Kaktusfeigenöl – Hochwertiges Öl für eine gute Hautpflege

Kaktusfeigenöl gehört zu den teuersten Ölen der Welt. Zum Einsatz kommt das Öl vor allem in der Kosmetikindustrie zur Pflege der Haut, aber inzwischen auch immer mehr in der Gourmetküche.

Doch warum ist das Kaktusfeigenöl, das pro Liter immerhin stolze 600 Euro kostet, eigentlich so teuer und was macht das Öl so besonders?

Die Kaktusfeige – Grundlage für das Kaktusfeigenöl

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Kaktusfeigenkernöl wird aus den Früchten (Kernen) des Feigenkaktus (Opuntia ficus india) gewonnen. Ursprünglich stammt der Feigenkaktus aus Mexiko. Schon die Azteken wussten die wertvollen Inhaltsstoffe der Früchte zu schätzen und kultivierten den Feigenkaktus. Seit jeher gelten die Früchte nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilpflanze. Die Kaktusfeige ist eine eiförmige Frucht mit einem süß-säuerlichen Geschmack. Die kleinen Samenkerne enthalten das begehrte Öl.

Herstellung von Kaktusfeigenöl

Nachdem die Kerne vom Fruchtfleisch der Kaktusfeige getrennt wurden, werden sie gewaschen und an Luft und Sonne getrocknet. Die Kernen werden bis zur Pressung kühl und trocken gelagert, wodurch die hohen Qualität erhalten bleibt. Das Kaktusfeigenkernöl wird mittels schonender Kaltpressung gewonnen. Für einen Liter Öl werden etwa 450 Kilogramm Früchte benötigt. Ein preisgünstiges Öl ist in der Regel nicht hochwertig, da es vorrangig durch chemische Extraktion gewonnen wurde und somit chemische Zusätze und Konservierungsstoffe enthält. Ein natives Kaktusfeigenöl ist recht preisintensiv.

Die Inhaltsstoffe von Kaktusfeigenöl

In Kaktusfeigenöl ist eine Vielzahl an essenziellen Fettsäuren enthalten. Über 85 Prozent dieser Fettsäuren sind ungesättigt und für den menschlichen Organismus von großer Bedeutung. Dazu gehört beispielsweise auch die Linolsäure, welche sowohl in der Medizin als auch in der Kosmetikindustrie zum Einsatz kommt, wenn es um Pflegeprodukte für die Haut geht. Im Öl sind zudem die Vitamine C und E enthalten, die als Antioxidantien fungieren und als Fänger freier Radikale gelten. Sie sollen somit zum Schutz vor Zellen beitragen.

Anwendung von Kaktusfeigenöl

Da Kaktusfeigenöl dank der Inhaltsstoffe ein Hautschutz gegen freie Radikale sein soll, findet es vor allem als Anti-Aging-Mittel Anwendung. Es kann die natürliche Zellerneuerung beschleunigen und soll Fältchen mildern können. Auch bei Hautirritationen kann es hilfreich sein, da es die Haut mit Feuchtigkeit versorgt. Zudem kommt Kaktusfeigenöl bei der Pflege von Haaren und Nägeln zum Einsatz.

Zu den Hauptanwendungsbereichen für das Öl aus den Kernen der Kaktusfeige gehören Gesicht, Hals und Hände. Aber auch alle anderen Körperbereiche können von Kaktusfeigenöl profitieren. Gern wird das Öl auch als ergänzende Pflege bei Neurodermitis eingesetzt.

Auch als Speiseöl wird Kaktusfeigenöl vor allem in der gehobenen Küche immer öfter verwendet. Allerdings dürfte es aufgrund seines hohen Preises den beliebten Oliven- und auch Rapsölen in privaten Haushalten wohl nicht den Rang ablaufen.

Kaktusfeigenöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?

Kaktusfeigenöl findet sich nicht nur in verschiedenen Pflegeprodukten, sondern kann auch als pures Öl gekauft werden. Gerade in kosmetischen Produkten ist oft nur eine geringe Menge des Öls enthalten. Für die Pflege der Haut ist pures Kaktusfeigenkernöl sowohl aus qualitativer als auch aus quantitativer Sicht die bessere Wahl. Pflegeprodukte können natürlich auch damit ergänzt werden.

Ein qualitativ hochwertiges Kaktusfeigenöl stammt aus schonender Kaltpressung, die Samen stammen von Früchten aus biologischem Anbau. Gutes Kaktusfeigenöl zeigt eine leicht fruchtige Geschmacksnote und ist frei von jeglichen Zusatz- und Konservierungsstoffen.

Warum ist Kaktusfeigenöl so teuer?

Um Kaktusfeigenöl herzustellen, ist ein sehr hoher Arbeitsaufwand notwendig. Der Ernte- und Herstellungsprozess spielt dabei eine entscheidende Rolle. Bereits die Ernte erfolgt per Hand, was für die Erntearbeiter sowohl beschwerlich als auch schmerzhaft sein kann. So wächst der Feigenkaktus nur in sehr heißen Regionen und besitzt zudem Stacheln mit kleinen Widerhaken, die sich sehr unangenehm in der Haut „festbeißen“ können. Das aus den Kernen ausgepresste Öl wird zusätzlich mehrfach gefiltert, um die typische goldgelbe Farbe zu erzielen.

Ein günstiges Kaktusfeigenöl wird meist durch Einlegen der Blüten des Feigenkaktus hergestellt und dann falsch deklariert. Stammt es aus den Kernen der Kaktusfeige, dann wurde es bei einem günstigen Preis sehr wahrscheinlich durch chemische Extraktion gewonnen.

Ein qualitativ hochwertiges und entsprechend preisintensiveres Kaktusfeigenöl wird immer frisch abgefüllt, so dass es alle wertvollen Inhaltsstoffe enthält. Ein höherer Preis ist also durchaus ein Indiz für ein wirklich gutes Produkt.

Haltbarkeit und Lagerung von Kaktusfeigenöl

Wird Kaktusfeigenöl richtig gelagert, ist es aufgrund seiner Stabilität sehr lange haltbar. Ab dem Abfüllzeitpunkt liegt die Haltbarkeit bei etwa 24 Monaten.

Kaktusfeigenöl sollte kühl und trocken aufbewahrt werden, die ideale Lagertemperatur liegt bei 12 bis 18 ° C. Bei Temperaturen oberhalb von 25 ° C reagiert das Öl sehr empfindlich. Doch auch bei zu geringen Temperaturen verändert es seine Eigenschaften und wird dicht, trüb und flockig.

Bei sachgemäßem Gebrauch bleiben alle wertvollen Inhaltsstoffe im Kaktusfeigenöl enthalten. Wird es unsachgemäß aufbewahrt, kann bereits ein Monat dazu beitragen, dass das Öl ungenießbar und zudem mit Bakterien, Parasiten oder Schimmelpilzen kontaminiert wird. Aus diesem Grund müssen angefangene Flaschen schnell wieder fest verschlossen werden.

Ein sauer oder ranzig schmeckendes beziehungsweise riechendes Kaktusfeigenöl ist nicht mehr verwendbar.

 

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