ADHS - Ursachen, Symptome, Behandlung

Die Abkürzung ADHS steht für die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Die Erkrankung gehört zu den am häufigsten bestehenden psychischen Störung bei Kindern. Die Hautmerkmale von ADHS sind Impulsivität, Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit. Wenn ADHS nicht behandelt wird dann beeinträchtigt die Erkrankung vor allem die sozialen Kontakte wie auch das schulische beziehungsweise später das berufliche Leben und Leistungsfähigkeit.

Ist das Kind verträumt, zappelig und unkonzentriert? Herrscht in der Schultasche und im Zimmer oft Chaos? Läuft trotz guter Absichten alles immer wieder schief? Zögern sich die Hausaufgaben qualvoll oft stundenlang in die Länge? Dann liegt möglichweise eine hyperkinetische Störung vor. Diese Störung verursacht die Probleme. Der Volksmund bezeichnet diese Kinder oft als „Zappelphillip“. Fachleuchte sprechen allerdings vom Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) beziehungsweise je nach Ausmaß der Erkrankung auch von der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

ADHS – Der kleine Energiebündel

Der ADHS-Definition zufolge geht die Erkrankung mit überschießender Impulsivität, extremer Unruhe (Hyperaktivität) und Aufmerksamkeitsschwäche einher. Die Symptome können sogar bis ins Erwachsenenalter hinein vorhanden sein und sind sowohl bei Kindern wie auch Erwachsenen unterschiedlich stark ausgeprägt. Es müssen auch nicht unbedingt alle Anzeichen bei einem Patienten auftreten. Kinder mit ADHS stören den Unterricht sehr. Sie lassen Lehrer und Mitschüler oft nicht aussprechen, lösen Aufgaben unsystematisch und langsam, sie vertragen keine Frustration und sind schnell ablenkbar. Nicht jedes Kind ist allerdings zappelig, dennoch fallen alle ADHS-Kinder aus dem Rahmen. Sie störten sowohl das schulische, wie auch das häusliche Umfeld. Ihr Verhalten wird als störend empfunden. Dieses bereitet nicht nur den Betroffenen selber Probleme sondern auch Erziehern und Elter. Neben den schulischen beziehungsweise beruflichen Problemen haben es ADHS-Betroffene sehr schwer Freunde zu finden.

Die drei Untergruppen der Erkrankung

  • vorwiegend hyperaktiv, also der sogenannte Zappelphilipp
  • vorwiegend in der Aufmerksamkeit gestört (meist bei Mädchen), also die sogenannte Träumsuse oder der Hans-guck-in-die-Luft
  • der Mischtyp

Alle drei ADHS-Formen können mit starken sozialen Problemen einhergehen. Betroffene tun sich schwer, sich in eine Gruppe einzugliedern. Meist widersetzten sie sich einer Führung und neigen auch zur Aggressivität.

Der Unterschied ADS-ADHS

Das Aufmerksamkeits-defizit-syndrom (ADS) zeigt sich darin, dass die Betroffenen zwar unaufmerksam sind und sich auch nur schlecht konzentrieren können, trotzdem aber nicht hyperaktiv sind. Es gibt somit keinen grundlegenden Unterschied zwischen ADS und ADHS, vielmehr entspricht das ADS einem verträumten Subtyp vom ADHS. Dennoch fallen ADS-Kinder weniger stark auf gegenüber den hyperaktiven Leidensgenossen. Daher wird das ADS-Syndrom oft nicht erkannt. Bei Kindern mit ADS gibt es oft großen Schwierigkeiten im Unterricht sowie bei den Hausaufgaben.

Wer ist von ADHS betroffen?
Darüber gibt es leider keine genauen Zahlen, denn die Aufmerksamkeitsstörung lässt sich oft nur schwer von weiteren Verhaltensauffälligkeiten abgrenzen. Es leiden schätzungsweise mehr als 500.000 Schulkinder in Deutschland darunter, wobei Jungen viermal häufiger betroffen sind als Mädchen. Der Geschlechterunterschied gleicht sich mit zunehmendem Alter aber wieder aus.

Es gibt ADHS in sämtlichen Altersgruppen. Während man früher annahm, dass sich die Erkrankung im Laufe der Pubertät zurückbildet oder sogar ganz auswächst, weiß man jetzt, dass auch circa zwei Millionen Erwachsene an ADS oder ADHS leiden. Bei ihnen verändert sich lediglich das Erscheinungsbild. Die überschießende Motorik verliert sich meist in der Pubertät. Es stehen dann mehr eine Unorganisiertheit, Schusseligkeit und Vergesslichkeit im Vordergrund.

Keine Modeerkrankung

Zu einfach wird ADHS als moderne Zivilisationskrankheit abgestempelt. Dies stimmt allerdings nicht. Weder falsche Ernährung, noch falsche Erziehung oder Video- oder Computerspiele lösen die Erkrankung aus. Es ist längst belegt, dass diese Faktoren die Erkrankung keinesfalls auslösen, sie dennoch aber beeinflussen können.

Experten sind sich aber auch einig, dass die Diagnose bei Kindern oft zu schnell diagnostiziert wird. Nicht jedes quirlige, aktive, chaotische Kind hat ADS oder ADHS. Die Erkrankung kann nur durch genau Diagnostik durch einen Jungen- oder Kinderpsychiater zusammen mit einem erfahrenen Kinderarzt diagnostiziert werden.

Eine Hochbegabung bei ADHS ist selten

Zwangsläufig liegt es nicht an fehlender Intelligenz wenn Kinder in der Schule scheitern. ADHS Kinder sind oft überdurchschnittlich intelligent. Sie haben trotzdem Schwierigkeiten im Unterricht. Jedoch ist die Kombination Hochbegabung und ADHS eher sehr selten. Hochbegabt gilt ein Kind dann, wenn es beim Inteligenztest einen Punktwert von über 130 erreicht. In der Regel zeichnen sich hochbegabte Kinder durch eine sehr gute Konzentrationsfähigkeit aus, welche bei ADHS nicht vorhanden ist. Häufig sind hochbegabte Kinder im Unterricht unterfordert und stören diesen deshalb. Durch deren Unruhe wird ihnen fälschlicherweise oft ADHS zugeschrieben.

Die Folgen bei unbehandeltem ADHS

Die Erkrankung vergeht nicht einfach von selbst. Es gibt zwar Kinder bei denen mit zunehmenden Lebensjahren die Symptome langsam verschwinden, dennoch bleiben sie bei etwa 60 Prozent ein Leben lang vorhanden.
Wenn die Erkrankung nicht behandelt wird, kann dies lebenslange Folgen mit sich bringen. Dazu zählen:

  • es gelingt nicht, soziale Kontakte aufzubauen und zu erhalten
  • die Schule wird nicht geschafft oder kein beruflicher Abschluss erzielt, beziehungsweise eventuell nicht der, der den geistigen Fähigkeiten eigentlich entsprechen würde
  • Straffälligkeit im Jugend- und Erwachsenenalter
  • die Unfallgefahr steigt
  • Erwachsene leiden oft an psychischen Erkrankungen, etwa Angststörung, Depression, Suchterkrankungen oder Substanzmissbrauch.

Säuglinge und Kleinkinder
Im Säuglingsalter ist noch keine sichere Diagnose möglich. In Langzeitstudien haben Forscher allerdings einen Zusammenhang zwischen Regulationsstörungen und ADHS gefunden. Diese Regulationsstörung kann sich durch Schlafstörungen, andauerndes langes Schreien oder durch Probleme beim Füttern bemerkbar machen. Säuglinge mit ADHS wirken oft schlecht gelaunt und sind zudem sehr unruhig, aber auch das Ablehnen von Körperkontakt ist möglich.

Auch bei Kleinkindern lässt sich ADHS nur schwer diagnostizieren. In der Regel schreien diese Kinder sehr viel, sie haben eine geringere Aufmerksamkeit und haben keine Lust etwas zu spielen. Typische Syndrome sind auch Rastlosigkeit, motorische Unruhe und störendes Verhalten mit schlechten sozialen Kontakten. Diese Kinder können sich nur schwer mit anderen Kindern anfreunden. ADHS Kleinkinder wechseln schon noch kürzester Zeit das Spiel, sie verletzen sich wegen des unberechenbarem Verhalten häufiger, lassen niemanden ausreden und die Trotzphase verläuft stärker als bei anderen Kleinkindern. Einige Betroffene Kinder erzeugen einen ständigen hohen Geräuschpegel. Kleinkinder mit ADHS erlernen das Reden auffallend spät oder sogar auffallend früh. Bezüglich der Fein- und Grobmotorik haben ADHS Kleinkinder oft große Probleme beim Basteln, Spielen, Essen usw.

ADHS-Symptome im Grundschulalter

ADHS Kinder können sich nur schwer an Regeln halten. Sie gelten daher als Spielverderber und machen sich zu Außenseitern. Lehrer beobachten häufig das Stören im Unterricht sowie eine stärkere Abklenkbarkeit. Viele Kinder haben zudem eine Rechenschwäche oder eine Lese-Rechtschreibschwäche. Das Schriftbild von Betroffenen ist oft sehr schlecht und Ordnung halten kaum möglich. Grundschulkinder haben bei ADHS eine geringere Frusttrationstoleranz, sie neigen zu Wutanfällen. Auch unpassende Mimik, Gestik und ständiges Reden sind Symptome. Betroffene Kinder leiden unter ihren Störungen und haben häufig ein sehr geringes Selbstbewusstsein.

ADHS-Symptome im Jugendalter

Die betroffenen Jugendlichen sind weiterhin unaufmerksam. Sie entwickeln die sogenannte „Null-Bock-Mentalität“. Erforderliche Leistungen werden verweigert, sie entwickeln oft Aggression und Antihaltung. Zwar sind diese Verhaltensweise auch bei normalen Pubertierenden vorhanden, aber nicht so stark ausgeprägt wie bei ADHS Kindern. ADHS Jugendliche neigen stark zu risikoreichem Verhalten und werden gerade von sozialen Randgruppen stark angezogen. Auch Drogen und Alkohol spielen eine bedeutende Rolle. Manche erleben Ängste, leiden unter dem geringen Selbstbewusstsein, bilden Depressionen. Bei manchen Jugendlichen verbessern sich die Symptome aber auch, sie werden ruhiger und die Impulsivität nimmt ab.

ADHS hat auch positive Seiten

Viele Betroffene Jugendliche und Erwachsene zeigen aber auch positive Symptome, wie äußerst ausgeprägte Kreativität oder gute geistige Beweglichkeit. Wenn eine Aufgabe sie besonders begeistert, dann wird diese auch hochmotiviert ausgeübt. ADHS Betroffene sind sehr hilfsbereit. Ihr Gerechtigkeitssinn ist sehr stark ausgeprägt. Trotz der Erkrankung finden sie erstaunliche Wege, wie sie damit zurechtkommen.

Die Ursachen und Risikofaktoren

Es ist bislang noch nicht geklärt warum einige Kinder an ADHS erkranken und andere nicht. Es steht nur fest, dass auch das Erbgut eine sehr große Rolle spielt. Dem Erbgut kommt bei den hirnbiologischen Veränderungen ein großer Einfluss zu. Bei Veranlagung spielen dann auch Umweltfaktoren eine Rolle.

Die genetische Ursache
Laut Forschungsergebnissen sind bei 70 Prozent der Betroffenen die Gene bei der Entstehung verantwortlich. Meist leiden auch Geschwister, Eltern oder weitere Verwandte an ADHS. Wenn ein Elternteil an ADHS erkrankt ist, dann ist das Risiko gerade für Jungen extrem hoch.

Eine Signalstörung im Kopf
Es wird von Wissenschaftlern auch vermutet, dass Fehlfunktionen im Gehirn Auslöser sein können. Demnach funktioniert die Informationsverarbeitung in den unterschiedlichen Regionen im Gehirn nicht richtig. Die ADHS-Symptome werden vermutlich von Noradrenalin, Serotonin und Dopamin beeinflusst. Dopamin und Noradrenalin sind bei Antrieb, Motivation und Aufmerksamkeit sehr wichtig. Das Serotonin regelt die Kontrolle des Impulses. Diese Neurotransmitter geben bei Betroffenen die Informationen zwischen den einzelnen Gehirnzellen nicht richtig weiter. Betroffen sind das Frontalhirn und die Stammganglien. Diese Gehirnabschnitte sind verantwortlich für Konzentration, Wahrnehmung, Ausführung und Planung sowie Aufmerksamkeit.

Kein Filter vorhanden
Jede einzelne Sekunde bekommt unser Gehirn zig Informationen, doch nur die wenigsten davon werden von uns tatsächlich beeinflusst. Dabei schützt ein Filter vor einer Reizüberflutung und hilft dabei, das Unwichtige von Wichtigem zu unterscheiden. Deshalb kann sich ein ADS/ADHS Kind nur schwer konzentrieren, denn das Gehirn filtert nicht genügend. Wenn beispielsweise der Lehrer etwas an die Tafel schreibt, dann wird das Kind durch andere Geräusche abgelenkt. Aufgrund der ungefilterten Information sind Betroffene angespannt und unruhig. ADS Kinder ohne Hyperaktivität sind vom Verhalten her eher ruhig, dennoch haben auch sie Schwierigkeiten mit der Aufmerksamkeit.

Einflüsse aus der Umwelt
Es stehen auch Nahrungsmittelallergien und Umweltgifte im Verdacht ADS/ADHS auszulösen. Drogen, Nikotin und Alkohol in der Schwangerschaft oder ein Sauerstoffmangel während der Geburt könnten das Risiko auch erhöhen. Nicht unumstritten sind auch äußere Umstände, etwa wie das Kind aufwächst, etwa beengte Wohnverhältnisse, ständiger Streit der Eltern, wenig emotionale Zuwendung, nicht durchschaubare und fehlende Strukturen können die Erkrankung verschlimmern. Selbiges gilt auch für Zeitdruck, hohen Computer- und Fernsehkonsum oder Bewegungsmangel.

Untersuchung und Diagnose
Die Erscheinungsbilder zeigen sich sehr unterschiedlich. Es sind nicht immer alle Anzeichen vorhanden. Häufig lässt sich ADHS nur schwer von alterstypischen Verhaltensweisen abgrenzen. Aus diesem Grund können nur Jugendpsychiater sowie Jugend- und Kinderärzte die Diagnose stellen. Es gibt auch nicht die eine richtige Behandlung. Dies ist vom Einzelfall abhängig. Spezialisten arbeiten deshalb eng mit den Eltern, Erziehern, Lehrern und weiteren Betreuern zusammen.

Die ersten Schritte bei ADHS

Zuerst sollten Eltern das Verhalten des Kindes genau beobachten und beschreiben und sich folgende Fragen stellen:

  • wann tritt die Störung auf?
  • ist eine Tageszeit besonders getroffen oder ein bestimmter Wochentag?
  • gibt es Ereignisse, welche die Unruhe oder das Verhalten auslösen?

Wichtig ist auch das Gespräch mit Großeltern, Hort, Schule, Kindergarten und so weiter.

Welche Symptome können Betroffene zeigen?

  • machen Flüchtigkeitsfehler
  • können sich nicht länger konzentrieren
  • führen Anweisungen nicht oder nur unvollständig aus
  • können scheinbar nicht zuhören
  • habe große Mühe Tätigkeiten oder Aufgaben zu erledigen
  • verweigern oder vermeiden anstrenge geistige Arbeiten
  • sind schnell gereizt
  • verlieren oft Dinge
  • sind vergesslich

Betroffene von ADHS sind oft:

  • zappelig
  • bleiben nur ungern auf dem Platz sitzen
  • sind beim Spielen oft sehr laut
  • klettern überall hoch und rennen oft umher
  • sind ruhelos
  • sind umtriebig
  • reden sehr viel
  • können nicht warten bis sie an der Reihe sind
  • stören oft Spielrunden oder Unterhaltungen

Wie kann die Diagnose gestellt werden?

Der behandelnde Mediziner wird zuerst ein Gespräch mit Eltern und Kind führen. Dabei analysiert er nicht nur das Gesprochene, sondern auch das Verhalten. Es wird bei der Anamnese vor allem nach Erkrankungen in der Familie, nach der Lebenssituation, besonderen Verhaltensauffälligkeiten und weiteren Besonderheiten erfragt.

Bei der Beurteilung ist auch eine Fremdbeurteilung wichtig, diese kann beispielswiese von Erzieherinnen oder Lehrern erfragt werden. Dabei stellt der Mediziner meist folgende Fragen:

  • redet das Kind oft dazwischen und sehr viel?
  • kann es sich längere Zeit auf etwas konzentrieren?
  • ist das Kind zappelig?
  • ist es leicht ablenkbar?

Der klinische Untersuchungsbefund
Bei der Diagnosesicherung muss sich der Spezialist einen umfassenden Eindruck vom ADS/ADHS Betroffenen bilden. Es werden andere Faktoren für die Verhaltensursache ausgeschlossen, etwa Allergien, Ekzeme, Seh- oder Hörschwäche und viele weitere Möglichkeiten aus. Zudem untersucht er die Koordination, er beurteilt das Verhalten, etwa Gestik, Sprache, Lautäußerungen, Mimik und Kooperationsfähigkeit. Bei der Untersuchung beobachtet der Arzt das Verhalten des Kindes ganz genau. Zu den apparativen Untersuchungen zählen vor allem das EEG.

Die Behandlung von ADHS
In welchem Rahmen eine Therapie durchgeführt wird, ist individuell verschieden. In jedem Fall müssen alle Betroffenen, also Eltern, Familie, Schule, Kindergarten usw. zusammenarbeiten. Zu Beginn der Behandlung werden Eltern und ggf. Betroffener gut über die Erkrankung aufgeklärt. Dann folgt das Elterntraining eventuell mit Familientherapie, gefolgt von der Information des Umfeldes des Betroffenen. In bestimmten Fällen kann auch eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein. Vorschulkinder sollten aber noch nicht mit Medikamenten behandelt werden. Denn in dieser Altersgruppe sind die Auswirkungen noch unklar. Der Einsatz von Methyphenidat unter 6 Jahren ist noch nicht ausreichend erforscht. Fachleute haben die Befürchtung, dass ADHS-Medikamente die Gehirnentwicklung beeinträchtigen könnten.

– das Verhaltenstraining
Die Verhaltenstherapie befasst sich mit der Strukturierung des Alltags und lehrt dem Kind sein Verhalten besser zu kontrollieren. Ein spezielles Elterntraining gibt Eltern und Großeltern professionelle Therapieangebote.

– die medikamentöse Therapie
Diese Therapie wird vor allem nur dann angewandt wenn die Symptome sehr stark ausgeprägt sind und andere Maßnahmen nur eine unzureichende Wirkung gezeigt haben. Zur medikamentösen Therapie werden meist Methylphenidat verordnet. Hinter diesem Wirkstoff versteckt sich oft der Handelsname Ritalin. Es handelt sich dabei um ein Amphetamine, welches die Dopaminkonzentration im Gehirn erhöht. Dadurch werden die Botenstoffe im Gehirn an die Nervenzellen besser weitergeleitet. Dies spielt eine wichtige Rolle bei Konzentration, den psychischen Antrieb und die Steuer von Bewegung. Dieser Wirkstoff ist kein Beruhigungsmittel. Allerdings fällt das Medikament unter das Betäubungsmittelgesetz sprich die Verordnung ist strengen Kriterien unterlegen. Als Nebenwirkung finden sich oft Bauch- und Kopfschmerzen, verminderter Appetit, depressive Verstimmung aber auch Wachstumsstörungen. Wichtig zu wissen: der Wirkstoff macht nicht süchtig. Die Dosis muss langsam und individuell angepasst werden.

Es gibt bisher noch keine umfassenden Studien über ADHS. Für den Betroffenen ist es wichtig, dass die Erkrankung schnellstmöglich erkannt und individuell behandelt wird.

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