Magnesium – ein Wundermittel bei Wadenkrämpfen

Magnesium wird leider noch immer nicht so anerkannt, wie es eigentlich sein sollte. Denn gerade der Mineralstoff Magnesium ist von großer Bedeutung für den Körper. In erster Linie denkt man natürlich daran, dass Magnesium bei Verkrampfungen der Muskeln hilft, doch wer an einem Magnesiummangel leidet, wird schnell merken, dass es noch für viele weitere Dinge verantwortlich sein kann.

Was ist Magnesium?

Magnesium ist ein Mineralstoff, der für den Körper besonders wichtig ist. Da Mineralstoffe nochmals unterteilt werden, gehört Magnesium zu der Gruppe der Mengenelementen. Mengenelemente sind anorganische Stoffe, die pro kg Körpergewicht mehr als 50 mg betragen. Zu diesen Mengenelementen gehören unter anderem auch Natrium, Kalium, Kalzium, Chlorid, Schwefel und Phosphor.

Warum ist Magnesium für den Körper so wichtig?

Magnesium ist unter anderem für den Energiestoffwechsel zuständig bzw. wird dafür benötigt. Liege ein Magnesiummangel vor, wird die Energiebereitstellung um ein Vielfaches verlangsamt.

  • Natürlich ist Magnesium auch für die Muskulatur und das Nervensystem verantwortlich. Die perfekte Zusammenarbeit von Nerven und Muskeln ist von Magnesium abhängig, da es für das Zusammenziehen wie auch das Erschlaffen der Muskeln zuständig ist. Kommt es zu einem Magnesiummangel, wirkt sich dies auf die Herz-, Skelett-, Gebärmutter- und Gefäßmuskulatur aus. Denn das entspannte Funktionieren für das gesamte Nervensystem und die komplette Muskulatur hängt von ausreichend Magnesium im Körper ab.
  • Es kann durchaus vorkommen, dass Herzrhythmusstörungen auftreten, wenn der Körper nicht genügend Magnesium bzw. Kalzium vorweisen kann. Denn neben Magnesium ist auch Kalzium für das richtige Zusammenspiel des Herzmuskels zuständig. Befinden sich diese Mineralstoffe nicht im Gleichgewicht, kann es so zu leichten Herzrhythmusstörungen kommen.
  • Feste Knochen benötigen Magnesium, aber auch Kalzium und Phosphor. Denn diese Mineralstoffe sind für die Festigkeit von Zähnen und Knochen zuständig. Kommt es zu einem Magnesiummangel, kann es passieren, dass sich das Magnesium, das in den Knochen eingelagert ist, entzogen wird. Denn Magnesium wird für die Energiegewinnung benötigt und raubt sich so den Magnesiumanteil in den Knochen. Durch diesen „Diebstahl“ kann der Magnesiummangel dazu führen, dass das Osteoporose-Risiko zunimmt und die Knochen nicht mehr die wichtige Festigkeit aufweisen können.
  • Magnesium ist aber auch für die Durchlässigkeit der Zellmembran zuständig. Weiterhin sorge der Mineralstoff für den wichtigen Natrium-Kalium-Transport in, wie auch aus den Zellen. Somit ist Magnesium wichtig, dass alle Mineralien im natürlichen Gleichgewicht bleiben.
  • Ein weitere wichtiger Punkt ist die Stressregulierung mit Magnesium. Denn dieses Mengenelement hat einen besonderen Einfluss auf die Adrenalinausschüttung. Doch auch für das hormonelle Gleichgewicht der Nebenniere und der Schilddrüsenfunktion ist Magnesium ein wichtiger Mineralstoff. Außerdem reguliert es den Blutzuckerspiegel und managt Magnesium den ganzen Körper im Stresszustand. Liegt ein Magnesiummangel vor, kann der Körper nicht mehr so gut gemanagt werden und es kann so zu Beschwerden kommen.

Wie kann es zu Magnesiummangel kommen?

Wer sich ausgewogen ernährt, wird in der Regel an keinem Magnesiummangel leiden. Dennoch kann es, gerade wenn Medikamente eingenommen werden, schnell zu einem solchen Mangel kommen, ohne dass man damit rechnet. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass Kalzium und Eisen wie auch Konservierungsstoffe und Alkohol die Aufnahme von Magnesium beeinträchtigen können. Aber auch folgende Medikamente fördern die Ausscheidung von Magnesium oder auch eine schlechte Aufnahme des Mineralstoffes:

  • Antibiotika
  • Abführmittel
  • Antihistaminika
  • Aminoglykoside
  • Antiarrhythmika
  • Cyclosporin
  • Cisplatin
  • Diuretika
  • Psychopharmaka
  • Tacrolimus

Wer diese Präparate nimmt, sollte zusätzliche Magnesiumpräparate zu sich nehmen, damit die Tagesdosis von 300 bis 600 mg Magnesium gewährleistet ist. Dies sollte natürlich vorher mit einem Arzt abgeklärt werden.

Ein ausgeglichener Magnesiumhaushalt ist für Diabetiker wichtig

Vor allem Diabetiker sollten darauf achten, dass es nicht zu einem Magnesiummangel kommt. Denn dies kann durchaus auch Folgeschäden mit sich ziehen. Die Universität Stuttgart-Hohenheim hat in einer Studie festgestellt, dass nur etwa 15 Prozent der nicht-insulinpflichtigen und nur 11 Prozent der insulinpflichtigen Patienten gute Magnesiumwerte vorhanden waren. Getestet wurden 5.500 Patienten mit Diabetes. Wird nichts gegen diese Mangel an Magnesium unternommen, kann dies fatale Folgen haben und kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder zu Stoffwechselstörungen kommen. Doch auch entzündliche Prozesse kann ein Mangel an Magnesium fördern, die dann wiederum die Gefäßwände angreifen können. Somit kann ein Magnesiummangel erhebliche Folgeschäden mit sich bringen.

Magnesium für die Darmkrebsprävention

Laut einer Studie, die in der Fachzeitschrift American Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde, kann eine Versorgung mit ausreichend Magnesium das Darmkrebsrisiko verringern. Bei der Studie wurden etwa 35.000 Frauen zwischen 55 und 69 Jahren nach ihrer Ernährung gefragt. Diese Frauen wurden dann 16 Jahre lang beobachtet, was ihren Gesundheitszustand betrifft. In dieser Zeit erkrankten 1.100 Frauen an Darmkrebs. Allerdings war bei denen, die mehr Magnesium zu sich nahmen das Risiko an Darmkrebs zu erkranken um 27 Prozent geringer, als bei Frauen, die sich nicht so sehr um ihren Magnesiumhaushalt kümmerten und teilweise unterversorgt waren. Es wird vermutet, dass Magnesium verhindert, dass Zellen unkontrolliert in der Darmschleimhaut wachsen. Daher empfehlen die Forscher eine Magnesiumaufnahme von mindestens 300 bis 400 mg täglich, damit das Darmkrebsrisiko geringer gehalten werden kann.

Vorsicht vor einer Magnesium Überdosierung

Gesunde Menschen müssen in der Regel nicht mit einer Überdosierung, einer Hypermagnesiämie, rechnen. Denn wird zu viel Magnesium zugeführt, wird es durch Durchfälle wieder ausgeschieden und die Nieren scheiden ebenfalls verstärkt den Mineralstoff aus.

Allerdings kann es bei Menschen, die einer Unterfunktion der Nebennierenrinde oder an einer Niereninsuffizienz leiden, durchaus passieren, dass es zu einer Hypermagnesiämie kommen kann. Weiterhin kann zu einem Überschuss dieses Mineralstoffes kommen, wenn eine Magnesiuminjektion in den Muskel von Nöten ist oder auch, wenn Schwangere eine intravenöse Gabe bei der Geburt, wie auch bei vorzeitigen Wehen bekommen. Von einem Magnesiumüberschuss spricht man dann, wenn pro Liter Blutserum 1,6 mmol Magnesium enthalten sind.

Eine Überdosierung an Magnesium erkennt man an diesen Symptomen:

  • Durchfall, in Verbindung mit Verstopfung
  • Muskelschwäche oder Muskellähmung
  • die Muskelreflexe reagieren nicht mehr richtig
  • Müdigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Herzstolpern
  • Herzrhythmusstörungen
  • Blasenfunktionsstörung
  • sehr niedriger Blutdruck
  • flache Atmung oder Atemlähmung – kann bis zum Herzstillstand führen

Wer sich unsicher ist, sollte natürlich bei diesen Symptomen einen Arzt konsultieren und die Ursachen und Symptome abklären lassen.

In welchen Lebensmitteln ist Magnesium enthalten?

Magnesium ist vor allem in Vollkornprodukten und Nüssen enthalten. Dies ist auch oft der Grund, warum Diabetiker einen Magnesiummangel haben, da sie gerade diese Lebensmittel meiden.

Diese Liste zeigt die Lebensmittel, die mehr als 100 mg Magnesium pro 100 g enthalten:

  • Vollkornmehl und Vollkornprodukte
  • Hafermehl und Haferflocken
  • Grünes Gemüse
  • Sesamsamen
  • Sonnenblumenkerne
  • Kleie
  • Nüsse
  • Erbsen
  • Bohnen

20 bis 100 mg Magnesium pro 100 g sind in diesen Lebensmitteln enthalten:

  • Kartoffeln
  • Brokkoli
  • Kohlrabi
  • Fenchel
  • Meerrettich
  • Obst, außer Bananen
  • Fleisch
  • Fisch
  • Milch und Milchprodukte

Wenig Magnesium, als nur bis 20 mg pro 100 g sind in diesen Lebensmitteln zu finden:

  • Cornflakes
  • Eier
  • Limonade
  • Alkohol
  • Kohl
  • Sauerkraut
  • Kohlrüben
  • Feldsalat
  • Endiviensalat
  • Kopfsalat

Bei Mineralwässern ist der Magnesiumgehalt unterschiedlich hoch. Qualitativ gute Mineralwässer können durchaus einen Magnesiumgehalt von über 80 mg pro Liter aufweisen.

Um an keinem Magnesiummangel oder einem Überschuss zu leiden, reicht es in der Regel vollkommen aus, wenn man sich gesund und abwechslungsreich ernährt.

Dieser Artikel ersetzt natürlich keinen Arzt. Sollten Sie gesundheitliche Probleme haben oder auch vielleicht Symptome haben, die oben beschrieben sind, müssen Sie einen Arzt aufsuchen, um dies abklären zu können.

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