Johanniskrautöl - Johanniskraut und seine Wirkung

Als eine der bekanntesten Heilpflanzen findet Johanniskraut in der alternativen Medizin seit Jahrhunderten Verwendung. Schon im Mittelalter war die stimmungsaufhellende Wirkung der Sommerpflanze bekannt und die Germanen verehrten sie als Sonnensymbol. Traditionell wurde sie zur Sommersonnenwende geerntet, denn zu dieser Zeit blühen die leuchtend gelben Blüten überall auf: Am Wegesrand, auf Wiesen und zwischen Steinen. Auch in der christlichen Glaubenswelt nimmt die Pflanze einen wichtigen Platz ein. So lehnen sich die Namen Johannis, John und Juan am Pflanzennamen an. Der Tag des Heilligen St. Johannis (Johannistag) vom 23. Auf den 24. Juni entspricht dem Zeitraum der Sommersonnenwende.

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Das Johanniskraut ist in Europa, Asien und Afrika heimisch. Wegen seines Nutzens wurde es später auch in Australien und Amerika eingeführt. Das Öl wird aus den Blüten, Blättern und Knospen der Pflanze gewonnen. Es kann zum direkten Einreiben oder als Bestandteil von Salben verwendet werden. Darüber hinaus wird Johanniskraut in Tablettenform angeboten. Seine stimmungsaufhellende, antibakterielle und Viren bekämpfende Wirkung macht das bekannte Kraut zu einem starken Helfer nicht nur in der Hausapotheke.

Johanniskraut gegen Depressionen ?

Johanniskrautöl kann gegen eine ganze Reihe von Beschwerden eingesetzt werden. Am bekanntesten ist jedoch seine Wirkung gegen Ängste, Depressionen und innerliche Unruhe. „Das Johanniskraut bringt wärmende Sonnenstrahlen in depressive Gemüter“ wusste schon Paracelsus, der bekannteste Arzt des Mittelalters. Wie das Zusammenspiel der einzelnen Inhaltsstoffe die Stimmungslage genau verbessert ist bisher nicht ganz geklärt. Was man jedoch weiß ist, dass die im Johanniskraut enthaltenden Stoffe sich positiv auf das Ungleichgewicht im Stoffwechsel des Gehirns auswirkten. Zu diesem kommt es bei einer Depression häufig. Das in der Pflanze enthaltene Hyperforin beeinflusst das Nervensystem, indem es das Gleichgewicht der Botenstoffe wiederherstellt. Zudem erhöht es die Konzentration von Dopamin, Serotonin und Noradrenalin, die eine wichtige Rolle für die Gemütslage spielen. So hat Serotonin einen großen Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden, den Schlaf und den Antrieb. Auch bei einem Mangel an Dopamin wird der Antrieb gehemmt und die Konzentration beeinflusst. Noradrenalin wirkt ähnlich, indem es das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit beeinflusst. Ein zu niedriger Noradrenalinspiegel führt zudem zu einem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus.

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Durch die Erhöhung der Konzentration dieser Botenstoffe wirkt Johanniskraut angstIösend, beruhigend und stimmungsaufhellend. Auch gegen die sogenannte Winterdepression zeigt sich Johanniskraut als sehr wirksam.

Diese wird durch Lichtmangel ausgelöst. Indem die Pflanzenwirkstoffe die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen, wird die Melantonin-Produktion gesteigert, welche in der dunklen Jahreszeit nur gehemmt abläuft. Leider führt diese natürliche Wirkung in den Sommermonaten zu einem negativen Effekt: Besonders helle Hauttypen werden durch die erhöhte Lichtempfindlichkeit anfälliger für Sonnenbrände. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe ist Johanniskrautöl inzwischen auch in der Schulmedizin etabliert und wurde in die offiziellen medizinischen Leitlinien aufgenommen. Es wird vor allem zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen eingesetzt. Eine ganze Reihe von Studien beschäftigt sich mit der besonderen Wirksamkeit von Johanniskraut gegen Depressionen. Eine solche stammt von einer Gruppe von Wissenschaftlern der Cochrane Collaboration. Die Forscher stellten fest, dass die eingesetzten Johanniskraut-Extrakte leichte bis mittelschwere Depressionen lindern können, ohne dass dies auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen wäre. Im Vergleich mit anderen Antidepressiva erreichte das Johanniskraut eine vergleichbare Wirkung.

Reizdarm, Wunden, Periode – Wo Johanniskrautöl wirken kann

Johanniskraut kann nicht nur die Stimmung heben, sondern kann auch den Magen-Darm-Trakt stärken. Es ist verdauungsfördernd, lindert Entzündungen und hilft bei Durchfall. Gerade für Menschen mit Reizdarm (dyspeptische Beschwerden) ist das Öl eine tolle Alternative. Es lindert Probleme wie Schmerzen im Oberbauch, Blähungen und Völlegefühl, indem die enthaltenden Flavonoide und Gerbstoffe Magen und Darm beruhigen und die Verdauung in Schwung bringt.

Durch seine krampflösende Wirkung lindert Johanniskraut außerdem Periodenkrämpfe, kann mit dem östrogenähnlichen Stoff Beta-Sitosterol unregelmäßige Zyklen regeln und bei Wechseljahresbeschwerden helfen. Grade in den Wechseljahren bietet der Antidepressiva-Effekt des Johanniskrauts einen zusätzlichen ergänzenden Mehrwert. Äußerlich angewendet wirkt Johanniskrautöl antibakteriell und wundheilungsfördernd, zum Beispiel bei scharfen und stumpfen Verletzungen, leichten Verbrennungen, infizierten Wunden, Geschwüren und Neuralgien. Der durchblutungsfördernde Effekt wird vor Allem gegen Muskelschmerzen eingesetzt. Auch bei Schuppenflechte kann das Öl helfen: Täglich auf die Flechte reiben und dann in die Sonne gehen, lässt die Flechten bereits nach wenigen Tagen verblassen.

Dosierung – Qualität statt Quantität

Johanniskraut kann als Tee, Filmtabletten, Pflanzensaft, Pulver, Tinktur, Creme oder Salbe angewendet werden, wobei die Zubereitung als Tee inzwischen nicht mehr empfohlen wird. Die korrekte Wirkstoffkonzentration kann in dieser Darreichungsform nur ungenau geschätzt und so schnell überschritten werden. In der Regel werden die Wirkstoffe der Pflanze in Form von Tabletten eingenommen und verschrieben. Bei Depressionen und Ängsten sollte Johanniskraut über einen Iängeren Zeitraum von mindestens vier bis sechs Wochen eingenommen werden. In der Regel wird eine Tagesdosis von 850 mg Extrakt empfohlen. Diese Konzentration wird mit den frei auf dem Markt erhältlichen Mitteln nur selten erreicht. Die Meisten enthalten nicht das Extrakt, sondern nur Auszüge und sind deshalb viel geringer konzentriert. Als Orientierung: 850 mg Extrakt entsprechen ca. 4250 mg Johanniskraut. Für die offiziell empfohlene Dosierung sind täglich 850 mg bis 1800 mg Johanniskrautextrakt notwendig, etwa das zehnfache der frei verkäuflichen Mitteln. Deshalb sollte man sich bei der Entscheidung für das richtige Präparat besser in der Apotheke beraten lassen.

Gegen Magenbeschwerden wird bis zu 3-mal täglich ein Teelöffel Johanniskrautöl pur oder verdünnt eingenommen. Bei der äußerliche Anwendung kann das Öl 2 bis 3 mal täglich aufgetragen und einmassiert werden. Bei Muskelschmerzen, Verletzungen und leichten Verbrennungen kann auch ein Ölverband angefertigt werden. Hierfür werden 40 bis 50 Tropfen Johanniskrautöl auf eine Kompresse gegeben und dieser dann 8 bis 10 Stunden auf die betroffenen Körperstelle gelegt. Dies kann 1- bis 3-mal täglich wiederholt werden.

Neben- und Wechselwirkungen – Achtung Pille!

Im Allgemeinen ist Johanniskraut sehr gut verträglich. Nur selten treten Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit, Unruhe oder allergische Reaktionen auf. Die Einnahme kann allerdings zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen. Dies betrifft vor allem hellhäutige Menschen. Während der Schwangerschaft oder Stillzeit und bei depressiven Erkrankungen von Kindern sollte die Einnahme nicht ohne ärztliche Rücksprache erfolgen.

Die Wirkung von Antidepressiva kann durch Johanniskraut verstärkt werden, weshalb diese nach Möglichkeit nicht zusammen eingenommen werden sollten. Zudem wirkt sich Johanniskraut auf den Stoffwechsel der Leber aus, weshalb andere Arzneimittel schneller abgebaut werden. Dies beeinflusst deren Wirkungsstärke und -dauer. Dies sollte besonders bei der Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln wie der Pille beachtet werden. Die gleichzeitige Einnahme von Johanniskraut und der dadurch bedingten Wirkverlust der Pille erhöht das Risiko von ungewollten Schwangerschaften.

Für die Hausapotheke – Johanniskrautöl selbst herstellen

Grade bei Muskelverspannungen und kleineren Wunden ist es praktisch immer etwas Johanniskrautöl Zuhause zu haben. Dieses lässt sich leicht selber herstellen. Hierzu benötigt man lediglich ein Glas, gutes Öl wie beispielsweise Olivenöl und Johanniskrautpflanzen.

Die Blüten und Knospen sammelt man am besten an einem sonnigen Tag. Man benötigt so viele, bis das Glas zu 2/3 gefüllt ist. Dann gießt man Öl über die Blüten, bis diese bedeckt sind. Zunächst lässt man die Mischung mit einem Leinentuch vier Tage bedeckt an der Sonne ziehen. Danach wird das Glas verschlossen, an einen sonnigen, warmen Platz gestellt und gelegentlich geschüttelt. Wer einen höheren Wirkstoffgehalt möchte, ersetzt die Blüten jede zweite Woche durch frische Blüten und Knospen.

Das Ganze muss nun 3 bis 6 Wochen ziehen, solange bis das Öl tiefrot ist. Mithilfe eines Kaffeefilters oder eines Baumwolltuchs wird das Öl schließlich von den Pflanzenresten getrennt. Am besten verwahrt man das Öl in einer dunklen Flasche an einem kühlen Ort. So ist es ca 1-2 Jahre haltbar.

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