Ashwagandha - Was ist das überhaupt

Ashwagandha- das klingt auf jeden Fall schon mal nach Exotik und ferne Ländern. Vielen ist dieses Heilmittel aber wohl eher unter dem Namen “Schlafbeere” bekannt- oder auch nicht, denn bisher haben die Wurzeln, Pulver und Getränke, die man aus der Ashwagandha-Pflanze herstellen kann noch nicht wirklich ihren Weg in die westliche Medizin gefunden.

97031989 - fotolia.com - emuck

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In ihren Herkunftsländern Indien, Pakistan und Afghanistan wird die Pflanze schon lange als Heilmittel eingesetzt und spielt besonders in der der Indischen Heilkunst, dem Ayurveda, eine bedeutende Rolle. Und auch schon die alten Ägypter wussten um die Heilkraft der Ashwagandha und in den arabischen Ländern ist die Pflanze für ihre ihre narkotische, schlaffördernde Wirkung bekannt und wurde daher oft als Rauschmittel genutzt. Aber welche Heilwirkungen werdender Pflanze noch zugeschrieben, wie nimmt man sie am besten zu sich, wie wird sie dosiert und worauf sollte man beim Kauf achten?

Die Schlafbeere ist vielseitig einsetzbar: Von Impotenz bis hin zu Schlaflosigkeit

Die Schlafbeere und ihre Wurzel gehören wegen ihrer vielseitigen Wirkung und der sehr guten Verträglichkeit zu den am häufigsten genutzten Arzneimitteln in der ayurvedischen Medizin und kann in vielen Bereichen eingesetzt werden. Traditionell werden die Blätter, die Wurzel und die Wurzelrinde der Pflanze verwendet und zu Pulvern und Tee verarbeitet. In Indien gilt die getrocknete Ashwagandha-Wurzel als verjüngendes Tonikum, als Aphrodisiakum und auch als Narkotikum.

Gegen Nervenkrankheiten: Die Schlafbeere unterstützt die Balance im Nervensystem und sorgt in der indischen Heilkunst für Ruhe und Klarheit des Geistes. Sie kann daher gerade bei Überanstrengung und chronischer Erschöpfung neue Lebensgeister wecken. Durch seine sedative Wirkung hilft Ashwagndha auch Angstzuständen zu mildern und wirkt beruhigen bei Schwindelanfällen und Stress. Auch gegen die Nervenkrankheit Tremor, ist Ashwagandha laut der indischen Heilkunde wirksam und kann zudem auch bei einer Behandlung Multipler Sklerose unterstützend eingesetzt werden.

Gegen Impotenz: Eine positive Wirkung von Ashwagandha ist, dass sie die Potenz gesteigert werden kann und somit gegen Impotenz wirken soll. Gerade in Indien wird sie gerne bei Problemen in diesem Bereich eingesetzt.

Gegen Schlaflosigkeit: Die nervenberuhigende Wirkung der Schlafbeere fördert einen erholsamen und ungestörten Schlaf. Deshalb wird die Pflanze auch gerne als Schlafmittel zur Unterstützung beim Einschlafen verwendet. Die einschläfernde Wirkung hat der Beere ihren deutschen Namen Schlafbeere gegeben. Das Besondere im Gegensatz zu anderen Mittelchen: Ashwagandha fördert nicht nur das hineingleiten in die süßen Träume, sondern hat auch Einfluss auf Tiefschlafphase und bewirkt, dass diese länger andauert.

Gegen Entzündungen: Die positive Wirkung der Schlafbeere erstreckt sich auch auf die entzündungshemmende Wirkung. Aufgrund antibakterieller Wirkungen werden die Blätter der Pflanze, traditionell äußerlich bei Schwellungen, Entzündungen und Geschwüren auf die Haut gelegt. Dabei hat Ashwagandha angeblich die Eigenschaft, desinfizierend zu wirken und das Blut zu reinigen.

Pulver oder Extrakt: Wie wirkt die Schlafbeere am besten?

Damit die Schlafbeere ihre volle Wirkungskraft entfalten kann, ist es am besten diese als Extrakt in Kapselform zu sich zu nehmen. Aus der pulverisierten oder zerkleinerten Wurzeln lässt sich zwar auch ein wirkungsvoller Tee zubereiten, diesen sollte man dann allerdings noch mit Gewürzen und Süßungsmitteln wie Honig verfeinern, denn die Wurzel selber ist nicht besonders schmackhaft. Wen der leicht bittere Geschmack nicht stört, der kann die Wurzel auch zerkauen und so zu sich nehmen. Positiver Effekt: wenn man die Wurzel kaut soll sie auch bei Zahnschmerzen lindernd wirken und die Mundhöhle von Bakterien befreien.

In Indien werden traditionell alle Pflanzenteile, von den Blättern bis hin zu den Wurzel, verwendet. Das Problem dabei ist allerdings, dass der Wirkstoffgehalt starken Schwankungen unterlegen ist. Neben dem Alter, dem verwendeten Bestandteil der Pflanze wird der Wirkstoffgehalt auch von den Wuchsbedingungen im Herkunftsland und der Lagerung nach der Ernte beeinflusst. So kann der Wirkstoff, der in der Wurzel enthalten ist, mal stärker oder schwächer sein, was therapeutisch natürlich nicht von Vorteil ist. Möchte man Probleme gezielt behandeln, ist es daher besser das Extrakt mit einem immer gleichen Wirkstoffgehalt zu sich zu nehmen. Wird Ashwagandha nur gelegentlich und vorbeugend konsumiert, dann kann man auch ruhig auf das Pulver zurück greifen.

Viel hilft viel ? Wie man Ashwagandha dosieren sollte

Die Ashwagandha Pflanze wird allerdings nicht nur therapeutisch zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Sie gilt auch schon seit Urzeiten als sanftes Rauschmittel und soll die Wirkung anderer berauschender Substanzen wie Hanf oder auch Alkohol verstärken.

In diesem Fall gilt allerdings nicht, viel hilft auch viel, denn bei einer Überdosierung kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen und in seltenen Fällen sogar zur Bewusstlosigkeit kommen. Außerdem ist bei der Einnahme zu nicht therapeutischen Zwecken noch zu bedenken, dass sie Schlafbeere ihren Namen nicht umsonst bekommen hat. Denn durch die sedative Wirkung von Ashwagandha überkommt einen nach der Einnahme einer höheren Dosis relativ schnell die Müdigkeit. Daher ist es nicht ratsam Pulver oder Kapseln vor der Arbeit oder der nächsten Fahrt mit dem Auto einzunehmen.

Als therapeutische Dosierung werden 2 mal täglich 300 mg des Extraktes empfohlen. Wer jedoch auch psychisch eine Entspannung spüren möchte und Ashwagandha als Hilfe bei Schlafstörungen und Einschlafproblemen, der muss die Dosis etwas erhöhen. Als entspannendes, sowie erektionsverlängerndes Aphrodisiakum werden in Indien 2 bis 4 Gramm des Wurzelpulvers mit Milch gekocht, mit Zucker oder Honig gesüßt und dann getrunken.

Auf Withanolide-Wirkstoffe kommt es an!

Mengenangaben für die einzelnen Produkte die auf dem Markt, meistens in Kapselform, erhältlich sind, sind oft sehr unterschiedlich. Die Mengenangaben reichen hier von wenigen mg in bis zu mehreren hundert mg in einer Kapsel.

Nach heutigem Wissenstand sind für die Wirkung von Ashwagandha vor allem Inhaltsstoffe aus der Gruppe der Withanolide, insbesondere das Withaferin A, verantwortlich. Bei sehr gering ausgewiesenen Inhaltsstoffen dieser Gruppe, ist die Wirkung des Extrakt wahrscheinlich auch nicht besonders gut. Aber auch Produkte mit hohen mg-Angaben je Kapsel müssen nicht unbedingt wirksamer sein. Gerade bei günstigen Produkten werden oft Extrakte mit einer niedrigeren Wirkstoffkonzentration eingesetzt. Ein solches Ashwagandha-Präparat enthält dann trotz hoher mg-Angaben für den Extrakt nur geringe Mengen der wirklich wirksamen Inhaltsstoffe.

Hochwertige Extrakte sind auf einen Gehalt von 2,5% Withanolide standardisiert. Durch die Angabe des Gehaltes an Withanoldien werden die vielfältigen Präparate auf dem Markt erst untereinander vergleichbar. Fehlen diese Angaben rund um die Inhaltsstoffe bei einem Produkt, so kann man von einem geringen Gehalt an Wirkstoffen ausgehen und man sollte lieber zu einem anderen Präparat greifen. Am besten nimmt man die Kapseln mit dem Ashwagandha-Extrakt morgens auf nüchternen Magen ein, da sich so die vielfältige Wirkung der Pflanze besser entfalten können und die Aufnahme der Wirkstoffe am vollständigsten erfolgt.

Wo bekommt man Ashwagandha her ?

Ihren Ursprung hat die Schlafbeeren-Pflanze in Nordafrika, sie wird aber schon seit vielen hunderten Jahren auch in Indien und anderen klimatisch warmen Ländern angebaut. Daher kann man die Pflanzen meistens besonders preiswert in kleinen indischen oder asiatischen Läden kaufen. Sie ist in Deutschland frei verkäuflich und auch über das Internet in den verschiedensten Onlineshops erhältlich. Bei dem Kauf von Präparaten, egal ob als Tablette, Kapsel oder Pulver, sollte man immer einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Damit das Präparat auch wirkt, müssen mindestens 2,5% Withanolide enthalten sein.

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Ashwagandha ersetzt keinen Besuch beim Arzt!

Klar, Ashwagandha wird in der indischen Heilkunst schon seit mehreren hunderten Jahres eingesetzt und hat nachweislich viele positive Eigenschaften die wir für unsere Gesundheit zu nutzen machen können. Dabei sollte man aber immer bedenken, dass die Einnahme von Präparaten wie dem Ashwagandha-Extrakt auch keine Wunder vollbringen sollen. Hat man ernstliche Probleme mit seiner Gesundheit, sollte man immer als allererstes den Arzt seines Vertrauens aufsuchen.

Als Nahrungsergänzungsmittel ist Ashwagandha aber gut geeignet und kann bei so manchen kleinen, alltäglichen Wehwechen bestimmt zur Heilung beitragen. Ashwagandha ist ein Nahrungsergänzungsmittel. Die Anwendung der Präparate sollte dabei in Form einer Kur erfolgen und über einen zu langen Zeitraum eingenommen werden. Dabei ist auch stets im Hinterkopf zu behalten, dass Nahrungsergänzungsmittel kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise darstellen.

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