Mutterkraut – Alternative zu Aspirin?

Das Mutterkraut oder Tanacetum perthenium, wird heute fast nicht mehr angebaut. In der Regel kann es wild gefunden werden, ein normaler Anbau in einem Garten ist eher unwahrscheinlich. In früheren Zeiten war das Mutterkraut bekannt dafür, um Kopfschmerzen und leichte Depressionen abklingen zu lassen. Das Kraut erinnert im Aussehen stark an Kamille, daher ist es noch an vielen Zäunen und Wegen zu sehen.

Das Mutterkraut ist hübsch, aber unscheinbar. In der Heilmedizin findet es noch Nutzen, denn es ist appetitanregend, sowie auch beruhigend. Das Kraut stammt aus Asien, aber kam schon bei den alten Griechen zur Anwendung, danach trat es den Weg zu uns an.

Die vielseitige Anwendung von Mutterkraut

Es hilft nicht nur bei Blähungen und Asthma, sondern kann auch Fieber senken und entzündungshemmend sein. Die Pflanze wird in der Heilmedizin des Weiteren zur Gefäßerweiterung und gegen eitrige Wunden eingesetzt. Weitere Einsatzgebiete sind:

  • Gicht
  • Husten
  • Insektenstiche
  • Migräne
  • Magenschwäche
  • Menstruationsregulierend
  • Rheuma
  • Verstopfung

86248124 – fotolia.com – Berty

In England wurde es bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts angewendet. Hier waren es in der Hautsache Patienten, die unter Kopfschmerzen, Fieber oder anderen Schmerzen litten, die mit Mutterkraut versorgt wurden.

Die Wirkung kann daher gut mit der von Aspirin verglichen werden, wobei kleinste Mengen ausreichend sind. Verwendet werden in der Hauptsache die Blätter der Pflanze, woraus ein Tee oder Sud hergestellt werden kann. Diejenigen, die ihr Mutterkraut selber sammeln möchten, sollten sich zwischen den Monaten Mai und September auf die Suche begeben.

Tipp:
Wer den Geruch von Lavendel nicht mag, sich aber trotzdem über Kleidermotten im Schrank ärgert, kann ein Mutterkrautsäckchen hineinlegen. Das vertreibt auf einfache Art und Weise die störenden Biester.

Das pflanzliche Heilmittel

Mutterkraut ist ein rein pflanzliches Heilmittel, das bei Beschwerden eingenommen werden kann. Es bekämpft Symptome bei Migräne genauso gut, wie bei Kopfschmerzen und anderen Gebrechen. Gerade Patienten, die unter Migräne leiden, haben auch oft mit anderen Begleiterscheinungen zu kämpfen. Hierunter fallen Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen. Für sie gibt es Mutterkraut in unterschiedlichen Darreichungsformen, wie zum Beispiel, Tabletten oder Kapseln.

Die Kapseln können ohne Probleme und Rezept in einer Apotheke oder Drogerie erworben werden. Das Kraut selber ist gut verträglich, sodass nur in Einzelfällen mit leichten Nebenwirkungen zu rechnen ist. Dazu gehören unter anderem leichte Übelkeit oder Durchfall. Schwangere Frauen oder jene die stillen, sollten Mutterkraut allerdings nicht zu sich nehmen.

Hinweis:
Soll Mutterkraut dazu dienen, Migräne vorzubeugen, sollte es nicht über einen längeren Zeitraum als 6 Monate zu sich genommen werden. Allergie Geplagte oder diejenigen, die allergisch auf Korbblütler reagieren, sollten von einer Einnahme absehen.

Mutterkraut sollte für Frauen auch bei gynäkologischen Beschwerden in den Fokus rücken. Industrielle Produkte sind natürlich auch geeignet, aber Naturkräuter können hierbei auch eingesetzt werden.

Die Heilkraft

Im Mutterkraut stecken viele wirksame Inhaltsstoffe. Unter anderem sind es:

  • Triterpene
  • Bitterstoffe
  • Flavonoide
  • Ätherische Öle

Alle diese Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend, krampflösende und antimikrobiell.

Anwendungsgebiete:Fieber, rheumatische Beschwerden, Hautleiden, gynäkologische Beschwerden, vorbeugend bei Migräne
Darreichungsformen:Kapseln, Tabletten, Tinktur, Salben

Wer seinen Tee aus Mutterkraut selber zubereiten möchte, braucht 150 Milligramm pulverisiertes Mutterkraut, das mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen wird. Nach 8 bis 10 Minuten kann alles durch ein Sieb, um dann getrunken zu werden.

Fertigprodukte sind wirksamer, denn die Inhaltsstoffe der Pflanze gehen nur zu einem geringen Anteil ins Wasser über. Um Beschwerden zu lindern, stehen unterschiedliche Darreichungsformen zur Verfügung. Diejenigen, die sich nicht sicher sind, ob sie Mutterkraut zu sich nehmen können, sollten im Vorfeld mit ihrem Arzt darüber sprechen.

Hinweis:
Bei allen unterschiedlichen Präparaten, sollte genau nach Anweisung verfahren werden. Packungsbeilagen geben genaue Mengen und Dosierungen an, die bitte nicht überschritten werden sollten.

In seltenen Fällen können einzelne Personen reagieren. Bei ihnen kann es unter Umständen zu einem Geschwür im Mund, Bauchschmerzen oder zu Verdauungsstörung kommen. Ist das der Fall, sollte die Einnahme von Mutterkraut unbedingt und sofort abgesetzt werden.

Wer sein Mutterkraut selber sammeln möchte, darf es nicht mit der ähnlich aussehenden Römischen Kamille verwechseln. Diese wird zwar auch als Heilpflanze eingesetzt, ist aber in der Hauptsache bei stressbedingten Verdauungsstörungen oder einer Entzündung der Mundschleimhaut angeraten.

Mutterkraut in der Neuropathie

Neuropathie Patienten klagen über ein Kribbeln in Händen und Füßen. Die Gliedmaßen werden taub oder schmerzen, hierbei sind meistens geschädigte Nerven ein Auslöser dafür. Vor kurzem wurde bekannt, dass auch hier Mutterkraut durchaus helfen kann.

In der Regel wird Neuropathie bei einer Diabetes Erkrankung ausgelöst. Aber auch eine Strahlentherapie nach der Krebsdiagnose oder ein übermäßiger Genuss von Alkohol kann das periphere Nervensystem schädigen. Zu diesem Nervensystem gehören alle Nerven in einem menschlichen Körper, außer denen im Gehirn und im Rückenmark. Ist eine Person betroffen, kommt es unweigerlich zu schmerzenden Gliedern oder einem Taubheitsgefühl in Händen und Füßen.

Steckbrief von Mutterkraut:

Wirkung:Beruhigend, entzündungshemmend, krampflösend
Anwendung bei:Magenschwäche, Gelenkentzündungen, Kopfschmerzen
Volkstümliche Namen:Falsche Kamille, Fieberkraut, römische Kamille

Zu den schon erwähnten Inhaltsstoffen gehören ebenso: Chrysanthenol, Stigmasterol, Beta – Sitosterol, Kampfer, Gerbstoffe, Sabinol, Santa Marin, Thymol. Die Anwendungsgebiete von Mutterkraut sind mannigfaltig, denn als Heilpflanze kann sie bei unterschiedlichsten Beschwerden angewendet werden.

So zum Beispiel ist sie besonders in der Frauenheilkunde zu nutzen. Mutterkraut fördert nicht nur die Monatsblutungen, sondern wirkt auch regulierend auf den Monatszyklus. Zudem kann bei der Einnahme der Eisprung gefördert werden. Speziell bei Krämpfen, die manche Frauen während ihrer Periode verspüren, ist Mutterkraut ein natürliches Heilmittel.

Achtung:
In der Schwangerschaft wird von der Einnahme abgeraten, besonders im ersten Drittel kann es ansonsten zu Komplikationen kommen.

Die Pflanze ist ein hervorragendes Mittel bei Erkältungskrankheiten und Fieber. Ihre Wirkstoffe erleichtern bei Husten und speziell bei Asthma die Atmung. Fällt das Schlucken schwer, sollte ein Tee aus Mutterkraut mit Honig gesüßt werden, um ihn dann in kleinen Schlucken zu trinken.

Die innerlichen Einsatzgebiete sind besonders bei Blähungen, zu erwähnen. Zudem wirkt das Mutterkraut leicht abführend und fördert die Verdauung. Weiterhin hilft es gegen Ohrensausen, Depressionen und rheumatischen Erkrankungen. Zur äußerlichen Anwendung kann eine Salbe oder eine Tinktur aus Mutterkraut kommen, wenn bei einem Insektenstich, etwas davon auf die Einstichstelle aufgetragen wird.

Die Kraft vom Mutterkraut

Vor langer Zeit wurde das Matricaria parthenum oder auch Mutterkraut genannt, häufig angewendet. Die guten Eigenschaften der Pflanze waren schließlich schon Dioskurides bekannt, der die Wirkstoffe bei Fieber, Rheuma und Malaria einsetzte. Seit dem Mittelalter war das Kraut bereits in ganz Europa verbreitet und wurde zu heilkundlichen Zwecken genutzt.

Im Ganzen wirkt das Mutterkraut krampflösend und entspannend, somit hat es einen beruhigenden Einfluss auf das gesamte menschliche Nervensystem. Zudem finden sich in den Blättern Kampfer, Borneol und Chrysan – Thenylacetat, die alle desinfizierende Eigenschaften aufweisen.

Diejenigen, die ihrer Migräne vorbeugen wollen, sollten 4 Wochen lang, ein Mutterkraut Blatt auf einem Butterbrot zu sich nehmen, Die Butter sorgt dafür, dass die Inhaltsstoffe besonders gut aufgenommen werden können. Zwischen den Einnahmen der Heilpflanze darf dann eine Pause von rund 4 Wochen sein.

Eine Tinktur aus Mutterkraut kann leicht allein hergestellt werden. Hierzu werden 1 Handvoll frische Blüten und Blätter benötigt, die in einem gut verschließbaren Glas aufbewahrt werden. Damit eine Tinktur entsteht, muss das Ganze mit 45 prozentigem Alkohol aufgefüllt werden. Bevorzugter Aufbewahrungsort, ein sonniger Platz. Nach 4 Wochen kann die Tinktur gefiltert und in einem dunklen Glas lagern. Um die Tinktur vorbeugend gegen Migräne einzusetzen, sollten 15 bis 20 Tropfen mit Wasser verdünnt eingenommen werden.

Mutterkraut kann auch als tägliches Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Hierzu eignet sich die Tabletten – oder Kapselform am besten. Empfohlen werden hierbei Tabletten, die zu dem Wirkstoff Mutterkraut, noch Magnesium enthalten. Letzteres trägt zu einer normalen Funktion vom Nervensystem bei. Zudem werden Müdigkeit und Ermüdung verringert.

Verzehrempfehlung

Mutterkraut:400 MilligrammTagesdosis: 2400 Milligramm
Magnesium:50 MilligrammTagesdosis: 300 Milligramm

Die Tabletten müssen mit viel Flüssigkeit dreimal am Tag genommen werden. Bitte beachten Sie bei der Empfehlung  jeweils die Informationen der Produkt-Hersteller.

Patienten, die unter Migräne leiden, möchten natürlich vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Dazu bietet der Handel ein großes Sortiment an verschiedenen Mitteln. Klassische Präparate haben aber eines gemeinsam, sie haben Nebenwirkungen und sind zudem auch nicht immer gut verträglich. Viele Betroffene suchen darum nach Heilpflanzen, die den gleichen Aspekt erfüllen.

Mutterkraut ist in Deutschland eher unbekannt, was sich in den letzten Jahren geändert hat. In der Vergangenheit waren es eher die Engländer, die die Pflanze genutzt haben. Dabei hat das Kraut diverse Eigenschaften, die sich Liebhaber von Naturheilmitteln zunutze machen können. Darunter fallen, dass Schmerzen gelindert werden können und eine Blutgerinnung gesenkt werden kann. Es wirkt weiterhin fiebersenkend und verringert den Serotoninspiegel.

Die Wirkstoffe, die zur Verwendung kommen können, stecken in den überirdischen Bestandteilen des Mutterkrauts. Kampfer ist besonders schnell herauszufinden, denn das wird am Geruch erkannt. Die Pflanze gilt im Übrigen als gut verträglich, sodass zwei bis drei frische Blätter am Tag schon helfen können. Wer sich sein Kraut nicht selber suchen möchte, kann in der Apotheke entweder loses Mutterkraut oder die Tablettenform erwerben.

Lebensqualität erhöhen

Migräne Patienten sind deutlich eingeschränkt, wenn es um die Lebensqualität geht. Mutterkraut kann helfen, wenn es um die Häufigkeit und die Schwere eines Migräneschubs geht. Besser ist es auf jeden Fall, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Nichts ist dazu besser geeignet, als Mutterkraut, wenn es um das Thema Naturheilkräuter geht.

Zu kaufen gibt es Mutterkraut als Kapseln, Tabletten und als Extrakt, wobei zwischen gemahlen und geschnittenem unterschieden werden muss. Der Extrakt eignet sich wunderbar, wenn Tee selber zubereitet werden soll. Wer unter Migräne Attacken zu leiden hat, sollte den Tee am besten nach der Mahlzeit zu sich nehmen.

Mutterkraut ist eine eher anspruchslose Pflanze, die während ihrer Blütezeit kleine weiße Blüten hervorbringt. Bevorzugt werden von ihr Lehmböden und oftmals wird sie Wildpflanze entdeckt. Sie kann jedoch problemlos auch im eigenen Garten angebaut werden, dazu bieten Gärtnereien oder Pflanzenshops vorgezogene Pflanzen.

Bekannt wurde Mutterkraut durch Hildegard von Bingen, die eine Mutter der Naturheilkräuter war. Sie kochte aus den Blättern und Blüten eine schmackhafte Suppe, wobei sie Dinkelmehl, Öl und Butter zugab. Vorrangig wurde die Suppe bei Bauchschmerzen gereicht. Das Fett diente dazu, dass die Inhaltsstoffe leichter vom Körper aufgenommen werden konnten.

Innere Anwendung:Tee, Tinktur, frische Blätter
Äußere Anwendung: Umschläge aus Tee, Fußbad, gegen geschwollene Füße

Zur Anwendung eignet sich am besten ein Tee aus Mutterkraut. Es können auch 1 bis 4 Blätter am Tag gekaut werden.

Vorsicht:
Frische Blätter können ein Brennen im Mund nach sich ziehen. Damit das nicht der Fall ist, sollten sie getrocknet werden. Die Anwendung von frischen Blättern, sollte einen Zeitraum von 4 Wochen nicht überschreiten. Vorzugsweise sollten frische Blätter immer unter Zugabe von ein wenig Butter genossen werden.

Andere Namen für Mutterkraut:

  • Brösel Kraut
  • Mägdeblume
  • Matram
  • Matronen Kraut
  • Mutterkamille

Mutterkraut ist in der freien Natur nicht leicht von Kamille oder dem Gänseblümchen zu unterscheiden. Die Blätter sind gelbgrün, wobei sich immer drei bis sieben Blüten als Paar zusammenfassen. Das Kraut verströmt einen aromatischen Duft und wer bei der Suche auf der sicheren Seite sein möchte, sollte auf die Blätter achten. Diese unterscheiden sich maßgeblich von denen der Kamille.

Unter anderem ist Mutterkraut auch in der heimischen Küche zu nutzen. Beispielsweise, kann ein Salat damit angereichert werden oder das Kraut wird zu einem gutschmeckenden Brotaufstrich verarbeitet. Da sich der Geschmack als leicht bitter herausstellt, sollte ein anderer dominierender Geschmackträger dazu kommen.

Mutterkrautsirup kann ohne große Umstände selber hergestellt werden. Dazu werden eine Handvoll getrockneter Blätter und Blüten mit Weißwein übergossen, sodass alles gut bedeckt ist. Für rund 3 Wochen kommt der Sud dann ins Dunkle, erst dann wird er erhitzt ( nicht kochen ). Nachdem das Kraut gut ausgedrückt wurde, muss die gleiche Menge an Honig untergerührt werden. Den Sirup sollte der Nutzer nicht zu lange lagern und im Kühlschrank aufbewahren. Teelöffelweise hilft der Sirup bei:

  • Asthma
  • Heuschnupfen
  • Bronchitis
  • Kopfschmerzen
  • Leberträgheit

In der Naturheilkunde werden vor allen Dingen die blühenden Sproßspitzen verwendet. Diese sind von Juli bis August an der Pflanze zu finden. In der Naturmedizin wird Mutterkraut für Bäder, bei Erkältung, bei Schlaflosigkeit und bei Verdauungsstörungen empfohlen.

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