Shatavari – „Die Frau mit 100 Männern“

Shatavari wird vor allem von Frauen mit Kinderwunsch verwendet, um die Fruchtbarkeit zu steigern. Wortwörtlich bedeutet Shatavari „eine Frau, die 100 Männer hat“. Doch nicht nur der Wunsch nach einer Schwangerschaft lässt Frauen zu dieser Pflanze greifen. Auch Frauen in den Wechseljahren verwenden die Heilpflanze sehr gern, denn sie hat eine ausgleichende Wirkung auf den Organismus und wirkt verjüngend. Im indischen Ayurveda gehört Shatavari zu den wichtigen Frauen-Heilpflanzen. Die Pflanze kann aber noch wesentlich mehr und soll stresshemmende und angstlösende Eigenschaften besitzen.

Shatavari – Ausflug in die Botanik

Shatavari (Asparagus racemosus) ist eine Spargelart, die in Indien wächst und als kleiner und dorniger sowie kletternder und vielverzweigter Busch mit einem Wurzelstock wächst. Er besteht aus vielen kleinen, 30 bis 100 Zentimeter langen und bis zu zwei Zentimeter dicken Wurzeln und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu drei Metern.

Die Blätter des indischen Spargels sehen wie weiche Nadeln aus, zwischen Juli und August ist die Blütezeit. Dann zeigt die Pflanze weiße Blüten, aus denen sich später rote Beeren entwickeln. Diese Beeren sind etwa sieben Millimeter dick und enthalten einen Samen.

Der wilde Spargel kann in höher gelegenen Regionen bis über 1.400 Meter wachsen.

Die Vermehrung selbst erfolgt über die Samen der Pflanze. Die Samen des indischen Spargels werden zwischen März und Juni ausgesät. Zunächst sollte sich die Shatavari in einem Topf entwickeln, im Juni kann sie dann ausgepflanzt werden.

Bis zu Minus sechs Grad Celsius ist Shatavari winterhart, im Winter sollte der Wurzelstock dennoch ausgegraben und in einem kühlen Keller oder an einem anderen frostfreien Ort überwintert werden. Für eine gute Entwicklung der Wurzeln der Pflanze ist ein sandreicher, nährstoffreicher und frischer Boden notwendig. Außerdem wächst Shatavari bevorzugt an einem halbschattigen Standort.

Shatavari: Inhaltsstoffe und Wirkung

Von Shatavari werden Wurzeln und Blätter verwendet. In der Wurzel sind so genannte Shatavarine (Saponinenverbindungen) enthalten. Zudem finden sich darin Sarsasapogenin, Flavonoide und Rutin sowie Kampferol.

Shatavari zeigt ein breites Wirkspektrum. Den Inhaltsstoffen werden dabei folgende Wirkeigenschaften nachgesagt:

  • aprhodisierend
  • milchtreibend
  • antibakteriell und antiviral
  • immunstärkend
  • wurmtötend
  • antimykotisch
  • Wehen hemmend
  • schmerzstillend
  • entwässernd
  • nervenberuhigend und angstlösend
  • verjüngend
  • magenberuhigend
  • hypotonisch
  • hypoglykämisch
  • phagosytierend

Kommt es bei der Einnahme von Shatavari zu Nebenwirkungen?

Im Allgemeinen gilt Shatavari als sicher, toxische Wirkungen sind bislang nicht bekannt. Menschen mit Herz- oder Nierenproblemen sollte Shatavari jedoch nicht einnehmen, auch bei einer Allergie gegen Asparagus officinalis sollte auf eine Einnahme verzichtet werden. Unter Umständen kann die Anwendung von Shatavari eine Gewichtszunahme hervorrufen.

Shatavari soll zwar unterstützend für die Fruchtbarkeit und bei Kinderwunsch sein, für die Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit sind jedoch keine Erkenntnisse bekannt. Deshalb sollte auch dieser Personenkreis Shatavari nicht verwenden.

Shatavari und ihre Anwendungsbereiche

Im Ayurveda gilt Shatavari aufgrund ihrer Wirkweise als bedeutende Heilpflanze. Aufgrund ihrer Eigenschaften kann sie bei folgenden Beschwerden zum Einsatz kommen:

  • bei Blutungen der Gebärmutter
  • zur Verbesserung der Fruchtbarkeit
  • bei PMS (prämenstruelles Syndrom)
  • zur Linderung von Schmerzen
  • zur Förderung der Verdauung
  • zur Linderung von Angststörungen
  • hilfreich bei Magenkrämpfen und Durchfall sowie bei Magengeschwüren
  • zur Stärkung des Immunsystems
  • zur Unterstützung bei Alkoholentzug
  • zur Stärkung des Immunsystems
  • hilfreich bei Diabetes
  • zum Schutz vor Demenz
  • zur Linderung von Symptomen einer Bronchitis
  • zur Linderung von Beschwerden während der Wechseljahre
  • bei Schlafstörungen
  • bei Rückgang der Libido sowie bei Potenzproblemen
  • zur Verbesserung der Lernfähigkeit

Darreichungsformen von Shatavari

In der Regel wird von Shatavari das Pulver verwendet. Davon wird etwa ein Teelöffel mit 200 Millilitern Milch gemischt und dann aufgekocht. Danach kann die Mischung getrunken werden. Zur Verstärkung der befeuchtenden und aphrodisierenden Wirkung von Shatavari wird noch die Zugabe von einem Teelöffel Ghee (indischer Butterschmalz oder auch Sharkara (ayurvedischer Rohzucker) empfohlen.

Soll Shatavari gegen Verdauungsprobleme verwendet werden, dann wird einfach die Wurzel in der Milch abgekocht und das Gemisch getrunken.

Die Blätter von Shatavari können zur äußeren Anwendung auf die Haut gegeben werden. Dazu werden diese abgekocht, anschließend mit Ghee eingerieben und dann auf die Haut gelegt.

Neben Pulver gibt es auch Shatavari-Kapseln, zudem kann Shatavari in Form von Tee eingenommen werden.

Dosierungshinweise für Shatavari

Für medizinische Anwendungen ist nur die Wurzel der Shatavari vorgesehen. Als medizinisches Produkt wird meist Shatavari Kapla verkauft.

In Bezug auf die Dosiermengen wurden im Rahmen von Tierversuchen Mengen zwischen 100 und 200 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht angewendet. Es ist davon auszugehen, dass eine Übertragung dieser Werte auf den Menschen mit 16 bis 32 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht möglich ist. Somit sind folgende Dosierungen denkbar:

  • 1.100 bis 2.200 Milligramm für 75 Kilogramm
  • 1.400 bis 2.900 Milligramm für 100 Kilogramm
  • 1.800 bis 3.600 Milligramm für 125 Kilogramm

Da es sich hierbei jedoch um Ableitungen aus Tierversuchen handelt, können bislang keine eindeutigen Angaben dazu gemacht werden. Deshalb sollte vor der Anwendung Rücksprache mit dem Arzt oder einem auf Ayurveda spezialisierten Heilpraktiker erfolgen.

Shatavari – Wissenschaftliche Studien zur Wirkung der Pflanze

Mittlerweile wurden einige Studien zur Wirkung von Shatavari durchgeführt. Dabei handelt es sich jedoch vorrangig um Tierversuche, weshalb es bislang keine aussagekräftigen Informationen zur genaueren Wirkung beim Menschen gibt.

  1. Wirkung von Shatavari gegen Stress

In Rattenversuchen wurde ein Ethanol-Extrakt von Shatavari in Dosierungen in Höhe von 100, 200 und 400 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht. Im Anschluss daran wurden die Tiere unterschiedlichen Stress induzierenden Aktivitäten ausgesetzt. Das Ergebnis: In Abhängigkeit von der Dosierung konnte Shatavari eine mehr oder auch weniger Stress reduzierende Wirkung auslösen.

Während die Wirkung bei einer Menge von 100 Milligramm noch recht gering ausfiel, könnte eine bessere Wirkung bei einer Gabe von 400 Milligramm beobachtet werden.

Die Versuche lassen darauf schließen, dass es eine leicht Stress reduzierende Wirkung zu haben scheint. Jedoch wird davon ausgegangen, dass die Wirkung geringer ist, als bei anderen pflanzlichen Mitteln. (1)

  1. Wirkung von Shatavari auf die Lernfähigkeit

Bei einer Dosierung von 50 bis 200 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht scheint Shatavari innerhalb des cholinergen Systems pro-kognitive Wirkungen zu entfalten. Dieser Effekt scheint auf die Hemmung des Enzyms Acetylcholinesterase zurückzuführen zu sein. Weiterhin konnte festgestellt werden, dass es auch zu einem hemmenden Effekt auf das Enzym Pseudocholinesterase zu kommen scheint.

Im Rahmen einer Studie erfolgte die Verwendung eines Methanolextrakts mit 62,2 Prozent Saponingehalt. Eine Verbesserung des räumlichen Gedächtnisses konnte bei allen Dosierungen (50, 100, 200 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht) festgestellt werden. Daraus lässt sich schließen, dass Shatavari möglicherweise einen nootropischen Effekt bei niedrigen Dosierungen durch Acetylcholinesterase-Hemmung besitzt. (2, 3)

  1. Wirkung von Shatavari gegen Magengeschwüre

Ein einfaches Shatavari-Extrakt wurde in Rattenversuchen mit einer Dosierung von 100 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht verwendet. Dabei zeigte sich, dass dieses bei Stress induzierten sowie Indomethacin induzierten Geschwüre einen positiven Effekt mit sich bringt. (4)

In einem weiteren Versuch konnte das Ergebnis dann repliziert werden. Es zeigte sich, dass Shatavari außerdem dazu beiträgt, die Ausscheidung von Magensäure signifikant zu senken. (5)

In einer weiteren Studie wurden verschiedene Arten von Geschwüren genauer untersucht. Dabei zeigte sich, dass Shatavari bei Alkohol induzierten Geschwüren (11,8 Prozent) eine effektive Wirkung aufweist. Auch bei Cysteamin induzierten (85,3 Prozent) und Aspirin induzierten (75,1 Prozent) Geschwüren zeigt Shatavari positive Effekte. Dabei war die Schutzwirkung jedoch dosierungsabhängig – bei Alkohol induzierten Geschwüren waren die Dosierungen jedoch geringer. (6)

Die Versuche zeigen, dass Shatavari durchaus bei verschiedenen Geschwüren eine positive Wirkung aufweisen kann.

  1. Wirkung von Shatavari auf die männliche Sexualität

Im Rahmen einer Untersuchung mit Ratten, welche ein Extrakt aus Shatavari mit einer Dosierung von 200 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht erhielten, konnte eine Erhöhung der Testikel-Größe um 6,8 Prozent beobachtet werden. Auch konnte eine erhöhte Anziehungskraft auf weibliche Tiere festgestellt werden. Es zeigte sich bei der Untersuchung außerdem, dass die Effekte deutlich größer waren, als es durch die Gabe von 0,5 Milligramm Testosteron pro Körpergewicht zwei Mal pro Woche der Fall war.

Die Untersuchung zeigte weiterhin, dass sowohl die sexuelle Aktivität als auch die Erektionshäufigkeit und –dauer erhöht war. Deshalb lässt sich darauf schließen, dass Shatavari vermutlich auch eine aphrodisierende Wirkung zu besitzen scheint. (7)

Shatavari – Ayurvedische Heilpflanze mit verschiedenen Wirkungen

Asparagus racemosus gilt im Ayurveda als wichtige Heilpflanze und ist nicht mit dem üblichen Asparagus-Gemüse zu verwechseln. So wie es scheint, hat Shatavari positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus. Die Pflanze gilt als stärkend für das Immunsystem, soll die Verdauung positiv beeinflussen und auch die Libido verbessern können. Shatavari lässt sich in seiner Wirkung auch mit Ashwagandha und Panax ginseng vergleichen.

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(1) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22734253
(2)http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20594636
(3) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21843599
(4) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16387694
(5) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17135157
(6) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12686434
(7) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19139984

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