Teebaumöl – Das kleine Wunder aus der Natur

Viele von uns kennen das Teebaumöl noch aus Ihrer Kindheit. Spätestens dann, wenn die Mutti mit dem kleinen, braunen Fläschchen anrückte, um hartnäckige Pickel oder Warzen zu behandeln, haben wir als Kinder gerne einmal Reißaus genommen. Denn gerade bei den Kleineren kommt der unverwechselbare, intensive Duft des Teebaumöls nicht immer gut an.

Dabei ist Teebaumöl ein wahrer Alleskönner in der Naturheilkunde und wurde vor der Herstellung des Penicillins gerne als Medikament zur Bekämpfung bakterieller Infektionen eingesetzt. Danach gerat es lange Zeit in Vergessenheit. Erst seit knapp 30 Jahren hat es wieder Einzug in die deutschen Hausapotheken genommen und kann hier seine kostbaren Dienste vollbringen.

Doch was ist Teebaumöl und wie wird Teebaumöl hergestellt?

Teebaumöl wird aus den Blättern, des aus Australien stammenden Teebaums gewonnen. Dazu werden die wertvollen Inhaltsstoffe mittels Dampfdestillation aus dem Myrtengewächses gewonnen. Um knapp 10 Liter Teebaumöl zu gewinnen, benötigt es eine Tonne der immergrünen Blätter.

Teebaumöl ist ein ätherisches Öl, das aufgrund seiner hervorragenden Zusammensetzung antiseptische und antimykotische Eigenschaften besitzt. Es enthält:

  • 40 % Terpinen-4-ol
  • 20% Terpinen und weitere
  • 20% Terpinolen und Terpineol

Hinzukommen weitere wertvolle Inhaltstoffe wie

  • Pinene
  • Phellandren
  • Limonene
  • Myrthen
  • P-Cymen
  • Cineol

Teebaumöl besteht zu fast 80% aus Terpinen und verwandten Stoffen. Dieser Umstand macht das Teebaumöl so besonders kostbar, da diese Stoffe wundheilende, entzündungshemmende und pilztötende Eigenschaften besitzen.

Wo kommt das Teebaumöl her?

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Schon die Ureinwohner Australiens wussten um die heilende Wirkung des Teebaums, der seinen Namen übrigens durch den britischen Entdecker James Cook erhielt. Dieser wurde im 18. Jahrhundert auf seinen Reisen von dem aromatischen Duft, den der Baum versprühte, angelockt. Aus dessen Blättern bereitete er sich und seiner Mannschaft schmackhafte Tees zu – der Teebaum erhielt seinen Namen.

Während Cook die Blätter lediglich zum Genuss einsetzte, bereiteten die Aborigines einen heilenden Sud aus ihnen zu, und setzten diesen bei allerlei Beschwerden wie Entzündungen und Schmerzen ein. Bei äußerlichen Verletzungen wie Quetschungen, Wunden oder Insektenstichen pressten Sie das Öl aus den Blättern und trugen es direkt auf die zu behandelnde Stelle auf. Über James Cook, der zwischenzeitlich auch von der heilenden Wirkung des Teebaumöls gehört hatte, gelangte das Heilmittel nach Europa und verbreitete sich rasch. Bis zur Erfindung des Antibiotikums setzten Heiler und Mediziner gerne das Öl bei der Behandlung bakterieller Infektionen ein. Vor allem Soldaten setzten auf dessen Wirkung. Teebaumöl gehörte so fast schon zur Grundausrüstung im Einsatz. Danach geriet es ein wenig in Vergessenheit. Und dass trotz seiner Vielseitigkeit. Während Antibiotika ausschließlich Bakterien in Schach halten, rücken die Terpene im Teebaumöl sogar Pilzen, Viren und einigen Parasiten auf den Leib.

ACHTUNG: Monoterpene wirken auch hautreizend. Damit sich diese hautreizenden Anteile nicht zu stark vermehren, sollte Teebaumöl unbedingt dunkel und kühl aufbewahrt werden. Achten Sie auch darauf, dass die Flasche stets gut verschlossen ist, da das Öl zu schnellem Oxidieren neigt. Hierdurch können sich die hautreizenden Anteile im Öl deutlich schneller vermehren.

Teebaumöl sollte in keiner Hausapotheke fehlen – Wirkung:

Teebaumöl wird seit Jahrzehnten erfolgreich bei der unterstützenden Behandlung vieler Volksleiden eingesetzt. Hierzu zählen:

  • Abszesse
  • Furunkel
  • Pickel
  • Ekzeme und andere Hauterkrankungen
  • Insektenstiche
  • Sonnenbrand
  • Brandwunden
  • Entzündungen
  • Blutergüsse
  • Blasenentzündung
  • Eierstockentzündung
  • Grippale Infekte
  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Bronchitis
  • Fieber
  • Rheuma
  • Arthritis
  • Pilzerkrankungen
  • Prellungen, Verstauchungen
  • Abgeschlagenheit
  • Stress
  • Verspannungen
  • Muskelkater und vielen mehr

Teebaumöl ist ein wahrer Allrounder. So soll es sowohl Wirkung aus körperliche aber auch auf psychische Leiden haben. Wir verraten Ihnen hier einmal die wichtigsten Anwendungen:

Schnelle Hilfe bei Insektenstichen

Hierzu sollte das Öl unverdünnt auf den Stich aufgetragen werden. So verhindert es Entzündungen und lindert den Juckreiz.

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Hilfe bei stumpfen Verletzungen

Prellungen und blaue Flecken lassen sich hervorragend mit Teebaumöl behandeln. Dazu wird ein Umschlag auf die betroffene Stelle aufgelegt. Hierzu tränken Sie einen Waschlappen in einer Mischung aus heißem Wasser und etwa 5 Tropfen Teebaumöl. Lassen Sie diesen so lange wie möglich auf der Verletzung liegen.

Anwendung bei kleineren Verletzungen

Insbesondere kleinere Schürfwunden lassen sich hervorragend mit Teebaumöl behandeln. Pur auf die verletzte Stelle getupft kann das Teebaumöl aufgrund seiner antiseptischen Wirkung dabei helfen, die Entstehung von Entzündungen zu verhindern.

Pickel und Akne mit Teebaumöl behandeln

Teebaumöl eignet sich sehr gut um Pickeln und Akne den Kampf anzusagen. Dank seiner antibakteriellen Eigenschaften kann das Öl dabei helfen, die Entzündung einzudämmen. Zudem trocknet das Teebaumöl die Haut leicht aus. Dies kann für den Heilungsprozess sehr förderlich sein.

Warzen mit Teebaumöl eintupfen

Sie haben eine Warze, scheuen sich aber davor harte Medikamente zur Bekämpfung der unliebsamen Knötchen zu benutzen? Auch hier kann Teebaumöl helfen. Warzen werden durch Viren verursacht, die etwa durch kleine Verletzungen in die Haut eindringen und sich dort verbreiten. Teebaumöl hat eine antivirale Wirkung und kann unterstützend wirken. Hierzu sollten Sie nur die Warze über einen Zeitraum von 3 – 4 Wochen täglich eintupfen. Vermeiden Sie, das umliegende Gewebe einzureiben, da es ansonsten zu Hautreizungen kommen kann. Wenn sich nach 4 Wochen keine Besserung zeigt, können Sie immer noch Alternativen zur Warzenbehandlung wählen.

Antivirale Wirkung kann Herpes in Schach halten

Herpes kann nun wirklich niemand gebrauchen. Häufig beginnt diese fiese Viruserkrankung mit einem leichten Kribbeln in der Lippe. Sobald Sie dieses erste Warnzeichen spüren, sollten Sie beginnen, einen Tropfen Teebaumöl auf die empfindliche Stelle aufzutragen. Manche Menschen vertragen Teebaumöl pur nicht im Bereich des Mundes. Hier kann alternativ zu Lippenbalsam mit Teebaumextrakt oder Lippencremes gegriffen werden. So kann es Ihnen gelingen die Infektion einzudämmen.

Pilzerkrankungen mit Teebaumöl lindern

Wie schon erwähnt, hat das Öl des Teebaums eine antimykotische Wirkung. Deshalb kann es hervorragend zur unterstützenden Behandlung von Haut-, Nagel- und Fußpilzen eingesetzt werden. Hierzu wählen Sie eine geeignete Trägerlotion, wie beispielsweise eine Körperlotion oder eine Pflegecreme und versetzen diese mit einigen Tropfen Teebaumöl. Die betroffene Stelle können Sie mehrmals täglich großzügig einreiben. Die Behandlung von Nagelpilzen mittels ätherischer Öle birgt einen großen Vorteil. Aufgrund Ihres geringeren Molekulargewichts dringen Sie viel leichter ins Nagelbett ein als Salben.

Teebaumöl als Hilfe bei Infektionen

Winterzeit ist Infektzeit. Husten, Schnupfen, Heiserkeit haben schon den stärksten Mann in die Knie gezwungen. Bei solchen Infekten kann Teebaumöl durchaus nützliche Dienste leiste. Hier kommt die orale Behandlung (Gurgeln) in Frage oder aber auch eine Aroma- / Inhalationstherapie. Dazu wird das Teebaumöl verdünnt und entweder in der Aromalampe oder dem Inhalator verdampft.

ACHTUNG: Teebaumöl darf nie innerlich eingenommen werden. Ein Kontakt mit den Augen und den Schleimhäuten ist unbedingt zu vermeiden!

Lieber fertige Teebaumölprodukte kaufen oder selbst herstellen?

Produkte mit Teebaumöl gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Ob Duschgel, Cremes, Shampoos oder Zahnpasta. Findige Unternehmer vertreiben alles, was sich zu Geld machen lässt. So ist es nur selbstverständlich, dass der Markt mittlerweile überflutet ist. Doch hierzu muss man sagen, dass die Konzentration des Teebaumöls in vielen Produkten sehr zu wünschen übriglässt. Außerdem verwenden einige Produzenten billiges Teebaumöl, das keine Bioqualität besitzt. Zudem wird – aus Kostengründen – das aufwändige Dampfdestillationsverfahren durch schnellere und günstigere Herstellungsverfahren ersetzt. So verliert das Teebaumöl viele wertvolle Inhaltsstoffe. Aus diesem Grund empfehlen wir, Shampoos, Waschlotionen, Cremes und Co. lieber selbst mit einem hochwertigen Teebaumöl herzustellen. Dies kostet nicht viel Zeit und Sie wissen ganz genau, was drin ist.

So stellen Sie Ihre eigenen Teebaumöl Produkte her:

Teebaumöl-Shampoo:
Verwenden Sie ein neutrales Shampoo. Fügen Sie auf den Inhalt einer Flasche etwa 50 – 60 Tropfen Teebaumöl hinzu.

Teebaumöl-Creme:
Bereiten Sie hier lieber kleine Mengen zu. Am einfachsten ist es, dass Sie die übliche Menge Ihrer Tagespflege immer erst bei Anwendung mit 1-2 Tropfen Öl versetzen. Alternativ lassen sich auch größere Mengen zubereiten. Hier empfiehlt sich die Zugabe von etwa 20 Tropfen auf einen Löffel Creme.

Teebaumöl-Zahnpasta:
Lässt sich zugegebenermaßen schwer herstellen. Um den Effekt trotzdem zu erreichen können Sie etwa 2 Tropfen Teebaumöl auf Ihre Zahnbürste zur Zahnpasta geben.

Teebaumöl Anwendung – hochwertiges Teebaumöl kaufen

Damit Teebaumöl richtig wirken kann, muss die Anwendung korrekt durchgeführt werden. Der wichtigste Punkt jedoch ist, dass Sie sich tatsächlich ein Produkt kaufen, dass aus den Blättern des „Melaleuca Alternifolia“ gewonnen wurde. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass das Öl durch ein hochschonendes Verfahren gewonnen wurde. Bio ist hier Pflicht! Nur so können Sie sicher sein, dass das Mittel nicht mit Pestiziden belastet ist. Das Öl sollte zu 100% rein sein, denn nur so kann es auch zu 100% seine Wirkung entfalten.

Üblicherweise wird Teebaumöl wie oben bereits erwähnt äußerlich angewendet. Hier genügen bereits kleinste Mengen (1 Tropfen) um erkrankte Stellen zu behandeln. Dennoch gibt es Personen, die empfindlich auf den Kontakt mit Teebaumöl reagieren. Hier kann es helfen, wenn Sie das Öl einem Trägerstoff (anderes Öl, Creme oder Lotion) hinzufügen.

Weitere Anwendungsbeispiele von Teebaumöl sind:

Sitzbäder:
Hierzu geben Sie 8 – 10 Tropfen Teebaumöl in heißes Wasser. Hilft bei Verspannungen und Muskelkater.

Inhalation:
Kann bei Erkältung und Verletzungen helfen. Hierzu geben Sie einige Tropfen Teebaumöl (2-3) in den Inhalator und inhalieren für jeweils etwa 10 Minuten.

Gurgeln:
Geben Sie 5 Tropfen Teebaumöl in ein Glas mit Wasser und gurgeln Sie bei Entzündungen im Rachen und Mundbereich mehrmals täglich mit dieser Lösung.

Wickel und Umschläge:
Helfen bei Wunden, aber auch bei Prellungen, Verstauchungen und Entzündungen. Bereiten Sie aus heißem Wasser und etwa 5 Tropfen Teebaumöl mittels eines Waschlappens einen Wickel und lassen Sie diesen so lange wie möglich einwirken. Am besten über Nacht.

ACHTUNG: Die äußerliche Anwendung von Teebaum kann zu unangenehmen Hautreizungen und allergischen Reaktionen wie Schmerzen, Jucken, Brennen oder Rötungen führen. Testen Sie das Öl daher vor der Anwendung auf Verträglichkeit an einer kleinen Hautstelle. Wenn Sie innerhalb von 24 Stunden keine Reaktion verspüren, sollte nichts gegen eine Behandlung mit Teebaumöl sprechen. Teebaumöl darf niemals innerlich eingenommen werden! Dies kann zu schweren Nebenwirkungen führen.

Hilfe bei Stress und Angstzuständen – Teebaumöl Aroma-Therapie

Gerade im Bereich der Aromatherapie kann Teebaumöl besonders gute Dienste bei Stress und Angstzuständen leisten. Ihm wird eine beruhigende Wirkung zugeschrieben. Hierzu können Sie einige Tropfen des wertvollen ätherischen Öls in einer Duftlampe erhitzen. Doch Vorsicht: Durch die Wärme gehen dem Öl viele wichtige Inhaltsstoffe verloren. Wenn Sie das gesamte Spektrum der gesundheitsförderlichen Wirkung nutzen wollen, greifen Sie hier lieber zu einem Vernebler. Dieser vermischt das Öl mit Wasser und gib die ätherischen Öle über kalten Wasserdampf an die Raumluft ab. Alle Inhaltsstoffe bleiben bei dieser Methode erhalten.

Teebaumöl bei Hunden und Katzen

Teebaumöl soll dabei helfen, lästige Parasiten wie Zecken und Flöhe zu vertreiben. Doch wie sieht das ganze bei Tieren aus? Kann man Teebaumöl bedenkenlos anwenden? Jein. Während Hunde das ätherische Öl noch relativ gut vertragen, sollten Sie Ihre Katze niemals mit ihm behandeln! Teebaumöl ist für Katzen pures Gift.

Dies liegt vor allem an den Terpenen und anderen ätherischen Stoffen. Der Stoffwechsel einer Katze funktioniert anders als bei uns Menschen. Während der Mensch Glucoronsäure bilden kann, um unliebsame Substanzen aus dem Körper über die Nieren und die Leber wieder auszuscheiden, fehlt der Katze diese Eigenschaft. Nimmt die Katze das Teebaumöl nun auf (durch ablecken der behandelten Stelle) stehen Ihr keine Mittel zur Verfügung die aufgenommenen Stoffe wieder loszuwerden. Symptome wie Benommenheit, Angstzustände, Unruhe und Schwäche können sich ausweiten und unter Umständen bis zum Tod des geliebten Haustieres führen. Geben Sie Ihrer Katze also niemals Teebaumöl!

Hunde hingegen vertragen das Teebaumöl etwas besser, wobei Sie immer darauf achten sollten, dass Ihr Vierbeiner diese Substanz nicht oral einnimmt. Üblicherweise machen Hunde das auch nicht, da alleine der Geruch des Öls für Sie zur Qual wird. Hier sollte man vernünftig abwägen. Der Geruch von Teebaumöl hält sich sehr lange. Da Hunde einen viel ausgeprägteren Geruchssinn haben als wir Menschen, ist die Behandlung mit Teebaumöl für ihn alles andere als angenehm.

Wollen Sie trotzdem den Parasiten den Kampf ansagen, können Sie es mit folgender Methode einmal versuchen: vermischen Sie Teebaumöl mit Milch und besprühen Sie das Fell der Tiere. Da es hier allerdings auf das richtige Verhältnis ankommt, sollten Sie vor einer solchen Behandlung unbedingt Ihren Tierarzt zu Rate ziehen. Dieser kann Ihnen auch noch weitere gute Tipps zum Umgang mit ätherischen Ölen geben und Ihnen sagen, auf was Sie achten sollen.

Dieser Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Auch dient er nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose. Falls Sie mit einer Teebaumöl Behandlung beginnen möchten, konsultieren Sie in jedem Fall Ihren Hausarzt. Dies sollte auch unverzüglich dann geschehen, sobald unter Anwendung von Teebaumöl irgendwelche Beschwerden auftreten. Wir und unsere Autoren übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

 

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