tee oder auch anderen Zubereitungen lassen sich die Harnwege hervorragend durchspülen, wobei Birkenblätter als gut verträglich für das Gewebe der Nieren gelten. Birkenblätter haben wird weiterhin eine positive Wirkung bei einer Reizblase nachgesagt. Auch zur Blutreinigung können Birkenblätter kurmäßig zum Einsatz kommen.

Von der Kommission E („Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte“) und der ESCOP („Europäischer Dachverband der nationalen Gesellschaften für Phytotherapie“) wird die Anwendung von Birkenblättern bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege zur Durchspülung durchaus befürwortet. Als positiv wird zudem die Behandlung von Nierengrieß und die Prophylaxe von Nierensteinen durch Birkenblätter bewertet. Befürwortung wird zudem für die unterstützende Behandlung von rheumatischen Beschwerden gegeben.

Die Naturheilkunde verwendet Birkenblätter noch bei folgenden Beschwerden:

  • zur Förderung des Wachstums der Haare sowie bei Haarausfall
  • zur Blutreinigung
  • bei Gicht
  • bei Ödemen aufgrund von eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit
  • bei Hautproblemen wie Akne, Ekzemen, Flechten, Dermatosen und Abszessen
  • gegen Fußschweiß

Die Wirkungen bei der Anwendung von Birkenblättern bei diesen Beschwerden beruhen jedoch nur auf Erfahrungen und sind bislang nicht durch wissenschaftliche Studien gesichert.

Birkenblätter richtig dosieren und einnehmen

Für medizinische Zwecke kommen Birkenblätter in Form von Fertigpräparaten, Teezubereitungen oder auch Frischpflanzensäften zur Anwendung.

Sofern nichts anderes verordnet wird, liegt die tägliche mittlere Dosis bei zwei bis drei Gramm mehrmals. Von einem Überschreiten der täglichen Maximaldosis von zehn Gramm der getrockneten Blätter wird abgeraten. Wird Frischpflanzensaft eingenommen, dann liegt die maximale Tagesdosis bei 45 Millilitern. Für die Anwendung von Trockenextrakt werden maximal 1.500 Milligramm empfohlen.

Um die ideale Wirkung von Birkenblättern zu erreichen, sollten in der täglichen Dosis mindestens 150 bis 200 Milligramm Flavonoide zu finden sein. Dies ist vor allem bei Frischpflanzensäften der Fall. Für die Zubereitung von Tee werden etwa zwei bis drei Gramm (zwei bis drei Teelöffel) getrocknete Birkenblätter mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergossen und müssen dann für etwa zehn Minuten ziehen. Durch einen Sieb werden die Blätter nach dieser Zeit abgeseiht, von dem Tee können täglich drei bis vier Tassen über den Tag verteilt getrunken werden.

Kann es bei der Anwendung von Birkenblättern zu Nebenwirkungen kommen?

Werden Birkenblätter entsprechend den Anweisungen angewendet, sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Für Menschen mit Nieren- oder Leberentzündungen oder auch Herzinsuffizienz gilt, dass keine entwässernden Phytopharmaka eingenommen werden dürfen. Deshalb sollte auch bei Ödemen, die aufgrund einer eingeschränkten Nieren- oder Herztätigkeit auftreten, keine Durchspülungstherapie mit Birkenblättern durchgeführt werden. Ein Verzicht gilt auch für Menschen, die unter einer Birkenpollenallergie leiden.

Eine Anwendung von Birkenblättern während Schwangerschaft und Stillzeit sollte nicht erfolgen. Gleiches gilt für Säuglinge und Kleinkinder. Bislang liegen zur Unbedenklichkeit von Birkenblättern in diesen Lebensphasen keine wissenschaftlichen Studien vor.

Während der Anwendung von Birkenblättern sollte unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens zwei Liter Wasser) geachtet werden. Ist diese nicht gewährleistet, dann sollte auf die Anwendung von Birkenblättern verzichtet werden.

Wie bei allen Medikamenten und auch Naturheilmitteln sind natürlich auch bei Birkenblättern Nebenwirkungen nie ganz auszuschließen. Unter Umständen kann es während der Anwendung zu Beschwerden im Magen-Darm-Bereich (z. B. Übelkeit und Erbrechen, Durchfall) kommen.

Kommt es während der Anwendung von Birkenblättern zu Hautreaktionen wie Juckreiz, kann dies ein Hinweis auf eine Allergie sein. Sofern die Hauterscheinungen nicht innerhalb von wenigen Stunden abklingen, sollten die Birkenblätter abgesetzt werden. Wer sich während der Einnahme von Birkenblätter-Präparaten oder Tees krank fühlt, sollte zudem seinen Hausarzt aufsuchen.

Welche Birkenblätter-Produkte gibt es?

Es gibt in der Apotheke eine große Auswahl an Fertigpräparaten mit Birkenblättern. Diese sind in Form von Tabletten, Kapseln, Brausetabletten oder Dragees erhältlich. Zudem werden auch Frischpflanzensäfte sowie Teemischungen (Nieren- und Blasentees) angeboten. Verwendung finden die Birkenblätter dabei als so genannte Monoarznei oder als Bestandteil in Teemischungen.

Sowohl Fertigpräparate als auch Teemischung sind sehr gut bei bakteriellen und entzündlichen Harnwegsinfektionen zur Durchspülungstherapie geeignet. Ihnen wird eine harntreibende Wirkung nachgesagt, wodurch es zu einer erhöhten Ausscheidung von Wasser und Salz und damit zu einem schnelleren Ausspülen der Krankheitserreger kommt.

Birkenblätter mit anderen Heilpflanzen kombinieren

Birkenblätter werden sehr oft mit anderen Heilpflanzen kombiniert, denen eine ähnliche Wirkung zugesprochen wird und die in gleichen Anwendungsgebieten zum Einsatz kommen. Dadurch lässt sich die Wirkung ergänzen, unterstützen oder auch verstärken.

Typische Heilpflanzen, die in Kombination mit Birkenblättern zur Anwendung kommen können, sind Bärentraubenblätter, Brennnesselblätter, Goldrutenkraut, Orthosiphonblätter und Zinnkraut.

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