Katzenkralle – Wunderpflanze aus Südamerika?

Die Bevölkerung in Südamerika sieht bereits seit vielen tausenden Jahren in der Katzenkralle eine wahre Wunderpflanze, die gegen verschiedenste Erkrankungen und Infekte zum Einsatz kommt. Eine gute Wirkung konnte bislang allerdings nur bei rheumatoider Arthritis nachgewiesen werden. Durch bestimmte Studien konnte aber auch festgestellt werden, dass die uralten Erfahrungen der peruanischen Indianer in Bezug auf die Förderung des Stoffwechsels sowie auf antivirale Wirkungen durchaus ihre Berechtigung haben könnten. Anders als die Teufelskralle handelt es sich bei der Katzenkralle um eine verholzende Pflanze und nicht um eine Wurzel.

Die Katzenkralle – Wissenswertes rund um die tropische Pflanze

Bei der Katzenkralle handelt es sich um eine tropische Gummiranke. Sie wird der Familie der Rötegewächse zugeordnet und klammert sich seitlich mit ihren krallenartigen Dornen an Bäumen fest. Zu Hause ist „Una de gato“, wie die Pflanze auf Spanisch heißt, in den Regenwäldern von Mittel- und Südamerika. Die Bäume erreichen Wuchshöhen von 30 Metern und mehr. Von den mindestens 20 Arten der Katzenkralle kommen in Nordamerika und Europa die zwei Arten „Uncaria tomentosa“ und „Uncaria guianensis“ vor. Sie besitzen unterschiedliche Eigenschaften und werden auch zu verschiedenen medizinischen Zwecken verwendet.

In Peru gilt die Sie als „lebensspendende Ranke“. Schon die Inka verwendeten sie als Heilpflanze. Sie galt bei den Schamanen indigener Völker als „Brücke und Stabilisator“ zwischen physischer und spiritueller Welt. Für die Behandlung bei gesundheitlichen Problemen ist das deshalb so wichtig, weil Schamanen die Ansicht vertreten, eine schlechte Gesundheit ist spiritueller Natur.

Bekannt wurde Sie im 20 Jahrhundert durch den deutschen Naturwissenschaftler Arturo Brell. Dieser zog 1926 von München nach Pozuzo, eine Kleinstadt im peruanischen Regenwald, die von deutschen Kolonisten gegründet wurde. Hier behandelte er seine Rheumabeschwerden selbst mit der Katzenkralle. Etwa später nutzte er sie außerdem bei einem anderen Kolonisten im Rahmen der Behandlung von Lungenkrebs im Endstadium. Überlieferungen zufolge verbesserte sich dessen Zustand deutlich, nachdem er täglich drei Tassen Tee aus Katzenkrallenwurzeln trank – er galt nach einem Jahr als gesund.

Die Katzenkralle – Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Die Katzenkralle enthält einige besondere Inhaltsstoffe. Allen voran seien die Alkaloide genannt, bei denen es sich um Pflanzenstoffe handelt. Die natürlichen Stoffe haben auf den Organismus eine positive Wirkung.

Weiterhin finden sich in der Katzenkralle

  • Quinovinsäureglykoside: werden für die entzündungshemmende Wirkung der Katzenkralle verantwortlich gemacht
  • Flavonoide: sekundäre Pflanzenstoffe, welche in verschiedenen Arzneimitteln zur Anwendung kommen, die bei Magen-Darm-Erkrankungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden zum Einsatz kommen
  • Pflanzensterole/ Pflanzensterine: Naturstoffe, die je nach Vorkommen in Zoosterine (aus Tieren), in Phytosterine (aus Pflanzen) und in Mycosterine (aus Pilzen) unterteilt werden
  • Terpenoide: Naturstoffe, denen eine Schutzwirkung auf die Mitochondrien des Körpers nachgesagt wird

Der Katzenkralle werden unterschiedliche Wirkungen zugeschrieben. So soll sie

  • blutdrucksenkend
  • schmerzlindernd
  • immunstärkend
  • entgiftend
  • antiviral und antibakteriell
  • antibiotisch
  • antimykotisch
  • antioxidativ

wirken können.

Katzenkralle und ihre Anwendungsbereiche

Katzenkralle kommt vor allem in der Naturheilkunde bei folgenden Beschwerden zur Anwendung:

  • zur Stärkung des Immunsystems und Stimulierung der Selbstheilungskräfte
  • bei der Unterstützung einer besseren Wundheilung
  • zur Entgiftung und bei der Blutreinigung
  • bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten
  • bei Heuschnupfen sowie Asthma
  • zur Linderung von Beschwerden wie Herpes, chronischer Müdigkeit und Gastritis

Katzenkralle richtig dosieren und einnehmen

Die empfohlene Einnahmemenge für die Katzenkralle ist vom Körpergewicht und dem jeweiligen Behandlungsgebiet abhängig. Täglich wird eine Dosis von zwei bis sechs Gramm angeraten. Die Anwendung kann dabei in unterschiedlichen Formen erfolgen. So kann Katzenkralle als Tee, in Form von Presslingen oder auch als Tinktur zum Einsatz kommen.

Gibt es bei der Anwendung von Katzenkralle Nebenwirkungen?

Immer öfter kommt die Katzenkralle zur Stärkung des Immunsystems oder zur Bekämpfung von diversen Krankheiten zum Einsatz.

Nebenwirkungen sind bei der Anwendung in der Regel nicht zu erwarten. Allerdings können unerwünschte Wirkungen bei einer falschen Dosierung auftreten. Diese sind jedoch von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und können sich auf vielfältige Weise zeigen. Das ganze reicht von leichten Beschwerden bis hin zu starken Schmerzen. Zu den bekannten Nebenwirkungen gehören unter anderem

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel

Vermeiden lassen sich Nebenwirkungen aufgrund der Einnahme von Katzenkralle durch eine angemessene Dosierung im Rahmen der empfohlenen Einnahmemenge. Kommt es doch zu einer Überdosierung und daraus resultierenden Nebenwirkungen, ist es wichtig viel Wasser zu trinken. So wird der Körper schonend entgiftet. Auch die Darreichungsform hat mitunter Einfluss auf die Nebenwirkungen. So vertragen einige Menschen Tee besser als Tabletten und Kapseln, was aber schnell herausgefunden werden kann.

Studien zur Wirkung der Katzenkralle

An der Katzenkralle und ihrer Wirkung gegen Krebs wird bereits seit einiger Zeit geforscht. Einige dieser Untersuchungen wurden in diversen Gesundheitsbüchern niedergeschrieben.

So soll die Katzenkralle bei der Erhöhung des Anteils der T-Lymphozyten und der Makrophagen-Produktion hilfreich zu sein. Außerdem kann gilt Katzenkralle als Bekämpfer von Infektionen. Weiterhin trägt sie dazu bei, die Lipid-Matrix in den Zellwänden zu reparieren, wodurch sich virusbelastete Zellen weniger ausbreiten.

Die Universität von Mailand führte unter Renato Rizzi mit Katzenkralle ein Experiment durch, in dem aufgezeigt wurde, dass die Pflanze auf krebserregende Substanzen bei Rauchern anspricht. Derartige Substanzen sind im Urin von Rauchern zu finden, könnten aber innerhalb von zwei Wochen eliminiert werden. (1)

In der Volksmedizin von Südamerika wird die Pflanze bei Erkrankungen des Magen-Darm-Bereichs, bei Arthritis, bei Wunden und auch bei Krebs eingesetzt. In modernen Forschungen zeigten sich immer wieder signifikante Aktivitäten, die das Immunsystem stimulieren. Auch antivirale, antioxidative und antikarzinogene Effekte konnten festgestellt werden. (2)

Die indigene Bevölkerung kennt die heilenden Kräfte der Katzenkralle schon lange und hat der Pflanze auch den Beinamen „Heilige Pflanze des Regenwaldes“ verliehen. In Südamerika erfolgt der Verkauf der Katzenkralle rezeptfrei als Krebsmittel. (3)

Katzenkralle wird bei den peruanischen Campa-Indigenas zur Erleichterung der Geburt eingesetzt. Die Immunreaktionen von Mutter und auch Kind sollen sich dadurch verbessern lassen. Ronald Pero, Ph. D. nahm gemeinsam mit einem Autor des entsprechenden Buches eine gewissenhafte Duplikation der Tee-Extraktions-Methoden der peruanischen Schamanen vor, die aus diesen verschiedene Heilmittel herstellten. (4)

Katzenkralle auch für Tiere verwendbar

Katzenkralle kann nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Katzen, Hunden und Pferden verwendet werden.

Bei Katzen findet es bei folgenden Problemen Anwendung:

  • Katzenschnupfen
  • Nierenprobleme
  • Katzenseuche (Panleukopenie)
  • Bauchfellentzündung (feline infektiöse Peritonitis)
  • Katzen-Aids (feline Immunschwäche-Virusinfektion)
  • Katzenleukämie (felines Leukose-Virus)

Die Dosierung für Katzen liegt bei einem Körpergewicht von bis zu fünf Kilogramm bei 0,2 Gramm täglich.

Die Katzenkralle kommt bei Hunden bei folgenden Beschwerden zum Einsatz:

  • Ohrenentzündungen
  • Entzündungen der Magenschleimhaut
  • Arthrose
  • Hüftgelenkdysplasien
  • Parvo (Hundepanleukopenie, akute Infektionskrankheit)
  • Tumore und Krebserkrankungen

Für Hunde richtet sich die Dosierung nach dem Körpergewicht. Kleine Hunde bis zu einem Körpergewicht von 15 Kilogramm erhalten täglich 0,5 Gramm, mittelgroße Hunde bis 35 Kilogramm ein Gramm und große Hund ab 36 Kilogramm bis zwei Gramm pro Tag.

Auch Pferde können von der Katzenkralle profitieren. Hier wird es vor allem bei folgenden Erkrankungen eingesetzt:

  • Entzündungen der Gelenke und Arthrose
  • Gastritis, Magengeschwüre
  • Herpes
  • Borreliose
  • Hufrehe
  • Melanome
  • Equines Sarkoid (Hauttumor)

Als Dosierungsempfehlung gelten pro 100 Kilogramm Lebendgewicht ein bis zwei Gramm täglich. Somit erhält ein durchschnittlich schweres Warmblutpferd täglich zwischen fünf und zehn Gramm Katzenkrallen-Extrakt.

Ob Katzenkralle als Pulver oder geschnitten zur Anwendung kommen sollte, ist nicht eindeutig geklärt. Die Empfehlungen gehen dahin, dass für Katzen und Hunde prinzipiell zu gemahlenen Kräutern gegriffen werden sollte. Für Pferde kann geschnittene Katzenkralle für eine Teezubereitung verwendet werden.

Quellen:

(1) Powerful and Unusual Herbs From the Amazon and China by World Preservation Society
(2) The Herbal Drugstore by Linda B. White, M.D.
(3) Herbs Against Cancer: History and Controversy by Ralph W. Moss PhD
(4) The Anti-Aging Solution: 5 Simple Steps to Looking and Feeling Young by Vincent Giampapa, Ronald Pero, and Marcia Zimmerman

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