Avocadoöl – Gut verträgliche Wunderwaffe?

Die Avocado – auch als „Butterfrucht“ oder „Butter des Waldes“ bekannt – kennt jeder. Sie gilt als Jungbrunnen für Haut und Haare und ist auch in der Küche sehr gern gesehen. Avocadoöl selbst ist noch nicht so bekannt, weist aber ebenfalls einige gute Eigenschaften in der Haut- und Haarpflege auf. Zudem ist es auch zur Verfeinerung von Speisen einsetzbar und enthält eine Vielzahl an hochwertigen Inhaltsstoffen.

Die Avocado – Grundlage für Avocadoöl

Die Avocado, die Frucht des Avocadobaums, bildet die Grundlage für die Herstellung des Avocacoöls. Gepflückt werden Avocados in der Regel in unreifem Zustand, damit es auf den langen Transportwegen nicht zu Schäden kommt. Da es sich um klimakterische Früchte handelt, reifen Avocados bei Zimmertemperatur nach. Am besten schmeckt die Avocado, wenn die Schale ihren Glanz verliert und ein wenig nachgibt. Das Fruchtfleisch der Avocado weist einen leicht nussigen Geschmack auf und kann mit einigen Drehbewegungen leicht von Kern getrennt werden. Die Avocado selbst kann pur verzehrt oder auch zu Dips und Soßen verarbeitet werden. Allerdings ist ein langes Garen oder auch Warmhalten nicht zu empfehlen, da es in diesem Fall zur Freisetzung von Bitterstoffen kommt.

Herkunft der Avocado

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Ursprünglich ist die Avocado in Südamerika beheimatet. Es handelt sich beim Avocadobaum um eine immergrüne Pflanze, die der Familie der Lorbeergewächse zugeordnet wird. Sein botanischer Name lautet „Persea americana“. Schon seit mehr als 8.000 Jahren wird die Avocado verwendet, bei den Azteken wurde sie als potenzsteigerndes Mittel genutzt. Aufgrund des hohen Fett- und Proteingehalts sowie der ungesättigten Fettsäuren, war die Avocado auch bei den spanischen Eroberern sehr beliebt, da sie als Fleischersatz auf langen Seereisen zum Einsatz kam.

In der heutigen Zeit findet der Anbau vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten statt. Brasilien, Florida, Israel, Italien, Kalifornien, Mexiko und auch Spanien sind Hauptlieferanten für die Frucht.

So wird Avocadoöl gewonnen

Entscheidend bei der Herstellung von Avocadoöl ist der Ölgehalt der Frucht beim Ernten. Der richtige Erntezeitpunkt ist, wenn der Fettgehalt im trockenen Zustand zwischen 40 und 80 Prozent liegt.

Es erfolgt bei der Ölgewinnung eine Unterscheidung in drei Arten:

  • Extrahierung der harten und noch nicht entsteinten Frucht
  • Zerkleinerung und Zentrifugierung der weichen und entsteinten Frucht bei einer Temperatur von 90° Celsius
  • Zerkleinerung und Zentrifugierung der weichen und entsteinten Früchte ohne Erhitzung (enzymatische Zerstörung der Zellwände)

Avocadoöl, welches auf eine dieser drei Arten hergestellt wird, zeigt eine grüne bis dunkelgrüne Farbe und weist einen milden Geschmack und einen leicht charakteristischen Geruch auf. In der Regel wird dieses Öl raffiniert.

2- und 3-Phasen-Dekanter für die Gewinnung von Avocadoöl

Zum Einsatz kommen in der heutigen Zeit sowohl das 2-Phasen- als auch das 3-Phasen-System. Das so gewonnene Öl weist eine erstklassige Qualität auf, wobei beim 3-Phasen-System mehr Frischwasser verbraucht wird. Das System mit einem 2-Phasen-Dekanter gilt deshalb als ökologischer und auch ökonomischer. Die Ausbeute liegt bei etwa 80 bis 90 Prozent.

Für die Ölgewinnung werden die Avocados enthäutet und entsteint. Danach werden sie in einen Desintegrator und einen Malaxeur gegeben. Im Dekanter wird dann die Masse in Ölphase und entöltes Fruchtfleisch getrennt. Mittels Polier-Separator erfolgt danach die Befreiung des Öls von kleinsten Verunreinigungen. Ein klares Öl in hochwertiger Qualität ist das Endergebnis.

Hochwertige Inhaltsstoffe in Avocadoöl

Bei Avocadoöl handelt es sich um ein so genanntes Fruchtfleischöl. Je nach Sorte und auch Herkunft sowie Herstellungsart sind folgende Inhaltsstoffe in Avocadoöl enthalten:

  • Ölsäure (47 bis 70 Prozent)
  • Linolsäure (9 bis 15 Prozent)
  • Palmitinsäure (15 bis 23 Prozent)
  • Palmitoleinsäure (5 bis 13 Prozent)
  • Stearinsäure (etwa 1 Prozent)
  • Lecithin (unverseifbaren Phospholipiden), Squalen (unverseifbar), Phytosterine, Carotinoide, α-Tocopherol
  • Vitamine A, D und E (fettlöslich)

Durch die enthaltene Palmitinsäure gehört Avocadoöl zu den hitzeunempfindlichen Ölen. Ein kurzes Erhitzen ist durchaus möglich, über 75° Celsius oder auch für eine längere Zeit sollte Avocadoöl jedoch nicht erhitzt werden, da ansonsten das wertvolle α-Tocopherol verloren geht.

Wofür kann Avocadoöl verwendet werden?

Avocadoöl kömmt aufgrund der verschiedenen Vitamine und Nährstoffe vor allem in der Küche zur Anwendung. Es ist nahrhaft und fettreich und eignet sich zum Verfeinern von deftigen Hauptgerichten genauso gut, wie für Vorspeisen sowie Süßspeisen.

Da dem Avocadoöl wundheilende, regulierende, zellregenerierende und auch pflegende Eigenschaften nachgesagt werden, wird es auch von der Kosmetikindustrie gern verwendet und kommt in

  • Hautpflegeprodukten (z. B. Duschgel, Pflegelotionen)
  • Haarpflegeprodukten (z. B. Shampoos, Kuren)
  • Babypflegeprodukten

zum Einsatz. Avocadoöl kann dabei pur verwendet, aber auch in Cremes gemischt werden. Wird es pur angewendet, entsteht kein unangenehmer Fettfilm. Das Öl zieht schnell in die Haut ein.

Welche Wirkungen werden Avocadoöl zugeschrieben?

Avocadoöl spielt neben der Verwendung in der Küche vor allem als Basis für kosmetische Produkte eine Rolle. Das Öl wurde schon zu Zeiten der Azteken für die Pflege von spröder und trockener Haut verwendet. Avocadoöl wird dabei nachgesagt, dass es die Förderung der Zellregeneration und auch die Erhaltung der Feuchtigkeitsbalance der Haut unterstützen kann. Deshalb wurde es für zertifizierte Naturkosmetik zugelassen.

Bekannte Wirkungsweisen von Avocadoöl:

  • Bei purer Anwendung zieht es rasch in die Haut ein und kann diese weicher machen.
  • Es soll Feuchtigkeit spendend wirken und kann dadurch zur Minderung kleinerer Fältchen beitragen.
  • Es kann rissige Fersen und Verhornungen bekämpfen und diese geschmeidiger machen.
  • Dem Öl wird eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben, weshalb es gegen Pickel und Mitesser helfen kann.
  • Juckreiz kann dank des Öls gelindert werden, außerdem können bei regelmäßiger Anwendung eventuell auch Infektionen gehemmt werden.
  • Es kann dazu beitragen, dass Wachstum der Haare zu fördern.
  • Studien besagen, dass Avocadoöl in Kombination mit B12 unterstützend bei Schuppenflechte und Neurodermitis helfen soll. Zudem soll es freie Radikale einfangen können und so möglicherweise vor Hautalterung und Gewebeschäden schützen.
  • Das Öl soll auf den Darm eine regulierende Wirkung haben.

Dabei hat Avocadoöl bei sachgemäßer Anwendung keinerlei Nebenwirkungen. Allerdings wirkt der sehr dominante Duft für manche Anwender unter Umständen störend. Eine Anwendung des Öls ist bei einer bekannten Allergie gegen Avocados nicht empfehlenswert.

So gut ist Avocadoöl

In der Haut- und Haarpflege gilt Avocadoöl als regelrechtes Allroundtalent und ist deshalb in einer Vielzahl von kosmetischen Pflegeprodukten enthalten. Auch in der Küche ist das kaltgepresste Öl der Avocado ein Alleskönner und verfeinert mit seinem nussigen Geschmack die unterschiedlichsten Speisen.

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