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Kindersitz - beste Sicherheit für Kinder

Kinder bis 12 Jahren reisen in Fahrzeugen am besten mit einem Kindersitz. Dank dieser Vorrichtung sitzt das Kind während der Fahrt sicher an seinem Platz und wird durch Polster und Gurte bei Unfällen und ähnlichem bestmöglich geschützt. Wichtig für den Kauf sind jedoch nicht nur Qualität und Komfort – auch die Größe, das Alter sowie das Gewicht spielen eine eminente Rolle, sollen die Kleinsten sich in dem Kindersitz wohl und sicher fühlen.

Kindersitz in rechtlicher Hinsicht

Zunächst sei anzumerken, dass Kinder in vielen verschiedenen Ländern nur mit einem Kindersitz im Auto fahren dürfen. Wer diesen Passus übergeht, muss mit sehr hohen Bußgeldern rechnen. Bei der Wahl des Kindersitzes fällt auf, dass diese in 6 verschiedene Normgruppen unterteilt werden. Jede Normgruppe bezieht sich auf ein Alter oder eine Größe.

Rechtsbestimmungen

Gemäß der Straßenverkehrsordnung §21 Abs. 1a muss jedes Kind in Deutschland bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres sowie einer Größe bis 1,50m im Auto in einem Kindersitz reisen. Die europäischen Richtlinien sehen dabei sogar vor, dass Prüfnormen für die Sitze eingehalten werden.

Weitere rechtliche Bestimmungen in anderen Ländern:

  • Österreich: Kindersitz bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres oder einer Größe von 1,50m
  • Schweiz: Kindersitz bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres oder einer Größe von 1,50m
  • Niederlande: Kindersitz bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres oder einer Größe von 1,35m
  • Frankreich: Kinder unter 10 Jahren sitzen auf dem Rücksitz und dürfen nur auf dem Beifahrersitz reisen, wenn dort ein geeigneter Kindersitz vorhanden ist
  • Dänemark: Kindersitz bis zu einer Größe von 1,35m

Doch warum gibt es solche Verordnungen?

Während der Fahrt muss das Kind in einem genormten Kindersitz sitzen, welcher über einen Dreipunkt-Gurt verfügt. Ist das Kind unter 1,50m groß und hat lediglich einen Gurt angelegt, welcher über Schulter bis Becken verläuft, so kann es im Fall eines Unfalls zu schwerwiegenden Verletzungen kommen.

Normgruppen der Kindersitze
Um Größe und Gewicht eines Kindes gerecht werden zu können, werden Kindersitze in unterschiedliche Kategorien unterteilt. Dies macht es den Eltern einfacher, sich für einen optimalen Kindersitz zu entscheiden.

KindersitzgruppeGewicht des KindesAltersempfehlungKörpergröße des Kindes
00-10 kgBis ca. einem JahrMax. 75 cm
0+0,13 kgBis ca. 2 JahreMax. 90 cm
I9-18 kg1- 4 JahreCa. 75-100 cm
0/I (0+/I)0-18 kgBis ca. 5 JahreHöchstens bis 1 Meter
II15-25 kg3 – 7 JahreHöchstens bis 1,25 Meter
I/II9-25 kg1-7 JahreCa. 70-125 cm
III25-36 kg7-12 JahreHöchstens 1,50 Meter
I/II/III9-36 kg1-12 Jahre75-150 cm
II/III15-36 kg3 bis 12 Jahre95-150 cm

Die Aufteilung dieser Normgruppe hat sicherlich auch ihre Vor- sowie Nachteile. Kinder wachsen manches Mal schneller als andere. Dies spiegelt sich auch teilweise im Hinblick auf den Körperbau oder das Gewicht wider. Praktisch sind hin diesem Bereich die mitwachsenden Modelle, die dem Kind angepasst werden und somit über einen längeren Zeitraum einen treuen Begleiter im Auto darstellen.

Hinweis: seit dem Jahr gibt es sogar die i-Size-Normgruppe. Diese orientiert sich an der Körpergröße anstatt des Kindergewichts. Hier wird die Größe 65 bis 105 cm bedacht. Einziger Nachteil – es finden sich im Handel kaum Kindersitze für diese Gruppe an. Lediglich der Maxi-Cosi 2wayPearl sowie der Concord Reverso bilden eine Ausnahme.

Kindersitze im Überblick

Zwischen den einzelnen Kindersitzen ist ganz klar zu differenzieren. Zu Beginn stehen die Babyschalen, die schließlich von größeren Sitzen abgelöst werden.

Babyschalen
Hier ist der Name Programm: direkt ab Geburt kommen diese Schalen zum Einsatz. Das Baby liegt in dem Sitz und ist dort sicher geschützt. In der Regel kann die Schale bis zu einem Alter von ca. 18 Monaten oder einer Größe von 76 bis 88 cm genutzt werden. Wichtig: die Babyschale wird entgegen der Fahrtrichtung auf dem Rücksitz montiert. Wahlweise kann die Schale auch rückwärtig auf dem Beifahrersitz gesetzt werden, allerdings muss für dieses Vorhaben der Airbag ausgestellt werden. Für noch bessere Sicherheit sind Modelle mit Isofix zu erwählen.

Hinweis: bei der Nutzung der Babyschalen müssen Eltern sicherstellen, dass der Kindeskopf nicht über die Schale ragt. Ist dies der Fall, so muss direkt ein Kindersitz der nächsten Stufe angeschafft werden.

Kindersitze
In der oben angelegten Tabelle ist ersichtlich, welches Modell für welche Größe und welches Gewicht geeignet ist. Doch was genau macht den Kindersitz so besonders?

In erster Linie stellt der Sitz eine Erhöhung dar, sodass Kinder besser in der Rückenlehne sitzen und mit dem Gurt vorteilhafter verbunden sind. Neben dieser Prämisse bieten zahlreiche Versionen zusätzliche Gadgets.

  • Fangtische – diese Maßnahmen bieten ein zusätzliches Maß an Sicherheit bei Unfällen. Bei einem etwaigen Frontalzusammenstoß wirken die Kräfte gemildert, sodass weniger Druck auf den Kindskörper ausgeübt wird.
  • Hosenträgersystem – mit diesem Fünfpunktgurt sitzt das Kind optimal im Kindersitz. Wichtig: der Gurt muss ideal festgezogen sein. Im Idealfall passt lediglich eine flache Hand zwischen Gurt und Kind. Bei Bremsmanövern oder einem Unfall wird der Halswirbel vorteilhafter entlastet. Gleichzeitig ist dieses System für schlafende Kinder besser, wird eine aufrechte Haltung unterstützt.
  • Reboardsitze – diese Sitze sind noch recht neu auf dem Markt. Sie werden ähnlich wie die Babyschalen entgegen der Fahrtrichtung angebracht, sodass das Kind rückwärts im Auto mitfährt. Dieser Sitz kann bis zu einem Alter von 4 Jahren verwendet werden und gilt in Fachkreisen als besonders sicher, wirkt der Reboardsitz wie ein Schutzschild.
Vorteile KindersitzNachteile Kindersitz
Optimale Sicherheit im StraßenverkehrIst mit Kosten verbunden
Verschiedene Größen, die auf Alter und Gewicht sowie Körpergröße ausgerichtet sindMeist passen nur zwei Kindersitze auf die Rückbank
Einige Sitze können ideal mitwachsen

Zu den wichtigsten und bekanntesten Herstellern von Kindersitzen zählen derzeit

  • Maxi Cosi
  • Cybex
  • Britax Römer
  • Recaro
  • Storchemühle
  • Concord
  • Kiddy

 

Sitzerhöhungen als Alternative?

Neben den Babyschalen und Kindersitzen werden im Handel auch Sitzerhöhungen angeboten. Diese kleinen Sitze sind ohne Kopfstütze oder Seitenteile ausgestattet, sondern verfügen lediglich über einen Sitzpolster. Während die Babyschale als auch der Kindersitz bei einem Aufprall an Seiten oder Kopf besser schützen kann, sitzt das Kind in der Sitzerhöhung quasi ohne optimalen Schutz.

Prüfzeichen und Prüfnummer beachten

Jeder Kindersitz, der in Europa auf dem Markt zum Verkauf steht, muss mit einem Etikett versehen sein. Dieses Etikett ist oft in Orange gehalten und offenbart einige Angaben. Zu diesen Angaben zählt die Prüfnummer. Derzeit stehen drei gültige Nummern zur Verfügung

  • ECE-R 44/03
  • ECE-R 44/04
  • ECE-R 129

Seit dem Jahr 2008 dürfen keine Sitze mehr verwendet werden, die über eine niedrigere Prüfnummer verfügen. Die Nummer ECE-R 44 ist voraussichtlich bis zum Jahr 2018 gültig.

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