Lavendelöl kaufen - das sollten Sie bei der Anwendung beachten

Die Lavendelpflanze wird seit Jahrtausenden wegen Ihrer Dufteigenschaften und auf Grund Ihres herrlichen Aussehens kultiviert. Doch vor allem wird die Pflanze aus der Gattung der Kreuzblütler zur Gewinnung des ätherischen Lavendelöls herangezüchtet. Die natürliche Heimat des Lavendels liegt im Mittelmeerraum und erstreckt sich von Griechenland, über Italien bis hin nach Frankreich. Mittlerweile ist der Lavendel auch bei uns beheimatet, wird hier allerdings nur als Zierpflanze angebaut und hat landwirtschaftlich bei uns keine große Bedeutung.

87072206 - fotolia.com - Floydine

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In den Blüten und Blättern des Lavendels bilden sich, zum Schutz vor Fressfeinden, ätherische Öle. Diese Öle stinken Tieren und Insekten zum Himmel, für die meisten Menschen ist der Duft von Lavendelöl einfach unwiderstehlich. So wird Lavendelöl in vielen Kosmetika, Massageölen, Parfums, Globuli und als Zugabe von Waschmitteln und Weichspülern eingesetzt. Für die Herstellung von ätherischem Lavendelöl kommen verschiedene Lavendelarten zum Einsatz: Der echte Lavendel (Lavendula Angustifolia), der Speiklavendel, der Schopflavendel, sowie der Wolllavendel. Hauptproduzent dieser Arten ist vor allem Frankreich. Nun könnte man meinen, das aus der Lavendelpflanze gewonnene, ätherische Öl, zeigt immer die gleichen Wirkungen, doch je nachdem aus welcher Lavendelart das Öl gewonnen wird, weist es unterschiedliche Eigenschaften auf.

Lavendel – eine Pflanze mit langer Geschichte

Lavendel ist tatsächlich eine der beliebtesten Heilkräuter, dessen Geschichte bis weit in das alte Reich der Römer und Ägypter reicht. Hierher stammt auch der Name. Lavendula wird von dem römischen Wort Lavare abgeleitet und bedeutet so viel wie „waschen“. Sie sehen schon, worauf das hinausführt. Auf Grund seines lieblichen Duftes wurde das Lavendelöl schon im alten Rom gerne als Zusatz von Hautreinigungsprodukten eingesetzt. Deshalb wird der Lavendel bis heute noch als Legionärskraut bezeichnet.

Auch später – im Mittelalter – wurde das Kraut von Gelehrten als hilfreiches Mittel bei der Bekämpfung böser Geister eingesetzt. In dieser Zeit wurde der Lavendel und sein Öl auch immer mehr als Heilkraut verwendet.

Echtes Lavendelöl wird sehr häufig in der Aromatherapie genutzt und kann dabei helfen, psychische Spannungen zu lösen und Körper und Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Äußerlich angewendet kann das Öl bei Erkrankungen der Haut wie etwa Ekzemen, Pilzen und kleineren Wunden aufgetragen werden.

Die Wirkung der unterschiedlichen Lavendelöle

Echtes Lavendelöl (Angustifolia)

Das „echte Lavendelöl“ aus der Lavendula Angustifolia hat einen sehr lieblichen, süßlichen Duft. Es kann bei Schlafstörungen und Wunden, sowie bei Insektenstichen eingesetzt werden. Außerdem hat es eine wohltuende Wirkung auf die Haut und auf die Psyche. Auf Grund seiner harmonisierenden Wirkung kann es dabei helfen, Schlafstörungen und Unruhezustände zu therapieren. Besonders im Angustifolia Öl sind große Mengen an Linalylazetat enthalten. Dieser – aus der Gruppe der Ester stammenden Stoffe – hat unter anderem folgende Wirkungen auf Körper und Geist:

  • Es schützt die Nerven vor Reizüberflutung
  • Es beruhigt das zentrale Nervensystem
  • Hat eine Mut steigernde Wirkung
  • Es „holt runter“ – besonders bei starken Gefühlsregungen
  • Es hilft bei Schlaflosigkeit
  • Es wirkt Stimmungsaufhellend

Weitere Inhaltsstoffe im echten Lavendelöl haben eine pilzhemmende Wirkung. Deshalb wird Lavendelöl in der Naturheilkunde gerne auch bei der Behandlung von Pilzinfektionen eingesetzt.

Echtes Lavendelöl Anwendung innerlich

Lavendelöl sollte nicht eingenommen werden. Vermeiden Sie den Kontakt des puren Öls mit den Schleimhäuten und den Augen, da dies zu schmerzhaften Reaktionen führen kann. Wenn Sie Schlafprobleme oder andere psychische Erkrankungen mit Lavendelöl behandeln möchten, eignet sich der Einsatz einer Aromalampe oder einer Duftlampe am besten. Sie können auch Duftsäckchen für die Aromatherapie verwenden.

Echtes Lavendelöl Anwendung äußerlich

Echtes Lavendelöl besitzt antimykotische Eigenschaften. Für die Behandlung von Hautpilzen eignet sich eine Kombination aus Speiköl und echtem Lavendelöl am besten. Doch auch kleinere Verletzungen und Insektenstiche, juckende Haut und Akne können mit Lavendelöl gut behandelt werden. Allerdings ist es nicht ratsam das Lavendelöl pur auf die Haut aufzutragen. Hierzu sollten Sie eine hautverträgliche Grundsalbe mit wenigen Tropfen Lavendelöl versetzen und die zu behandelnden Hautstellen mit dieser Mischung einreiben.

Speiklavendelöl

Speiklavendelöl enthält einen besonders hohen Anteil an Kampfer. Dank dieses Stoffes verfügt das Öl über exzellente antibakterielle Eigenschaften. Und das ist nicht nur so daher gesagt, sondern wird sich von vielen Kosmetikunternehmen zu Nutze gemacht. Vielleicht haben Sie den Begriff Speikseife schon einmal gehört. In der jüngeren Vergangenheit wurde diese gerne zur Behandlung unterschiedlichster bakterieller Erkrankungen der Haut eingesetzt. Doch auch bei bakteriellen Erkrankungen im Hals-Rachenbereich lässt sich Speiklavendelöl wunderbar einsetzen. Zwar hat Speik-Lavendelöl auch eine pilzhemmende Wirkung, allerdings bei weitem ist diese nicht so stark wie das Öl des Wollavendels.

Speiköl Anwendung innerlich

Virale und bakterielle Erkrankungen des HNO-Bereich lassen sich am besten mit einer Mischung aus Schopf-, Speik- und Wolllavendelöl behandeln. Allerdings sollte eine solche Behandlung niemals ohne den Rat eines Arztes durchgeführt werden. Lassen Sie sich auf jeden Fall vernünftig durchchecken, um andere Erkrankungen auszuschließen. Wenn Sie Speiköl innerlich anwenden möchten, sollten Sie mehrmals am Tag etwa 2-3 Tropfen Lavendelöl in kochendes Wasser geben und inhalieren. Auch der Einsatz eines Aromaverneblers kann sich als hilfreich erweisen.

Speiköl Anwendung äußerlich

Ähnlich wie bereits beim echten Lavendel beschrieben, sollten Sie das Speiköl mit einer Trägersubstanz vermischen und die zu behandelnden Verletzungen, Hautunreinheiten oder von Pilz befallenen Stellen zweimal täglich einreiben. Führen Sie jedoch bitte vor einer großflächigen Anwendung unbedingt einen Verträglichkeitstest durch. Hierzu behandeln Sie eine kleine Stelle Ihrer Haut mit der zubereiteten Salbe und warten 24 Stunden ab. Wenn sich in dieser Zeit keine allergische Reaktion bemerkbar macht, können Sie die Salbe auch an anderen Hautstellen einsetzen.

Wolllavendelöl

Das Lavendelöl aus dem Wolllavendel wird heutzutage eher selten zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Allerdings verfügt es über eine stark pilzhemmende Wirkung und ist daher immer ein gutes Kombinations-öl mit anderen Lavendelölen, wenn es um die Behandlung pilzbefallener Haustellen und um die Behandlung von Nasen- Nebenhöhlenerkrankungen geht. Die Anwendung ist dabei wie bei den bereits oben beschriebenen anderen Lavendelölen.

Nebenwirkungen Lavendelöl

Jeder kennt den Spruch: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Wie jedes andere ätherische Öl kann auch Lavendelöl Nebenwirkungen erzeugen. Vermeiden Sie unbedingt den Kontakt der Schleimhäute mit dem puren Öl. Auch sollte dieses nicht pur eingenommen werden, da es leicht zu Problemen mit Magen- und Darm kommen kann. Grundsätzlich sollte keine Person mit einer bekannten Unverträglichkeit gegenüber Lavendel das ätherische Öl benutzen. Auch Schwangere sollten das Öl nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder der Hebamme verwenden. Besondere Vorsicht ist bei Kindern unter zwei Jahren geboten. Sie sollten das Lavendelöl überhaupt nicht benutzen! Grundsätzlich haben ätherische Öle gar nichts in der Nähe von Kleinkindern und Babys zu suchen, da diese auf den kleinen Organismus komplett anders wirken und schwere Nebenwirkungen bis hin zu Atemstillstand auslösen können. Auch Epileptiker sollten Lavendelöl meiden. Dies gilt in allen Fällen auch für die Aromatherapie.

Achtung: Bedenken Sie, dass im Rahmen der Aromatherapie nicht nur Sie, sondern alle im Raum befindlichen Menschen und auch Tiere die Inhaltsstoffe einnehmen. Verwenden Sie Lavendelöl niemals in einer Duftlampe, wenn sich eine Person aus den oben genannten Gruppen mit im Raum aufhält. Viele Tiere vertragen den Geruch des Lavendelöls nicht gut und für Katzen kann die Inhalation sogar tödlich enden.

Lavendelöl und homöopathische Behandlung

Einige Lavendelölsorten können die Wirkung anderer homöopathischer Mittel beeinträchtigen. Fragen Sie daher unbedingt Ihren Arzt oder Heilpraktiker, ob Sie Lavendelöl anwenden dürfen. Bitte führen Sie niemals eine Selbstmedikation durch und besprechen Sie Ihre Beschwerden grundsätzlich mit einem erfahrenen Heilkundler, bevor Sie eine Therapie durchführen.

Lavendelöl Schwangerschaft und Geburt

Viele Hautpflegeprodukte für Schwangere beinhalten Lavendelöl. Und zwar in Dosen, die der Schwangeren üblicherweise nicht zu schaffen machen. Kein Wunder, helfen die wertvollen Wirkstoffe hervorragend bei Juckreiz, Nabelschmerzen und bei der vorbeugenden Behandlung von Schwangerschaftsstreifen. Wenn Sie eine Salbe aus Lavendelöl zubereiten möchten, sprechen Sie sich auf jeden Fall zuvor mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme ab. Für eine solche Salbe verwenden Sie dann ausschließlich das Öl des echten Lavendels.

Verzichten Sie allerding unbedingt in den ersten Schwangerschaftwochen auf sämtliche Lavendelprodukte, da diese eine anregende Wirkung auf die Gebärmutter haben können und so abtreibend wirken können. Im späteren Schwangerschaftsverlauf ist dieser Punkt nicht mehr ganz so kritisch zu betrachten und die Wirkstoffe können gut gegen das ein oder andere Leiden helfen.

  • Besonders bei Ein- und Durschlafproblemen oder bei Unruhe- und Angstzuständen kann ein Bad mit Lavendelöl wahre Abhilfe schaffen.
  • Auch ein Lavendelduftsäckchen kann ergänzend in der Nähe des Bettes zum Einsatz kommen.
  • Bitte wenden Sie Lavendelöl nicht öfter als dreimal wöchentlich als Badezusatz an.

Lavendelöl zur Geburtseinleitung

Wie zuvor beschrieben, kann Lavendelöl eine anregende Wirkung auf die Gebärmutter haben. Deshalb setzen viele Geburtskliniken und Geburtshäuser bei der Geburtseinleitung auf ein Bad mit Lavendelöl. Dies hat dabei einen weiteren Vorteil. Da Lavendel gleichzeitig eine positive Wirkung auf die Stimmung haben kann, und dabei behilflich ist, Angstzustände zu bekämpfen, ist es für die Gebärende sehr hilfreich.

Achten Sie darauf, dass ein Lavendelöl in Bioqualität eingesetzt wird und nach Möglichkeit aus einer Handpflückung stammt. Diese Öle sind besonders konzentriert und versprechen die höchstmögliche Wirkweise.

Falls Sie kein Bad mit Lavendelöl wünschen, kann es natürlich auch im Rahmen der Aromatherapie verdampft werden und so seine wertvollen Wirkstoffe im Raum verteilen.

Weitere Anwendungen von Lavendelöl

Nicht nur in der Hautpflege und der Behandlung unterschiedlicher körperlicher und geistiger Erkrankungen kann Lavendelöl helfen. Auch im Alltag kann das Öl ein wahrer Freund sein. Ungeziefer beispielsweise kann Lavendelöl und seinen Geruch so gar nicht leiden. Egal ob Zecken, Milben, Motten oder Flöhe. Sagen Sie Adieu! Ungeziefer lässt sich am besten über einen Duftbeutel vertreiben.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Verwendung von Lavendelöl in Massageölen. Da Lavendel sowohl auf den Körper als auf den Geist entspannend wirkt, kann er dabei helfen, Anspannungen und Verkrampfungen mit einer gezielten Massage verschwinden zu lassen.

Lavendel-Duftsäckchen selber machen

Duftsäckchen mit Lavendel lassen sich ganz einfach selbst herstellen. Sie kommen an vielerlei Orten zu Einsatz. Sie können Sie im Kleiderschrank aufhängen und so gezielt Motten vertreiben, oder Sie platzieren sie in der Nähe Ihres Bettes, damit die Inhaltsstoffe Ihnen sanft beim Einschlafen helfen können. Natürlich können Sie die Duftsäcke auch einfach so aufstellen, eben weil Lavendel so toll riecht.

Am besten benutzen Sie Säckchen aus Baumwolle. Die Säcke sollten bei 100°C waschbar sein. Wenn Sie die Duftbeutel zur Mottenabwehr einsetzen möchten, ist dies besonders wichtig, da Sie ansonsten die durch die Motten ausgesandten Pheromone nicht zu 100% entfernen können. Mottensäckchen müssen regelmäßig gereinigt werden.

Für die Befüllung der Säckchen können sie wahlweise Lavendel auf Ihrem eigenen Garten trockenen und füllen sowohl Blüten, Blätter und Stiele in den Jutesack oder Sie kaufen fertig getrockneten Lavendel. Damit der Duft noch intensiver wird, können Sie den Beutel auch einfach mit ein paar Tropfen Lavendelöl beträufeln.

Lavendelsäckchen mit bieten einen langen Schutz. Damit Sie lange wirken, sollten die Beutel nach zwei bis drei Monaten durchgeknetet werden und nochmals mit ätherischem Öl betropft werden. So erhalten Sie für etwa zwei weitere Monate Schutz. Danach sind die Wirkstoffe verflogen und sie müssen die Säckchen waschen und erneut befüllen.

Bewahren Sie die Lavendelsäckchen trocken und warm auf. Vermeiden Sie den Kontakt mit Feuchtigkeit und schützen Sie sie vor direkter Sonneneinstrahlung. So bleiben die Duft- und Wirkstoffe möglichst langer erhalten und es kann sich kein Schimmel bilden. Natürlich können Sie auch fertige Lavendelsäckchen kaufen.

Kochen mit Lavendelöl

Lavendelöl kann in der Küche eine wahre Bereicherung sein. Zwar ist der blumige Geschmack für viele Menschen erst einmal recht gewöhnungsbedürftig, aber den meisten schmeckt´s. Allerdings sollte die Dosierung recht sparsam erfolgen. Zum einen, weil wir gelernt haben, dass Lavendelöl nicht in großen Mengen eingenommen werden soll, zum anderen, weil Sie sich ansonsten durch eine Überdosierung den Geschmack Ihrer Speisen verderben können. Deshalb ist es ratsam, das Öl mit einem anderen, neutralen Öl zu verdünnen. Geben Sie es jedoch erst kurz vor Ende der Zubereitung des mediterranen Rezepts hinzu, da es sich sehr schnell verflüchtigt.

Achtung: Zum Kochen eignet sich ausschließlich das „echte Lavendelöl“. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Öl 100% Bio ist und aus einer Handpflückung stammt. Es darf keinesfalls irgendwelche Zusatzstoffe beinhalten.

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Dieser Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Auch dient er nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose. Falls Sie mit einer Lavendelöl Behandlung beginnen möchten, konsultieren Sie in jedem Fall Ihren Hausarzt. Dies sollte auch unverzüglich dann geschehen, sobald unter der Einnahme von Lavendelöl irgendwelche Beschwerden auftreten. Wir und unsere Autoren übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

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