Thymian - Wirkung und Anwendung - z.B. Tee

Thymian kommt ursprünglich aus dem Kaukasus, den Balkanländern und aus Mittel- und Südeuropa, jedoch wird er weltweit angebaut, da die Kräfte auf der ganzen Welt geschätzt werden. Vor allem bei Erkrankungen der oberen Atemwege ist Thymian ein bewährtes Mittel und sogar bei Magen-Darm-Beschwerden kann Thymian ebenfalls als Heilkraut eingesetzt werden. Natürlich können damit auch Speisen gewürzt werden, die so einen ganz besonderen Geschmack erhalten.

Was ist Thymian?

Thymian ist ein mehrjähriger Zwergstrauch, der bis zu 5 cm hochwächst. Die Blätter sind auf der Unterseite stark behaart und die Ränder der Blätter rollen sich nach unten ein. Dabei gibt es verschiedene Unterarten, die mehr oder weniger positive Kräfte haben. Die Blätter des echten Thymians sind eiförmig und auf der Unterseite gräulich. Außerdem hat der echte Thymian einen sehr intensiven aromatischen Geruch. Thymian ist eine immergrüne Pflanze und somit können jederzeit die Blätter geerntet werden. Die beste Wirkung erzielt man bei einer Ernte vor der Blüte, also im Mai/Juni. Der Geschmack und das Aroma sind zu dieser Zeit am intensivsten. Aber auch während der Blüte kann der Thymian, im Gegensatz zu anderen Kräutern, noch geerntet und genutzt werden.

Thymian sollte am besten frisch verwendet werden, kann aber auch gut getrocknet und eingelagert werden, um ihn immer zur Hand zu haben. Dabei kann das komplette Kraut, also Blätter, Blüten wie auch Knospen zum Einsatz kommen, um die positive Wirkung zu nutzen. Frischer Thymian hält sich, in ein feuchtes Papier eingewickelt, etwa eine Woche im Kühlschrank. Innerhalb dieser Zeit sollte er unbedingt verbraucht werden.

Wer Thymian trocknen möchte, hängt dazu das Kraut als Bündel an einem dunklen, warmen und trockenen Platz auf. Thymian hält sich etwa ein Jahr, wenn er nach dem Trocknen an einem dunklen und kühlen Ort, in verschlossenen Gläsern oder Gefäßen, aufbewahrt wird. Bevor der Thymian zu Tee oder einer Tinktur verarbeitet wird, reibt man die trockenen Teile zwischen den Händen klein.

Erkältungsmittel ohne Nebenwirkungen

Vordergründig wird Thymian bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt, da dieses Heilkraut antibiotisch und entzündungshemmend wirkt. So kann es Husten und Erkältungen bekämpfen, die durch Krankheitserreger verursacht werden. Außerdem werden die Flimmerhärchen auf den Schleimhäuten der Atemwege an, was vor allem durch die ätherischen Öle des Thymians zurückzuführen ist. Dabei wird der vorhandene, zähe Schleim langsam verflüssigt und kann so natürlich leichter und besser abtransportiert werden. Weiterhin hat Thymian eine krampflösende Wirkung, und schon das Inhalieren wie auch der Thymian Tee könne den Hustenreiz schnell lindern. Dabei kann Thymian sogar bei Heuschnupfen eingesetzt werden, da diese Patienten ebenfalls mit einer vermehrten Schleimbildung Probleme haben und diese mit Thymian deutlich verringern können.

Durchfallerkrankungen mit Thymian vorbeugen

Selbst die Vorbeugung für Durchfallerkrankungen ist mit Thymian möglich. Dieses Kraut besitzt sogar die Kraft Bakterien wie Listerien, Escherichia coli und Salmonellen zu vertreiben, wie Forscher berichten. Dies liegt vor allem an den ätherischen Ölen, die in Thymian enthalten sind. Weiterhin haben Forscher herausgefunden, dass Thymian die im Salat vorkommenden Shigella Bakterien erfolgreich bekämpfen kann. Daher sollte immer frischer Thymian oder Thymian Öl im Salat genutzt werden, um den Bakterien den Kampf anzusagen.

Weiterhin ist Thymian ein natürliches Antibiotikum, das sogar Bakterienstämme bekämpft, die antibiotikaresistent sind. Hierunter fällt beispielsweise auch der gefürchtete Krankenhauskeim MRSA.

Hautkrankheiten mit Thymian bekämpfen

Thymian ist äußerst vielseitig einsetzbar, so auch bei Problemen mit Akne wie auch anderen Hautkrankheiten. Durch die Entwicklung der unterschiedlichen Akne Mittel haben Forscher festgestellt, dass eine Tinktur, die aus Thymian gewonnen wird, am effektivsten wirkte. Somit sollte man zuerst eine natürliche Therapie in Erwägung ziehen, bevor zu den Chemiekeulen gegriffen wird.

Aber auch Pilzerkrankungen kann Thymian zu Leibe rücken, da es eine fungizide und bakterizide Wirkung im Mundbereich hat. Somit können Entzündungen und Pilzerkrankungen, die auf den Hefepilz „Candida Albicans“ zurückzuführen sind, eingedämmt werden. Gleichzeitig können die ätherischen Öle des Thymian vor Zahnfleischentzündungen, Karies und Paradontitis schützen.

Verkrampfungen werden mit Thymian gelöst

Auch Verkrampfungen und schmerzstillende Eigenschaften werden Thymian nachgesagt und aus diesem Grund eignet sich Thymian hervorragend zum Einsatz bei Patienten mit schmerzhaften Verkrampfungen der Bronchialmuskeln. Hierzu gehören Krankheiten wie Asthma, Keuchhusten, chronische Bronchitis und Reizhusten. Doch auch bei Schmerzen im Unterleib während der Menstruation oder auch bei Blähungen kann Thymian als krampflösendes Mittel eingesetzt werden.

Volkskrankheiten – Thymian kann vorbeugen

Die Volkskrankheiten, wie Diabetes und Bluthochdruck rücken immer mehr in den Vordergrund und dabei liegen die Auslöser meist bei falscher Ernährung. Forscher der Universität Belgrad konnten an Versuchen mit Ratten feststellen, dass der Extrakt, der aus wildem Thymian gewonnen wurde, den Blutdruck gesenkt hat. Daher sind die Forscher auch davon überzeugt, dass Thymian somit den Blutdruck bei Menschen senken kann.

Des weiteren können die antioxidativen Eigenschaften bei der Bekämpfung von Diabetes behilflich sein. Außerdem kann Thymian mit den anderen Kräutern zusammen den Glukosespiegel im Blut sehr gut senken. Die Probanden würzten dabei nur die Speisen mit Thymian und konnten so sehr gute Erfolge erzielen.

Geistig fit mit Thymian

Thymian sorgt mit seinen Wirkstoffen dafür, dass während des Alterungsprozesses das Gehirn gesund und fit bleibt. Dies kommt daher, dass bei regelmäßigem Verzehr ein hoher Anstieg an gesunden DHA Fettsäuren im Gehirn vorhanden ist. Diese Fettsäuren werden den Omega-3-Fettsäuren zugeordnet und sind schon lange bekannt dafür, dass sie für das Gehirn ein wichtiger Nährstoff sind. Da aber der DHA Pegel bei zunehmendem Alter immer weiter sinkt, kann mit Thymian dieses Defizit wieder ausgeglichen werden.

Ebenso ist Thymian reich an Vitaminen und Mineralien und ist ein sehr guter Vitamin C Lieferant. Aber auch Eisen und Kalzium kann Thymian vorweisen und selbst wenn man sehr wenig Thymian zu sich nimmt, kann er dennoch dazu beitragen, den täglichen Mineralstoffhaushalt im Gleichgewicht zu halten.

Nebenwirkungen von Thymian

Thymian kann allerdings auch einige Nebenwirkungen verzeichnen, die aber eher selten auftreten. Jedoch gelten diese Nebenwirkungen nicht, wenn Thymian als Gewürz angewandt wird, sondern nur in Form von hochkonzentrierten Ölen. Dabei kann es zu Hautausschlägen oder Nesselsucht kommen. Weiterhin können Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder Erbrechen wie auch Schwellungen und Überempfindlichkeitsreaktionen wie etwa Luftnot auftreten.

VORSICHT: Schwanger sollten Thymian nicht regelmäßig und in größeren Mengen zu sich nehmen.

Rezepte für eine Thymian Behandlung

  • Tee: Für einen Thymian Tee gießt man 250 ml kochendes Wasser über einen Teelöffel Thymiankraut. Den Tee sollte man etwa 5 Minuten ziehen lassen. Um die Wirkung noch zu verstärken, kann der Tee mit Honig gesüßt werden. Der Tee sollte in kleinen Schlucken getrunken werden.
  • Thymian Tinktur: Eine Tinktur ist ein Aufguss aus Kräutern und Alkohol und kann äußerlich wie auch innerlich angewandt werden. Dazu benötigt man ein Glas voll Thymian und übergießt diese mit einer Flasche Doppelkorn oder Wodka (mindestens 40 % Vol.). Der Thymian muss nach dem Übergießen vollständig bedeckt sein. Nun wird das Glas oder die Flasche verschlossen und an einem warmen Ort mindestens 10 Tage stehen gelassen. Hier gilt die Regel, je länger der Sud zieht, desto stärker wird die Thymian Tinktur. Aus diesem Grund kann die Tinktur auch problemlos 6 Wochen ziehen, bevor sie gefiltert wird. Anschließend sollte die Thymian Tinktur in eine dunkle Flasche gegossen werden und an einem dunklen Ort aufbewahrt werden. Am besten die Flasche noch mit Datum und Inhalt beschriftet, damit jeder weiß, was in der Flasche ist und es zu keinen Missverständnissen kommt. Vor allem nicht, wenn Kinder im Haus sind. Von dieser Thymian Tinktur kann man dreimal täglich 1 bis 2 Teelöffel einnehmen. Wem die Thymian Tinktur zu stark ist, kann sie natürlich auch gerne mit Wasser oder Tee verdünnen. Außerdem kann die Thymian Tinktur auch in Gels oder Salben verwendet werden, die sich hervorragend bei rheumatischen Gelenkschmerzen eignen.

Inhalieren mit Thymian

Gerade bei Infektionen der oberen Atemwege ist ein Dampfbad oder das Inhalieren mit Thymian ideal, um dem Infekt auf den Leib zu rücken. Für eine Inhalation werden etwa 2 Esslöffel getrockneter Thymian in eine große Schüssel gegeben und mit 2 Litern kochendem Wasser aufgegossen. Nun wird der aufsteigende Dampf für etwa 10 bis 15 Minuten inhaliert. Die beste Wirkung erhält man dabei, wenn man mit einem Handtuch den Kopf abdeckt, sodass der Dampf des Thymians nicht entweichen kann.

Thymian Öl für die Küche

Hervorragende Würze erhält man mit einem Thymian Öl. Dazu nimmt man eine kleine Öl-Flasche, in die ein Thymianzweig kommt. Zusätzlich können noch Knoblauch oder weitere Kräuter mit in die Flache gegeben werden. Anschließend wird die Kräutermischung mit Olivenöl aufgegossen und an einem dunklen Ort gelagert. Je länger die Kräuter in dem Olivenöl ziehen, desto stärker und intensiver ist der Geschmack. Das Thymian Öl kann zum Kochen oder auch als Salatdressing genutzt werden.

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