Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

An Ihrem Darmausgang befindet sich ein Gewebepolster, welches sehr viele kleine Blutgefäße besitzt. Gemeinsam mit dem Schließmuskel dichtet es den Darm ab. In der Medizin spricht man vom „Plexus hämorrhoidalis“ (Hämorrhoiden). Somit hat jeder Mensch grundsätzlich Hämorrhoiden.
Die Umgangssprache sagt jedoch etwas anderes: Hier wird unter Hämorrhoiden die Erweiterung der Blutgefäße am Darmausgang verstanden. Einfach ausgedrückt wird auch von Krampfadern am After gesprochen, in der Medizin handelt es sich um ein so genanntes Hämorrhoidalleiden.

Beschwerden durch Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Sind die Hämorrhoiden nur klein und von außen nicht erkennbar, verursachen sie zunächst kaum Beschwerden. Große Hämorrhoiden treten beim Stuhlgang oder auch beim Pressen heraus. Entweder bleiben sie dann von außen als Knoten fühlbar oder gleiten wieder in den Darm zurück.

Das eigentliche Problem liegt aber woanders: Liegt ein Hämorrhoidalleiden vor, dann ist der Darm nicht mehr zu 100 Prozent dicht, es kommt zu einer ständigen Reizung durch Schleim und minimale Verunreinigungen durch Stuhl. Die Folge sind Juckreiz und Schmerzen, in einigen Fällen bluten sie auch. In der Regel bilden sich schwangerschaftsbedingte Hämorrhoiden nach der Entbindung wieder zurück.

Wieviele Frauen leiden an Hämorrhoiden in der Schwangerschaft?

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind nicht ungewöhnlich, etwa 50 Prozent aller Frauen leiden während oder auch nach der Schwangerschaft darunter. Hatten Sie schon vor der Schwangerschaft Probleme damit, ist das Risiko für Hämorrhoiden in der Schwangerschaft erhöht. Doch auch wenn Hämorrhoiden unangenehm und gelegentlich auch schmerzhaft sind, werden sie nach der Schwangerschaft entweder kleiner oder verschwinden vollständig wieder.

Wie entstehen Hämorrhoiden in der Schwangerschaft?

Grundsätzlich gilt: Die Schwangerschaft als solches ist nicht ursächlich für die Entstehung von Hämorrhoiden. Allerdings sorgt die hormonelle Umstellung während einer Schwangerschaft für eine Erweiterung der Gefäße und eine Auflockerung des Gewebes. Hinzu kommen eine schnelle Gewichtszunahme sowie Wassereinlagerungen im Gewebe, wodurch es zu einer Beeinträchtigung des Blutrückflusses in den Gefäßen kommt. Die Entstehung von Krampfadern und somit auch Hämorrhoiden wird dadurch begünstigt. Auch eine verlangsamte Darmtätigkeit und eine damit einhergehende Verstopfung können sich auf die Entstehung von Hämorrhoiden auswirken.

So können Sie Hämorrhoiden in der Schwangerschaft vermeiden

Es gibt einige Möglichkeiten, die Entstehung von Hämorrhoiden in der Schwangerschaft zu vermeiden:

Verhindern Sie Verstopfung! Wichtig sind jetzt eine Ernährung mit Ballaststoffen sowie eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Auch regelmäßige Bewegung hilft. Bei Bedarf können Sie auch Ihren Gynäkologen um Rat fragen.
Verspüren Sie Druck im Darm, sollten Sie möglichst sofort reagieren. Beim Stuhlgang sollten Sie sich jedoch Zeit lassen und nicht zu stark pressen. Sie sollten allerdings auch nicht länger als notwendig auf der Toilette sitzen.
Beckenbodenübungen sind während der gesamten Schwangerschaft und auch nach der Geburt hilfreich, um Hämorrhoiden vorzubeugen. Das Muskelgeflecht im Unterleib wird dadurch gekräftigt.

Behandlung von Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Leiden Sie an Hämorrhoiden in der Schwangerschaft, sollten Sie auf jeden Fall eine Beratung beim Arzt in Anspruch nehmen. Halten sich Juckreiz, Schmerzen oder auch Blutungen hartnäckig, wird er Ihnen möglicherweise Zäpfchen, Salben oder auch Analtampons verschreiben. Auch Sitzbäder mit Eichenrinde, welche Gerbstoffe mit zusammenziehender Wirkung enthält, sind für die Behandlung geeignet.

Mit den folgenden Tipps können Sie die Behandlung zusätzlich unterstützen:

Gründliche Reinigung der betroffenen Region nach jedem Stuhlgang mit unparfümiertem Papier. Auch die Reinigung am Bidet oder mit dem Duschschlauch ist sinnvoll.
Kühlung kann bei Hämorrhoiden in der Schwangerschaft Linderung verschaffen, ebenso Wärme.
Langes Sitzen und Stehen sollten Sie jetzt vermeiden, denn beides übt Druck auf den Beckenboden aus und verstärkt die Schmerzen unter Umständen.
Schmerzen beim Sitzen werden erträglicher, wenn sie einen aufblasbaren Ring verwenden. Allerdings sollte er nur in Notfällen genutzt werden, weil er die Durchblutung am Gesäß mindert, wodurch wiederum der Heilungsprozess verlangsamt wird. Alternativ können Sie auch ein speziell geformtes Hämorrhoiden-Kissen nutzen.

Mehr zum Thema
Zeitung.de 1996 - 2020 - Impressum & Datenschutz