MCT Öl – Mittelkettige Fettsäuren mit positiven Eigenschaften

MCT Öl (MCT = medium chain triglycerides, mittelkettige Triglyceride) ist bislang noch recht unbekannt, obwohl es in dem doch sehr beliebten Kokosöl vorkommt. Es handelt sich dabei um ein reines Öl mit mittelkettigen Fettsäuren. Diese haben auf den Körper eine positive Wirkung. Meist sind im Handel nur Öle mit langkettigen Fettsäuren erhältlich, die für den Körper erwiesenermaßen kaum Vorteile bringen.

Aber vor allem mittelkettigen Fettsäuren werden einige positive Eigenschaften zugeschrieben. So sollen sie sowohl die körperliche als auch die geistige Leistung verbessern können und zudem ein wichtiger Energielieferant und auch Helfer bei der Gewichtsreduktion sein. Ihnen wird außerdem nachgesagt, dass sie neurodegenerativen Erkrankungen vorbeugen können.

In reiner Form ist das Öl in der Natur nicht zu finden. Allerdings sind vor allem die tropischen Öle wie Kokos- oder auch Palmöl sowie auch die Muttermilch der Menschen reich an MCT Öl.

MCT Öl – Warum ist es so besonders?

Grundsätzlich bestehen Fettsäuren immer aus Ketten von Wasser- und Kohlenstoffatomen. Die Fette werden dabei aber in Abhängigkeit der Anzahl der Kohlenstoffatome in unterschiedliche Gruppen eingeteilt.

So besitzen kurzkettige Fette maximal sechs, mittelkettige Fette sechs bis zwölf und langkettige Fette mehr als 13 bis 21 Kohlenstoffatome. In MCT Öl sind die so genannten mittelkettigen Kohlenstoffatome enthalten, welche besser zur Leber transportiert und verdaut werden können. In der Leber wird durch die Kohlenstoffatome ein thermogener Effekt ausgelöst, wodurch es zu einer Ankurbelung des Stoffwechsels und der Fettverbrennung kommt. Mittelkettige Fettsäuren werden zudem nicht als Fett gespeichert, sondern direkt in Energie umgewandelt. Vor allem bei Sportlern und Menschen, die hohe Leistungen erbringen, ist MCT Öl deshalb sehr beliebt.

MCT-Öl – Welche Wirkungen werden ihm zugeschrieben?

In natürlicher Form kommt MCT Öl im Kokosöl vor. Es besteht aus Capryl- und Caprinsäure, welche der Körper beide nicht selbst herstellen kann. Caprylsäure findet beispielsweise in der Medizin Anwendung, denn ihr wird eine antimykotische Wirkung nachgesagt, weshalb sie bei Infektionen mit Candida albicans helfen soll.

Doch MCT Öl kann noch wesentlich mehr. Es kann die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigern und zur Gewichtsreduktion beitragen. Die Inhaltsstoffe tragen wahrscheinlich dazu bei, dass zum einen die Bildung von Körperfett gehemmt und zum anderen der Stoffwechsel angekurbelt wird. Das liegt an dem erhitzenden Effekt, der MCT Öl zugeschrieben wird. Außerdem kommt es zur Bildung von so genannten Ketonen, welche der Körper zur Gewinnung von Energie verwendet.

MCT-Öl als Alternative zur ketogenen Diät

MCT Öl zeigt eine ähnliche Wirkung, wie die ketogene Diät. Diese ist extrem kohlenhydratarm, aber sehr fettreich. Der Stoffwechsel fällt aufgrund des Kohlenhydratmangels in die so genannte „Ketose“. Während der Körper sich die notwendige Energie im Normalfall aus den Kohlenhydraten holt, muss er bei deren Fehlen auf andere Reserven zurückgreifen. Fette werden deshalb in der Leber in so genannte Ketonkörper umgewandelt, welche wiederum zur Energiegewinnung genutzt werden. Dieser Zustand der Energiegewinnung wird dann als „Ketose“ bezeichnet. Allerdings ist im Unterschied zur ketogenen Diät eine Reduktion der Kohlenhydrate bei Verwendung von MCT Öl nicht notwendig. Da die Bildung von Körperfett gehemmt werden kann, erfolgt auch keine Einlagerung mehr von Kohlenhydraten, wodurch das Gewicht sinkt. Zahlreiche Studien konnten dies bereits bestätigen.

Durch die Reduzierung von Übergewicht können natürlich auch die typischen Begleiterscheinungen und mögliche Folgen eingedämmt werden. So ist es durchaus möglich, dass der Blutdruck gesenkt sowie Diabetes und auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt werden kann. Dem Öl wird aufgrund der enthaltenen Caprylsäure neben der antimykotischen auch eine antibakterielle Wirkung nachgesagt, so dass auch die Darmflora davon profitieren kann. Ebenso sollen die in MCT Öl enthaltenen mittelkettigen Fettsäuren dazu beitragen können, die Stimmung zu heben und die Konzentrationsfähigkeit zu steigern.

Grundsätzlich sollte jedoch jeder Anwender wissen, dass MCT Öl kein Ersatz für die Zufuhr von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren ist. Vielmehr handelt es sich um eine Ergänzung.

Studien rund um MCT Öl

Es gibt eine wirklich nennenswerte Studie, welche um die ganze Welt ging. Dabei handelte es sich allerdings eher um einen Selbstversuch, den die Kinderärztin Dr. M. Newport durchführte. Ihr Mann erkrankte im Alter von 59 Jahren an Alzheimer, die Krankheit schritt sehr schnell fort und kein Medikament half. Die Kinderärztin informierte sich deshalb sehr eingehend über die Erkrankung und konnte herausfinden, dass es im Gehirn nicht mehr zu einer korrekten Verarbeitung von Glucose kommt. Selbst eine ausreichende Glucose-Zufuhr konnte nicht dazu beitragen, dass diese im Gehirn optimal verwertet wird. Weiterhin fand sie heraus, dass Ketone den Glucose-Mangel möglicherweise ausgleichen können. Allerdings war zu dieser Zeit MCT Öl noch unbekannt, weshalb sie ihrem Mann geringe Mengen Kokosöl verabreichte.

Das Ergebnis: Innerhalb von wenigen Monaten konnte ihr Mann die Uhr wieder lesen und war sich auch bewusst, welchen Tag und welches Jahr sie gerade hatten. Somit gab die Kinderärztin ihrem Mann auch weiterhin das Öl der Kokosnuss und stellte dabei fest, dass die Alzheimer-Erkrankung immer weiter zurückging. Ihr Mann zeigt inzwischen keine Anzeichen der Erkrankung mehr.

Dr. M. Newport eröffnete für diese Geschichte einen eigenen Blog (1). In einer weiteren Studie wurde ebenfalls belegt, dass Kokosöl und damit das enthaltene MCT Öl bei Alzheimer-Patienten zu einer deutlichen Verbesserung führen kann (2). Außerdem wurden auch Untersuchungen in Bezug auf die Wirkung bei der Reduktion von Gewicht durchgeführt (3).

MCT Öl in den Ernährungsplan einbauen – So geht’s

Es ist recht einfach, MCT Öl in die alltägliche Ernährung zu integrieren.

Für den Anfang eignet sich die Verwendung von Kokosöl, welches hervorragend zum Kochen oder auch als Beigabe in Smoothies verwendet werden kann. Alternativ kann es auch pur eingenommen werden.

Hat sich der Körper an das Kokosöl gewöhnt, ist ein Umstieg auf richtiges MCT Öl möglich, welches ebenfalls zum Kochen verwendet werden kann. Wichtig ist dabei jedoch, dass Temperaturen ab 160 ° C nicht optimal sind. Optional kann MCT Öl aber ebenfalls in Smoothies oder auch in Salatdressings gemischt werden. Auch in Kaffee oder Tee kann das Öl gegeben werden.

Wirkt MCT-Öl antiviral und antibakteriell?

In einer Studie wurde herausgefunden, dass mittelkettige Fettsäuren gegen Viren und auch Bakterien wesentlich besser wirken sollen, als das bei langkettigen Fetten der Fall ist. Die Studie wurde im Fachmagazin „Journal of Nutritional Biochemistry“ (4) veröffentlicht.

Demnach soll es sich bei MCT Öl um ein potentes natürliches Antibiotikum handeln, welches dabei helfen kann, die Balance der Bakterien im Darm aufrecht zu erhalten. So sollen mittelkettige Fette dazu beitragen können, Streptokokken (Ursache für Lungenentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen), Staphylokokken (Ursache für Harnwegsinfektionen, Lebensmittelvergiftungen), Neisseria (Ursache für Gonorrhö, Hirnhautentzündungen) und bestimmte andere Bakterienstämme wirksam zu bekämpfen. Auf die „guten“ Bakterien sollen die mittelkettigen Fettsäuren jedoch keine Auswirkungen haben.

MCT-Öl in der Säuglingsnahrung für Frühchen

Gerade Säuglinge, die als Frühgeburt zur Welt kommen, benötigen eine besondere Ernährung. In Ersatzmilch wird deshalb oft MCT Öl gegeben, um die Zusammensetzung der Fettsäuren von Muttermilch möglichst identisch nachzuahmen. Der noch nicht vollständig ausgereifte Darm von Frühchen kann das MCT Öl besonders leicht aufnehmen.

Kann MCT-Öl Nebenwirkungen hervorrufen?

MCT Öl besteht aus Fetten. Bekanntlich kann zu fettreiche Kost zu Beschwerden mit der Verdauung führen. Das gilt also auch für MCT Öl. Gerade bei Beginn der Anwendung kann es durchaus zu Blähungen, Durchfall oder auch Bauchschmerzen kommen. Aus diesem Grund sollte MCT Öl zunächst auch in einer sehr geringen Dosierung eingenommen werden. Als Empfehlung gilt, eine Menge von einem Teelöffel pro Tag nicht zu überschreiten. Sobald sich der Körper an das Öl gewöhnt hat, kann eine langsame Erhöhung der Dosis in kleinen Mengen erfolgen. Studien zufolge gilt eine tägliche Einnahmemenge von etwa fünf bis zehn Gramm MCT Öl in der Regel als ausreichend.

MCT-Öl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?

Beim Kauf von MCT Öl gibt es einiges zu beachten. Käufer sollten vor allem darauf achten, dass es sich dabei um ein hoch konzentriertes MCT Öl handelt, dessen Basis Kokosöl ist. Leider wissen das nur wenige, weshalb auf diesen Fakt auch eher selten geachtet wird.

Nach wie vor handelt es sich bei sehr vielen im Handel erhältlichen MCT Ölen um einen Mix aus Kokos- und Palmöl. Mit nachhaltigem MCT Öl haben diese Mischungen jedoch nichts gemeinsam. Das liegt auch daran, dass die Palmöl-Industrie noch immer für die massive Abholzung des Regenwaldes verantwortlich ist und durch derartige Produkte noch mehr Profit machen kann.

Wer wirklich nachhaltig denkt, der kauft ein MCT Öl, welches auf reiner Basis von Kokosöl hergestellt ist, welches wiederum aus Früchten aus kontrolliert biologischem Anbau produziert wurde.

Fazit: MCT Öl ein kleines Wundermittel ?

Von MCT Öl können nicht nur Sportler oder Menschen, die eine Gewichtsreduktion anstreben, profitieren. Da MCT Öl vermutlich auch vor neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz, Alzheimer oder auch Parkinson helfen kann, spielt es mittlerweile als Nahrungsergänzung eine immer wichtigere Rolle. MCT Öl stellt eine optimale Fettsäurenquelle dar. Und zwar nicht nur für das Gehirn. Wer oft an seine Grenzen gehen muss, kann von den mittelkettigen Fettsäuren des Öls Energie schöpfen – Körper und Geist werden wieder fit und leistungsfähig. Das Öl mit den mittelkettigen Fettsäuren eignet sich demnach für jeden, der sein Gehirn versorgen, Gewicht reduzieren und sich vor bestimmten Krankheiten schützen möchte.

(1) https://coconutketones.blogspot.com.es/
(2) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3437664/
(3) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11694608
(4) http://www.jnutbio.com/article/0955-2863(95)80003-U/abstract

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