Kürbiskernöl – nicht nur lecker, sondern auch richtig gesund

Kürbiskernöl ist seit vielen Jahren aus der guten Küche nicht mehr wegzudenken. So verleiht sein nussiger, leicht süßlicher Geschmack vielen Gerichten erst den letzten Pfiff. Doch Kürbiskernöl kann noch vieles mehr und unter Umständen sogar einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben. Wo das Kürbisöl herkommt, wie es verwendet wird und wie Sie durch die Einnahme von Kürbiskernöl profitieren können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Kürbiskernöl aus der Steiermark

Das qualitativ beste Kürbiskernöl kommt von unseren österreichischen Nachbarn aus der Steiermark. Steirisches Kürbiskernöl wird auch gerne einmal als das Original bezeichnet und das ganz zu recht. Zwar wird das Öl auch in anderen Gegenden und Ländern gewonnen, allerdings hat das Kürbiskernöl aus der Steiermark sehr besondere Eigenschaften. Diese besonderen Eigenschaften lassen sich auf zwei Umstände zurückführen. Zum einen wird das Öl auf eine sehr spezielle Art gewonnen, die bis heute noch – zumindest in Teilen – ein kleines Geheimnis ist. Zum anderen liegt es an den Kürbissen, aus deren Kernen das Öl gewonnen wird. Es handelt sich hierbei um den Cucurbita pepo yar styriac, der durch eine Mutation, die er vor über 100 Jahren erlebte, keine hartschaligen Kerne mehr bildet. Die Kürbiskerne des Cucurbita pepo yar styriac haben nur noch eine ganz dünne Haut. Dadurch lässt sich das wertvolle Kürbiskernöl deutlich leichter und in viel größeren Mengen gewinnen.

Kürbiskernöl Qualitätscheck

45205264 – fotolia.com – Herby ( Herbert ) Me

Wenn Sie also echtes Kürbiskernöl haben möchten, dann sollten Sie darauf achten, dass das Öl die Bezeichnung Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. trägt. Das g.g.A. bedeutet nichts weiter als: geschützte geografische Angabe und ist damit zu vergleichen, dass sich in Deutschland nicht jeder Stollen Dresdner Stollen nennen darf. Halt nur der echte darf das uns so verhält es sich auch beim Steirischen Kürbiskernöl. Auch das Herstellungsverfahren unterscheidet sich häufig von anderen Anbaugebieten. Ein gutes Kernöl sollte daher aus einer Kaltpressung stammen, da in ihm die meisten Inhaltsstoffe vorhanden Sind. Kaltgepresstes Kürbiskernöl erkennen Sie an einer leicht grünlichen Farbe, währen heißgepresstes eher einen Stich ins rötliche aufweist. Die geschützte geografische Abgabe garantiert übrigens auch die hundertprozentige Reinheit und die höchsten Standards beim Aroma und der Inhaltsstoffe des Kernöls. Dies ist besonders wichtig zu wissen, da der Steierische Ölkürbis mittlerweile in vielen Ländern, bis hin nach Russland und China angebaut wird, und die Qualität dieser Öle deutlich minderwertiger ist als die Originalqualität.

Doch wenn Sie die Qualität eines Kürbiskernöls selbst beurteilen möchten, sollten Sie sich am besten auf Ihre Sinne verlassen. Heißt: Sehen, riechen und schmecken. Ein gutes Kürbiskernöl weist eine dunkle Farbe auf, die einen Stich ins Grüne hat. Es riecht angenehm nach Nuss und zwar ausschließlich. Begleitgerüche sind hier absolut unerwünscht. Sollte das Öl ranzig riechen, lassen Sie es stehen. Sein Geschmack ist etwas intensiver als sein Duft aber durchaus angenehm. Gutes Kürbiskernöl ist sehr zähflüssig. Beobachten Sie das Öl. Läuft es zu schnell vom Löffel oder aus der Flasche, dann wurde bei der Verarbeitung wahrscheinlich gepanscht. Auch solch ein Öl sollten Sie im Zweifel lieber stehen lassen.

Kürbiskernöl nicht nur bei Prostataproblemen ein beliebtes Heilmittel

In der modernen Medizin werden die Wirkstoffe aus den Kürbiskernen gerne bei Prostataproblemen eingesetzt. Ebenso verhält es sich mit dem Kürbiskernöl. Die im Kürbiskernöl enthaltenen Inhaltsstoffe

  • Phytosterol
  • Beta-Sitorsterol und
  • Delta-7 Setrin

können einen entscheidenden Einfluss auf Prostataprobleme haben. Mit steigendem Alter entstehen diese bei vielen Männern. Schuld ist häufig ein Überschuss an dem Hormon Testosteron. Die Inhaltsstoffe im Kürbiskernöl können jedoch nicht nur die Entstehung von Prostataproblemen verhindern. Auch dann, wenn die ersten Beschwerden bereits auftreten, können die Symptome unter der Einnahme von Kürbiskernöl gelindert werden. Wichtig ist hierzu eine regelmäßige Einnahme. Und auch bei anderen Leiden kann Kürbiskernöl unterstützend eingesetzt werden. So soll es einen positiven Einfluss auf folgende Krankheitsbilder haben:

  • Arthritis
  • Haarausfall
  • Trockene Haut
  • Reizdarmsyndrom
  • Blasenentzündung
  • Erkrankung der Nieren
  • Ein zu hoher Blutdruck
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Zu hoher Cholesterinspiegel

Hierzu wird das Kürbiskernöl üblicherweise pur eingenommen. Im Allgemeinen wird der Geschmack von Kürbiskernöl als sehr angenehm empfunden. Wenn Sie schon einmal Kürbiskerne verzehrt haben, dann haben Sie schon eine grobe Tendenz, in welche Richtung der Geschmack des Öls geht. Sollten Sie den Geschmack von Kürbiskernöl überhaupt nicht mögen, gibt es die wertvollen Inhaltsstoffe des steirischen Ölkürbis übrigensauch in Kapselform. Egal, in welcher Variante Sie Kürbiskernöl zu sich nehmen, mit einer Portion erhalten Sie neben den bereits genannten Wirkstoffen noch eine ganze Reihe an sehr wichtigen Nährstoffen wie:

So wenden Sie Kürbiskernöl richtig an

Die einfachste Art, Kürbiskernöl täglich einzunehmen ist, mit ihm zu kochen. Kürbiskernöl verfeinert neben Salaten auch sehr viele weitere Hauptspeisen und sogar Desserts. Wenn Sie sich dafür interessieren, wie vielseitig sich Kürbiskernöl in der Küche einsetzen lässt, dann sollten Sie unbedingt einmal hier vorbeischauen.

Achten Sie darauf, dass das Öl niemals heißer als 100°C erhitz wird, da ansonsten viele wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen und es sonst sehr unangenehme Bitterstoffe entwickelt. Eine geöffnete Flasche Kürbiskernöl sollte nach maximal drei Monaten aufgeraucht sein und niemals direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Aufgrund der oben genannten Eigenschaften eignet sich Kürbiskernöl auf keinen Fall zum Braten oder Frittieren.

Um einen gesundheitlichen Nutzen in Verbindung mit Kürbiskernöl zu erzielen, sollten Sie täglich 1 – 2 Esslöffel Kürbiskernöl zu sich nehmen. Bei entsprechender Dosierung reicht bei der Einnahme als Kapsel in der Regel eine Kapsel Kürbiskernöl am Tag.

Studien rund um Kürbiskernöl

Viele Studien rund um die Wirkung von Kürbiskernen existieren heute noch nicht. Allerdings ist die Medizin seit einigen Jahren damit vertraut, dass Kürbiskerne sich positiv auf Probleme mit der Prostata auswirken können. Mittlerweile existieren sogar Prostatamedikament, die Ihre Wirkstoffe einzig und allein aus dem Arzneimittelkürbis beziehen.

In Wien fand bereits im Jahr 1979 eine Studie über 8 Wochen zu dieser Thematik statt. Hier wurde 100 Patienten, die an einem Prostataleiden ersten Grades litten, täglich geschrotete Kürbiskerne verabreicht. Nach Beendigung des Testzeitraums konnte bei vielen Patienten ein Rückgang der vergrößerten Prostata verzeichnet werden und vielerlei Beschwerden ließen bei fast allen Patienten nach.

Eine ähnliche Studie, die aus Korea stammt, kommt übrigens zu dem gleichen Ergebnis. Hier wurde den Patienten allerdings das reine Kürbiskernöl verabreicht. Insgesamt erstreckte sich die Versuchsreihe über 12 Monate und bereits nach 6 Monaten berichteten viele Studienteilnehmer von einer signifikanten Verbesserung ihrer Symptome. In einer Kontrollgruppe, die lediglich mit einem Placebo behandelt wurde, kam es zu keinerlei Verbesserung der Leiden.

Weitere Studien in Bezug auf die Wirkung von Kürbiskernöl auf Gelenksprobleme und Erkrankungen die sich im Bereich Herz / Kreislauf / Cholesterinspiegel beziehen existieren zwar auch und konnten bislang auch deutlich positive Resultate aufzeigen, allerdings weisen wir darauf hin, dass diese Versuche fast ausschließlich an Tieren stattgefunden haben, weshalb wir hier nicht näher darauf eingehen möchten.

Eine sehr interessante Studie kommt auch ein weiteres Mal aus Österreich, und zwar von der Uni Graz. Hier wurde die Wirkung über den gesundheitlichen Wert von steirischem Kürbiskernöl erforscht, explizit dessen positiven Eigenschaften im Zusammenhang mit der Bekämpfung freier Radikale. Die Forscher kamen insgesamt zu dem Ergebnis, dass Kürbiskernöl ein wirksamer Bekämpfer freier Radikale ist und so der Entstehung von Arteriosklerose vorbeugen kann. Die kompletten Studienergebnisse finden Sie hier.

Kürbiskernöl gegen genetisch bedingten Haarausfall

Kürbiskernöl könnte, wenn man neueren Studien Glauben schenkt, ein wirksames Mittel bei genetisch bedingtem Haarausfall werden. Im Jahr 2014 nahmen 76 koreanische Teilnehmer an dieser halbjährigen Studie Teil. Sie bekamen über diesen Zeitraum täglich 400mg Kürbiskernöl verabreicht. Während ein Teil der Teilnehmer das Öl bekam, wurde der anderen Gruppe ein Placebo verabreicht. Mit erstaunlichen Ergebnissen: In der Gruppe, die das Kernöl einnahm wurde eine vermehrte Haardichte von bis zu 40% festgestellt. Die Forscher gehen derzeit davon aus, dass Kürbiskernöl direkt auf den DHT Spiegel wirkt, und diesen nicht so stark ansteigen lässt. Dadurch könnte Haarausfall gestoppt werden.

Fazit:

Kürbiskernöl ist nicht nur ein leckeres Öl, mit welchem sich zahlreiche Speisen verfeinern lassen, es ist auch ein guter Lieferant für viele wertvolle Inhaltsstoffe. Neben dem Gebrauch in der Küche bietet es sich besonders auch in der Behandlung von Prostataleiden an. Diese Eigenschaft wurde mittlerweile wissenschaftlich belegt. Auch die unterstützende Behandlung von Gelenkserkrankungen und Herz-Kreislaufbeschwerden ist möglich, allerdings sollten Sie hierzu unbedingt einen Arzt oder Alternativmediziner zu Rate ziehen.

Wichtig ist, dass Sie das Kürbiskernöl in einer besonders reinen Qualität kaufen und dieses frei von Zusätzen ist. Achten Sie darauf, dass eine angebrochenen Flasche Kürbiskernöl dunkel und lichtgeschützt aufbewahrt, und innerhalb von maximal drei Monaten aufgebraucht werden sollte.

Gutes Kürbiskernöl hat übrigens seinen Preis. Für einen Liter Öl wird die Kernmenge von 30 Kürbissen benötigt. Das entspricht etwa 2,5kg Kürbiskernen.

Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen: Sämtliche, hier dargestellten Inhalte, dienen ausschließlich der neutralen Information. Sie stellen keinerlei Empfehlung oder Bewerbung der umseitig beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Behandlungsweisen oder Arzneimittel dar. Dieser Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität und Richtigkeit der hier dargebotenen Information garantiert werden. Dieser Artikel ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose verwendet werden. Ebenso ist bei Beginn einer Behandlung mit den beschriebenen Wirkstoffen auf jeden Fall vorher ein Arzt zu Rate zu ziehen. Wir und unsere Autoren übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

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