Roter Ginseng – Wurzel mit Heilkraft ?

Der rote Ginseng wird speziell in der chinesischen Medizin seit Jahrtausenden eingesetzt. Die Wirkungen wurden überprüft und für richtig befunden, was Wissenschaftler oftmals in Erstaunen versetzte. Die Bandbreite der heilenden Wirkungen ist beachtlich, denn er kann nicht nur die Leistungsfähigkeit steigern, sondern ist auch bei Hormonschwankungen oder Schlafstörungen äußerst hilfreich.

Der rote Ginseng soll sogar von Nutzen sein, wenn eine Krebstherapie ansteht oder der Stoffwechsel aktiviert werden muss. Der Unterschied zwischen dem weißen und dem roten Ginseng ist relativ klein, denn der rote Ginseng wird nach der Ernte nur speziell verarbeitet.

Pflanzenkunde: roter Ginseng

In Asien ist die Ginseng Wurzel das Sinnbild für ein langes Leben und vor allen Dingen für Gesundheit. Vor tausenden von Jahren war es allerdings nur höhergestellten Personen, wie zum Beispiel dem Kaiser und der Kaiserin vorbehalten, den roten Ginseng auch zu nutzen.

Die eigentliche Pflanze wächst nur in Mittelgebirgen, daher war es relativ schwierig, sie zu ernten. Die Wurzeln waren zudem in der Lage, sehr alt zu werden, dass machte die Suche noch einmal interessanter, denn je größer sie war, desto mehr Heilwirkung wurde ihr nachgesagt.

Als es schließlich an der Zeit war, dass auch „arme Leute“, die rote Ginseng Wurzel nutzen wollten, begann man, den Ginseng zu kultivieren. Einfach war das Unterfangen allerdings nicht, denn die Pflanze bedarf einer aufwendigen Pflege. Sie muss nicht nur von allen Seiten eine Beschattung haben, sondern auch an Erde und das Klima stellt sie allerlei Ansprüche.

Die Wurzel an sich war eine gute Einnahmequelle, deshalb unterlag der Anbau, als auch der Handel, strengen Auflagen. Bis heute bringt der rote Ginseng einen stattlichen Betrag, obwohl das Monopol für den Ginseng schon seit 1997 aufgehoben wurde.

Inhaltsstoffe vom roten Ginseng

Im Grunde genommen, ist der rote Ginseng, derselbe wir der Weiße. Erst durch die Behandlung, die zur längeren Haltbarkeit nötig ist, bildet die Wurzel ihre rote Farbe. Nach dem Waschen, wird diese über mehrere Stunden mit heißem Dampf behandelt. Die Wurzel antwortet, denn der enthaltene Zucker reagiert zusammen mit der freigesetzten Aminosäure und so bekommt der Ginseng sein rotes Aussehen.

Die Wurzel des roten Ginsengs (eigentlich weißen Ginsengs) beinhaltet, die wohl höchste konzentrierte Heilkraft, die es je bei einer Pflanze gegeben hat. Sie ist nährstoffreich, denn nach Analysen besitzt sie bis zu 150 unterschiedliche Substanzen. Die enorm hohe Kraft bezieht die Wurzel aber nicht aus den einzelnen Wirkstoffen, es macht eher das Zusammenspiel.

Die Hauptwirkstoffe bilden Saponine, die ähnlich wie die Steroidhormone beschaffen sind. Diese wirken wiederum wie Kortison oder Sexualhormone. Bis heute sind 200 verschiedene Saponine bekannt, die im roten Ginseng gefunden wurden. Neben diesen enthält die Wurzel noch:

  • Fettsäuren
  • Aminosäuren
  • Peptide
  • Steroide
  • Terpene
  • Cholin

Das ist nicht alles, denn auch verschiedene Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin C und B, Mineralstoffe wie Natrium, Magnesium, Phosphor, Kalium, Kalzium und Spurenelemente wie Bor, Vanadium, Mangan, Eisen, Kobalt, Kupfer, Zink, Arsen, Molybdän und Germanium gehören zu den Inhaltsstoffen.

Die wohl wichtigste Substanz im Ginseng sind die Saponine, die die größten medizinischen Wirkungen besitzen. Diese werden in der Regel als Ginsenoside bezeichnet, das sie charakteristisch für die Wurzel sind. Die meisten Inhaltsstoffe konzentrieren sich in der äußeren Schicht des Ginsengs.

Hauptwurzel:Ginsenosidgehalt: 1 bis 1,5 Prozent
Nebenwurzeln:Ginsenosidgehalt: 1,5 bis 3 Prozent
Haarwurzeln:Ginsenosidgehalt: 7 bis 12 Prozent

Zudem enthält der rote Ginseng jede Menge an ätherischen Ölen, die nochmals aus rund 200 Einzelstoffen bestehen. Diese haben eine antibakterielle und eine antimikrobielle Wirkung. Die Öle bewirken, dass Bakterien bekämpft werden, indem sie die Einzeller am Wachstum und der Vermehrung hindern. Zudem weisen ätherische Öle eine beruhigende (sedative) entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Wirkung auf.

Die Saponine haben eine wassertreibende (aquaretisch) und eine schleimlösende (sekretolytisch) Eigenschaft, womit sie antibiotisch und verdauungsfördernd wirken. Dadurch sind sie in der Lage, zähen Schleim in Bronchien zu verflüssigen, sodass besser abgehustet werden kann.

Ginseng Drogengewinnung ?

Die Wurzeln des roten Ginsengs werden in erster Linie zu pharmazeutischen Zwecke verwendet. Hier allerdings wird streng zwischen weißem und roten Ginseng unterschieden. Handelt es sich um weiße Wurzeln, werden diese direkt nach der Ernte mit Schwefeldioxid gebleicht, dann geschält und getrocknet, sodass die weiße Farbe erhalten bleibt.

Die rote Variante entsteht, wie schon erwähnt, durch Abbrühen und Trocknen durch Wasserdampf. In Deutschland wird überwiegend der weiße Ginseng zur Drogengewinnung und somit zu medizinischen Zwecken genutzt.

Die Droge besteht aus der getrockneten Wurzel, charakteristisch ist bei ihr die zylindrische Form, die bis zu 20 Zentimeter lang werden kann. Der Geruch der Droge wird mit schwach aromatisch beschrieben, wobei der Geschmack leicht bitter ist, dann süßlich wird und eine schleimige Konsistenz aufweist.

Anwendungsgebiete von rotem Ginseng

Der rote Ginseng wirkt ebenso wie der Weiße gegen freie Radikale. Das sind Sauerstoffverbindungen, die im menschlichen Körper aggressiv auftreten können. Sie sorgen dafür, dass Fette, Eiweiße und auch Erbmaterial geschädigt werden.

Freie Radikale entwickeln sich, wenn:

  • sich Personen einer zu starken Sonneneinstrahlung aussetzen
  • sich ungesund ernähren
  • Menschen mit Radioaktivität zu tun haben

Diejenigen, die roten Ginseng regelmäßig zu sich nehmen, stärken ihre Widerstandskraft.

Vorsicht:
Personen, die unter einer Autoimmunkrankheit wie zum Beispiel, einer rheumatoiden Arthritis oder an Morbus Crohn leiden, sollten auf roten und weißen Ginseng verzichten. Durch Ginseng wird das schon überaktive Immunsystem noch mehr gestärkt. Auch vor Operationen sollten keine Ginseng haltigen Präparate zu sich genommen werden, da diese blutverdünnend wirken und somit das Risiko einer Blutung während der Operation erhöht wird.

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist die Heilwirkung von rotem Ginseng schon seit mehr als 5000 Jahren bekannt. In der Zwischenzeit hat sich der rote Ginseng über den gesamten Erdball verbreitet, denn ihm wird nicht nur nachgesagt, es sei ein lebensverlängerndes, sondern auch ein verjüngendes Heilmittel.

Weitere Anwendungsgebiete:

  • Wundheilung
  • Entgiftung
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Regulierung der Verdauung
  • Verbesserung der Allgemeinbefindlichkeit
  • Prophylaktisch gegen Erkrankungen
  • Schnellere Rekonvaleszenz bei einer abklingenden Krankheit

In der Volksheilkunde basiert die Wirksamkeit in erster Linie auf Erfahrungen. Wissenschaftliche Studien existieren nicht, aber Anwendungen mit Ginseng oder dem roten Ginseng sind bekannt. Dazu gehören beispielsweise, Diabetes, Impotenz oder allgemeine Beschwerden in den Wechseljahren. Magen – Darm – Beschwerden werden ebenso behandelt wie Atemwegserkrankungen.

Tipp:
Es gibt eine enorme Anzahl an Ginseng Präparaten im Handel. Wer keine minderwertigen Produkte kaufen möchten, sollte sich hochwertige Präparate aus der Apotheke besorgen. Aufgrund unterschiedlicher Verarbeitungsformen, wird in Deutschland zwischen weißen und rotem Ginseng unterschieden .Bei uns findet in der Hauptsache, die weiße Ginseng Wurzel Verwendung, diese stammt vom hochwertigen koreanischem Ginseng.

Ginseng Wurzel Präparate werden eingesetzt bei:

  • Müdigkeits – und Erschöpfungszustände
  • Rekonvaleszenz nach Krankheit
  • Geistige und körperliche Leistungsfähigkeit

Dosierung und Einnahme

Angeboten werden in der Apotheke hauptsächlich Ginseng – Fertigpräparate in Form von Tabletten, Kapseln, Pastillen, Lösungen oder Teezubereitungen. Damit die optimale Wirkung eintritt, wird eine Dauereinnahme von 3 bis 4 Wochen empfohlen. Eine Kur sollte die Dauer von maximal 3 Monaten nicht überschreiten. Um eine neue Kur zu beginnen, sollte zwischen beiden Anwendungen eine Pause von 3 Monaten erfolgen.

Die Tagesdosis der Droge sollte, 1 bis 2 Gramm nicht überschreiten. Fertigpräparate aus der Apotheke dürfen nur streng nach Packungsbeilage eingenommen werden. Es sei denn, der konsultierte Arzt hat etwas anderes verordnet. Diejenigen, die sich für wasserlösliches Pulver entschieden haben, können dieses entweder in Wasser, in Saft oder im Tee auflösen und zu sich nehmen. Hierbei dürfen ein halber Teelöffel mit etwa 200 ml Flüssigkeit gemischt werden.

Um eine Wirkung zu unterstützen oder zu intensivieren, werden gern Ginseng Präparate mit anderen Heilpflanzen kombiniert. Zu den entsprechenden Pflanzen gehören unter anderem Löwenzahn, Ginkgo oder die Taiga Wurzel.

Nebenwirkungen der Wurzel

In der chinesischen Medizin wird die Ginseng Wurzel seit Jahrtausenden verwendet, hierbei kam es zu keinen Nebenwirkungen. Solange sich die Dosierung in einem normalen Rahmen befindet, ist also kaum mit Nebenerscheinungen zu rechnen. Es soll jedoch vereinzelt zu Wechselwirkungen mit anderen Mitteln gekommen sein, es ist daher zu empfehlen, roter Ginseng Präparate morgens einzunehmen. Wird die Einnahme auf den späten Abend verlegt, kann es unter Umständen zu Schlafstörungen kommen.

Weitere Beschwerden, die im Zusammenhang mit rotem Ginseng aufgetreten sein sollen, sind:

  • Bluthochdruck
  • Nervosität
  • Schweißausbrüche
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Magen – Darm – Beschwerden
  • Zwischenblutungen

Hinweis:
Alle aufgelisteten Nebenwirkungen, wurden nicht im Rahmen kontrollierter Studien bestätigt. Hierbei handelt es sich lediglich um einzelne Personen, die ihre Erfahrungen in Kommentaren, in Foren und Kurzberichten beschrieben haben. Ein Grund für Nebenwirkungen können minderwertige Produkte aus der roten Ginseng Wurzel sein.

Was bewiesen ist, die rote Ginseng Wurzel unterstützt die Konzentration, sowie auch die Leistungsfähigkeit. Müdigkeit wird vermindert und Erschöpfungszustände nehmen ab. Wichtig ist, roter Ginseng sorgt dafür, dass das menschliche Immunsystem gestärkt wird. Das hat zur Folge, dass der Körper eine Art Schutzschild gegen etwaige Erkrankungen aufbaut. Bei Erkrankungen unterstützt roter Ginseng den schnelleren Heilungsprozess.

Wissenswertes über roten Ginseng

Bei dem roten Ginseng handelt es sich um die Pflanze Panax Ginseng, die zur Familie der Araliengewächse gehört. In der Hauptsache ist sie in bewaldeten Gebirgsregionen im nördlichen Korea zu finden, auch im Nordosten von China und Sibirien kommt sie vor.

Der rote Ginseng wird zu den Adaptogenen gezählt. Hierunter versteht der Fachmann Stärkungsmittel, die eine aktivierende Wirkung auf den menschlichen Körper, aufweisen. Dennoch gibt es Personen, die Ginseng mit Bedacht einnehmen sollten, hierzu gehören zum Beispiel Diabetiker, da die Wurzel einen stark senkenden Effekt auf den Blutzucker hat. Die Einnahme kann hierbei die Einstellung von Insulin erschweren.

Ginseng Produkte gibt es im Handel in unterschiedlichen Varianten. Sie stehen entweder in Form von Konzentrationen, Wirkungen und natürlich auch in verschiedenen Preisklassen zur Verfügung. Roter Ginseng kann als Suppe konsumiert werden oder in Tee und Kaffee zu sich genommen werden. Mittlerweile ist Ginseng sogar in Bonbons und Keksen enthalten. Hierbei handelt es sich in der Regel jedoch um weißen Ginseng.

Ginseng findet sich außerdem in diversen alltäglichen Dingen wie, in Cremes, im Shampoo oder in Ölen. Verbraucher nutzen ihn zum Kochen, Braten, zum Dünsten oder Frittieren, daher findet er nicht selten, Verwendung in den deutschen Küchen.

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