Kurkuma - Wirkung und Dosierung, Anwendung

Kurkuma wächst vornehmlich in tropischen Gebirgsregionen und gehört zu den Ingwergewächsen. Die auch als Gelbwurz bekannte Knolle wird hauptsächlich in Indien angebaut. Neben ihrer Verwendung als Gewürz wird die gelblich bis orange färbende Pflanze auch als Farbstoff eingesetzt. Zum Beispiel als Bestandteil von Currymischungen, denen sie ihre typisch gelbe Farbe verleiht. Hier dient das Gewürz als kostengünstige Alternative zum Safran.

Aber auch Margarine, Teigwaren, Konfitüre, Marmelade oder Senf verleiht der Farbstoff E100 Farbe. Verantwortlich für die Färbung ist der hohe Anteil an ätherischen Ölen (bis zu 5 %), die den auch als Heilmittel wirksamen Farbstoff Curcumin enthalten.

Kurkuma – Gewürz des Lebens

Häufig wird die gelbe Knolle auch als „Gewürz des Lebens“ bezeichnet, da sie bei einer ganzen Reihe von Beschwerden als Heilmittel eingesetzt werden kann. Seit dem frühen Mittelalter wird Kurkuma in Nordafrika und Europa eingesetzt. Recht spät, wenn man bedenkt, dass die Knolle bereits seit über 4000 Jahren ein fester Bestandteil der ayurvedischen Medizin ist. In Indien galt Kurkuma lange Zeit als heilig und gehört traditionell zu den „heißen“ Gewürzen, denen eine reinigende und Energie spendende Wirkung zugesprochen wird. Kurkuma ist zum Beispiel bei der Linderung von Magen-Darm-Beschwerden hilfreich. Die Cholesterin senkende Wirkung des Kurkumawirkstoffes kann darüber hinaus helfen, Herzinfarkten oder Schlaganfällen vorzubeugen. Darüber hinaus wurde nachgewiesen, dass das enthaltende Curcumin sich positiv auf den Verlauf von Diabeteserkrankungen auswirkt. Auch auf die Spätwirkungen einer Diabeteserkrankung können die Wirkstoffe Einfluss nehmen. Neben der Einnahme in oraler Form ist es möglich, Kurkuma direkt auf die Haut aufzutragen. Dort wirkt es gegen entzündliche Hautprobleme, Schuppenflechte und Blutergüsse. Die enthaltenden Wirkstoffe lindern Schmerzen im Inneren des Mundes und von infizierten Wunden.

Gut für Magen und Darm ?

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Kurkuma besitzt einen stark verdauungsfördernden Effekt. Die Inhaltsstoffe wirken anregend auf die Produktion von Magensaft und regen die Leber dazu an mehr Gallensäuren auszuschütten. Diese binden sich an die Nahrungsfette und machen diese besser verdaulich. Kurkuma wirkt zudem entkrampfend und vermindert Beschwerden wie Sodbrennen, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Magenkrämpfe oder Völlegefühle. In Deutschland lange unbekannt, wird der Gelbwurz aufgrund seiner Wirkung auf Magen und Darm inzwischen auch medizinisch zur Behandlung von Verdauungsstörungen eingesetzt.

Vorbeugung gegen Alzheimer und Krebs ?

Das Institut für biologische Chemie und Ernährungswissenschaft an der Universität Hohenheim beschäftigt sich schon lange mit der besonderen Wirkung des Gelbwurz. Dort wurde auch nachgewiesen, dass der Wirkstoff die Ablagerung von bestimmten Eiweißkomplexen im Gehirn verhindert. Einige dieser Komplexe stehen im Verdacht, für die Entstehung von Alzheimer verantwortlich zu sein. Doch Kurkuma kann noch viel mehr! Bei einer Studie des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin in Jülich extrahierten die Wissenschaftler den Wirkstoff Tumeron aus der Kurkumapflanze und verabreichten diesen an Alzheimer erkrankten Ratten. Das Ergebnis: Die beschädigten und geschrumpften Gehirnteile begannen langsam zu wachsen und nahmen ihre Funktion wieder auf. Das Tumeron regte die kranken Nervenbahnen dazu an, sich selbst zu reparieren. Und je höher die Dosis war, desto mehr gesundes Gehirngewebe wurde wiederhergestellt. Allerdings entfaltet der Wirkstoff seine volle Wirkung nur, wenn er direkt in die beschädigten Gehirnareale injiziert wird. Dies ist jedoch mit zahlreichen Risiken verbunden, weshalb Versuche mit menschlichen Versuchspersonen bisher nicht durchgeführt wurden.

In Laborversuchen fand man zudem heraus, dass Curcumin krebshemmende Eigenschaften besitzt. Außerdem stabilisiert es freie Radikale, was dazu führt, dass Tumore langsamer wachsen. Eine Studie hierzu wurde vom Department of Molecular Genetics und dem Weizmann Institute of Science durchgeführt. Die Forscher fanden bei Versuchen an genmanipulierten Mäusen heraus, dass Curcumin zum Abbau des Tumorsupressorproteins p53 beiträgt. Dies kann das Wachstum der vom Krebs kontrollierten Zellen abschwächen. Leider wurden bisher keine Test innerhalb des menschlichen Organismus vorgenommen, sodass die Ergebnisse bisher rein theoretisch sind.

Untersuchungen, die den Schluss zulassen, dass die Pflanzenwirkstoffe auch eine positive Wirkung auf menschliche Zellen haben, gibt es eine Menge. So ist belegt, dass Curcumin Darmpolypen zurückdrängen kann, was Darmkrebs vorbeugt. Eine solche Studie wurde in den USA, mit Patienten durchgeführt, die unter einer Erbkrankheit namens adenomatösen Polyposis leiden. Bei dieser Krankheit bilden sich Hunderte von Polypen im Darm, die sich unbehandelt zu Darmkrebs entwickeln. Durch die Einnahme von Curcumin konnten die Wucherungen um 60 % reduziert werden und die Größe der Verbleibenden verringerte sich um 50 %. Eine weitere Studie zeigt, dass Curcumin die Bildung und Ausbreitung von Metastasen bei Brustkrebs hemmt. Besonders wirksam ist dabei die Kombination mit dem Wirkstoff Paclitaxel, einem bekannten Mittel bei der Behandlung von Brustkrebs.

Auch wenn Kurkuma kein Heilmittel für Krebserkrankungen darstellt, ist man sich in Fachreisen einig, dass sich ein unterstützender Einsatz in der Krebstherapie positiv auswirken kann. Auch in der Krebsvorsorge gilt Kurkuma als adäquates Mittel, das hoch dosiert allerdings nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden sollte.

Entzündungshemmend gegen Rheuma, Arthritis, Erkältung und Co

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Die in der Kurkumapflanze enthaltenden Wirkstoffe wirken antientzündlich. Ihre Wirkung ist vergleichbar mit Mitteln wie Hydrocortison, Phenylbutazon oder Ibuprofen. Im Gegensatz zu diesen erzeugt Curcumin jedoch keine Toxizität, wodurch Nebenwirkungen wie Geschwürbildung oder die Minderung der weißen Blutkörperchen vermieden werden. Immer öfter findet Kurkuma deshalb auch in der Rheumamedizin Anwendung. In diesem Zusammenhang wird die Pflanze unter der Bezeichnung Rhizoma Curumae Longae von der WHO (World Health Organisation) offiziell als wirksam aufgeführt.

Bei Arthritis können die im Kurkuma enthaltenden Entzündungshemmer positiv auf die arthritischen Symptome wirken. In einigen Fällen wirkte die Behandlung sogar effektiver als die mit gängigen Arzneimitteln. Zudem können die enthaltenden Wirkstoffe Schäden reduzieren, die durch freie Radikale ausgelöst wurden und die entzündliche Reaktion in den Gelenken ausgelöst haben.

Die antientzündliche Wirkung kommt auch Menschen zugute, die unter Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Curcumin vor der Entstehung einer ulcerosa schützt und das schon ab dem 5. Tag der Einnahme. Die Überprüfung der Darmzellfunktion zeigte, dass alle typischen Anzeichen der Erkrankung wie Schleimhautgeschwüre, Verdickung der Darmwand und die Infiltration der Entzündungszellen reduziert waren. Die Wirkung war dabei bereits bei einer Konzentration von nur 0,25 Prozent erkennbar.

In der indonesischen Medizin ist Kurkuma ein Hauptbestandteil von Jamu. Dabei handelt es sich um traditionelle Heilmittel, die zur Stärkung des Immunsystems und zur Prävention von Atemwegserkrankungen oder Infektionen eingesetzt werden. Gerade im Frühjahr und Winter, also zu Zeiten, in denen die Gefahr für Infektionen hoch ist, kann Kurkuma sich positiv auf das Immunsystem auswirken. Seine entzündungshemmenden, antibakteriellen, antiviralen und antioxidativen Fähigkeiten helfen Infekte zu bekämpfen und erkältungsfrei zu bleiben.

Dosierung und Darreichungsform

Um eine therapeutische Wirkung zu erzielen, müssen mindestens drei bis fünf Gramm Kurkuma täglich eingenommen werden. Ein Problem besteht darin, dass Curcumin kaum wasserlöslich ist und deshalb nur im geringen Maße vom Darm aufgenommen werden kann. Tee aus der Gelbwurzel beispielsweise kann kaum genug Wirkstoffe lösen, um einen merklichen Effekt zu erzielen. Zudem wird der wirksame gelbe Farbstoff sehr schnell über die Leber wieder ausgeschieden. Am Besten nimmt man Kurkuma deshalb zusammen mit Öl, wie zum Beispiel einem Teelöffel Leinöl, ein. Die Kombination von Kurkuma und anderen Gewürzen, wie sie zum Beispiel in hochwertigen Currymischungen vorkommt, verspricht ebenfalls Erfolg. So wird vermutet, dass die Inhaltsstoffe der einzelnen Gewürze sich gegenseitig in ihrer Wirkung unterstützen. Besonders die Kombination mit Pfeffer soll den Wirkungsgrad erhöhen. So steigert sich die Aufnahmefähigkeit des Curcumin für den Organismus in Kombination mit dem im Pfeffer enthaltenen Piperin um bis zu 200 %.

Für eine konstante, tägliche Einnahme, zum Beispiel zur Prävention, kann das Gewürz auch Saucen, Suppen oder Milchspeisen beigemengt werden. Oder man mixt sich zum Frühstück einfach einen Kurkuma-Shake! Hierzu benötigt man 250 ml Buttermilch, eine Mango, einen Esslöffel Leinöl, einen Teelöffel Kurkuma, ein etwa 1 cm großes Ingwerstück, etwas Pfeffer, den Saft einer Limette und etwas Honig zum Süßen. Öl und Kurkuma werden vermischt und zuerst in den Mixer gegeben. Dann folgen die restlichen Flüssigkeiten und zum Schluss das klein geschnittene Obst und der Ingwer. Alles gut durchmixen und mit Eiswürfeln servieren. Das Ganze kann man natürlich ganz nach Geschmack variieren.

Wer den doch recht dominanten Geschmack des Gewürzes nicht mag, für den bietet sich die Einnahme des Wirkstoffes in Kapselform an. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass diese mit Piperin versetzt sind. Ebenfalls möglich ist die Anwendung des Pulvers als Paste um Schnitte und Verletzungen schneller zu heilen. Hiefür werden Kurkuma- und Ingwerpulver gemischt und die Paste für einige Stunden auf die verletzte Stelle gegeben. Diese Packung wirkt antiseptisch und verhindert Infektionen. Dass gleiche gilt für eine Paste aus Kurkumapulver und Aloe Vera, die auf kleinere Verbrennungen gegeben wird.

Neben- und Wechselwirkungen von Kurkuma

Im Groß ist die Einnahme von Kurkuma frei von Nebenwirkungen. Ausnahmen bestehen bei Erkrankungen der Galle, wie zum Beispiel bei Gallensteinen. Auch bei schweren Lebererkrankungen sollte von der Verwendung von Curcumin Abstand genommen werden. Zudem verhindert Curcumin die Blutgerinnung und kann daher die Wirkung von Blutverdünnern verstärken. In diesem Zusammenhang bestätigen sich Beobachtungen aus der traditionellen Medizin, die von einer verstärkte Neigung zu Blutungen berichten. Zudem kann der Wirkstoff die Wirkung verschiedener Chemotherapien einschränken. Bereits die Verwendung von Kurkuma im Essen kann sich auf die Chemotherapie auswirken. Kurkuma senkt den Blutzuckerspiegel. Bei Diabetes sollte die optimale Dosierung mit dem Arzt besprochen werden, um zu niedrige Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) zu verhindern. Schwangeren und stillenden Frauen wird empfohlen, auf Curcumin zu verzichten. Vor der Einnahme von höheren Konzentrationen des Mittels in Kapsel- oder Drageeform sollte deshalb im Vorfeld stets Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.

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