Türkei – Perle am Bosporus

Die Türkei ist für deutsche Urlauber immer noch eines der beliebtesten Reiseziele. Kein Wunder bei 300 Tagen Sonnenschein im Jahr und traumhaft schönen Stränden. Istanbul, Ägäis oder Schwarzes Meer – das Land ist facettenreich und gespickt mit regionalen Besonderheiten. Und auch Kultururlauber kommen bei den historisch geprägten Regionen des Landes auf ihre Kosten. Hier trifft man an jeder Ecke auf Spuren großer Geschichte: Bauwerke aus der Zeit der Osmanen, islamische Kunstwerke oder archäologische Ausgrabungsstätten – die Türkei hat Einiges zu bieten.

Türkei: Lieblingsziel der Deutschen

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Viele Urlauber fühlen sich aufgrund der Terroranschläge und momentanen politischen Unruhen verunsichert. Das geht aus einer aktuellen Studie zum Reiseverhalten der Deutschen hervor. Negativ wirkt sich das vor allem auf Destinationen, wie Ägypten, Tunesien und auch die Türkei aus. So wird die Türkei von über 50 Prozent der Teilnehmer als nur wenig bis gar nicht sicher eingestuft. Reisten letztes Jahr noch 4,2 Millionen Deutsche in die Türkei, rechnen Experten 2016 mit einem deutlichen Rückgang aufgrund der politisch angespannten Lage.

Die Türkei bietet Abwechslung

Ein beliebtes Ziel im Jahr 2015 war Antalya. Die Stadt an der türkischen Riviera lockt Urlauber mit kilometerlangen Stränden, antiken Kulturschätzen und türkischen Basaren. Aber auch das ca. 70 Kilometer entfernte Side, auf einer kleinen Halbinsel gelegen, sagt deutschen Touristen besonders zu. Schöne Küsten, antike Ausgrabungsstätten und eine fast ganzjährige Sonnengarantie machen den Ort zu einem absoluten Touristenmagnet. Ein weiterer Grund für die Beliebtheit des Landes sind niedrige Flugpreise und verlockende All-Inklusive-Angebote. Günstige Flüge gibt es auf sunexpress.com. Die Preise sind häufig niedriger als vergleichbare Flüge nach Spanien oder Griechenland. Für welches türkische Ziel man sich auch entscheidet, außerhalb der Ferienzeiten kann der Urlauber hier zusätzlich sparen. Jede Region hat dabei einen ganz besonderen Charme und Sehenswürdigkeiten in Hülle und Fülle.

Türkei: ein Land, sieben verschiedene Ziele

Bereist man die Türkei, hat man das Gefühl viele verschiedene Länder auf einmal zu entdecken. Das Land selber teilt sich in sieben geografische Gebiete ein:

  • Thrakien und die Marmararegion inklusive Istanbul
  • Die türkische Ägäis
  • Zentral-, Ost- und Südostanatolien
  • Die Mittelmeerregion
  • Das Gebiet am Schwarzen Meer in Nordanatolien

Erholungssuchende, Sonnenanbeter, Kulturbegeisterte, sie alle kommen in diesem vielfältigen Land auf ihre Kosten.

Marmararegion, Thrakien & Istanbul

Die Gegend Thrakien ist von drei Meeren umgeben, dem Schwarzen, dem Thrakischen und dem Marmarameer. Die Region ist geprägt von Gebirgszügen, wie dem Rhodopengebirge im Westen und dem Strandscha-, und Sakargebirge im Osten. Thrakien ist der europäische Teil der Türkei und grenzt an Bulgarien und Griechenland. Bekannteste Ort sind hier die Metropole Istanbul, die Städte Edirne und Bursa sowie die Halbinsel Gallipoli. In Edirne sollte man sich das traditionelle Ölringen, das jedes Jahr im Juli stattfindet, nicht entgehen lassen. Bei den Wettkämpfen stehen sich mit Olivenöl übergossene Ringer in einem Duell gegenüber.

Die Weltstadt Istanbul am Bosporus sollte jeder historisch-interessierte Urlauber einmal besucht haben. Das frühere Konstantinopel beeindruckt mit byzantinischen Bauwerken, alten Museen und vielen kleinen Gassen mit Basaren und Boutiquen. Besonders sehenswert sind die Hagia Sophia und die Zisterne, ein unterirdischer Wasserspeicher. Eine Besichtigung der Blauen Moschee sollte natürlich auch auf dem Programm stehen, genauso wie ein Besuch des Topkapi Sarayi, dem ehemaligen Palast der Sultane.

Bursa war die erste Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Die geschichtsträchtige Stadt hat so manches sehenswerte Bauwerk. Dazu zählen die Mausoleen der ersten osmanischen Sultane, Grabmäler, die Tophane-Zitadelle und die Ulu Moschee. Naturfreunde und Wintersportler sollten einmal den Ulu Dag Nationalpark besuchen, der nahe Bursa liegt. Im Kuscenneti Nationalpark kommen Vogelfans auf ihre Kosten: Hier gibt es mehr als 250 Vogelarten, die vom März bis Juli auf ihrem Weg Richtung Süden bzw. Norden dort rasten.

Türkische Ägäis

Hier findet der Reisende eigentlich alles, was zu einem Traumurlaub dazugehört: lange Strände, orientalische Atmosphäre und ganz viel Kultur. Trotz der zahlreichen antiken Orte ist die türkische Ägäis vor allem aufgrund ihrer traumhaften Natur und idyllischer Küsten bei Touristen aus aller Welt beliebt. Kleine Buchten, zahllose Halbinseln und türkises Wasser machen die Ägäisküste zu den meist besuchten Gegenden der Türkei.

Viele naturbelassene Ufer mit Felsen, Olivenhainen und Pinienwäldern prägen das Bild der zerklüfteten Küstenlandschaft. Marmaris ist zweifelsohne einer der interessantesten Badeorte an der Ägäisküste. Die auf einer Halbinsel gelegene Stadt ragt auf einem bewaldeten Hügel hervor. Ihre Strände sind gesäumt von Kiefernwäldern und Pinienhainen. Am größten Jachthafen der Ägäis kann man stundenlang Bummeln, shoppen oder eine Bootstour machen.

Kulturliebhaber zieht es sicherlich ins frühere Kleinasien, wo die wohl bekanntesten antiken Überreste des Landes stehen: die Ruinen von Troja.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten, wie die Ruinen von Ephesus, die Zitadelle auf dem Berg Ayasoluk, die 1307 erbaute Isa Bey Moschee oder die Tempelanlage Artemision. Nicht zu vergessen sind natürlich das Sanatorium Asklepieion und die Akropolis. Das Asklepieion von Pergamon war damals einer der berühmtesten Kurorte der hellenistischen Welt. Hoch über der Stadt auf dem Burgberg befinden sich Reste dieser alten Siedlung, unter anderem die riesige Bibliothek, die jetzt in Alexandria untergebracht ist. Weil ein Großteil, der damals gefundenen Bücher auf Pergament geschrieben war, geht man davon aus, dass hier das Papier erfunden wurde.

Zentralanatolien

Die Region mitten im Herzen der Türkei ist geprägt von ungewöhnlichen Felsformationen, tiefen Schluchten und Tuffsteinkegeln. Hier liegt auch die Hauptstadt Ankara. Sie ist nach Side das beliebteste Reiseziel der Deutschen und zweitgrößte Stadt des Landes. Sie gilt als eine der sichersten Städte der Türkei und als angesagte Metropole. Wer hier Urlaub macht, der findet neben viel Kultur, zahlreichen Sportmöglichkeiten auch traditionelle Basare und historische Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören die Grabstädte des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk, die Anitkabir oder auch das erste republikanische Parlament. Und natürlich die Kocatepe Moschee. Das beeindruckende Gebäude verbindet die islamische Welt und das moderne Ankara und ist definitiv einen Besuch wert.

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Das eigentliche Highlight Zentralanatoliens liegt allerdings außerhalb der Zivilisation. Kappadokien – eine Landschaft wie es keine zweite auf diesem Planeten gibt. Das Gebiet liegt auf halben Weg zwischen der türkischen Riviera und der Hauptstadt Ankara. Die einst vergessene Gegend ist heute Ziel von Naturforschern, Geologen, Abenteurern und Archäologen aus der ganzen Welt. Was die Gegend so besonders macht? Neben überirdischen Mondgesteinen und Tuffsteinkegeln liegt dort die größte unterirdische Stadt Kleinasiens. In einer Höhle, 55 Meter und zwölf Stockwerke tief in den weichen Kalkstein gegraben, findet der Besucher eine komplette Stadt vor. Treppen, Gänge, Wohn- und Vorratskammern und sogar ein Friedhof entdeckten Archäologen in den 60er Jahren dort. Das landschaftliche Phänomen wurde 1987 von der Unsecso zum Natur- und Weltkulturerbe ernannt.

Ost- & Südanatolien

Im alten Mesopotamien im Südosten der Türkei trifft man auf viel unbelassene Natur, zahlreiche Flüsse und Stauseen. An den bekanntesten Strömen, Euphrat und Tigris findet man darüber hinaus Spuren verschiedener Kulturen und Religionen. Kultstätten, Gräber und Burgen säumen die überwiegend grüne und hügelige Landschaft. In Birecik in der Provinz Sanliurfa lebt eine fast ausgestorbene Vogelart, der Waldrapp. Die urzeitlichen Vögel mit dem langen roten Schnabel brüten hier an einem Steilfelsen mitten in der Stadt.

In Ostanatolien befindet sich zudem der höchste Berg des Landes. Der Ararat hat eine Höhe von 5165 Metern und soll angeblich Landungspunkt der Arche Noah gewesen sein. Und auch der größte See der Türkei liegt hier: Der Vansee ist 120 Kilometer lang, 80 Kilometer breit und 457 Meter tief. An seinen Ufern finden sich Überreste alter Siedlungen und der armenischen Heiligkreuzkirche. Noch mehr Religion gibt‘s auf dem Grabhügel auf dem Berg Nemrut zu. Die auf einem 2000 Meter hohen Hügel angelegte Kultstätte wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. vom damaligen Herrscher über das Königreich Kommagene angelegt.

Weiter nördlich, in Malatya kann man bei der Aprikosenernte zuschauen oder in Städten, wie Siverek und Diyarbakir Museen, alte Moscheen oder die gewaltige Stadtmauer bewundern. Auch andere Ziele, wie Hasankeyf am Tigris oder die Altstadt von Midyat sind echte Kulturstätten mit zahlreichen syrisch-orthodoxen Kirchen und arabischer Architektur. Die Stadt Hasankeyf mit ihrem Abraham Teich ist darüber hinaus Ziel vieler Pilger.

Mittelmeerregion

An der sogenannten türkischen Riviera liegen drei der bekanntesten Ferienorte des Landes: Antalya, Alanya und Side. Die Südküste der Türkei, die an die Ägäisküste grenzt und bis nach Syrien verläuft, besticht durch üppige Vegetation und zahlreiche Gebirge. Buchten, Badestränden, kleine Inseln – die Mittelmeerregion ist ein echtes Naturparadies. In Antalya wechseln sich Hochhäuser und kleine verwinkelte Gassen mit antiken Bauten ab. Die Großstadt liegt auf einer riesigen Gebirgskette am Rande einer Kalksteinterrasse, die steil ins Meer abfällt. In den letzten Jahren entwickelte sich die Stadt zu einem echten Tourismuszentrum mit vielen Sehenswürdigkeiten und viel orientalischem Charme.

Vor 2000 Jahren besuchten Antonius und Kleopatra, die beliebte Metropole Alanya. Der Mix aus Bergen, flachen Stränden und Palmen verleiht der Stadt einen ganz besonderen Charme. Sehenswert ist auf jeden Fall die Seldschukenburg, die auf einem Felsvorsprung über dem Meer liegt. Die Damlatap Magarasy, eine große Tropfsteinhöhle wurde 1948 zufällig entdeckt und beheimatet tausend Jahre alte Stalagmiten und Stalagtiten. Gleichzeitig dient die Höhle aufgrund ihrer hohen Luftfeuchtigkeit als Anlaufstelle für Asthmakranke. Auf einer Landzunge, zwischen Antalya und Alanya liegt der Ferienort Side. Hier finden Urlauber kilometerlange Sandstrände und viele antike Stätten. Dieser Mix macht Side zum Lieblingsort der Deutschen. Die Gegend lebt vom Tourismus und musste dafür einen Großteil seines ursprünglichen Stadtbildes einbüßen. Viele große Hotelketten reihen sich dicht aneinander. Sehr gut erhalten uns sehenswert sind Teile der hellenistischen Stadtmauer, Tempelruinen und die Agora. Das einstige Bad ist heute ein Museum, in dem Statuen und Sarkophage aufbewahrt werden.

Schwarzes Meer

An der Küste reihen sich kleine Fischerdörfer und alte Häuser erinnern an längst vergangene Zeiten. Die Region am Schwarzen Meer ist idyllisch und optisch vom Osmanischen Reich geprägt. In der Stadt Safranbolu wurden historische Bauten zu hübschen Pensionen umgebaut, die individuellen Urlaub, abseits des Massentourismus versprechen.

Hier findet man viele geschichtsträchtige Häuser und Handwerkskunst aus früheren Epochen. Der Ort Samsun hat zahlreiche Museen, die unter anderem über Mustafa Kemal Atatürk informieren. Der Begründer der Republik Türkei begann von hier aus 1919 seinen Unabhängigkeitskampf gegen die Besetzung des Landes. Auch sehenswert: Trabzon. Die Stadt, die an einer Nebenroute der Seidenstraße liegt, hat viele armenische und byzantinische Kirchen, die es zu entdecken gibt. Das Sumela-Kloster, 50 Kilometer südöstlich von Trabzon ist ein echter geschichtlicher Hotspot.

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