Faszination Wien – Geschichte und Glanz erleben

Jedes Jahr zu Weihnachten laufen im Fernsehen die Filme rund um die österreichische Kaiserin Sissi. Damit wird jedem eifrigen Fernsehzuschauer auch die Stadt Wien einmal im Jahr ins Gedächtnis gerufen. Das Schloss Schönbrunn, Hauptspielort der Filme und auch heute noch für die Sissi-Ausstellung bekannt, ist der Traum eines jeden Mädchens. Doch die österreichische Hauptstadt hat noch so viel mehr zu bieten als königliche Romantik. Eine bezaubernde Innenstadt, die besondere Atmosphäre des Prater – wer sich einmal in Wien verliebt hat, verfällt der Stadt sein Leben lang.

Historischer Prunk und Protz – Wiens schönste Seiten

Mit rund 1,8 Millionen Einwohnern ist Wien die größte Stadt Österreichs und nach Berlin die zweitgrößte deutschsprachige Stadt Europas. Ähnlich wie Bremen und Hamburg ist Wien zeitgleich ein Stadtstaat, das heißt, es handelt sich bei Wien um eines der neuen österreichischen Bundesländer. Die Altstadt sowie das Schloss Schönbrunn wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Aufgrund dessen, dass die Stadt lange Jahre Sitz der Habsburger und Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches war, dominiert der habsburgische Stil die Architektur der Innenstadt. Bei Besuchen von Kaffeehäusern oder anderen öffentlichen Einrichtungen hört man Touristen immer wieder in Begeisterung über die reich verzierten Stuckdecken ausbrechen. Besonders dieser Charme aus Stuck, Engelsdekoration und goldenen Verzierungen, der den öffentlichen Raum Wiens sehr prägt, verzaubert jedes Jahr Tausende Besucher. Irgendwo zwischen Kitsch, Eleganz und Romantik entführt dieser Stil Touristen in eine ganz eigene Welt, mitten in Europa.

Der Inbegriff barocker Pracht mitten in Wien sind die Schlösser Schönbrunn und Belvedere. Auch die Hofburg ist einen Besuch wert. Dort steht man quasi mitten in der Schaltzentrale des damaligen Heiligen Römischen Reiches, denn von hier aus wurden alle Belange des riesigen Kaiserreiches gesteuert. Zwischen 1300 und 1900 wurde die Burg enorm ausgestaltet und verwandelte sich nach und nach in den Prachtbau, den wir heute kennen. Mittlerweile werden dort große Sammlungen aufbewahrt, die jede für sich einen Besuch wert sind. Unter anderem beinhalten die Kaiserapartments das legendäre Sisi Museum. Das besondere an der Ausstellung ist, dass sie inmitten der Originalwohnräume der Kaiserin stattfindet. Auf diese Weise kann der Besucher tief und authentisch in die Lebenswelt der jungen Kaiserin eintauchen. Neben Schmuck, Kleidung und Nutzungsgegenständen, wird auch der Mantel ausgestellt, mit dem Sisi nach dem Attentat in Genf 1898 zugedeckt wurde.

Vergnügen für Groß und Klein – der Wiener Prater

Wer der königlichen Romantik überdrüssig ist, kommt an einem anderen Ort in Wien voll auf seine Kosten: dem Wurstelprater, auch über die Landesgrenzen hinweg simpel als „der Prater“ bekannt. Hierbei handelt es sich um einen großen Vergnügungspark mitten in der Stadt, bekannt auch für das Wiener Riesenrad, wohl eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Zu finden ist der Prater im nordwestlichen Teil des gleichnamigen Erholungsgebietes in Wiens 2. Bezirk.

Geisterbahnen, Karussells, Achterbahnen und Falltürme machen den Prater zu einem Erlebnis für die ganze Familie. Das, was den Prater von anderen Vergnügungsparks unterscheidet, ist, dass der Eintritt zum Gelände selbst frei ist. Wer den Park also besucht, muss nur für die Fahrgeschäfte zahlen, die er tatsächlich auch nutzt. Trotz der gemeinsamen Marketingstrategie sind also alle Schausteller dort völlig autonome Unternehmer. Das macht den Prater zu einem Erlebnis für jeden, egal ob der Geldbeutel eher groß oder eher klein ist. Besonders für Großfamilien ist der Wiener Wurstelprater damit ein absoluter Geheimtipp für den Urlaub.
Für müde Füße steht die Liliputbahn zur Verfügung, eine Parkeisenbahn, die auf einem 3,9 km langen Rundkurs eine idyllische Rundfahrt durch den Prater ermöglicht. Gebaut 1928 und unter anderem von zwei Dampfloks gezogen, vermittelt die Bahn ein historisches Flair. Wer tiefer in die Geschichte des Vergnügungsparks eintauchen möchte, kann dies im nahegelegenen Pratermuseum tun. Hier findet man diverse Exponate, welche die Entstehungsgeschichte des Parks veranschaulichen.

Shoppen im Graben Wien

Shoppingbegeisterte werden im Graben Wien fündig. So wird die große Fußgängerzone im Herzen der Innenstadt bezeichnet. Bereits zur Zeiten der habsburgischen Monarchie wurde der Graben aufgrund seiner Nähe zur Hofburg als Einkaufsstraße genutzt. Zurück geht der Straßenzug in seiner ursprünglichen Anlage allerdings schon auf die Römer. Seit 1970 ist dieser Teil der Innenstadt nun eine exklusive Fußgängerzone. Unter anderem ist im Graben auch die Pestsäule zu finden, die 1679 zum Höhepunkt der Pestepidemie aufgestellt wurde. Das Original bestand damals noch aus Holz. Schlussendlich wurde die Säule nach dem Ende der Pest und der anschließenden Belagerung durch die Türken neu aufgebaut, 1694 wurde der Nachbau aus Marmor abgeschlossen. Heute fügt sich das Mahnmal auf prächtige, aber auch ehrfurchtweckende Art und Weise in das Stadtbild ein.

Die meisten Gebäude im Graben stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die heutigen, dort ansässigen Geschäfte haben sich problemlos in diese edlen Bauten eingefügt. Die meisten der Geschäfte sind wahre Wiener Traditionsgeschäfte, die bereits zu Kaiserzeiten als Hoflieferanten bekannt waren. Beispiele dafür sind der Hof-Parfümeur Nägele & Strubell oder die Porzellanmanufaktur Augarten. Wer hier eine Kleinigkeit, zu teilweise kostspieligen Preisen, erstehen kann, darf zu Recht behaupten, ein Stück königlicher Pracht mit nach Hause zu nehmen. Highlight für Architektur- und Modefans gleichermaßen ist die H&M Filiale, die in den Räumlichkeiten des ehemaligen Hof-Herrenausstatters Braun untergebracht ist. Das edle, historische Interieur wurde erhalten, sodass diese Filiale eine besondere Exklusivität genießt. An diesem Ort trifft Geschichte auf Moderne! Für die kleine Stärkung zwischendurch werden die vielen Geschäfte durch viele Restaurants und Kaffeehäuser ergänzt. Sich auf einen Kaffee mit Schlagobers in einem der bequemen, barock anmutenden Sessel niederzulassen, ist nicht nur Balsam für die Seele, sondern ein kulturelles Erlebnis, das niemand verpassen sollte.

Die Wiener Staatsoper – Kultur pur

Fans großer Kunst und toller Kleider kennen Wien vor allem für den alljährlich stattfindenden Wiener Opernball. Einmal im Jahr versammeln sich die Prominenz und weitere Auserwählte, um gemeinsam zu feiern. Sehen und gesehen werden ist hier ganz klar das Motto. Schauplatz des Spektakels ist die Wiener Oper. Mit 1.709 Sitzplätzen und 567 Stehplätzen bietet die Oper vielen interessierten Zuschauern Platz, um Opern, Ballettvorführungen und Konzerte zu genießen. Kultur pur! Eröffnet wurde die Oper im Mai 1896 von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph höchstpersönlich. Das Stück „Don Juan“ von Wolfgang Amadeus Mozart diente als Premierenstück. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude 1945 von einer Bombe getroffen und schwer beschädigt. Der Wiederaufbau dauerte zehn Jahre. Außerhalb der Ausstellungszeiten werden für kleines Geld Führungen durch die Räumlichkeiten angeboten. So kommen Interessierte nahe an die Bühne heran und können das Parkett bewundern, auf dem allabendlich große Kultur dargeboten wird.

Wien – eine Stadt mit bedeutendem, historischen Erbe und edlem Glanz. Für jeden, egal ob geschichtlich, kulturell oder architektonisch interessiert, ist die österreichische Hauptstadt einen Besuch wert.

Mehr zum Thema
© 1996-2019 | Zeitung.de - zeitungen und fachzeitschriften : regional und international - Impressum