Mandelmilch – eine gesunde Alternative zur Kuhmilch

Die Mandelmilch begegnet dem Verbraucher immer öfter als scheinbar neues Produkt im Bioladen und Supermarkt. Auch wenn es der Name in sich trägt, so ist kein Anteil an Milch enthalten. Mandelmilch besteht lediglich aus einem gefilterten Gemisch aus gemahlenen Mandeln und Wasser. Damit ist es ein perfekter Ersatz von Kuhmilch für Vegetarier und Veganer.

Mandelmilch – guter Ersatz zur Kuhmilch ?

Weg von tierischer Milch und hin zu pflanzlichen Ersatzprodukten – dafür gibt es einige Gründe. Hierzu zählen:

  • vegetarische Lebensweise
  • vegane Lebensweise
  • Laktose-Intoleranz
  • Allergien
  • ethische Gründe

Ethik – Zeit zum Umdenken

Gerade in den letzten Jahren erfährt ein großer Teil der Menschen ein grundlegendes Umdenken zugunsten einer gesunden Lebensweise. Waren Vegetarier und besonders Veganer lange Zeit Ziel von Spott und Häme, wächst deren Gemeinde mittlerweile doch rasant an. Das verwundert kaum, wenn man die Berichterstattung zur Massentierhaltung in den Medien verfolgt. Zwar beschäftigen sich die großen Medien nur gelegentlich mit dem Thema, doch werden Berichte von Tierschützern und Kritikern immer wieder aufgegriffen. Nicht selten sind es die verstörenden und teils grausamen Bilder, die den Anstoß geben, auf Kuhmilch und industriell produziertes Fleisch zu verzichten.

Unverträglichkeiten von Kuhmilch

Nicht nur das Leid der Tiere ist ein Grund, Mandelmilch statt Kuhmilch zu verwenden. Der Anteil von Allergien unter den sogenannten Volkskrankheiten nimmt schon lange einen wesentlichen Stellenwert ein. Dabei kann zwischen endogenen und exogenen Allergien unterschieden werden. Die Hausstauballergie und der Heuschnupfen gehören zu den exogenen Allergien und rufen somit Abwehrreaktionen des Körpers hervor. Weit verbreitet sind daneben Nahrungsmittel-Allergien wie die Laktose-Intoleranz. Betroffene Personen reagieren hierbei allergisch auf Milch und deren Nebenprodukte. Interessant ist, dass weltweit circa bei 90 Prozent der Erwachsenen eine Intoleranz festgestellt werden kann. Dies ist einem ganz natürlichen Umstand geschuldet. Alle Säugetiere (und damit auch der Mensch) bilden mit der Geburt das Enzym Laktase, welches zum Abbau der Laktose benötigt wird. Dieses wird mit dem Ende der Stillzeit nicht mehr weiter gebildet, da es normalerweise nicht mehr vom Körper benötigt wird. Es handelt sich also um einen natürlichen Prozess. Lediglich Kulturen, die traditionell Milchwirtschaft betreiben, weisen eine andauernde Bildung des Laktase-Enzyms auf. Und nur hier gilt die Laktose-Intoleranz als Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Mandelmilch – ein Getränk mit langer Tradition

Die Geschichte der Mandelmilch reicht lange zurück. Bereits im Mittelalter gehörte sie zu den bekannten Lebensmitteln. Sie trug den klingenden, latinisierten Namen „Amygdalate“ und findet Verwendung in vielen Rezepten. Auffallend ist, dass in keinem dieser Rezepte die Herstellung von Mandelmilch beschrieben wird. Das lässt darauf schließen, dass quasi alle Leute die Mandelmilch kannte und um deren Herstellung wusste. Zuerst wurde die Nussmilch auf der Iberischen Halbinsel erwähnt. Von dort verbreitete sie sich rasant bis in das östliche Asien. Sie wurde zum beliebten Nahrungsmittel während der Fastenzeiten sowohl im Christentum als auch in dem Islam. Auch heute noch ist die „Latte di Mandoria“ ein typisches Getränk auf Sizilien, in Apulien und Kalabrien. Ebenso ist die Mandelmilch aus der spanischen Küche nicht mehr wegzudenken. Dort wird sie besonders oft zum Einsatz gebracht.

Als Trendgetränk in den USA steigt die Beliebtheit der Mandelmilch seit 2013 deutlich an und die Mandelmilch rückt aus der alternativen Ecke ganz selbstverständlich in die Regale der größeren Supermärkte.

Wie gesund ist Mandelmilch?

Tatsächlich ist Mandelmilch aufgrund ihrer wichtigen Bestandteile sehr gesund. Dies verdeutlicht folgende kleine Tabelle:

 

Übersicht der Nährwerte je 100 ml Mandelmilch
Kalorien, Kilojoule24/100
Eiweiß0,5 Gramm
Kohlenhydrate3 Gramm
Fett1,1 Gramm

Die Mandeln selbst enthalten viele wichtige Vitamine. Nach ihrer Wertigkeit gestaffelt, enthalten Mandeln folgende Vitamine:

  • Vitamin B1, B3, B5, B6 und B9
  • Vitamin C
  • Vitamin K
  • Vitamin E

Auch in Sachen Mineralstoffe hat die Mandel viele Dinge zu bieten, die für eine gesunde Lebensweise und Ernährung sehr wichtig sind. Folgende Mineralstoffe sind in der Mandel enthalten:

Eine industriell gefertigte Mandelmilch enthält allerdings nicht die ganze Palette wichtiger Inhaltsstoffe, da das Nussmus aus der fertigen Milch gefiltert wird. Möchte man alle Stoffe erhalten und verwenden, so sollte die Mandelmilch vorzugsweise selber hergestellt werden. Das Nussmuss kann ganz bequem und einfach weiterverarbeitet werden. So nutzt man die Mandel gleich doppelt, tut etwas wirklich Gutes für seine Gesundheit und führt dem Körper durch die Aufnahme wichtige Mineralien und Vitamine zu.

Mandelmilch und Gesundheit – gegen was schützt sie

Die Mandel mit den vielen Vitaminen und Mineralstoffen ist so gesund und kann daher auch vor vielen verschiedenen gesundheitlichen Problemen schützen. Doch in welchen Bereichen genau können sich Mandeln positiv auswirken? Mandeln stehen für:

  • Senkung des Cholesterinspiegel (dies wird den Ployphinolen zugeschrieben, die antioxidativ wirken)
  • Schutz vor Diabetes (Die Insulin-Sensitivität wird verbessert, wenn circa 20 Prozent der Kalorien über Mandeln aufgenommen werden)
  • stärkt die Knochen (Die Abgabe von Kalzium von den Knochen in das Blut sinkt um mehr als 60 Prozent)
  • Senkung des Blutdruckes
  • Unterstützung der Gewichtsabnahme
  • Stärkung des Immunsystems

Wer gegen das eine oder andere Fettpölsterchen kämpfen muss, ist mit Mandelmilch gut beraten. Diese Aussage ist erstaunlich, beachtet man den Kalorienwert von Mandeln. Hundert Gramm Mandeln enthalten immerhin rund 500 Kalorien. Ohne Hintergrundwissen machen deshalb Menschen, die abnehmen wollen, meist einen großen Bogen um die leckere Nuss. Dabei belegen Studien, dass das Gewicht bei einer Aufnahme von bis zu 570 Kalorien täglich, die den Mandeln zuzuschreiben sind, nicht erhöht wird. Selbst bei täglichem Verzehr der Mandelmilch stellt es keinerlei Probleme dar. Stellt man es geschickt an, so kann man einem täglichen Verzehr über mehrere Monate von knapp 90 Gramm Mandeln sogar Pfunde purzeln. Natürlich muss die entsprechende Menge Nahrungsmittel mit komplexen Kohlenhydraten weggelassen werden, um nicht das Gegenteil zu bewirken.

Anders als zum Beispiel Walnüsse oder Haselnüsse sind Mandeln basisch und eignen sich damit hervorragend für die basische Ernährung. Zudem wirken sie prebiotisch und stützen durch die Wirkung auf die Darmflora die Gesundheit und das Immunsystem. Gerade im Rahmen einer Sanierung des Darms bekommt die Mandelmilch eine besondere Bedeutung. Als leckeres und zugleich gesundes Getränk hilft sie beim Wiederaufbau eines gesunden Milieus im Darm. Geschichtliche Hinweise deuten darauf hin, dass Mandeln und Mandelmilch bereits im Mittelalter zu den sehr geschätzten Heilmitteln gehörten.

Allgemein gilt: Ein Verzehr von circa 60 Gramm Mandeln täglich über einen Zeitraum von gerade einmal 4 bis 5 Monaten zeigt bereits deutliche positive Veränderungen an und im Körper. Das ist grundsätzlich ein Versuch werden. Vor allem schmecken Mandeln köstlich und von daher braucht man sich auch nicht dazu zwingen, die erforderlichen 60 Gramm zu sich zu nehmen.

Mandelmilch – Tipps zu Einkauf und Lagerung

Dem allgemeinen Trend folgend, wird Mandelmilch mittlerweile in jedem gut sortierten Lebensmittelladen angeboten. Darüber hinaus zählt sie zum Standardsortiment in Reformhäusern und Naturkostläden. Selbstverständlich kann man Mandelmilch auch ganz bequem und schnell online beziehen. So hat man die Möglichkeit, einige Euro und vor allem auch Zeit einzusparen. Um die Mandelmilch als Fertigprodukt richtig zu lagern und möglichst lange haltbar zu halten, sind ein paar Regeln zu befolgen:

  • Mandelmilch im Tetrapak lässt sich besonders leicht lagern, sie kommt sogar eine Zeit ohne Kühlung aus
  • Mandelmilch in der Flasche lichtgeschützt und dunkel stellen
  • Im Kühlschrank oder kalten Keller lagern, das verlängert die Haltbarkeit

Der besondere Tipp: Mandelmilch selbst gemacht

Mandelmilch ist das Luxusprodukt unter den Pflanzendrinks wie Soja-, Reis- oder Getreidemilch. Entsprechend teuer lässt sich das der Handel natürlich bezahlen. Wer Lust und Zeit hat, kann sich die Kosten sparen, denn Mandelmilch lässt sich ganz einfach und ohne großartigen Aufwand selber herstellen. Das spart Lagerplatz und vor allem Geld und bringt zudem die Freude über Selbstgemachtes. Für die Herstellung von Mandelmilch einer Menge von rund 1 Liter braucht es gar nicht viel:

  • 200 Gramm ungeschälte Mandeln
  • 1 Liter Wasser
  • einen Mixer
  • ein Gefäß
  • feinmaschiges Sieb oder Filtertuch

Die Mandeln werden im Mixer oder Blender fein gemahlen und mit dem heißen oder kochendem Wasser übergossen. Das Ganze lässt man nun für mehrere Stunden stehen, damit sich alles gut lösen kann. Anschließend wird die Masse durch ein Sieb oder ein Tuch gefiltert. Schon ist die leckere Mandelmilch fertig und trinkbereit. Wer möchte, kann sie nach Belieben mit anderen Geschmacksrichtungen verfeinern. Dazu bietet sich Agavendicksaft, Honig, Zimt oder Vanille an. Für die Verwendung in der eher salzigen Küche wird einfach auf die Zugabe von Süßmachern verzichtet.

Die eigene Herstellung bringt den weiteren Vorteil, dass das übrig bleibende Mandelmus sehr gut in der Küche weiter verwendet werden kann.

Für den Einkauf und die Lagerung von Mandeln sollten folgende Kriterien beachtet werden:

  • ganze Mandeln möglichst ungeschält kaufen, da so der frühe Befall mit Schimmel vermieden werden kann
  • trocken, luftig und lichtgeschützt lagern
  • bereits gemahlene Mandeln nicht in zu großen Mengen kaufen. Der hohe Fettgehalt lässt die wertvolle Nuss schnell ranzig werden
  • Mandeln aus kontrolliertem biologischen Anbau, kurz kbA, kaufen. Das sichert vernünftige Produktionsabläufe, weniger Schadstoffe im Produkt, respektvollen Umgang mit der Natur

Ein kleiner Rezeptvorschlag

Eins vorweg: Sie können Mandelmilch in fast allen Fällen gegen die in Rezepten vorgegebene Kuhmilch ersetzen. Der leicht nussige Geschmack der Mandelmilch wird dabei oft eine echte Bereicherung eines Rezeptes werden. Nicht wenige Skeptiker verzichten nach dem ersten Genuss von Mandelmilch völlig auf das tierische Pendant. Hier nun ein schnelles und einfaches Rezept:

Zutaten:

  • 300 ml Mandelmilch
  • 1 Prise Meersalz
  • zwei Messerspitzen gemahlene Vanille
  • 1 Teelöffel Matcha (gemahlener, besonderer grüner Tee)
  • 1,5 Esslöffel Agavendicksaft
  • Eiswürfel

Zubereitung:

Bis auf das Eis werden alle Zutaten im Mixer gründlich verrührt. Den Shake dann über die Eiswürfel in ein Glas geben und gleich genießen. An heißen Tagen die Vanille weglassen und mit Minzsirup und frischen Minzblättern zur Dekoration schmecken lassen. Weniger süß wird die Mandelmilch, wenn man weniger Agavendicksaft verwendet.

Mandelmilch – ein kleiner Tausendsassa

Mandelmilch zeigt sich als besonders wertvolles Nahrungsmittel in jeder Küche, wird aber besonders oft in der veganen Küche angetroffen. Der gut schmeckende Milchersatz fördert und stärkt die Gesundheit und kann sogar bestimmte Erkrankungen zum Abklingen bringen. Genau wie ihre tierische Schwester findet sie Verwendung in Getränken, Desserts, Saucen, Kuchen und Salaten. Dabei bleibt es dem Koch oder der Köchin überlassen, ob die Milch natur, süß, pikant oder sogar scharf einem Gericht den letzten Pfiff gibt.

Aus vielen Küchen ist die Mandelmilch nicht mehr wegzudenken und hat längst ihren Platz in der Liste der beliebtesten Zutaten gefunden. Und das aufgrund der gesunden und wichtigen Bestandteile völlig zu Recht. Wer noch nie Mandelmilch probiert hat, sollte das unbedingt ändern.

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