Lorbeer – Vielseitig verwendbare Pflanze

Lorbeer (Laurus nobilis) kennen wir vor allem von den Lorbeerkränzen, die Sieger tragen. Die Blätter haben durchaus symbolischen Charakter und werden auch als Gewürz sehr geschätzt. Bereits in der Antike fand Lorbeer bei den alten Griechen und auch bei den Römern Erwähnung – und das sowohl als Gewürz- als auch als Heilpflanze.

Die getrockneten Lorbeerblätter sind vor allem als Gewürz in der Küche bekannt und verleihen verschiedensten Gerichten eine besondere Note. Und auch als Heilpflanze wird Lorbeer in der Volksmedizin bei unterschiedlichen Beschwerden innerlich und auch äußerlich angewendet.

Lorbeer – Kleine Pflanzenkunde

Lorbeer gehört zur Gattung der Lorbeergewächse (Lauraceae) und ist auch unter den Namen Wundblatt, Nierenblatt, Götterstrauch und Daphnebusch bekannt. Der immergrüne Strauch oder Baum kommt vor allem in lichten Wäldern oder auch Parks vor und kann Wuchshöhen von bis zu 20 Metern erreichen. Die Lorbeerblätter selbst sind ledrig und fest, die Pflanze bildet hellgelbe Blüten und als Früchte kleine dunkle Beeren mit Kern.

Lorbeer ist in Europa und Asien heimisch und bevorzugt einen kalk- und nährstoffreichen sowie durchlässigen Boden. Auch im Winter sind die Blätter grün. Der Standort sollte sonnig und windgeschützt sein. Lorbeer kommt mit Staunässe absolut nicht zurecht und ist nicht winterhart. Aus diesem Grund sind Lorbeerpflanzen in unseren Breiten auch meist als Kübelpflanze zu finden.

Lorbeer in der Geschichte

Vor allem in griechischen Sagen spielte Lorbeer eine wichtige Rolle. Die Geschichte von Daphne, welche sich durch Verwandlung in einen Lorbeerstrauch der Zudringlichkeit von Apollo entziehen konnte, ist weit bekannt. Die alten Römer setzten nach einer Schlacht dem Sieger einen Lorbeerkranz auf den Kopf und Asklepios schrieb dem Lorbeer die Kraft zu, er könne tote Menschen wieder zum Leben erwecken. Eine Überlieferung zur Entdeckung der heilenden Eigenschaften von Lorbeer ist allerdings nicht bekannt.

Lorbeer und seine enthaltenen Wirkstoffe

Lorbeer weisen nicht nur eine ledrige Struktur auf, sie haben auch einen bitteren Geschmack und einen starken Geruch. In ihnen sind ätherische Öle sowie die Substanz Eucalyptol enthalten. Diese Verbindung soll einer Studie der Kansas State University zufolge bei der Beseitigung von Küchenschädlingen wie Schaben hilfreich sein.

Die ätherischen Öle, Terpene, Alkohole, Bitter- und Gerbstoffe, Fettsubstanzen sowie Polyphenole gelten als die wirksamen Inhaltsstoffe in Lorbeerblättern, welche für die Naturheilkunde im Sommer gesammelt werden. Auch die im Herbst gesammelten Früchte kommen in der Volksmedizin zur Anwendung.

Den Inhaltsstoffen werden dabei folgende Wirkungen als Heilpflanze nachgesagt:

  • beruhigend
  • stimulierend
  • antiseptisch
  • schweißtreibend
  • antibakteriell
  • schleimlösend
  • verdauungsfördernd
  • schmerzlindernd
  • galleanregend
  • menstruationsfördernd

Lorbeer und seine Anwendung in der Naturheilkunde

Die Naturheilkunde verwendet sowohl die Blätter als auch die Früchte der Lorbeerpflanze bei folgenden Beschwerden:

  • Husten, Infektionen der Atemwege
  • Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Blähungen)
  • Appetitlosigkeit
  • Rheuma, Gicht
  • Prellungen

Verwendung der Lorbeerblätter

Aus den Lorbeerblättern kann für die innerliche Anwendung ein Tee zubereitet werden. Hierfür werden die Blätter aufgekocht und müssen dann zehn Minuten ziehen. Pro Tasse ist eine Menge von einem Teelöffel Lorbeerblätter ausreichend.

Für die äußerliche Anwendung lässt sich aus Lorbeerblättern auch ein Fußbad anreichern, welches dann gegen müde Füße helfen soll.

Verwendung der Früchte

Lorbeerfrüchte kommen in der Pflanzenheilkunde nur äußerlich zur Anwendung. Für Öltinkturen können sie in Olivenöl gegeben werden, womit nach einer Ruhzeit von einigen Tagen Prellungen behandelt werden können. Auch bei Rheuma und Gicht soll die so gewonnene Tinktur hilfreich sein.

Das Öl, welches aus den Früchten selbst gewonnen werden kann, kommt ebenfalls für Einreibungen zum Einsatz, indem Salben damit angereichert werden. Zudem kann es als Badezusatz anregend wirken.

Lorbeer in der Küche

Lorbeer findet auch gern in der Küche Anwendung, auch wenn die Blätter einen leicht bitteren und herb-würzigen Geschmack aufweisen. Lorbeerblätter passen hervorragend zu Fleisch-, Fisch- und Wildgerichten sowie zu Sauerbraten und in Sauerkraut. Außerdem kann damit Marinaden und Soßen sowie Eintöpfen ein deftiger Geschmack verliehen werden.

Lorbeerblätter passen weiterhin gut zu Pasteten und sind ein gut geeignetes Gewürz für eingelegtes Essiggemüse sowie Sauerkonserven. Es kann zudem bei der Zubereitung von Gewürzölen und –essigen als Verfeinerung verwendet werden.

Lorbeer in der Kosmetik

Lorbeer findet nicht nur in Küche und Naturheilkunde Anwendung, sondern hat auch in der Kosmetik inzwischen einen festen Platz.

Im Kosmetikbereich erfolgt im Rahmen der Aromatherapie das Verdampfen des ätherischen Öls, welches eine klärende und belebende Wirkung mit sich bringt. Außerdem kann das Öl gut als Massageöl genutzt werden und kommt in der Parfümindustrie auch als Duftkomponente zum Einsatz. Weiterhin findet sich Lorbeer auch in Seifen und Shampoos.

Lorbeer als Mittel gegen Diabetes – Was ist dran?

Das Ministerium für Humanernährung in Pakistan führte eine Studie durch, in welcher die Wirkung von Lorbeer auf Diabetes Typ 2 untersucht wurde. An der Studie nahmen 40 Patienten mit dieser Form des Diabetes teil. Es erfolgte eine Einteilung in vier Gruppen, wobei jeder Gruppe eine unterschiedliche Menge an Lorbeer verabreicht wurde. Nach einem Untersuchungszeitraum von 30 Tagen wurde bei allen Patienten eine deutliche Erhöhung an Serum-Glukose festgestellt. Daraus schlussfolgerte man, dass Lorbeer zur Reduzierung des Risikos der Entwicklung von Diabetes Typ 2 und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems beitragen kann.

Auch in Jordanien wurde am Institut für Medizintechnik der Zarga Privatuniversität eine ähnliche Studie durchgeführt. Auch hier könnte bei allen Probanden eine Abnahme der Plasma-Glukose festgestellt werden. Ebenso wurde beobachtet, dass es zu einer Reduzierung von schlechtem Cholesterin kam, wodurch der Schluss gezogen wurde, dass durch Lorbeer die Funktion von Insulin verbessern und kardiovaskuläre Erkrankungsrisiken mindern können.

Da es jedoch noch keine weiteren Studien dazu gibt, bleibt bislang noch unklar, inwieweit sich Lorbeer wirklich als Mittel gegen Diabetes durchsetzen kann.

Lorbeerblätter verbrennen – Wofür ist es gut?

Schon der Geruch der Lorbeerblätter an sich ist unverwechselbar. Und auch der Geruch in einem traditionellen Yoga-Studio ist vielen durchaus bekannt. Entsprechend einer indischen Tradition werden hier zur Reinigung des Raums verschiedene Kräuter verbrannt – ein Ritual, welches dem Akt mit Weihrauch ähnelt.

Beim Verräuchern verströmt Lorbeer einen angenehmen und typischen Geruch, die Lorbeerblätter verbrennen mit typischem Prasseln. Lorbeer sollte möglichst nur in kleinen Mengen verbrannt werden, geeignet ist es vor allem zur Verwendung in Räuchermischungen mit anderen Kräutern.

Lorbeer wird traditionell zur Reinigung und Segnung von Räumen verwendet. Im wird die Kraft zugeschrieben, negative Energien ausräuchern zu können. Es ist zudem möglich, mit Lorbeer Heilgegenstände, Edelsteine oder auch Amulette nicht nur einzuweihen, sondern sie auch energetisch aufzuladen und zu segnen.

Durch Verräuchern von Lorbeer, gemeinsam mit anderen geeigneten Räucherpflanzen wie Weihrauch, Rosmarin, Pfeffermine, Myrthe oder auch Angelikawurzel, lassen sich Klarheit, Wachheit und Konzentration fördern. Die Sinneswahrnehmung lässt sich gut schärfen, negative Einflüsse können besser abgewehrt werden.

Früher gab es verschiedenste Rituale, in denen Lorbeer als magische Räucherpflanze für Beschwörungen und beim Ausspruch von Zauberformeln eingesetzt wurde. Sie galt als Unterstützung der „Weißen Magie“, welche auch in der heutigen Zeit noch im Mentaltraining gelehrt wird, um die Erfüllung von Wünschen zum Wohle der Allgemeinheit zu unterstützen. Seit jeher wird Lorbeer auch für Visionsräucherungen eingesetzt und gilt zudem als so genannten „Diplomatenmittel“ (soll Diplomaten zu Selbstbeherrschung und Geduld in Verhandlungen verhelfen).

Rituelle Anwendung von Lorbeer als Räucherpflanze

Im antiken Griechenland wurde Lorbeer auch „mantikos“ (Hellsehkraut) genannt. In der geheimnisvollen Orakelmischung der Pythia (Seherin von Delphi) ist er eine der Zutaten in der Räuchermischung.

Lorbeer wurde am Vorabend zu Dreikönig geräuchert, wodurch ein Schutz von Haus und Hof vor bösen Geistern erreicht werden sollten. Zu Zeiten der Pest sollte damit zudem die Luft entgiftet werden. Lorbeer ist dafür bekannt, die spirituellen Fähigkeiten zu erhöhen und findet auch in Anrufungszeremonien und Visualisierungen Anwendung. Die Magie sieht ihn als Hilfsmittel dafür, Verborgenes zu durchschauen und Erscheinungen von Geistern festzuhalten.

Vorsicht Verwechslungsgefahr:
In unseren Breiten wird der so genannte Kirschlorbeer gern als Heckenpflanze im Garten verwendet. Dieser hat mit dem Echten Lorbeer jedoch nichts zu tun und ist giftig. Während Echter Lorbeer glänzende und typisch eiförmige Blätter mit einer Länge von bis zu zehn Zentimetern aufweist, lässt sich der Kirschlorbeer an seinem charakteristischen Geruch erkennen. Wird er geschnitten oder werden von im Blätter zerrieben, riecht er aufgrund des hohen Anteils an Blausäure nach Bittermandel. In den giftigen Blättern und Samen sind zyanogene Glykoside enthalten, welche beim Verzehr zu Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen führen.

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