Muskatnuss – Droge oder Heilpflanze?

Sucht man den Begriff Muskatnuss im Internet, wird man jede Menge Seiten angezeigt bekommen, die darauf hinweisen, dass Muskatnuss eine pflanzliche Droge ist. Doch vordergründig ist sie allerdings eine Heilpflanze. Nutzt man sie hingegen als Rauschmittel, ist die Gefahr einer Überdosierung sehr hoch, was durchaus zum Tode führen kann. Ein 8-jähriger Junge ist nach dem Verzehr von 2 Muskatnüssen ins Koma gefallen und kurz danach gestorben. Muskatnüsse sind giftig, können aber durchaus zur Würzung von Speisen oder als Heilpflanze, in geringen Mengen verwendet werden.

Was ist eine Muskatnuss?

Eine Muskatnuss ist der Samenkern Muskatbaum Früchte. Nicht wie viele annehmen, die Frucht. Der Muskatbaum stammt von den Molukken, also den Gewürzinseln. Die Bäume können bis zu 100 Jahre alt werden und kann wildwachsend bis zu 15 Meter hoch werden. Jedoch werden die Bäume in den Muskatbaum-Kulturen auf einer Höhe von 6 Metern gehalten, damit die die Früchte besser abgeerntet werden können. Der Muskatbaum hat erst nach acht Jahren die ersten Früchte und erreicht ab dem fünfzehnten Jahr sehr ertragreiche Ernten.

Muskatnuss © mates Fotolia.com

Die Früchte des Muskatbaumes ähneln einer Aprikose. Von der Blüte bis zur Reifezeit vergehen neuen Monate, erst dann springen die Früchte auf und sie können geerntet werden. Nun wird das Fruchtfleisch wie auch der rote Samenmantel entfernt und die Schalen werden getrocknet. Erst, wenn sie ganz trocken sind, können die harten Schalen aufgeschlagen werden und so die Samen der Muskatnüsse geerntet werden. Doch auch der Samenmantel der Muskatnuss kann zum würzen verwendet werden. Dieser Samenmantel, auch Macis oder Muskatblüte genannt, wird im Handel als Pulver angeboten. Der Geschmack ist viel milder und zarter als bei der Muskatnuss selbst.

Wie wird die Muskatnuss als Heilmittel verwendet?

Die Muskatnuss kann innerlich wie auch äußerlich angewendet werden. Dabei sollte man allerdings besonders vorsichtig sein, damit es nicht zu einer Überdosierung kommt. Diesem Samen von der Gewürzinsel werden viele Eigenschaften nachgesagt, die Linderungen versprechen. Unter anderen soll die Muskatnuss helfen bei:

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Magenschwäche und Magenkrämpfe
  • Leber- und Gallenschwäche
  • Gicht
  • Rheuma
  • Kater
  • Schlaflosigkeit
  • Flechten, Ekzemen und Herpes
  • Gedächtnisschwäche
  • Herzschwäche

Um die Beschwerden zu lindern ist es möglich die Muskatnuss innerlich und äußerlich anzuwenden. Innerlich wird sie vorwiegend als Gewürz, also in Speisen, angewendet. Dies ist nämlich die wohlschmeckenste Form und gibt so dem Essen noch das gewisse Etwas. Reibt man regelmäßig ein wenig Muskatnuss in das Essen, kann dies das Verdauungssystem stärken und auch das Herz kräftigen. Die Muskatnuss soll sich vor allem auf die Darmtätigkeit positiv auswirken. Weiterhin hat sie eine entkrampfende Wirkung und hilft auch bei Magen-Darm-Infekten mit Durchfall.

Die Leistungsfähigkeit durch Muskatnuss steigern

Hildegard von Bingen schwor darauf, dass die Muskatnuss die Leistungsfähigkeit verbessert und dies ist heute noch in den zahlreichen Schriften nachzulesen. Doch schon im Mittelalter war dieser Samen des Muskatbaumes sehr beliebt, da er angeblich eine heilende Wirkung bei Pest hatte. Durch die antibakterielle Wirkung, die die Muskatnuss hat, ist der Gedanke gar nicht so abwegig und es könnte durchaus sein, dass dieser Samen die positive Wirkung hatte.

Doch auch den Appetit regt dieses Gewürz an und wird daher gerne eingesetzt, wenn eine längere Krankheit vorlag und der Patient keinen Appetit mehr hat. Aber auch bei seelischem Kummer oder bei der Umstellung von der Ernährung kann die Muskatnuss helfen um die Darmtätigkeit wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Muskatmilch hilft bei Schlafproblemen

Weiterhin kann man ein wenig Muskatnuss mit warmer Milch aufkochen, da sie so einen beruhigende Wirkung hat und vor allem bei Schlaflosigkeit sehr gut hilft. Dabei muss aber die Milch mit der geriebenen Nuss oder Macis aufgekocht werden, um die ätherischen Öle zu lösen. So kann sich die beruhigende Wirkung voll entfalten und die Schlaflosigkeit kann vielleicht schon bald der Vergangenheit angehören.

Die äußerliche Anwendung von Muskatnuss

Besonders in den Ländern, in denen die Muskatnuss angebaut wird, wissen die Menschen diesen Samen als Heilpflanze zu schätzen. Durch die ätherischen Öle, die antibakteriell wirken, kann auch eine äußerliche Behandlung stattfinden. Dazu wird eine frisch geriebene Muskatnuss mit Wasser zu einem dicken Brei vermischt und auf die entzündetet Stelle gegeben. Weiterhin können aber auch das ätherische Muskatnussöl in Cremes eingearbeitet werden, um dies auf die entsprechenden Hautstellen zu geben.

Doch auch hier ist Vorsicht geboten, da Monoterpene die Hauptinhaltsstoffe des Muskatnussöles ist. Diese können Hautirritationen hervorrufen und gerade bei empfindlicher Haut kann dies starke Reizungen der Haus auslösen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Muskatnussöl in ein Basisöl gemischt wird und zwar in einer sehr geringen Dosis. Dazu verwendet man einen Tropfen Muskatnussöl, welches in etwa 50 ml Basisöl gelöst werden.

Verspannungen durch Muskatnussöl lösen

Dieser kleine „Wundersamen“ hat aber noch weitere Eigenschaften und wird daher auch gerne bei Muskelkater, Verspannungen und rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Die Muskatnuss fördert die Durchblutung, ist schmerzstillend und erwärmend. Daher ist es schon vollkommen ausreichend, wenn man einen Tropfen Muskatnussöl auf die schmerzende Stelle reibt. Dabei sollte aber vorher getestet werden, ob Hautreizungen auftreten, da die Monoterpene im Muskatnussöl diese Reizungen auslösen können.

Die Seele mit Muskatnussöl ins Gleichgewicht bringen

Nicht immer läuft alles, wie es sein soll und das seelische Gleichgewicht gerät aus den Fugen. Auch hier kann die Muskatnuss helfen die Lebensfreude und das Selbstvertrauen wieder aufzubauen und zu stärken. Das Muskatnussöl kann die Nordrenalinproduktion, also den chemischen Botenstoff, der stimuliert und aktiviert, anregen und so die Antriebsschwäche und Trägheit wieder ins Gleichgewicht bringen. Hier hilft es schon, wenn ein Tropfen Muskatnussöl in eine Duftlampe gegeben wird, um diesen Botenstoff wieder zu aktivieren und das seelische Gleichgewicht wieder ins Lot zu bringen.

Aber auch, wenn man mental vollkommen erschöpft ist kann die Duftlampe eine wohltuende Wirkung hervorrufen. Das Muskatnussöl gibt Wärme und Geborgenheit und kann wieder Kraftreserven bringen. Jeder, der einen stressigen Job hat oder auch tagtäglich unter Stress leidet kann mit einem Tropfen Muskatnussöl neue Kraft schöpfen und wieder ins seelische Gleichgewicht kommen.

Das Liebesgewürz Muskatnuss

Schon bei den Araber und Indern war diese „Liebeskugel“ beliebt, da sie zu den Aphrodisiakas zählt und ihr eine stimulierende Wirkung nachgesagt wird. Der Lustmacher aus dem Gewürzregal wurde daher gerne in Wein oder Milch getrunken, um die Lust zu steigern und sich in einen Rausch zu versetzen. Wissenschaftlich ist die stimulierende Wirkung zwar nicht bewiesen, dennoch ist durchaus bekannt, dass dieses Gewürz halluzinogene Auswirkungen hat. Dies ist auf das ätherische Öl Myristicin zurückzuführen, dass über mehrere Tage zu euphorischen Zuständen führen kann. Myristicin ist ähnlich wie die Substanz, die in Ecstasy enthalten ist und als Partydroge gilt. Doch Vorsicht und nicht vergessen, in höheren Dosen ist die Muskatnuss giftig! Bereits bei einer Menge von 4 Gramm, die in den seltensten Fällen in der Küche erreicht werden, kann es zu einer Überdosierung kommen.

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Die Muskatnuss als Gewürz in der Küche

In der Küche ist die Muskatnuss kaum noch wegzudenken. Denn dieses unverwechselbare Arome gibt vielen Gerichten den letzten Schliff. Muskatnuss eignet sich nicht nur bei Stampfkartoffeln, auch bei Suppen oder Gemüse kann ein wenig geriebene Muskatnuss die Geschmacksnerven anregen. Vor allem bei Cremesuppen oder weißen Soßen ist ein Hauch Muskatnuss immer willkommen. Aber auch bei Gerichten mit Kohl und Hackfleisch passt das Aroma von Muskatnuss sehr gut. In der Weihnachtsbäckerei, vorrangig bei Lebkuchen, darf Muskatnuss nicht fehlen und gibt den unverwechselbaren Geschmack. Wer jedoch zu viel Muskatnuss nimmt, kann das Essen schnell geschmacklich verderben.

VORSICHT!
Schon 4 Gramm Muskatnuss können zu einer Überdosierung führen. Daher sollte mit diesem Gewürz sparsam umgegangen werden. Denn nicht bei jeder Muskatnuss sind die Inhaltsstoffe gleich hoch und so kann es durchaus sein, dass bei der nächsten Würzung schon ein Hauch zu viel sei kann.

Schwangere sollten auf keinen Fall Muskatnuss essen, da dieses Gewürz menstruationsfördernd wirkt.

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