Tiny-House – Minihäuser zum mitnehmen

Eigentlich liegt es immer im Auge des Betrachters, was klein oder winzig bedeutet. Bei dem Begriff „Tiny- Houses“ handelt es sich um sogenannte Mini- Häuser, die genau betrachtet gar keine neue Erfindung sind. Häuser auf Rädern gab es schon in den 1920er Jahren. Hier tüftelten Personen, die die Mobilität ihres Autos mit einem eigenen Zuhause verbinden wollten.

Heute und hierzulande werden Tiny Houses nicht als Alternative zu einem Wohnmobil verstanden, sondern es handelt sich um die ideale Lösung, ein Dach über dem Kopf zu haben. Es sind in der Regel Personen, die ein nur kleines Budget zur Verfügung haben, aber nicht unentwegt den Wohnsitz ändern möchten.

Tiny House – das Haus zum Mitnehmen

Bei uns findet sich diese Art von Häusern noch in den Kinderschuhen, es gibt aber immer mehr Menschen, die sich für die Art zu wohnen interessieren. Was kostet jedoch so ein Haus und welche gesetzlichen Vorschriften müssen beachtet werden? Der wesentliche Punkt ist aber, was ein Leben in einem Tiny- House mit sich bringt?

Wenig Raum für Individualität und zu hohe Mietpreise, sorgen für neue Möglichkeiten sich ein neues Zuhause zu erschaffen. Es gibt Handwerksbetriebe, die ein solches Haus nach den persönlichen Wünschen realisieren und es entweder schlüsselfertig oder, als Ausbauvariante herstellen.

Die Häuser bieten eine Wohnfläche zwischen zehn und 55 Quadratmeter. Aber alles ist möglich, Schlafen, Wohnen und Essen sind kein Problem. Das umweltfreundliche Eigenheim bedeutet keinen Stress mit Nachbarn und einen finanziellen Klotz am Bein gibt es auch nicht. Das klingt nicht nur verlockend, mittlerweile gibt es in Deutschland genügend Menschen, die sich diesen Traum erfüllt haben. Allerdings kostet das Vergnügen zu Beginn auch, denn die Preise gehen ab 27.000 Euro los, Tendenz steigend.

Was ist bei einem Tiny-House zu beachten?

Generell braucht jeder bei uns eine Genehmigung, wenn es um den Bau eines Hauses geht. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Bauordnungsrecht, ganz egal, wie groß das Haus sein wird. Sobald ein Gebäude ein Fundament besitzt, handelt es sich um eine bauliche Anlage und auch ein Tiny- House ist davon nicht ausgeschlossen.

Bevor sich jemand ein Mini Haus bauen lässt oder das Unterfangen selber in Angriff nehmen möchte, muss ein Bauantrag gestellt werden. Das gilt auch dann, wenn das Haus beispielsweise auf einem Flachdachgebäude errichtet werden soll.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen, denn ein Tiny- House auf einem Anhänger ist keine bauliche Anlage und benötigt diese Genehmigung nicht. Hier ist wiederum das Straßenverkehrsrecht zu beachten. Soll das Mini Haus fest verankert stehen, muss im Vorfeld der Bebauungsplan Beachtung finden. Bestimmte Vorgaben muss der Bauherr nicht nur beachten, sondern auch erfüllen.

Damit es zu einem späteren Zeitpunkt keine Enttäuschung gibt, sollte der Hausbauer vor einem Grundstückskauf eine Bauvoranfrage stellen. Ein Bauantragsverfahren kostet zwischen 200 und 300 Euro, eine Voranfrage nur etwa ein Zehntel des Betrages.

Leben auf engem Raum

Schlafen, Essen und auch noch Gäste willkommen heißen, das alles ist in einem Tiny- House durchaus möglich. Sie bieten gut ausgestatteten Wohnbereich, obwohl sie kleiner sich, als ein gängiges Fußballtor.

Allerdings sollte die kleine Fläche des Hauses gut durchdacht sein und der Bauherr muss jeden Kubikmeter nutzen. Nur so ist es möglich, möglichst viel Raum zum Wohnen zu erhalten. Vor allen Dingen, wie sollte es anders sein, sind die Häuser in Amerika der große Renner. Vorgaben zum Standort und eine Baugenehmigung sind dort nicht nötig.

Die Amerikaner verfrachten ihre Tiny- Houses vornehmlich auf vier Räder und sind dann unabhängig. Bei uns hingegen darf ein Wohnmobil oder Wohnwagen maximal nur zwei Wochen einem Ort geparkt werden. Außerdem gibt es hier das leidige Übel der Bauordnungen und Genehmigungen.

In Deutschland gibt es bisher nur wenige Menschen, die über ein Tiny- House verfügen. Viele von ihnen sind zudem Architekten, die das Wohnen illustrieren möchten. Dabei würde so ein Haus nur positive Aspekte mit sich bringen, denn Geld wird allemal gespart.

Alles könnte so einfach sein, wenn es in Deutschland nicht dutzende Regelungen gäbe. Die Grundfläche von einem Tiny- House ist schließlich nicht größer, als ein größerer Parkplatz. Die Häuser sind ein Konzept für das „ Wohnen von morgen“, denn bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu finden wird nicht nur immer schwieriger, sondern er wird immer teurer, Tendenz steigend.

Nicht nur in der Baubranche steigt das Interesse an den winzigen Häusern, auch die Möbelindustrie ist auf den Zug gestiegen. Hier wurde schon seit längerem erkannt, dass sich etwas ändert. Der Trend zur Urbanisierung und die stetig wachsenden Städte mit teurem Wohnraum machen es nötig, dass neue Wohnkonzepte nötig sind und diese wiederum erfordern auch passende Möbel.

Ist weniger mehr?

Die Minihäuser sind klein, ökologisch und pflegeleicht. Es ist jedoch erstaunlich, was alles auf wenigen Quadratmetern Platz findet. Die Mikrotechnik macht das Wohnen auf kleinstem Raum erst möglich, denn alltägliche Gerätschaften haben sich in den vergangenen Jahren stark verkleinert.

Egal, ob es sich um eine Stereoanlage oder den platzsparenden Laptop handelt, alles kann verstaut werden. Ein Tiny- House ist kostengünstig und effizient, leider bewegen sich die Bewohner bei uns oft in einer rechtlichen Grauzone, wenn nicht sogar illegal mit einem solchen Haus.

Mittlerweile gibt es aber auch hier Handwerker, die sich auf das Tiny- House bauen spezialisiert haben. Jedes Haus ist ein Unikat, denn die Wünsche der Bewohner werden berücksichtigt.

Gründe für das Leben in einem Mini Haus

Was bei einem Hubraum ist, gilt bei einem Tiny- House für den Innenraum von einem Wohnhaus. Es gibt gute Gründe, über den Bau von einem Tiny- House nachzudenken, wenn die gesetzlichen Schritte geregelt wurden.

Die Häuser sind zwar winzig, die Kosten für Material halten sich allerdings in Grenzen und auch die Arbeitszeit ist überschaubar. Die meisten Häuser verfügen nämlich über die gleiche Ausstattung, wie zum Beispiel Küche, Leitungssystem, Fußboden oder Dach. Der Gesamtpreis von einem Tiny- House beträgt nur einen Bruchteil, im Gegensatz zu einem klassischen Haus.

Es gibt zudem die Möglichkeit ein Grundstück zu erwerben. In der Großstadt weniger, aber in ländlichen Gegenden sind diese alternativ zu haben. Wird ein kleineres Grundstück gekauft, kommt noch ein weiterer Faktor hinzu, denn der Besitzer benötigt weniger Geld für Unterhalt und Pflege.

Der wohl größte Vorteil liegt bei den Energiekosten. Diese sind äußerst gering, denn egal, ob Heizen oder Kühlen, die Häuser verbrauchen weniger Energie, weil sie einfach kleiner ausfallen. Das Angro der Häuser verfügt über Räder, im Sommer kann der Besitzer sie in den Schatten stellen und im Winter in die Sonne.

Zudem gibt es weitere Möglichkeiten Energie einzusparen. Diese liegen in Solarzellen, Holzöfen, Windturbinen oder einer Komposttoilette. Fakt ist: auch bei der Energie kann gespart werden, denn der Bewohner braucht weniger davon, um sein Eigenheim sauber zu bekommen.

Den Umweltfaktor nicht vergessen

In einem Tiny- House wird einiges weniger an Wasser verbraucht und Müll wird kaum produziert. In der Regel fallen die Duschzeiten kürzer aus und das gleiche gilt für den Abfall. Ist der Wohnraum klein, wird weniger davon produziert und es muss weniger entsorgt werden. Beides ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel.

Als nächster Punkt wären die Instandhaltungskosten zu erwähnen, die natürlich sichtlich niedriger ausfallen. Bei Reparaturkosten spielt die Größe eine wichtige Rolle, denn ein Dach beispielsweise mit einer Größe von nur 50 Quadratmeter, ist günstiger zu ersetzen, als ein Dach mit 200 Quadratmeter. Kosten für Arbeitsaufwand, als auch für Materialien fallen deutlich kleiner aus.

Weitere Vorteile

Der Wert eines Tiny- Houses und dessen Grundstück hat weniger Wert, als ein „normales“ Gebäude. Somit fallen die Steuern und die Versicherungsprämien um einiges niedriger aus. Das gesparte Geld kann anderweitig investiert oder ausgegeben werden.

Bei einen Eigenheim fallen hohe Zinsen an, wenn ein Langzeit- Kredit aufgenommen werden musste. Ein Mini Haus kann der Nutzer eventuell in einem Rutsch bezahlen oder den Betrag innerhalb kürzester Zeit in Raten aufbringen.

Für die Umwelt zahlt sich so ein Eigenheim auf jeden Fall aus, denn in einer eher kleinen Küche, können weniger Lebensmittel aufbewahrt werden. Hier heißt das Motto: lieber jeden Tag für frische Lebensmittel sorgen oder gegebenenfalls sogar im eigenen Garten anbauen. Der positive Effekt hierbei: es ergibt sich ein natürlicher Kreislauf von Verwertung und Produktion. Weniger Lebensmittel können verderben und wandern nicht automatisch in die Mülltonne.

Alle Gründe beinhalten ein „weniger“. Weniger Konsum bedeutet, weniger Geld für Ausgaben ist nötig. Fazit: es bleibt mehr Geld übrig. Jedem Eigenheimbesitzer tränen vermutlich an Ultimo die Augen, wenn er auf seine Fixkosten sieht. Fast das gesamte Einkommen wandert in den Unterhalt von seinem Haus. Wer ein Tiny- House besitzt wird schnell merken, dass er seine Lebenshaltungskosten um einiges reduzieren kann.

Mit einem mobilen Haus kann der Besitzer zudem mehr Freiheiten genießen. Mit Reisen kann eine Auszeit vom stressigen Alltag erfolgen. Mit einem Tiny- House in den Urlaub zu fahren ist einfach und kann jederzeit erfolgen.

Die Kosten

Vor einigen Jahren begann der Trend zu den kleinen kompakten, aber dennoch komfortablen Minihäusern. Generell liegen die Kosten weit unter dem Budget für ein stabil gebautes Haus. Es spielen einige Faktoren eine Rolle, denn in der Regel wird nach den persönliche Bedürfnissen und Wünschen des Besitzers gebaut.

Die Kosten hängen zum Beispiel von der Wohnfläche, den Materialien und dem Standard ab. Wenn es sich beim Hausbauer um einen geübten Heimwerker handelt, kann er durch Eigenleistungen, den Betrag noch einmal reduzieren. Ob dann noch eine Außenanlage hinzukommt, ist preislich abhängig.

Mit einem Budget von etwa 25.000 Euro, kann ein Tiny- House mit guter Ausstattung angefertigt werden. Andere wiederum kosten bis zu 50.000 Euro, sollte es sich eine komfortable Innenausstattung handeln.

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