LOGI-Methode vs. Trennkost - schlank mit Programm

Fit und schlank zu sein ist ein zwar eitler, aber weit verbreiteter Wunschtraum. Der Markt mit Programmen, die helfen sollen, dieses Ziel zu erreichen, boomt wie eh und je. Klassiker, die sich unter den Ernährungstrends immer wieder finden, sind die LOGI-Methode und die Trennkost. Für Laien scheinen sich diese Methoden sehr zu ähneln, doch verfolgen sie unterschiedliche Ansätze. In diversen Büchern werden beide Programme ausgiebig erklärt und mit Rezepten für den Alltag tauglich gemacht. Im Folgenden werden beide Methoden vorgestellt und die Unterschiede zwischen ihnen verdeutlicht.

LOGI-Methode – wenig Zucker, wenig Kohlenhydrate, weniger Hunger

Erfunden von Dr. Nicolai Worm stellt die LOGI-Methode im Kern eine kohlenhydratarme Ernährungsform da. In Lifestyle Magazinen und einschlägigen Blogs würde man sie auch als Low Carb Diet bezeichnen. Ausgeschrieben steht LOGI für „LOw Glycemic and Insulinemic Diet“, was so viel bedeutet wie „Gering glykämische und insulinarme Ernährung“. Dabei geht es darum, möglichst hauptsächlich Lebensmittel zu sich zu nehmen, die arm sind an glykämischer Last und den Insulinspiegel möglichst wenig beeinflussen. Aufgrund dieses Ansatzes ist die Methode besonders geeignet für Übergewichtigte mit einem hohen Bauchfettanteil. Durch eine Ernährungsweise, die den Insulinspiegel wenig beeinflusst, wird der Stoffwechsel des Körpers nach und nach verbessert und damit der Bauchfettanteil erheblich reduziert. Besonders für diejenigen, die schnell und dauerhaft an Gewicht verlieren wollen, ist die LOGI-Methode gut geeignet. Die spezielle Auswahl der Nahrungsmittel zielt darauf ab, durch nur geringe Veränderungen des Blutzuckerspiegels eine lange Sättigungswirkung zu erzielen, bei gleichzeitig geringer Energiedichte. Auf diese Weise werden dem Körper dauerhaft weniger Kalorien zugeführt.

Das Ziel der LOGI-Methode in der alltäglichen Umsetzung ist es, die Ernährung auf zucker- und stärkereduzierte Lebensmittel umzustellen. Hierbei werden diese Lebensmittel durch proteinhaltige Nahrungsmittel und vor allem durch Gemüse ersetzt. Die LOGI-Methode bedient sich dabei dem Modell der Ernährungspyramide und wirbt damit, durch den Rückgriff auf traditionelle Grundnahrungsmittel keine extreme Ernährungsumstellung zu erfordern. Aufgrund des geringen Zucker- und Stärkegehalts der Methode wird LOGI mittlerweile auch von vielen Endokrinologen empfohlen, um Übergewicht sowie Diabetes Typ II zu verhindern oder zu behandeln. Theoretischer Grundgedanke der Schöpfer der LOGI-Methode ist, dass vor allem die Empfehlung der vergangenen Jahrzehnte, 60 bis 70 Prozent der Ernährung aus Kohlenhydraten zu gestalten, zu der Epidemie des Übergewichts geführt hat. Ihrer Theorie nach sind unsere Gene darauf ausgelegt, in einer kohlenhydratarmen Umgebung zu überleben. Dem Überangebot an kohlenhydratlastigen Lebensmitteln steht das Ausbleiben der Anpassung unserer Körper entsteht. Eine steigende Quote übergewichtiger Menschen sei die Folge.

Das Fundament der Ernährungspyramide, die LOGI zu Grunde liegt, bilden Obst und Gemüse. Von diesen soll man sich hauptsächlich ernähren. Der Schwerpunkt sollte auf Gemüse liegen, welches durch Obst ergänzt wird, da Obst je nach Süße eine hohe glykämische Last hat. Als nächste Stufe geben die Erfinder der LOGI-Methode Fisch, Fleisch, Milchprodukte und andere protein- bzw. eiweißhaltige Nahrungsmittel an. Von diesen sollte man sich häufig ernähren. Geringer Bestandteil der Ernährung sollten Getreideprodukte und andere Lebensmittel sein, die viel Kohlenhydrate und Stärke enthalten. Als Spitze, also als Nahrungsmittelgruppe, die nur äußerst selten konsumiert werden sollte, geben die Ernährungswissenschaftler Süßigkeiten wie Schokolade, Kuchen und ähnliches an. Diese Produkte sind nicht nur reich an Kohlenhydraten, sondern auch sehr zuckerhaltig.

Durch diesen Aufbau der Ernährung sollen Spitzen oder Täler im Blutzuckerspiegel vermieden werden. Diese Stabilität des Blutzuckers verhindert, dass der Körper übermäßig Kalorien einlagert und Fettdepots entstehen. Hinter der LOGI-Methode steckt damit auch keine einmalige Diät, sondern eine Lebensstilveränderung, die auf einer dauerhaften Ernährungsumstellung fußt. Wer dies verinnerlicht, kann mit der LOGI-Methode durchaus Erfolge bei der Gewichtsabnahme und eine dauerhafte Gesundheitsverbesserung feststellen.

Trennkost – Eiweiß von Kohlenhydraten getrennt halten

Neben der LOGI-Methode schwören viele Abnehmwillige auf Trennkost. Das Prinzip von Trennkost ist denkbar einfach: Kohlenhydrat- und eiweißhaltige Nahrungsmittel dürfen dabei nicht in einer Mahlzeit zu sich genommen werden. Das heißt konkret, dass es entweder Hähnchenbrust mit Gemüse zum Mittag gibt oder eben Nudeln mit Gemüse – niemals aber Hähnchenbrust mit Nudeln zusammen. Fette sollen im Optimalfall eher mit eiweißhaltiger Kost kombiniert werden, weniger mit kohlenhydratreicher Nahrung. Die Menge der zugeführten Kalorien oder die Menge der aufgenommenen Nahrung wird hierbei nicht gemessen. Bis auf wenige Ausnahmen sind auch keine Lebensmittel verboten. Menschen, die sich gemäß Trennkost ernähren, dürfen nahezu alles essen, solange sie Kohlenhydrate und eiweißreiche Kost streng voneinander trennen. Die Theorie hinter Trennkost ist, dass eine Übersäuerung des Körpers die Ursache für Übergewicht und Diabetes Typ II ist. Im Grunde will die Trennkost-Methode also die gleichen Dinge bekämpfen wie die LOGI-Methode.

Der amerikanische Arzt Dr. Howard Hay war der Meinung, dass der Körper bei Übersäuerung die überschüssigen Säuren einlagert und diese zur Entstehung von Übergewicht führen. Um das zu verhindern, stellte Dr. Hay im Rahmen der Trennkostlehre zwei goldene Regeln auf:

1. Kohlenhydrate und eiweißhaltige Nahrung müssen strengstens voneinander getrennt werden und dürfen nur separat zu sich genommen werden. Nahrungsmittel, die sowohl große Mengen an Eiweiß als auch an Kohlenhydraten enthalten, sind verboten. Dazu zählen etwa Wurstwaren oder auch Hülsenfrüchte.

2. Die täglichen Mahlzeiten sollen zu 75% aus basenbildenden Lebensmitteln und nur zu 25% aus säurehaltigen Lebensmitteln bestehen. Das heißt konkret, dass die Großteil der Ernährung aus Salat, Obst und Gemüse bestehen sollte und man nur zu einem geringen Teil Dinge wie Milch, Fleisch oder Fisch verzehren sollte.

Die Annahme, die beide Regeln begründet, ist, dass der Körper Kohlenhydrate und Eiweiße nicht zeitgleich verdauen könne. Durch diesen Verdauungskonflikt entstünden die schädlichen Säuren, die Übergewicht und Diabetes Typ II zur Folge hätten. Gerade für Anfänger ist es allerdings schwierig, beide Regeln parallel zueinander zu beachten, da sie sich erst einmal mit der Einteilung der Lebensmittel vertraut machen müssen. Diese sieht wie folgt aus:

  • Kohlenhydrat-Gruppe: zum Beispiel Kartoffeln, Nudeln, Brot, Reis
  • Eiweiß-Gruppe: zum Beispiel Fleisch, Eier, Käse, Obst
  • Neutrale Gruppe: zum Beispiel Salat, Gemüse, Joghurt

Die Tatsache, dass sich beide Regeln für Anfänger schwer vereinen lassen, ohne direkt Frustration zu empfinden, führt dazu, dass viele gängige Trennkost-Ratgeber im Internet die zweite Regel mittlerweile unerwähnt lassen. Lediglich die erste Regel und die Nahrungsmittelgruppen werden weitergegeben. In Deutschland bekannt gemacht wurde Trennkost durch den Arzt Dr. Ludwig Walb, der auch den Begriff dafür im deutschen Sprachraum prägte. Genau wie die LOGI-Methode wird Trennkost häufig als temporäre Diät praktiziert, versteht sich aber eigentlich als lebenslange Ernährungsumstellung.

In der praktischen Anwendung können Abnehmwillige morgens und mittags zwischen kohlenhydrat- oder eiweißhaltigen Mahlzeiten wählen. Für das Abendessen wird dringend eine kohlenhydratlastige Mahlzeit empfohlen. Hier widerspricht die Trennkost-Lehre vielen anderen Ernährungslehren, die abends von Kohlenhydraten abraten. Darüber hinaus wird dazu geraten, zwischen den Mahlzeiten mindestens vier Stunden Pause zu halten, um dem Blutzuckerspiegel Zeit zu geben, sich zu normalisieren. Häufig wird kritisiert, dass damit das natürliche Hungergefühl abtrainiert wird und die Fähigkeit verloren geht, sich intuitiv zu ernähren. Die Signale des Körpers, nach welcher Nahrung er gerade verlangt, werden völlig missachtet. Mittlerweile haben Forschungen darüber hinaus die Theorie Hays widerlegt und gezeigt, dass der Körper überschüssige Säuren über ein Filtersystem abführt. Die Erfolge, die Trennkostler erfahren, haben also weniger mit der Theorie hinter der Ernährungslehre zu tun, sondern mehr mit der Auswahl der Lebensmittel.

Nur eine Lebensstilveränderung bringt Erfolg

Während die LOGI-Methode mit einem tatsächlich wissenschaftlich belegbaren Hintergrund arbeitet, undzwar dem Einfluss von Lebensmitteln auf den Blutzuckerspiegel, und inzwischen auch von vielen Experten empfohlen wird, ist die Trennkost veraltet. Nichtsdestotrotz erfreut sich die Methode nach wie vor großer Beliebtheit. Mit der Ernährungspyramide ist die LOGI-Methode ganzheitlich aufgestellt, während Trennkost Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte komplett ausschließt, eine Nahrungsmittelgruppe, deren Nährwertgehalt sehr hoch ist. Für welche Methode man sich schlussendlich entscheidet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fest steht: Temporäre Diäten sind meist wenig zielführend, eine ganzheitliche Lebensstilveränderung zeigt hingegen langfristige Erfolge.

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