Die Hagebutte – Kleine Frucht für vielseitige Anwendung

Auf der Suche nach alternativen Heilmitteln stoßen die meisten Menschen unweigerlich auch auf die Hagebutte. Die kleine Frucht wird als natürliches Heilmittel angepriesen und ist dabei vielseitig einsetzbar. Bevor die Hagebutte jedoch verzehrt wird, sollten einige Dinge beachtet werden.

Die Hagebuttenfrucht wächst oft an wilden Rosensträuchern. Rosa canina gehört zu den typischen Sorten, an denen die Sammelfrucht wächst. In der Frucht selbst befinden sich kleine und nussartige Samen. Diese sind für den Verzehr nicht geeignet und werden von Kindern sehr oft als Juckpulver verwendet. Ursächlich für das Jucken sind die feinen Härchen und die Widerhaken an den Samen, welche zu Allergien und Ausschlägen führen können. Das Fruchtfleisch unterhalb der Samen ist allerdings genießbar. Es hat einen süß-sauren Geschmack und eignet sich hervorragend zur Herstellung von Marmelade.

Die Hagebutte und ihre Geschichte

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Die Geschichte der Hagebutte kann bis etwa 3.000 v. Chr. zurückverfolgt werden. Wie lange die kleine rote Frucht jedoch tatsächlich verwendet wird, ist bislang noch nicht eindeutig belegt. Bekannt ist jedoch, dass die Kelten schon auf die Wirkungen der Hagebutte geschworen haben und sie auch in Riten verwendeten. Auch Hippokrates nutzte die Hagebutte als Mittel gegen Entzündungen.

Die Hagebutte ist zudem sehr eng mit der deutschen Kultur verbunden. Im Mittelalter stellte sie die Inspiration von Aberglauben und Mythen dar. So wurde an Weihnachten sowie zu Jahresbeginn Hagebutte gegessen, um das Schicksal zu besänftigen und Pech abzuwenden. Auch gegen Hexerei wurden die Früchte eingesetzt, indem sie an Fenster genagelt wurden und so okkulte Wesen und Flüche abgewehrt werden sollten. Ein christliches Symbol ist sie ebenfalls, hier steht die Hagebutte für Enthaltsamkeit und Unbeflecktheit.

Doch warum wurde der Hagebutte so eine Macht über das Böse nachgesagt? Der Grund liegt vermutlich in der hohen Widerstandsfähigkeit der kleinen Frucht. Immerhin trotzt sie selbst den kältesten und härtesten Witterungsbedingungen.

Inhaltsstoffe der Hagebutte

Hagebutten enthalten vor allem einen sehr hohen Anteil an Vitamin C. Davon sind in 100 Gramm Früchten etwa 400 bis 1.500 Milligramm zu finden. Je nach Sorte liegt der Gehalt an Vitamin C sogar bei bis zu 5.000 Milligramm.

Vitamin C ist dafür bekannt, das Immunsystem zu stärken und so Erkältungskrankheiten vorzubeugen und zu lindern. Zudem soll es gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen, leicht entwässernd wirken, neue Immunzellen bilden und das Bindegewebe festigen können.

Neben Vitamin C enthalten Hagebutten zudem weitere Inhaltsstoffe wie die Vitamine A, B1, B2 und E, Mineralstoffe (z. B. Eisen, Kalzium, Magnesium, Kupfer, Natrium, Phosphor, Zink), Antioxidantien (Flavonoide, Lycopin), Fruchtsäuren, Gerbstoffe, Pektine, ätherische Öle und Kieselsäure. In den Kernen der Hagebutte sind zudem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linol- und Alpha-Linolensäure enthalten, ebenso wie Aminosäuren und Phospholipide.

Hagebutte und die ihr zugeschriebenen Wirkungen

Sowohl die Samen als auch die Schalen der Hagebutte kommen in der Pflanzenheilkunde oft zum Einsatz. Aus frischen Blütenblättern werden homöopathische Produkte hergestellt. Standardisiertes Hagebuttenpulver, welches aus Schalen und Samen hergestellt wird findet in der Medizin zur Linderung von Gelenkschmerzen bei Arthrose Anwendung.

Dänische Wissenschaftler entdeckten in der Hagebutte ein Galaktolipid, welchem sie eine schmerz- und entzündungshemmende Wirkung zuschreiben. Zudem trägt der hohe Gehalt an Carotinoiden und Omega-3-Fettsäuren in den Kernen dafür, dass der Feuchtigkeitsverlust der Haut und die Produktion von Talg reduziert werden kann, wodurch beispielsweise auch die Wundheilung bei Akne gefördert werden soll. Die enthaltene Kieselsäure soll zudem dafür verantwortlich sein, neues Gewebe bilden und Zellen regenerieren zu können.

Bei welchen Beschwerden kommt die Hagebutte zum Einsatz?

Zu den bekanntesten Anwendungsgebieten in der Naturheilkunde gehören Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Trakts. Ganz gleich ob Durchfall, Verstopfung oder andere Darmkrankheiten – Hagebutte kann hier wahre Wunder bewirken und zur einer Regulierung der Darmfunktion beitragen. Selbst Magenschmerzen sollen durch die Anwendung von Hagebutte gelindert werden können. Die Naturheilkunde setzt zudem bei der Behandlung von Infektionen der Harnwege auf die Hagebutte. Sie soll zudem viralen Infekten vorbeugen können, weshalb Naturheilkundler die Anwendung in der Winterzeit empfehlen.

Auch für die Herz-Gesundheit soll Hagebutte laut Wissenschaftlern gut sein. So kann Hagebutte dazu beitragen, dass Gefäße nicht mit Fett verstopfen. Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems können so verhindert werden, Schlaganfällen und Herzinfarkten kann die Hagebutte somit wahrscheinlich vorbeugen. Außerdem wird den Inhaltsstoffen der kleinen roten Frucht nachgesagt, sie können den Blutdruck senken. Die Pflanzenheilkunde setzt die Hagebutte außerdem zur Schmerzlinderung bei Arthrose ein. Auch hier haben Studien gezeigt, dass die Schmerzen unter Umständen um etwa 60 Prozent gesenkt werden können.

Die entzündungshemmenden Eigenschaften tragen weiterhin dazu bei, dass auch viele andere Erkrankungen wie beispielsweise Akne gelindert werden können.

Hagebutte und ihre Verwendungsmöglichkeiten

Die Hagebutte lässt sich sehr vielseitig verwenden. Sie kann roh verzehrt werden, bekannt ist sie aber auch für die Herstellung von

  • Hagebuttenpulver
  • Hagebuttentee
  • Hagebuttenmarmelade

Hagebutte roh verzehren

Es ist problemlos möglich, die Hagebutte roh zu verzehren. In diesem Zustand enthält sie natürlich alle hochwertigen Inhaltsstoffe. Wichtig ist jedoch vor dem Verzehr die Entfernung aller behaarter Samen, wofür die Hagebutte entweder halbiert und entkernt wird oder aber das Stielende entfernt und die Samen herausgequetscht werden. Das Fruchtfleisch muss im Anschluss nur noch abgespült werden und schon ist die Hagebutte verzehrfertig. Wichtig ist, dass nur reife Hagebutten verzehrt werden, denn unreife Früchte sind nicht so süß und auch die Entfernung der Kerne gestaltet sich als schwieriger.

Hagebuttenpulver

Hagebuttenpulver wird aus den getrockneten Hagebutten hergestellt. Hierzu werden die Samen und die Schale in mehreren Vorgängen gemahlen, um ein möglichst feines Pulver zu erhalten.

Hagebuttenpulver ist als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und weist einen süß-sauren Geschmack auf. Es ist gut bekömmlich und kann bei korrekter Anwendung einige positive Wirkungen auf den Körper entfalten. Seine hochwertigen Inhaltsstoffe wie Vitamin C, die Vitamine A, B1, B2, E, H und K sowie zahlreiche Mineralstoffe, Spurenelemente, Fruchtsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und der Aktivstoff Galaktolipid tragen zur Wirkung des Hagebuttenpulvers bei.

Umfangreiche Untersuchungen haben ergeben, dass Hagebuttenpulver aufgrund der enthaltenen Wirkstoffe eine antioxidative Wirkung aufweist und so die Zellalterung verhindern und die Regeneration der Gelenkknorpel positiv beeinflussen kann.

Um einen bestimmten Effekt entfalten zu können, muss Hagebuttenpulver regelmäßig und über einen längeren Zeitraum zur Anwendung kommen. Empfohlen wird in der Regel eine Menge von fünf bis zehn Gramm des Pulvers zu jeder Mahlzeit. Das Pulver muss dazu in kalter Flüssigkeit aufgelöst werden, es kann jedoch auch in Smoothies, Joghurt oder Müsli eingerührt werden.

Hagebuttentee

Es ist bekannt, dass tägliche eine Tasse Hagebuttentee dazu beitragen kann, dass Immunsystem zu stärken. Auch nach längerer Krankheit kann er die Abwehrkräfte steigern. Genutzt wird Hagebuttentee außerdem oft als Unterstützung während dem Fasten sowie zur Entschlackung.Ein wirklich guter Hagebuttentee lässt sich recht einfach mit zwei Teelöffeln Hagebutten, welche mit kochendem Wasser übergossen werden, zubereiten. Die Ziehzeit für den Tee liegt zwischen sechs und acht Minuten, anschließend wird der Tee abgegossen. Ein solch zubereiteter Hagebuttentee weist einen anderen Geschmack als der herkömmliche Tee aus dem Supermarkt auf, welcher in Teebeuteln verkauft wird. Zudem können nur bei einem solchen Tee auch die Inhaltsstoffe ihre Wirkung entfalten.

Hagebuttenmarmelade

Wer kennt es nicht – das Kinderlied, welches von der Hagebutte erzählt. Nicht nur Pulver und Tee lassen sich aus der kleinen roten Frucht herstellen, auch die Zubereitung von Marmelade ist möglich. Auch hier bleiben die hochwertigen Inhaltsstoffe erhalten. Hagebutten werden für die Herstellung von Marmelade genauso verarbeitet, wie andere Früchte auch. Kerne und Blütenansätze werden dazu entfernt. Da die Kerne zu Hautreizungen führen können, sollten bei der Zubereitung Handschuhe verwendet werden. Im Anschluss werden die Früchte gekocht und vermust. Eine so genannte flotte Lotte ist dafür sehr gut geeignet, denn so können auch die restlichen Kerne noch entfernt werden. Das Mus wird dann mit Gelierzucker aufgekocht und schon ist die Marmelade fertig.

Die Hagebutte – Gibt es Nebenwirkungen?

Hagebutten sind in der Regel gut bekömmlich und frei von Nebenwirkungen. Dennoch sind diese nie ganz ausgeschlossen.

So kann ein Übermaß an Vitamin C durch den Verzehr von hohen Mengen an Hagebutten zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Magenkrämpfen, Durchfall, Schwindel, geröteter Haut oder auch Sodbrennen führen. Jedoch ist eine Überdosierung mit Vitamin C nicht lebensbedrohlich. Um Juckreiz zu vermeiden, sollten alle behaarten Samen der Hagebutte gründlich entfernt werden.

Hagebutten kaufen – Worauf kommt es an?

Hagebutten und verschiedene Hagebuttenprodukte können in Reformhäusern sowie im Internet gekauft werden. Ganz gleich, in welcher Form Hagebutten gekauft werden: Es sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht unter Verwendung von chemischen Düngemitteln und Pestiziden angebaut wurden. Jedes Hagebuttenprodukt sollte frei von Konservierungs- und anderen Zusatzstoffen sein. Ein verarbeitetes Hagebuttenprodukt darf nicht über 40° C erhitzt worden sein, da ansonsten ein Großteil der Inhaltsstoffe fehlt. Nach Möglichkeit sollte das gekaufte Produkt Bio-Qualität aufweisen.

Fazit: Hagebutte weist viele Vorteile auf

Die Hagebutte zählt mittlerweile zu den alternativen Heilmitteln der Pflanzenheilkunde bei unterschiedlichen Beschwerden. Neben frischen Hagebutten, welche natürlich den höchsten Gehalt an Inhaltsstoffen aufweisen, gibt es auch verschiedene Produkte wie Hagebuttenpulver, Tee oder Marmelade. Diese sollten nach Möglichkeit nur aus Hagebutten bestehen, um einen bestmöglichen Nutzen daraus ziehen zu können. Um die negativen Effekte von Vitamin C jedoch zu vermeiden, sollte nur die täglich empfohlene Menge verzehrt werden.

Die Einsatzgebiete von Hagebutten sind sehr vielseitig. Egal ob Kochen, die Zubereitung von Tee oder die Herstellung von Pulver – Hagebutten kommen in vielfältiger Form zur Anwendung und bringen durchaus gesundheitliche Vorteile mit sich.

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