Hagebuttenpulver – Nahrungsergänzung mit Wirkung ?

Hagebuttenpulver wird aus den getrockneten Früchten der Heckenrose hergestellt. Es handelt sich dabei um einen ungiftigen, oft wild wachsenden Strauch, der an Waldrändern in den verschiedensten Regionen der Welt zu finden ist. Die leuchtend rote Hagebutte ist eine Scheinfrucht und enthält Samen. Die Schalen und Samen der Hagebutte werden zur Herstellung des Pulvers bei Temperaturen von höchstens 40 ° C schonend getrocknet, denn nur so bleiben die hochwertigen Inhaltsstoffe erhalten.

Schon im Mittelalter verwendete die Medizin die Hagebutte zur Behandlung von bestimmten Erkrankungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder auch Erkältungen. Dem Hagebuttenpulver wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt, weshalb es in der heutigen Zeit als Nahrungsergänzungsmittel unterstützend bei der Behandlung von Gelenkbeschwerden verwendet wird.

Hagebuttenpulver: Geschichte der Hagebutte

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Erste Spuren der Hagebutte können bereits auf etwa 3.000 v. Chr. zurückgeführt werden. Wie lange die kleine rote Frucht allerdings Verwendung findet, ist bislang nicht eindeutig bekannt. Bereits die Kelten waren aber von den gesunden Eigenschaften der Hagebutte überzeugt und verwendeten diese zudem bei kultischen Ritualen. Auch Hippokrates soll die roten Früchte als Mittel gegen Entzündungen verwendet haben.

Das Gewächs selbst ist schon seit dem Mittelalter eng mit unserer Kultur verbunden und war damals für Aberglauben und Mythen eine Inspiration. So soll die Hagebutte zum Besänftigen des Schicksals verwendet worden sein, indem sie zu Weihnachten und zu Jahresbeginn gegessen wurde. Die Menschen wollten so Pech von sich abwenden und Hexerei bekämpfen. Hagebutten wurden deshalb auch an Fenster genagelt, um Flüche und okkulte Wesen abzuwehren.

Die hohe Widerstandskraft der kleinen Hagbutte verlieh ihr den Ruf, Macht gegen das Böse zu besitzen. Das zeigt die kleine rote Frucht beispielsweise, indem sie auch kältestem Wetter strotzen kann.

Herkunft der Hagebutte

Die Hagebutte findet sich wild wachsend meist an Waldrändern oder auch Steinhaufen in Europa sowie Nordamerika. Auch in Nord-, West- und Kleinasien sowie in Nordafrika ist die Heckenrose mit ihren ungiftigen Früchten zu finden. Die Heckenrose ist anspruchslos und pflegeleicht und wird vor allem in vielen Teilen von Europa sowie in Asien auch gezielt zur Herstellung verschiedenster Produkte angebaut.

Gewinnung von Hagebuttenpulver

Zwischen September und Oktober werden die Hagebutten geerntet. Auch im Frühling ist ein Verzehr zwar möglich, jedoch ist der Geschmack dann weniger süß und auch weniger aromatisch. Um ein schnelles Verderben zu vermeiden, müssen die Früchte nach der Ernte schnell weiterverarbeitet oder eingefroren werden. An einem warmen Ort oder im Backofen werden die Hagebutten bei maximal 40 ° C getrocknet. Ist die Temperatur höher, verbrennen die Inhaltsstoffe regelrecht. Nach dem Trocknungsvorgang erfolgt die Lagerung an einem kühlen und dunklen Ort.

Für die Gewinnung des Hagebuttenpulvers werden Schale und Samen in mehreren Vorgängen gemahlen, um ein möglichst feines Pulver zu erhalten. Vor dem Mahlen der Samen müssen die Reiz auslösenden Härchen, welche die Samen umgeben, entfernt werden.

Inhaltsstoffe in Hagebuttenpulver

In den süßsauren und ungiftigen Hagebutten sind zahlreiche hochwertige Inhaltsstoffe enthalten. So finden sich verschiedene Vitamine wie Vitamin C, A, B1, B2, E, H und K sowie eine hohe Anzahl an Mineralstoffen und Spurenelementen. Weiterhin enthält die Hagebutte Pektine, Fruchtsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Flavone. Lange unentdeckt blieb der erst im Jahr 2003 entdeckte Aktivstoff Galaktolipid. Er setzt sich aus Zucker und Fettsäuren zusammen und lässt sich in den Samen der Hagebutte nachweisen. Galaktolipid soll dabei der Stoff sein, der bei Gelenkbeschwerden Linderung verschaffen kann. Vor allem Galaktolipid ist nicht hitzebeständig, weshalb es besonders wichtig ist, dass 40 ° C bei der Trocknung der Früchte nicht überschritten werden.

Wie wirkt Hagebuttenpulver?

Hagebuttenpulver ist als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und soll bei richtiger Anwendung Gelenkschmerzen oder auch –entzündungen lindern können. Ihm wird nachgesagt, dass es antioxidativ und regenerierend wirken kann.

In diversen klinischen Studien wurde die Wirksamkeit von Hagebuttenpulver bereits untersucht. Darin wurde festgestellt, dass vor allem das enthaltene Galaktolipid eine antientzündliche Wirkung aufweisen soll. Hagebuttenpulver wird deshalb gern bei Beschwerden wie Arthrose und Arthritis, Rheuma oder auch zur Prophylaxe von Gelenkschmerzen eingesetzt. Jedoch haben die durchgeführten Studien gezeigt, dass Hagebuttenpulver nicht bei allen Erkrankungsbildern eine Heilung bewirken und auch nicht zu einer schnellen Linderung von Beschwerden führen kann. Für die Studien wurde ein Zeitraum von 20 Wochen angesetzt, wobei bei 60 Prozent der Studienteilnehmer zumindest eine Linderung der Symptome bei Rückenschmerzen nachgewiesen werden konnte.

Mittlerweile gibt es auch zahlreiche deutsche Publikationen zu Studien, in denen die Wirksamkeit von Hagebuttenpulver in Bezug auf unterschiedliche Beschwerden untersucht und zum Teil auch belegt werden konnte. Allerdings sollte dabei immer auch daran gedacht werden, dass es sich um eine gewisse Anzahl an Probanden handelt und die Ergebnisse der Studien nicht auf jeden Menschen übertragen werden können. So ist der Erfolg des Einsatzes von Hagebuttenpulver bei Gelenkbeschwerden immer auch individuell auf die jeweilige Person bezogen.

Auch wenn Hagebuttepulver keinen direkten Effekt auf den Verdauungstrakt hat, kann es sowohl den Magen und auch die Leber schonen, denn oft können Schmerzmittel verringert werden, wodurch die Belastung durch Medikamente sinkt.

Durch die Inhaltsstoffe in Hagebuttenpulver soll sich zudem das LDL-Cholesterin senken lassen. Auch CRP, ein Entzündungsparameter, soll dadurch sinken. Die Fett- und Fruchtsäuren in Hagebuttenpulver sollen zudem eine Neubildung von Gelenkknorpel unterstützen können.

Unerwünschte Nebenwirkungen sind bei der Verwendung von Hagebuttenpulver bislang nicht bekannt, weshalb es als Nahrungsergänzungsmittel auch dauerhaft angewendet werden kann.

Richtige Dosierung von Hagebuttenpulver

Hagebuttenpulver gilt als Nahrungsmittel und ist rein pflanzlich. Wer mit Hagebuttenpulver eine Wirkung erzielen möchte, sollte dieses regelmäßig über einen längeren Zeitraum einnehmen. Empfohlen werden meist ein bis zwei leicht gehäufte Teelöffel des Pulvers täglich. Die Einnahme kann zwischen oder auch während der Mahlzeiten erfolgen. Es empfiehlt sich das Einrühren des Pulvers in eine kalte Flüssigkeit. Alternativ kann das Hagebuttenpulver auch in Joghurt, Smoothies oder Müsli eingerührt werden. Zwar kann Hagebuttenpulver durchaus dauerhaft angewendet werden, allerdings empfehlen Hersteller nach einem Zeitraum von einem halben Jahr oft eine zweiwöchige Pause.

Eine mögliche Verstopfung lässt sich vermeiden, wenn auf ein Glas Flüssigkeit ein leicht gehäufter Teelöffel des Pulvers verwendet wird. Bevor die Mischung getrunken wird, sollte das Pulver über einen Zeitraum von etwa zehn Minuten in der Flüssigkeit bleiben und immer wieder umgerührt werden. So lassen sich größere Klümpchen in der Regel vermeiden.

Alternative zu Hagebuttenpulver: Hagebuttentee

Alternativ kann die Hagebutte auch als Tee genossen werden. Sie soll so schneller ihre positiven Eigenschaften entfalten können, da der Körper Flüssigkeit wesentlich besser aufnimmt und die Inhaltsstoffe so schneller in den Organismus gelangen. Für Hagebuttentee wird aufgrund der Hitzeempfindlichkeit aber nicht das Pulver, sondern die gesamte Frucht verwendet.

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