Brennnessel – die Königin der Heilpflanzen ?

Die Brennnessel wird allgemein, als Königin der Heilpflanzen benannt. Bei ihr kann alles verwertet werden. Das gilt für die Blätter, Stängel, Nissen und auch die Wurzel. Jeder kennt sie, denn kommt jemand ihr zu nahe, verbrennt er sich. Die speziellen Drüsenzellen bieten der Pflanze einen guten Schutz gegen natürliche Feinde, wie Menschen und Tiere.

Die Drüsenzellen befinden sich überwiegend an den Stängeln und Blättern. Sie beinhalten den Nesselwirkstoff Acetylcholin, zudem sind noch Spuren von Histamin, Serotonin und von Ameisen -, Essig – und Buttersäure enthalten. Wird die Brennnessel berührt, kommt es unweigerlich zu Schmerzen. Als Heilpflanze hat sie jedoch ganz bestimmte Eigenschaften. Eingesetzt werden kann die Pflanze bei Rheuma, Prostatabeschwerden oder Blasenentzündungen.

Die Brennnessel und die Anwendungsgebiete

119321983 – fotolia.com – womue

Die Brennnessel gilt seit der Antike als Heilmittel. Vor allen Dingen wegen ihrer harntreibenden Wirkung, wurde sie gegen Wassersucht eingesetzt. Die Zubereitungen werden größtenteils aus den Blättern und der Wurzel gewonnen. Die Brennnessel hat zudem den Vorteil, dass sie sowohl innerlich, als auch äußerlich zur Anwendung kommen kann.

Die Blätter der Brennnessel können auch in der Küche verwendet werden. Mittlerweile gibt es diverse Varianten, die entweder als Gemüse oder auch als Suppen aufgetischt werden können. Die Ernte kann von April bis zum späten Herbst erfolgen, allerdings lassen sich junge Pflanzen ohne Handschuhe ernten.

In der Pflanze stecken ungemein viele Nährstoffe, die sogar den Spinat toppen:

Energie:44 Kilokalorien
Eiweiß:7 Gramm
Kohlehydrate:1,3 Gramm
Natrium:18 Milligramm
Kalium:320 Milligramm
Calcium:713 Milligramm
Magnesium:80 Milligramm
Eisen:4,1 Milligramm

 

Zudem finden sich noch jede Menge an Vitamin A und C in der Brennnessel. Ein Brennnessel Tee kann leicht allein hergestellt werden. Dabei sollten nur Pflanzen geerntet werden, die nicht unbedingt an einer viel befahrenen Straße stehen.

Nach dem Ernten müssen die einzelnen Teile auf Ungeziefer und Schmutz untersucht werden. Danach folgt die gründliche Reinigung. Die Blätter sollten an der Luft so lange trocknen, bis sie bei Berührung auseinanderfallen. Die Lagerung kann in einem dunklen Glas bis zu einem Jahr andauern.

Der Tee selber, wird aus 4 Gramm Brennnessel Blättern und 150 Millilitern Wasser bereitet. Einfach das kochende Wasser über die Blätter gießen, abgedeckt für circa 10 Minuten stehen lassen und danach durch ein Sieb geben.

In der Apotheke und einem guten Reformhaus sind Brennnessel Produkte zu finden. Sie werden verkauft als:

  • Tee
  • Saft
  • Extrakt
  • Kapseln
  • Tabletten
  • Tropfen

Soll es eine äußere Anwendung sein, kommt auch eine Tinktur in Frage, die es allerdings nur in Apotheken gibt. In erster Linie wird der Brennnessel Tee verwendet. Er hilft bei Beschwerden einer Prostatavergrößerung. Die Symptome sind beim Wasserlassen zu erkennen, hier ist es eine Durchspültherapie, die Linderung verspricht. Der Tee kann genauso gut zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengrieß oder anderen entzündlichen Erkrankungen getrunken werden. Zudem hilft Brennnessel Tee bei Gicht, rheumatischen Beschwerden, sowie bei Magen – Darm – Erkrankungen weiter. Ein weiteres Produkt, das gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen soll, ist der Brennnessel Presssaft.

Tipps zur Dosierung:

Besonders bekannt sind Präparate, die aus den Blättern gewonnen werden. Diese können unterschiedlich dosiert eingenommen werden. In der Regel sind es 8 bis 12 Gramm täglich, die der Anwender auf 3 Portionen verteilt trinken kann. Die Tagesdosis von 15 Millilitern sollte nicht überschritten werden. Die Tagesdosis der Brennnessel Wurzel muss der Zubereitungsform entsprechen. Hier sind es 4 bis 6 Gramm am Tag. Bei fertigen Präparaten aus der Apotheke, muss streng nach Dosierungsanleitung gehandelt werden. Dabei ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Besonders viel Wasser spielt die entscheidende Rolle, wenn eine Durchspülungstherapie vorgenommen wird.

Die Geschichte der Brennnessel

Seit der Antike ist die Heilkraft der Pflanze bekannt. Bereits seit dieser Zeit wird sie bei unterschiedlichen Erkrankungen eingesetzt. Schon der römische Dichter Pretonius, wendete Brennnesseln bei Potenzstörungen des Mannes an.

Nach ihm war es der griechische Arzt Dioskurides, der die Pflanze zur Behandlung bei Harnwegserkrankungen, rheumatischen Beschwerden, Drüsenschwellungen und Lungenentzündung einsetzte. Viel später, war es Hildegard von Bingen, die die Brennnessel als Gemüse und zur Reinigung des Magens erwähnte.

Die Brennnessel wird gern mit anderen Heilpflanzen kombiniert, die allerdings die gleiche Wirkung haben müssen. Zu den Pflanzen gehören unter anderem:

Äußerliche Anwendung

Die Tinktur wird zur äußerlichen Anwendung genutzt. Sie kann in der Apotheke erworben werden und ist bekannt als Hausmittel gegen fettige Haare, bei Schuppen oder Haarausfall. Auch wird sie in einigen Fällen zur unterstützenden Behandlung gegen rheumatische Beschwerden empfohlen.

Innerlich angewendet werden, die schon erwähnten Produkte. Im Einzelnen sind es:

Kapseln:Beschwerden beim Wasserlassen, gutartiger Vergrößerung der Prostata
Hartkapseln:Behandlung rheumatischer Beschwerden
Heilpflanzensaft:Durchspülungstherapie, Entwässerung, Rheuma
Dragees:Durchspültherapie, sie unterstützen Ausscheidungsfunktion der Nieren
Brennnesselblätter Tee:Beschwerden beim Wasserlassen, entwässert, entschlackt, Grießbildung in den Harnwegen
Brennnessel Haarwasser:Reinigt und pflegt die Kopfhaut, gegen Schuppenbildung, erhält das Haarwachstum
Shampoo:Beugt der Schuppenbildung vor, kräftigt den Haarboden, stimuliert die gesamte Kopfhaut

Wer die Brennnessel in seinem eigenen Garten findet, sieht sie zuerst einmal als lästiges Unkraut an. Anfassen ist schlecht, denn es brennt furchtbar. Als Naturheilmittel ist die Pflanze jedoch nicht zu unterschätzen, dass gilt im gärtnerischen Sinn und im Medizinischen sowieso.

Zu finden ist die Brennnessel überall dort, wo sie nicht erwünscht ist. Ansonsten wächst sie an Mauern, auf Halden und an Zäunen. Die langen, kriechenden Wurzeln sind kaum zu entfernen denn sie können bis 1,5 Meter lang werden. Besonders gut gedeiht sie in einem stickstoffreichen und feuchten Boden.

Besonders beliebt ist die Heilkraft der Pflanze im Frühjahr, denn dann wird sie oft zum Entschlacken genutzt. Frische, junge Blätter sind geradezu prädestiniert dafür, sie mit einem Apfel und guten Gewürzen als Salat zu genießen. Der Saft von den Blättern soll sogar gegen Frühjahrsmüdigkeit wahre Wunder bewirken.

Die Verwendungszwecke sind recht mannigfaltig, denn Brennnessel hat nicht nur eine reinigende Wirkung, sondern er kann auch bei Diäten wunderbar eingesetzt werden. Bei Husten ist seine schleimlösende Wirkung bekannt und Gicht – und Rheumapatienten wissen die Brennnessel gleichwohl zu schätzen.

Als Naturheilmitten kann die Pflanze ebenfalls bei Hexenschuss eingesetzt werden. Die schmerzende Stelle wird mit einem frisch geernteten Stängel eingerieben. Zwar kommt es zu einer geröteten Haut, die der Anwender mit einem Puder wieder beruhigen kann. Gerät jemand in der freien Natur an eine Brennnessel, kann der Schmerz mit einem Ampfer Blatt gelindert werden.

Interessant sind auch die Samen der Pflanze, die frisch oder getrocknet verzehrt werden können. In ihnen stecken einige wichtige Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel:

  • Kalium
  • Eisen
  • Vitamine

Der Geschmack kann mit Leinsamen verglichen werden. Sie können Salate und Soßen anreichern. Bei den Salaten sind wertvolle Öle wichtig, wie beispielsweise ein Traubenkern Öl oder eine andere gute Öl – Sorte.

Tipp für Hobby Gärtner:

Brennnesseljauche wird gern zur Aktivierung des Bodens eingesetzt. Dazu werden ein Kilogramm frische Brennnessel mit 5 Liter Wasser übergossen. Das Ganze für etwa drei Wochen in einem verschlossenen Topf gären lassen. Als Verdünnung circa 1 : 10 kann das Gemisch auf junge, heranwachsende Pflanzen versprüht werden.

Wunderpflanze Brennnessel

Die Brennnessel kann vielen helfen im Frühjahr so richtig durchzustarten. Sie wirkt blutreinigt, aber in erster Linie, regt sie auch den Stoffwechsel an.

Wird sie mit jungen Birkenblättern verarbeitet, kann aus der Pflanze ein wohlschmeckender Tee gewonnen werden. Blätter und Stängel können leicht zu einem Saft gepresst werden, der auch als Superfood gut in einen grünen Smoothie passt.

Es ist möglich die Pflanze dauerhaft auf dem Speiseplan unterzubringen, denn hauptsächlich in Suppen oder einem Salat ist sie geschmacklich fast genial. Denkbar ist auch, sie als Toping auf einem Gemüsegericht, einem Auflauf oder der Pizza anzurichten.

Wer auch in der kalten Jahreszeit noch etwas von der Brennnessel haben möchte, kann sie einfach konservieren. Die Pflanze einfach als Ganzes ernten, im Halbschatten trocknen und die Blätter abstreifen. Danach können diese in einem Papier – oder Stoffsack wunderbar aufbewahrt werden.

Der Steckbrief

Heilwirkung:Blutreinigend, blutbildend, blutstillend, fördert den Stoffwechsel, gegen Harnwegsinfektionen
Anzuwenden bei:Gicht, Rheuma, Verstopfung, Magenschwäche, Nierenschwäche, Durchfall, Appetitlosigkeit, Schuppen
Hilft noch gegen:Bluthochdruck, Menstruationsbeschwerden, gut bei Diabetes

Fast jeder hat mit der Brennnessel schon Bekanntschaft gemacht. Im Allgemeinen macht man danach einen großen Bogen um sie, da sie auf der Haut ein unangenehmes Brennen verursacht. Allerdings hat die Pflanze in den letzten Jahren einiges an Popularität gewonnen, denn mittlerweile sind ihre heilenden Wirkungen wieder bekannt geworden.

Vor allen Dingen als Stoffwechsel – Pflanze wird sie im Frühjahr eingesetzt, denn sie soll die Müdigkeit des Winters vertreiben. Sie spült sämtliche Schlacken aus dem menschlichen Körper und dieser fühlt sich dann fit und frisch. Hauptsächlich ist es der Brennnessel Tee, der erworben wird. Auch in Salaten, Suppen oder als Gemüse, der wie Spinat gegessen wird, ist sie bekannt.

Die Familie der Brennnessel umfasst circa 30 Arten, wobei vor allem die „große Brennnessel“ für medizinische Zwecke Verwendung findet. Schon ihr lateinischer Name „Urtica“ besagt, was wirklich in ihr steckt, denn er bedeutet so viel wie „Brennen“.

Bei der Pflanze kann alles verwendet werden, wobei gerade bei Beschwerden der Prostata nicht wirklich bekannt ist, welche Wirkstoffe zum Tragen kommen. Die Inhaltsstoffe sind unter anderem:

  • Fettsäuren
  • Phytosterone
  • Lekine

Zugesprochene Heilwirkungen

Die Brennnessel hilft nicht nur bei Rheumatismus und Gicht, sondern wirkt auch unterstützend bei Diabetes. Sie kann den Blutzuckerspiegel senken und wird auch bei manchen Nierenleiden verwendet. Harnwegserkrankungen, Leber – und Gallenleiden, Milzerkrankungen, Verschleimung des Magens und der Atmungsorgane sind weitere Möglichkeiten, es mit der Pflanze zu versuchen. Sogar gegen Lungenerkrankungen, Lungentuberkulose und Menstruationsbeschwerden, kann die Brennnessel erfolgreich eingesetzt werden.

Das die Brennnessel auch in deutschen Küchen immer beliebter wird, ist ihrem guten Geschmack zuzuschreiben. Zudem besitzt sie einen hohen Eiweißgehalt, sowie viele Vitamine und Eisen. Die Pflanze kann weiterhin als Schnaps gegen Magengeschwüre, Darmgeschwüre, Magenbrennen und Sodbrennen eingesetzt werden.

Tipp:
Zur Herstellung von Brennnessel Schnaps sind 2 Handvoll Brennnessel Blätter nötig. Hierauf kommt ein Liter Kornschnaps. Das Ganze wird für 4 bis 8 Wochen angesetzt. Mit dem Schnaps können auch Wunden ausgewaschen und eiternde Abszesse behandelt werden.

Die Brennnessel ist kein Unkraut

Tee aus der Pflanze hat einen ganz eigenen Geschmack, den viele sogar als lecker bezeichnen. Wer ihn regelmäßig trinkt, kann sogar sein Hautbild damit positiv verändern. Der Tee hilft nicht nur gegen Akne, sondern auch bei Pickeln und Mitessern. Den Brennnesselsamen wird sogar nachgesagt, dass sie potenzsteigernd wirken.

Brennnesseltee wird sogar bei Diäten empfohlen, er kann gut als Zusatzmittel dienen. Die Wirkung ist effektiv, denn der Tee wirkt:

  • Entgiftend
  • Entwässernd
  • Entzündungshemmend
  • Haarwuchs fördernd
  • Harntreibend
  • Blutzucker senkend
  • Appetitanregend

Die Vorteile von dem Tee sind weitläufig bekannt, denn die Wirkstoffe sind harntreibend und blutbildend. Zudem enthält das Getränk Gerbstoffen die Magenbeschwerden lindern und bei Durchfall helfen. Die Brennnessel besitzt einen hohen Eisengehalt, der für die Produktion von roten Blutkörperchen wichtig ist. In der Natur schützt sich die Brennnessel mit ihren feinen Härchen. Diese wirken auf Mensch und Tier nicht gefährlich, aber sehr unangenehm. Diejenigen, die in Kontakt mit der Pflanze kommen, können Hausmittel nutzen um Nachwirkungen zu lindern.

Bevor jedoch etwas unternommen wird, ist es wichtig, die Stelle gut zu säubern. Die Härchen sollen schließlich nicht noch weiter eindringen, denn ansonsten kann es passieren, dass Gift in den Körper gelangt. Zum Säubern reicht es, die betroffene Stelle mit klarem Wasser und Seife abzurubbeln. Um dem Juckreiz entgegenzuwirken, kann eine kalte Kompresse dienen. Ein Tuch einfach in kaltes Wasser tauchen und auf die Stelle legen. Das kann vielfach wiederholt werden, solange es nötig erscheint.

Einige schwören in dieser Situation auf Aloe Vera oder einer anderen kühlenden Creme. Oftmals reichen wenige Minuten, bis der Ausschlag abgeklungen ist. Wichtig ist, es darf auf keinen Fall gekratzt werden, denn die Stellen, sowie auch der Juckreiz sind nicht von Dauer und verschwinden schnell von allein. Wer sich selber seine Ration an Brennnessel sammeln möchte, sollte sich kleidungstechnisch darauf vorbereiten. Das gilt nicht nur in Bezug auf Handschuhe, sondern auch Füße und Beine sollten ausreichend geschützt sein.

Mehr zum Thema
© 1996-2017 | Zeitung.de - zeitungen und fachzeitschriften : regional und international - Impressum