Zitronengras – Gutes aus der Natur

Das Zitronengras (cymbopogon citratus), das mitunter auch als Westindisches Zitronengras bekannt ist, gehört zur Familie der Süßgräser. Das Gras wird in der asiatischen Küche gern als Gewürz verwendet, hat sich allerdings auch als Heilpflanze durchsetzen können.

Die immergrüne und recht krautige Pflanze kann eine Höhe von rund 2 m erreichen und bildet kurze Rhizome. Die Halme können einen Durchmesser von etwas 4 mm erlangen und sind bemehlt. Die Laubblätter hingegen entwickeln mit der Zeit ein duftendes Aroma. Die Laubblätter sind in Blattspreite sowie Blattscheide unterteilt. Während die Blattscheide kahl und grün ist, wächst die Blattspreite bläulich-grün und wird bis zu 90 cm lang. Die Blattscheide wächst zudem von der Basis bis zum oberen Ende spitz zu.

Der Blütenbestand ist recht groß. So wachsen die Blüten locker und rispig bis an die 60 cm lang. Die Verzweigungen sind dünn gehalten. Hier finden sich auch die Tragblätter an, die gelblich-braun werden und eine Länge von bis zu 2 cm erreichen. Interessant sind die Blüten: der untere Bereich ist flach und mit zwei scharfen, kantigen Kielen angesetzt. Der obere Bereich ist schmal und einfach gehalten – hier entsteht auch die ca. 0,2 mm lange Stachelspitze. In China befindet sich das Zitronengras im Sommer in Blüte- sowie Früchtezeit.

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Zitronengras Wirkung auf den Menschen

In Asien wächst das Zitronengras quasi in jedem Garten und kann je nach Bedarf geerntet werden. Die Pflanze, die trockenen und sandigen Boden liebt und büschelartig wächst, hat trotz der Namensgebung nichts mit Zitrusfrüchten zu tun. Den Namen hat das Süßgras lediglich aufgrund seines zitronenähnlichen Aromas erhalten, der sich beim Zerreiben in den Händen oder beim Anschnitt offenbart. Wird das Zitronengras geerntet, so werden die Stängel am besten oberhalb der Wurzel gekappt. Was nicht verwendet wird, bleibt am Busch zurück.

Der Duft von Zitronengras ist eher kräftig-säuerlich und erinnert stark an Zitrusfrüchte. Noch junge, zarte Pflanzenteile sind ideal für die Küche, da ihr Aroma sehr intensiv ist. Die äußeren Schichten werden entfernt und das weiße Innere in feine Streifen oder Ringe zubereitet. Auch der Mörser kann hier zum Einsatz kommen. Wer die ganzen Stängel nutzen möchte, klopft das Zitronengras beispielsweise mit der Rückseite des Messers vorsichtig weich und kocht das Gras anschließend im Ganzen. Erst vor dem Servieren werden die Stängel aus dem Topf entfernt – zurück bleibt das unvergleichliche Aroma, welches der Speise zuteil wird. Auch für Teezubereitung kann Zitronengras dienlich sein. Hierfür empfiehlt es sich, das Gras mit einem Hackmesser anzuschneiden, damit die ätherischen Öle besser in den Aufguss gelangen.

Das Süßgras aus Südostasien ist allerdings nicht nur köstlich und lässt sich vielseitig in der Küche verwenden, sondern kann ebenso als Heilkraut eingesetzt werden. So lässt sich das Gras mitunter bei

  • Krankheiten der Haut
  • Rheuma
  • Immunschwäche
  • Fiebererkrankungen
  • Schnupfen
  • Infekten

und vieles mehr einsetzen. Dies ist den ätherischen Ölen, den Bitterstoffen sowie dem Citral und Mycren zu verdanken.

Zitronengras anbauen und selbst ernten

Das Zitronengras kann natürlich auch in unseren Gefilden angebaut werden. Wer das Süßgras in seinem Garten züchten möchte, sollte seinen sonnigen Standort wählen. Bis zu den Eisheiligen sollte die Pflanze allerdings besser im Wintergarten ruhen und kann anschließend im Freien bis zum Herbst verweilen. Eine Überwinterung im Freien ist weniger anzuraten, da diese Pflanze die Tiefsttemperaturen nicht vertragen würde. Eine Blüte erfolgt leider nur in seltenen Fällen, sodass Samen kaum erntbar sind und eine Vermehrung somit erschwert wird. Eine Pflanze ist somit am besten beim hiesigen Gärtner zu erstehen. Auch im Supermarkt kann Zitronengras erworben und zum Bewurzeln angeregt werden. Die gekauften Gräser werden hierzu in Wasser gestellt – nach dem Ausschlagen steht dem Eintopfen nichts mehr im Wege.

Um das Zitronengras in den Blumentopf zu setzen, empfiehlt es sich Substrat in Kombination mit normaler Blumenerde zu verwenden. Der pH-Wert sollte leicht säuerlich sein. Die Pflanze liebt kräftige Wassergüsse, kann jedoch auch kurze Austrocknungsphasen gut überstehen. Staunässe sollte in jedem Fall vermieden werden. Wächst die Pflanze gut an, so kann im 3. Jahr bereits eine Ernte vollzogen werden. Die Blätter können im grünen Zustand abgeschnitten werden, der Rest der Pflanze verbleibt im Topf und wächst anschließend weiter.

Hinweis: Vorsicht mit den Blättern, die recht scharfkantig sein können – hier kann es gelegentlich zu Schnittverletzungen kommen.

Zitronengras kaufen und zubereiten

Wer nicht auf eine so lange Ernte warten möchte, kann Zitronengras natürlich auch im Supermarkt, im Reformhaus oder im Bioladen erwerben. Das frische Gras kann sehr gut im Kühlschrank für ein paar Tage gelagert werden.

Als fester Bestandteil der asiatischen Küche kann das Zitronengras für eine Vielzahl von Gerichten Verwendung finden. Der zitronenähnliche Geschmack ist hervorragend für Fischspeisen, Suppen oder Currygerichte geeignet. In Asia-Läden werden verschiedene Varianten von Zitronengras angeboten, sodass alle Wünsche abgedeckt werden können. Wichtig: Beim Kauf sollten frische, knackige Gräser bevorzugt werden. Weisen die Stängel trockene oder gar braune Stellen auf, so sollte vom Kauf abgesehen werden.

Zubereitung: Das Zitronengras ist vor der Verwendung vorzubereiten. Hierfür sollten das untere Ende des Süßgrases abgeschnitten und etwaige, harte Außenblätter bestmöglich entfernt werden. Das Zitronengras kann anschließend im Topf als Aromastoff beigefügt werden oder als Holzspießchen für eine Reihe von Kochkreationen herhalten. So lassen sich mit einem schräg angespitzten Ende sehr gut Fleisch, Fisch und Gemüse auf die Zitronengrasspieße führen.

Für die Verwendung im Wok oder in der Pfanne wird das Zitronengras hingegen am besten in feine Scheiben geschnitten. Hierfür werden allerdings nur die unteren, hellen Bestandteile des Grases verwendet, da diese recht weich sind und problemlos verzehrt werden dürfen.

Zitronengras Tee als Heilgetränk genießen

Die Pflanze ist überaus vielseitig und wird seit vielen Jahrhunderten bereits als Tee genossen. In Asien werden vorrangig die frischen Blätter für die Herstellung eines Tees genutzt. Während in Deutschland auch frisches Zitronengras erhältlich ist, findet sich in Teemischung selbstverständlich eher die getrocknete Variante an. Durch die Trocknung gehen leider oftmals viele Geschmacksnoten verloren, dennoch ist das Aroma unverkennbar: frisch, zitronig und mit einem Hauch von Rosenblütenduft, ist und bleibt der Zitronengras Tee unvergleichlich.

Aufgrund der reichhaltigen ätherischen Öle wirkt der Zitronengras Tee nicht nur antimikrobiell, sondern auch schmerzlindernd und krampflösend. Somit wird die Teezubereitung in der Heilkunde gern bei Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Aber auch bei Erkältungskrankheiten, Fieber und Kopfschmerzen ist das Heißgetränk begehrt. Für die Aromatherapie werden gleichwohl die ätherischen Öle des Zitronengrases verwendet, gelten die Öle als überaus stimmungsaufhellend und motivierend.

Für einen frischen Aufguss wird benötigt:

  • 2 Stücke Zitronengras
  • 50 g Ingwer (nach Gusto)
  • 250 ml Wasser
  • 1 TL Zitronensaft
  • Honig

Der Ingwer wird mit dem Zitronengras im Wasser für ca. 10 Minuten aufgekocht. Anschließend werden die Zutaten abgeseiht, das Teewasser in eine Tasse gegeben und mit Honig sowie Zitronensaft abgeschmeckt.

Teezubereitungen können natürlich auch im Handel, im Internet oder im Bioladen erworben werden. Obwohl die frische Variante vorzuziehen ist, steht die trocknete Version dem Zitronengras-Genuss in nichts nach.

Zitronengras als Heilpflanze betrachtet

Seit Urzeiten wird dem Zitronengras eine reinigende Wirkung nachgesagt, welches in der Lage ist, überschüssige Fette geschickt zu binden und Cholesterin zu minimieren. Auch Harnsäuren und Schadstoffe sollen im menschlichen Organismus gebunden und ausgeschieden werden. Durch die Stimulierung der Verdauung wird der Stoffwechsel angeregt und Magen, Leber, Nieren sowie Bauchspeicheldrüse entlastet. Die Wirkung vom Zitronengras ist wahrlich mannigfaltig, steht dieses zudem im Ruf, Pilze und Bakterien zu beseitigen, sodass Magen- als auch Darmbeschwerden verringert werden. Auch eine reinigende Wirkung, die sich positiv bei Akne darstellt, ist dem Zitronengras bereits nachgesagt worden.

Studien haben indes ergeben, dass Zitronengras weiterhin krebshemmende Eigenschaften in sich birgt. Wer demnach regelmäßig vom Zitronengras Gebrauch macht, kann Krebs vorbeugen. Diese Studie wurde an der Universität Ben-Gurion des Negev in Israel vorgenommen. Hier wurden Ratten und Mäuse mit Zitronengras versorgt. Das Resultat: die Nager zeigten gegen Ende der Studie auf, dass das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, um bis zu 68 % gesenkt werden kann. Zum Einsatz kam hier Zitronengras-Extrakt.

In weiteren Versuchsreihen, welche mit tierischen als auch menschlichen Probanden durchgeführt wurde, konnten auch positive Ergebnisse in Hinblick auf Lungenkrebs, Brustkrebs, Leukämie als auch Ovarialkarzinome erzielt werden. Es sind vor allem die ätherischen Öle des Zitronengrases, welche vorrangig die Leber schützen und Krebszellen bereits in der Frühphase, im Hinblick auf ihr Wachstum, hemmen oder gar verlangsamen. Das im Zitronengras enthaltene Citral gilt als Antioxidans, schützt hier vor freien Radikalen und offenbart eine antibakterielle, antifungizide sowie entzündungshemmende Wirkung.

Bei einer weiteren Studie wurden zudem Zitronensaft als auch Zitronengras zu Behandlungszwecken von Mundsoor bei HIV- sowie AIDS-Patienten eingesetzt. An den Untersuchungen nahmen 90 Patienten teil, von denen 83 die Studie bis zum Ende begleiteten. Der Hintergrund: Mundsoor gilt als eine der häufigsten Leiden, die von HIV- und AIDS-Patienten beklagt wird. Zumeist wird in diesen Fällen Gentianaviolettlösung (0,5 %) verabreicht, jedoch sollte eine Alternative geschaffen werden. Die Probanden erhielten demnach einen Aufguss aus Zitronengras direkt oral verabreicht – das Ergebnis war deutlich, konnte ein Wirksamkeit gegen Mundsoor klar erkannt werden.

Nebenbei macht sich Zitronengras gut bei schlechtem Atem, kann Cholesterin als auch Blutzucker senken. Lediglich ein paar wenige Nebenwirkungen wurden bei Genuss von Zitronengras festgestellt. Hierzu zählen Schwindel, erhöhter Harndrang, Hungergefühl sowie Mundtrockenheit.

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