Investieren in Crowd-Funding

Crowdinvesting ist eine Form der Finanzierung, die mittlerweile immer mehr Firmen nutzen. Hierbei investieren viele Kleinanleger in ein großes Projekt, eine Geschäftsidee oder ein bestimmtes Produkt. Für ihre Investition erhalten sie Firmenanteile und sind so direkt am Gewinn beteiligt. Grundsätzlich ist es durchaus interessant, in junge Start-ups zu investieren, denn die Renditen der Geldanlage sind im Vergleich zu klassischen Anlageformen deutlich höher. Die Risiken allerdings sollten nicht unberücksichtigt bleiben.

Crowdfunding oder Crowdinvesting?

Viele Firmen, insbesondere Start-ups, haben es häufig schwer, die für ein bestimmtes Projekt benötigten Gelder von Banken zu leihen. Vor allem dann, wenn neuartige Produkte auf den Markt gebracht werden sollen, können die Banker oft nur schwer überzeugt werden. Damit die Finanzierung doch noch klappt, greifen immer mehr junge Unternehmen auf Privatleute zurück. Sie werden im Internet auf das jeweilige Projekt aufmerksam gemacht und haben nun die Möglichkeit, in dieses zu investieren. Für die Investition selbst gibt es grundsätzlich zwei unterschiedliche Wege.

Crowdfunding

#95115681 - fotolia.com - lemontreeimages

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Das Crowdfunding ist eine sehr alte und gern genutzte Möglichkeit, Projekte zu finanzieren. Viele Menschen schließen sich hierbei zusammen und jeder gibt einen kleinen Geldbetrag. Durch zahlreiche Investoren kann nun die benötigte Summe besorgt und das Projekt auf die Beine gestellt werden. Für die Investition erhalten die Crowdfunder eine gewisse Gegenleistung, etwa Rechte am Unternehmen, Geld oder Sachleistungen. Aber auch lediglich ideelle Werte sind möglich.

Crowdinvesting

Beim Crowdinvesting hingegen steht die Geldanlage im Vordergrund. Anleger investieren auch hier größere oder kleine Beträge, erhalten im Gegenzug aber Anteile des jeweils finanzierten Unternehmens. Somit profitieren Anleger direkt von den Start-ups und werden schließlich sogar am Gewinn beteiligt, wird das Unternehmen einmal an einen Großinvestor verkauft.

Crowdinvesting als Finanzierungsform

Junge Firmen, die keine Chance haben, einen Bankkredit aufzunehmen, nutzen immer häufiger das Internet, um Kleinanleger von ihrem Projekt zu begeistern. Verschiedene Plattformen haben sich mittlerweile hierauf spezialisiert und helfen den Start-ups, Anleger zu finden. Sie erhalten auf diesen Plattformen die Möglichkeit, sich, ihr Projekt und ihre Produkte vorzustellen und sich zu präsentieren. Im Anschluss wird eine bestimmte Summe genannt, die für die Verwirklichung des Ganzen benötigt wird. Finden sich ausreichend Anleger, die dieses Projekt unterstützen wollen, wird das Geld an das Unternehmen überwiesen, das sich nun beweisen kann.

Der Ablauf von Crowdinvesting

  • Vorstellen des Unternehmens auf einer Crowdfunding-Plattform
  • Kleinanleger überweisen bestimmte Geldbeträge
  • Geldsumme wird an das Start-up ausbezahlt
  • Umsetzen des jeweiligen Projektes bzw. Herstellung der Produkte
  • Beteiligung der Anleger am Gewinn

Wurde das Geld an das Start-up ausgezahlt, bekommt dieses die Möglichkeit, das jeweils vorgestellte Projekt umzusetzen oder die Waren herzustellen und schließlich auf dem Markt zu verkaufen. Crowd-Investoren erhalten im Gegenzug Anteile des Unternehmens und sind damit direkt am Gewinn beteiligt.

Die Chancen beim Crowdinvesting

Bis vor einigen Jahren war es Privatanlegern nahezu unmöglich, in junge Unternehmen während ihrer Gründungsphase zu investieren. Viele Start-ups verfolgen jedoch sehr interessante Ideen, die sich durchaus zu einem ertragreichen Geschäftsmodell entwickeln können. Ist dies der Fall, erhalten Anleger, die an diesem Unternehmen beteiligt sind, eine überdurchschnittlich hohe Rendite. Diese kann durchaus im zweistelligen Bereich liegen, sodass die Investition als enorm erfolgreich bezeichnet werden kann. Gleichzeitig erhalten Anleger das gute Gefühl, Menschen bei der Umsetzung ihrer Visionen geholfen und ein interessantes Projekt unterstützt zu haben.

Diese Chancen bietet Crowdinvesting

  • Überdurchschnittlich hohe Renditen
  • Unterstützung von teils ausgefallenen Geschäftsideen
  • Umsetzung von Visionen und Projekten
  • Investition mit kleinen Summen möglich

Immer häufiger zeigt sich, das es vor allem Firmen aus den Bereichen der erneuerbaren Energien sind, die Crowdinvesting für sich entdeckt haben. In diesem Segment ist es nach wie vor wichtig, das neue Ideen umgesetzt werden, um noch effizienter arbeiten zu können. Investitionen sind vielfach bereits mit kleinen Summen zwischen 100-500 Euro möglich

Diese Risiken lauern beim Crowdinvesting

Obwohl es durchaus lukrativ klingt, in junge, aufstrebende Firmen zu investieren, sollten Kleinanleger nicht vergessen, dass hierbei auch Risiken lauern. Die vorhandenen Risiken sind vergleichbar mit einer Aktienanlage. Kann das jeweilige Unternehmen den angestrebten Gewinn nicht erreichen oder muss es gar mit einem Umsatzrückgang kämpfen, drohen Verluste. Beim Crowdinvesting hat die Firme in solchen Fällen keine Möglichkeit, den avisierten Gewinn auszuschütten. Sollte die Geschäftsidee gar floppen, sollten die Produkte also nicht verkauft werden können, droht sogar der Totalverlust.

Diese Risiken lauern beim Crowdinvesting

  • Start-ups können Erwartungen nicht erfüllen
  • Gewinne können nicht ausgeschüttet werden
  • Totalverlust bei etwaiger Insolvenz

Um hohe Verluste zu vermeiden ist es wichtig, die einzelne Investition genau zu planen, sich über Produkte, Firmen und Projekte gut zu informieren und Chancen und Risiken abzuwägen. Zudem sollte nicht das gesamte Vermögen in nur ein einzelnes Unternehmen gesteckt, sondern in verschiedene Anlagen gestreut werden. Wie bei der Aktienanlage auch gilt hier das Prinzip: „Lege nicht alle Eier in einen Korb“.

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