Die Preiselbeere – das Gesundheitswunder ?

Nicht jeder ist ein Fan der Preiselbeere, denn im Geschmack ist sie roh verzehrt, ein wenig bitter. Als Beilage zu Wildgerichten oder einem gebackenen Camembert, kann sie allerdings ein echtes Geschmackswunder sein. Es sind gerade diese herben Eigenschaften, die die Beere zu einer wertvollen Heilpflanze machen, die schon seit Jahrhunderten genutzt wird.

Besonders bei Erkrankungen der Harnwege, wie zum Beispiel einer Blasenentzündung verschafft sie schnell Linderung. Ihre Schwester, die Bärentraube, weist übrigens ähnliche Eigenschaften auf. Die Preiselbeere, gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae).

Geschichte der Preiselbeere

Die Preiselbeere ist in trockenen Wäldern, in der Mehrzahl unter Kiefern zu finden. Der eher kleine Strauch wächst sowohl im Hochmoor, als auch im Gebirge. Häufig kann er in der näheren Umgebung von Heidelbeeren gefunden werden, mit denen die Frucht auch verwandt ist.

Während ihrer Reife verfärben sich die kleinen Beeren von weiß ins Rote, dabei besitzen sie ein saftiges Fruchtfleisch. Da sie im rohen Zustand säuerlich – herb schmecken, werden sie in der Regel zu Kompott, Marmelade oder zu Saft verarbeitet.

Die Kultur –Preiselbeere glänzt mit Namen wie „Erntekrone“, „Erntedank“ oder „Koralle“. Heute wird die Beere bei uns nicht mehr so häufig verarbeitet, denn mittlerweile wurde sie von der Cranberry abgelöst, die dreimal so groß ist.

Schon im 12. Jahrhundert, wurde die Preiselbeere von Hildegard von Bingen empfohlen. Damals sollte sie gegen verstopften, schmerzhaften Monatsfluss bei Frauen wirken. Lange vor ihrer Zeit, fanden nordamerikanische Indianer heraus, dass die Beere, ein optimales Heilmittel gegen Wunden war, die durch giftige Pfeilspitzen entstanden. Mit dem Saft der Preiselbeeren wurden sie entweder ausgewaschen oder in Form von Umschlägen geheilt

Im Geschmack punkten Preiselbeeren im Spätsommer, während der eigentlichen Beerensaison. Im Handel erhältlich sind frische Beeren von August bis Oktober, leider meistens als Importware. Im Glas allerdings, kann sie der Verbraucher, das gesamte Jahr über erwerben.

Inhaltsstoffe der Preiselbeere

Rot, klein und rund, vor allen Dingen aber gesund. Das ist Kurzbeschreibung der Preiselbeere. Preiselbeeren sind in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich, es gibt sie als Tee, Granulat, als Saft oder als Zutat in bestimmten Backwaren.

Eine Verwechslung mit den Cranberrys ist manchmal schnell geschehen, obwohl die Beeren aus Amerika deutlich süßer schmecken und zudem auch um einiges größer sind. Preiselbeeren sind wahre Wirkstoffbomben, denn sie enthalten unter anderem:

  • Magnesium
  • Kalzium
  • Kalium
  • Vitamin C
  • Beta – Carotine

Das ist jedoch noch nicht alles, denn auch Benzoe – und Salicylsäure, sowie die Vitamine B1, B2 und B3 sind in den Früchten zu finden. Zudem ist die Beere reich an Vitalstoffen, wie Eisen, Vitamin E, Vitamin C und Kupfer.

Besonders in der Naturheilkunde wird die Preiselbeere ( Vaccinium vitis – idaea Linne) geschätzt. Sie ist nicht nur eine schmackhafte, sondern auch vitaminreiche und heilsame Frucht. In der heutigen Zeit, wissen sogar Wissenschaftler die Frucht zu schätzen, sie wird überwiegend zur Heilung von Harnwegserkrankungen eingesetzt.

Insbesondere handelt es sich hierbei um kondensierte Tannine, die auch als Proanthocyane bekannt sind. Die isolierten Substanzen aus den Preiselbeeren verhindern die Anbindung von E. coli an die Zellen des Harntraktes. Hierdurch wiederum kann verhindert werden, dass Bakterien sich nicht in der Blase festsetzen und so für Infektionen sorgen.

Das Angro der Wirkstoffe befindet sich in den Blättern, die Arbutin, Ericolin und Gerbstoffe enthalten. Natürlich sind auch die Beeren nicht ohne, denn diese enthalten:

  • Apfel -, Zitronen -, Oxal – und Bernsteinsäure
  • Gerbstoffe
  • Zucker
  • Pektin
  • Vitamine

Tipp:
Vor allen Dingen bei Harnwegsentzündungen sollten Patienten die Beeren nutzen, denn sie haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber einem Antibiotikum, es gibt keinerlei Nebenwirkungen und auch die Darmflora wird nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Die Beeren sind wunderbare Quellen vom Vitamin C. Diese wiederum braucht der menschliche Körper nicht nur für den Aufbau vom Bindegewebe, sondern auch für die Knochen. Zudem stärkt es das gesamte Immunsystem und schützt so vor Infekten aller Arten.

Anwendungsgebiete

Preiselbeeren enthalten den Wirkstoff Procyanidin, welcher in der Lage ist, bakterielle Infekte zu verhindern. In der Volksmedizin reicht dieses Wissen schon lange Zeit zurück, hier wurde die Frucht speziell bei Blasenentzündungen eingesetzt.

Im Handel kann der Verbraucher Preiselbeere – Spezialextrakt – Kapseln erwerben, die auf natürliche Art dafür sorgen, dass Schleimhäute der Harnwege, aber auch die im Mund nicht durch Bakterien angegriffen werden. Anwendungsgebiete im Einzelnen sind:

  • Blasenschwäche
  • Harnträufeln
  • häufiger Harndrang
  • akute und chronische Reizblase

Richtlinien für einzunehmende Mengen gibt es nicht, diese sollten je nach Wirkstoffgehalt dosiert werden. Der Behandlungszeitraum richtet sich nach Beschwerdegrad und es gibt unterschiedliche Darreichungsformen. Erhältlich sind bei uns Tabletten, Kapseln, Saft und auch Trinkgranulat. Verbraucher sollten im Übrigen beim Kauf darauf achten, dass möglichst viel Wirkstoff – Konzentrat im jeweiligen Produkt enthalten ist. Nur dann kann auch mit einer schnellen Linderung gerechnet werden.

Speziell bei Blasenentzündung kann die Preiselbeere folgende Heilwirkung haben:

  • antibakteriell
  • beruhigend
  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • adstringierend

Weitere Anwendungsbereiche sind Blasensteine, erhöhter Cholesterinspiegel, Durchfall, Fieber und Gicht. Appetitlosigkeit kann mit Präparaten, die Preiselbeeren beinhalten behandelt werden, wie auch Blasensteine, Bettnässen oder Husten.

Hilfreich ist die Preiselbeere weiterhin bei Nierenbeckenentzündungen, Rheuma und Kopfschmerzen. Die verwendeten Pflanzenteile sind die Beeren, als auch die Blätter. Im Volksmund hat die Preiselbeere zahlreiche Synonyme, hier heißt sie: Klosterbeere, Klunderbeere oder Kranichbeere. Namen wie Steinbeere, Winteräpfelchen, Winterkirsche oder Mehlbeere sind keine Seltenheit.

Diejenigen, die Beeren oder Blätter selber einsetzen möchten, um sich einen schmackhaften Tee zu kochen, können dies auch in Form von einem Mischtee versuchen. Geeignete Kräuter sind hierbei die Goldrute, der Hauhechel, Birke und auch Kamille.

Nähwerttabelle Preiselbeere pro 100 Gramm

Eiweiß:0,0 Gramm
Fett:0,0 Gramm
Kohlehydrate:5,0 Gramm
Ballaststoffe:2,4 Gramm
Kalorien:25 kcal/ 105 KJ

Roh werden die Beeren kaum verzehrt, dafür aber umso mehr als ständiger Begleiter von Wildgerichten, in Form von Konfitüre, geschätzt. Darüber hinaus haben sie ein breites Spektrum bei naturmedizinischen Anwendungen, als vitaminreicher Saft oder als Aufguss, der aus getrockneten Blättern hergestellt wird.

Wichtiges in Kürze:

Die Preiselbeere ist die Heilpflanze, wenn es um eine antibakterielle, harntreibende und entzündungshemmende Wirkung geht. Ernährungsphysiologisch ist der enorm hohe Gehalt an den Vitaminen B 1 bis 3, Vitamin C und Beta – Karotin hervorzuheben. Sie ist ein wahrer Fatburner, dank ihrem hohen Anteil an Chrom und die kleine Beere ist ein reines Naturprodukt.

Der eher saure Geschmack wird durch die enthaltenen Fruchtsäuren hervorgerufen. Beliebt ist sie dagegen wegen ihres säuerlichen herben Geschmacks. Da die Frucht unempfindlich gegenüber Minustemperaturen ist, gibt sie diese Form von Widerstandsfähigkeit an die Personen weiter, die sie verzehren.

Sollten Verbraucher frische Beeren bevorzugen, ist Schnelligkeit angesagt. Beim Kauf sollte ebenso auf eine maximale Frische geachtet werden. Da die Inhaltsstoffe sehr empfindlich sind, wird eine längere Lagerung nicht angeraten. Alternativ kann auf Tiefkühlware zurückgegriffen werden, die natürlich enthaltene Benzoesäure ist somit lange haltbar.

Idealerweise sollten die frischen Beeren zu Kompott und Marmelade oder Saft verarbeitet werden. Allerdings gibt es noch eine weitere Möglichkeit, damit der Nutzer einen längeren Zeitraum von den Beeren profitieren kann.

Konservieren ist das Zauberwort, damit ist auch der saure und herbe Geschmack verschwunden. Die Beeren können dann ähnlich, wie beispielsweise Rosinen, eingesetzt werden. Im Frühstücksmüsli sorgen sie in dieser Form für ein echtes Powerpaket.

Wissenswertes über die Preiselbeere

Die Preiselbeere gehört zur Gattung der Heidelbeeren und ist somit ein Heidekrautgewächs. Im Volksmund wird sie auch als Moosbeere, Riffelsbeere oder Kronsbeere genannt. Typisch ist der saure Geschmack, weshalb sie in der Regel als Marmelade, Konfitüre oder als Saft verzehrt wird.

Die Frucht muss nicht zwangsläufig in mühseliger Kleinarbeit gesammelt, sie kann durchaus auch im heimischen Garten kultiviert werden. Die beste Pflanzzeit ist von September bis Oktober, wenn es sich um eine vorgezogene Topfpflanze handelt. Das Einpflanzen selber stellt keine große Herausforderung dar, denn sie ist nicht anspruchsvoll.

Der Boden muss allerdings aufgelockert, sandig, humusreich und sauer sein. Der Abstand der einzelnen Pflanzen sollte rund 30 Zentimeter betragen, zudem bevorzugt die Preiselbeere einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Sie kann aber auch als Boden Decker fungieren, hierbei wird sie zu einem hübschen Highlight im eigenen Garten.

Außer einer regelmäßigen Bewässerung, benötigt die Preiselbeere nichts. Düngen ist nicht nötig, ebenso wie weitere Pflegemaßnahmen. Die ersten Blüten können von Ende Mai bis in den August hinein bewundert werden. Da die Pflanze an sich sehr robust ist, braucht der Gärtner auch nicht mit Schädlingen oder etwaigen Krankheiten zu rechnen.

In der Vielzahl wird die Preiselbeere gern mit der Cranberry verwechselt. Beide sind zwar verwandt, aber nicht dieselbe Frucht. Die Cranberry ist eine Moosbeere, die den weiten Weg in unsere Küchen von Amerika aus geschafft hat. Im Vergleich ist sie größer, hat jedoch nicht entfernt so viele Wirkstoffe wie unsere Preiselbeere.

Preiselbeere versus Cranberry

Die Preiselbeere ist überwiegend in Europa und Asien zu finden. Sie wächst an einem aufrechten Strauch, der breite Blätter aufweist. Der Strauch selber bekommt maximal eine Höhe von rund 40 Zentimeter und wächst wild, bevorzugt in Nadelwäldern oder auch in Mooren.

Die amerikanische Cranberry (Vaccinium macrocarpon) hingegen, wächst an Ranken kriechend, der Länge nach über den Boden. Die Blätter sind spitz und schmal zulaufend. Zu verwechseln sind beide Früchte eher nicht, denn sie unterscheiden sich maßgeblich in der Größe. Während die Preiselbeere etwa so groß wie eine Erbse ist, zeichnet sich die Cranberry mit ihrer Größe aus. Sie kann durchaus den Umfang einer Kirsche oder einer Olive erreichen.

Die Inhaltsstoffe ähneln sich, denn beide haben organische Säuren, Pektine und andere Ballaststoffe. Bei der Preiselbeere sind besonders wertvoll, die enthaltene Phenosäure und die Gerbstoffe. Diese machen ihre entzündungshemmenden Eigenschaften aus. Die Beeren haben noch bis Ende Oktober Hochsaison, werden in der Mehrzahl jedoch aus Nord – und Osteuropa importiert.

Cranberrys hingegen können Verbraucher bis Januar in gut bestückten Supermärkten erwerben. Beim Einkauf sollten sie darauf achten, dass die Beeren weder braune Flecken, noch Runzeln aufweisen. Frische Früchte sind gut zu erkennen, denn sie haben eine glatte Oberfläche, sollten jedoch vollkommen ausgereift sein.

Trockenfrüchte der Cranberrys sind als Nektar, Gelee, Soßen und anderen Produkten verarbeitet. Getrocknete Früchte können außerhalb der üblichen Saison im ganzjährigen Sortiment für viele unterschiedliche Rezeptideen genutzt werden. Hierzu sollte sie der Nutzer im Vorfeld in Apfel – oder Cranberry Saft einweichen.

Als Heilpflanze kann die Preiselbeere innerlich und äußerlich zur Anwendung kommen. In der Naturheilkunde werden die Blätter von Mai bis August und die Früchte von August bis September eingesetzt.

Hinweis:
Obwohl die Preiselbeere ein reines Naturprodukt ist, sollten Nutzer um eine optimale und positive Wirkung zu erreichen, immer Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt halten.

 

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