Parfum - von den alten Ägyptern in die Neuzeit

Schon die alten Ägypter kannten die Vorzüge von Duftstoffen, die zu damaligen Zeiten eher zu spirituellen Zwecken verwendet wurden, jedoch an Beliebtheit nie verloren. Immer mehr Menschen nutzten spezielle Düfte, um den eigenen Körpergeruch zu verändern. Das Parfum, welches zumeist aus Alkohol sowie weiteren Geruchsstoffen besteht, kam so richtig am Hofe von Heinrich II. im 16. Jahrhundert in Mode. Damals wurden in Laboratorien verschiedene Düfte kreiert, die vorrangig dem Adel vorbehalten waren. Heute gibt es in Drogerien ein Meer an Düften – dennoch ist nicht alles Gold, was auch glänzt.

Parfum für jede Gelegenheit

Vor allem zu besonderen Anlässen wie Weihnachten, Geburtstagen, Hochzeitstagen oder anderen Jubiläen ist es das ideale Geschenk: das Parfum. Ob als Eau de Toilette oder Eau de Parfum – es macht immer eine gute Figur und erfreut den Beschenkten. Während das gute Wässerchen jedoch in der Parfumerie gut und gern zu Preisen von 40€ bis 80€ zu erhalten ist, können die Duftwasser in der Drogerie zu Schnäppchenpreisen erworben werden. Auch in Supermärkten werden neuerdings überaus günstige Produkte angepriesen. Bleibt nur die Frage offen, worin die Unterschiede liegen und welches Parfum am besten ist.

Parfumklassen und die Unterschiede

Zunächst wäre zwischen den einzelnen Parfumklassen zu unterscheiden. Diese Klassen sind von der Konzentration der Duftstoffe abhängig.

  • EdS = Eau de Solide, Splash Cologne = 1-3 % Duftöl – sehr leichter Duft
  • EdC = Eau de Cologne, Kölnisch Wasser = 3-5% Duftöl – leichter Duft
  • EdT = Eau de Toilette, Toilettenwasser = 6-9% Duftöl – mittelschwerer Duft
  • EdP = Eau de Parfum = 10-14% Duftöl – intensiver Duft
  • EP = Extrait Parfum = 15-30% Duftöl – äußerst intensiver Duft

Je nach Zusammensetzung und Duftmischungen werden verschiedene Kreationen erzielt. Dabei beeinflussen die Duftauswahl als auch die Konzentrate die Parfumintensität. Hier differenzieren Experten klar zwischen den Duftnoten. Ein jedes Parfum setzt sich dabei aus einer Kopf-, Herz- sowie Basisnote zusammen.

  • Kopfnote – diesen Duft nehmen wir in den ersten Sekunden bis Minuten wahr. Der erste Eindruck ist entscheiden und für eine eventuelle Kaufentscheidung maßgeblich.
  • Herznote – diese Nuancen nehmen wir nach einigen Stunden wahr, wenn sich die Kopfnote verflüchtigt hat. Die Herznote ist das Herzstück eines jeden Parfüms und besteht oftmals aus Blütendüften sowie anderen Aromen. Die Herznote wird auch manchmal als Mittelnote bezeichnet.
  • Basisnote – dieser Teil des Parfums bildet das Schlusslicht und ist der schwere Bestandteil, der vorwiegend auch am nächsten Tag noch wahrgenommen wird.

Das befindet sich im Parfum

Ob Hugo Boss, Chanel, Calvin Klein oder Dior – in jedem Parfum befinden sich gewisse Duftbausteine, die den Duftcharakter prägen. Dabei wird sich vorrangig an

  • Früchten
  • Blüten
  • Gewürzen
  • Blättern
  • Beeren

und auch tierischen Sekreten bedient. Sehr wichtig scheinen dabei Jasmin, Rose, Ylang-Ylang, Veilchen, Bergamotte, Orange, Ingwer, Rosmarin, Zedernholz, Sandelholz und dergleichen zu sein, die sich häufig in der Zutatenliste der Parfüms anfinden. Je nach Anteil der Ingredienzien handelt es sich anschließend um Duftfamilien, die in verschiedene Kategorien unterteilt werden. Dabei gibt es Düfte, die mehr blumig erscheinen, andere bestechen durch holzige Noten, andere wirken eher orientalisch.

Warum gibt es teure und günstige Parfums?

Ob als Spray oder Dosierer – die Preise hängen oft nicht vom Flakon ab, sondern von den Inhaltsstoffen, die für das Parfum aufgewandt wurden. Ein Edelparfum, welches mit hochwertigsten Stoffen angesetzt wurde, kann demnach locker 100€ pro 50ml kosten. Dennoch lassen sich begehrte Düfte recht einfach kopieren, sodass sich auch sogenannte Dupes (Kurzform des englischen Wortes duplicate = Duplikat) gern in Drogerien anfinden.

Der Hintergrund: nicht jeder ist gewillt oder kann leichtfertig viel Geld für eine kleine Flasche Parfum ausgeben. Das weiß auch die Industrie und entwickelt gern für Sparfüchse Duftkreationen, die den Originalen zumeist zum Verwechseln ähnlich sind.

Pro und Contra der Drogerie-Parfums

Wer auf der Suche nach einem guten, günstigen Duft aus der Drogerie ist, der braucht oftmals Geduld. Einige sind durchaus hervorragend und können locker mit der teuren Variante aus der Parfumerie mithalten, andere halten kaum einige Stunden aus. Die Bestandteile verflüchtigen sich zu schnell und können kaum mit den hochwertigen Komponenten der Higend-Produkte mithalten. Dennoch gibt es auch zwischen den Nischen Waren, die einen genauen Blick lohnen.

Vorteile der Drogerie-ParfumsNachteile der Drogerie-Parfums
Düfte kosten weniger als in der ParfumerieSind kostengünstiger in der Herstellung und deshalb oftmals weniger Intensiv im Geruch
Es gibt einige Duplikate, die vom Duft den Highend-Marken in nichts nachstehenDer Dupe ist oftmals nur in Onesize erhältlich

Beispiele, die einen zweiten Riecher wert sind

Bei Müller, Rossmann oder DM gibt es einige Parfüms, die genauer betrachtet werden sollten. Neben beliebten Marken wie Christina Aguliera oder Playboy, die sich durch hervorragende Duftintensität, gute Haltbarkeit und einen günstigen Preis auszeichnen, haben sich auch einige Dupes eingeschlichen, die den teuren Marken die Stirn bieten.

La Rive iN soll laut Experten ein Dupe zu dem Parfum Si von Armani sein. Werden Kundenrezensionen im Internet verfolgt, so fällt auf, dass Käufer den Duft ganz klar mit dem Highend-Produkt von Georgio Armani vergleichen. Zugegeben: die Verpackung ist nicht dieselbe, aber Duft und Preis stellen gelungene Kaufkriterien dar.

Ulric de Varens Divine ist ebenso ein gelungener Dupe und soll das Gegenstück zu Roberto Cavallis Roberto Cavalli darstellen. Der Unterschied: das Parfum des Designers kostet in der Parfumerie knapp 50€ pro 30ml – der Dupe hingegen schlägt gerade mal mit 8€ für 100ml zu Buche.

Es ist somit klar, dass die Drogerie wahre Parfumschätze in den Regale verborgen hält. Schwer haben es jedoch jene Kreationen, die in Supermärkten verkauft werden. Die Düfte liegen größtenteils zwischen anderen Billigwaren verstreut und wirken eher traurig, als glamourös. Dabei soll ein Parfum in der Regel ein klares Statement offerieren. Zudem ist in Rezensionen zahlreich zu lesen, dass die Duftnoten schnell verfliegen, sodass es nur wenige Flakons in die heimischen Parfumregale der Käufer schafft. Wer auf der Suche nach dem idealen Parfum ist, sollte ein wenig Zeit investieren – dieser Aufwand wird sich garantiert lohnen. Soll jedoch unbedingt die Marke und auch der originale Flakon erworben werden, so ist der Besuch in die Parfumerie unumgänglich.

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