Richtige Pflege für Zimmerpflanzen

Die Pflege von Zimmerpflanzen ist nicht schwer. Sie benötigen alle vier Dinge gemeinsam, dass sind Licht, Wasser, Nährstoffe und natürlich genügend Luft. Bei den Nährstoffen wird es etwas schwieriger, denn diese sollten in mineralischer Form und bei den einzelnen Pflanzen für den geeigneten Temperaturbereich, zur Anwendung kommen.

Zwar haben Zimmerpflanzen trotz gleicher Grundbedürfnisse, unterschiedliche spezifische Ansprüche. Manche brauchen mehr, manche weniger Wasser. Einige benötigen höhere Sonneneinstrahlung als anderen und auch bei den Lichtverhältnissen ergeben sich zeitweise Unterschiede.

Zimmerpflanzen richtig pflegen

Auch bei den normalen oder terrestrischen Pflanzen gibt es andere Bedürfnisse. Letztere brauchen natürlich, statt der üblichen Blumenerde ein spezielles Substrat. Spätestens beim ersten Umtopfen sollten Verbraucher auf jeden Fall auf hochwertige Blumenerde zurückgreifen.

In der Regel ist Blumenerde aus verschiedenen Torfarten zusammengesetzt. Allerdings müssen Nutzer wissen, dass es keine universelle Allrounderde für sämtliche Pflanzen nicht gibt. Das Manko bei vielen Blumenerden besteht darin, dass sie schnell zusammenfallen und sich dann verdichten. Wasser- als auch Nährstoffspeicherung gehen verloren, das Ergebnis ist, Wurzeln werden nicht ausreichend belüftet und die Wurzelhälse liegen frei.

Dieser Nachteil führt zu einem zu niedrigen pH- Wert, darum setzen viele Hersteller von Blumenerde, Kalk hinzu. Bei der richtigen Pflege von Zimmerpflanzen kann es nötig sein, aus diesem Grund eine für die jeweilige Pflanzenart bestimmte Blumenerde zu wählen.

Substrat oder Erde- worin liegt der Unterschied?

Unter Erden versteht der Fachmann natürliche, in der Natur vorkommende Erdarten. Hierzu gehören:

  • Torferde (Moor Erde)
  • Komposterde
  • Tonerde
  • Sand

Substrate wiederum sind Mischungen, die aus natürlichen Erden, sowie aus Steinen zusammengestellt wurden. Für die Pflege von Zimmerpflanzen wird Basismaterial als Mischung angewendet, Ausnahme sind Orchideen. Diese sollten mit einer hochwertigen Blumenerde versorgt werden. Zusätzlich werden in der Natur vorkommende Fremdstoffe genutzt. Diese sind:

  • Perlite
  • Tonkugeln
  • Vermiculit
  • Styromull
  • Steinwollflocken
  • Split
  • Quarzsand

Durch die einzelnen Fremdstoffe werden nicht nur physikalische, sondern auch die chemischen Eigenschaften verändert. Beispielsweise verbessern Split, Styromull oder kleine Kiesel den Wasserabzug speziell nach dem Gießen. Staunässe wird vermieden und es kann nicht zur gefürchteten Wurzelfäulnis kommen. Zudem sorgt Substrat für eine zweckmäßige Belüftung und den guten Halt der Zimmerpflanze.

Die Eigenschaft eines Substrats ist die Pufferkraft, die nicht unterschätzt werden darf. Die Pufferkraft verhindert zum Beispiel, dass es schnell austrocknet und es nicht zur Versalzung der Wurzeln kommt. Es gibt keine Schwankungen im Nährstoffvorrat und keine Veränderung des pH- Wertes.

Bei der allgemeinen Blumenerde können Verbraucher unterscheiden zwischen Kübelpflanzenerde, Balkonpflanzenerde, Zimmerpflanzenerde usw. Diese Erden sollen eigentlich für sämtliche Zimmerpflanzen von Nutzen sein und trotzdem gibt es enorme Unterschiede. Es sollte auf jeden Fall auf Spezialerde zurückgegriffen werden, so kann der Verbraucher nichts falsch machen.

Bei einer Spezialerde wird spezifisch auf die Zimmerpflanzen eingegangen. So beispielsweise bei Kakteenerde, die wenig Kalk, dafür mehr Humus enthält. Diese Erde ist auch für Sukkulenten geeignet. Nicht ganz einfach gestaltet sich die richtige Pflege von Bonsais. Hier muss eine Erde zur Anwendung kommen, die vor allem über Quarzsand verfügt. Dieser versorgt die kleinen Bäumchen nicht nur mit notwendigen und wertvollen Nährstoffen, sondern er verhindert auch Staunässe.

Schwieriger Faktor- Lichtverhältnisse

Unterschiedliche Zimmerpflanzen brauchen unterschiedliche Lichtverhältnisse. Das gestaltet sich nicht immer als einfach, denn der perfekte Standort sollte vor dem Kauf einer Zimmerpflanze gesucht werden. Richtig ist: Zimmerpflanzen dürfen nie des Öfteren ihren Platz wechseln.

Besitzer von Zimmerpflanzen sollten versuchen, einen geeigneten Standort mit den dazu gehörenden Lichtverhältnissen ausfindig zu machen. Welche Lichtverhältnisse gibt es aber? In der Regel finden sich an Stickern in der Pflanzenerde die Angaben dazu.

Direktes Sonnenlicht

Diese ist vielfach an einem Fenster mit Südausrichtung zu finden. Nur wenige Zimmerpflanzen vertragen das direkte Sonnenlicht nicht, dazu gehören eigentlich nur Sukkulenten oder Kakteen. Zur Pflege aller anderen Pflanzen können die Fenster zeitweise mit Hilfe einer Gardine beschattet werden.

Nicht vollsonnige Standorte

Ein nicht vollsonniger Standort hat direktes Sonnenlicht, welches durch eine Markise oder einen Vorhang abgeschwächt wird. In der Regel spenden diese genügend Schatten, sodass zarte Pflanzen nicht versengt werden.

Heller Standort

Dieser bezieht sich auf den hellsten Standort eines Zimmers, es darf jedoch keine direkte Sonneneinstrahlung geben. Die Lichtintensität muss wesentlich geringer sein, als bei direkter Sonneneinstrahlung.

Schwache Lichtverhältnisse

Schwache Lichtverhältnisse herrschen in Ecken, die nicht gegenüber einem Fenster liegen. Die Lichtquelle sollte zudem mehr als 2,5 Meter entfernt liegen. Allerdings gibt es sehr wenige Pflanzen, die bei diesen Lichtverhältnissen überleben können. Ausnahmen hier: Kakteen und Sukkulenten.

Pflegeleichte Zimmerpflanzen

Nicht jeder hat einen grünen Daumen, erst recht dann nicht, wenn es sich um einen Anfänger in Sachen Zimmerpflanzen- Pflege handelt. Der Handel bietet jedoch genügend Pflanzen, die leicht zu pflegen sind. Zu diesen Zimmerpflanzen gehören:

  • Apfelsine, die besonders pflegeleicht ist. Sie braucht einen sehr hellen und sonnigen Standort
  • Arecapalme, gehört zur Familie der Solitärpflanzen und benötigt ebenfalls einen hellen Standort, der nicht zu sonnig sein sollte.

Weiterhin gehören Sukkulenten, Kakteen oder Birkenfeige zu den Zimmerpflanzen, deren Pflege sich als einfach gestaltet. Auch die Buntnessel, die Dattelpalme, Dieffenbachia, Efeu oder das Einblatt sind für Neulinge bestens geeignet.

Blühende Zimmerpflanzen

Wer sein Zuhause in eine blühende Oase verwandeln möchte, sollte sich an blühende Zimmerpflanzen halten. Die prächtigen Farben sorgen für gute Stimmung und ein Raum kann mit ihnen speziell gestaltet werden. Mit der richtigen Pflege für Zimmerpflanzen können sie über viele Jahre Freude bringen, allerdings benötigen sie auch mehr Zuwendung, als nur Grünpflanzen ohne Blüten.

Beim Kauf sollten bestimmte Kriterien eine Rolle spielen, denn wichtig ist, die Zimmerpflanze sollte nicht nur zum neuen Eigentümer der Wohnung passen, sondern auch zum Ambiente. Entscheidend ist der Aspekt, ob der Hobbygärtner es lieber bunt oder klassisch mag.

Nicht nur bei der Farbauswahl ist Nachdenken angesagt, auch der Duft kann unter Umständen eine entscheidende Rolle spielen. Bei einigen Zimmerpflanzen kann dieser gerade in geschlossenen Räumlichkeiten aufdringlich wirken.

Der größte Faktor spielt die Zeit, die für die richtige Pflege der Zimmerpflanzen aufgewendet werden muss. In der Kategorie Zimmerpflanzen gibt es welche, die wenig Pflege benötigen, andere wiederum benötigen mehr.

Ein gutes Beispiel ist das Alpenveilchen. Wurde es in vergangenen Zeiten nur in Omas guter Stube gesehen, ist heute ein echtes Revival angesagt. Es gibt die Pflanze in diversen unterschiedlichen Farben und bekommt sie einen passenden Standort, kann das Alpenveilchen über viele Jahre Freude bringen.

Als echter Hingucker erweisen sich Azaleen. Über die Wintermonate bis in den April können sie bei guter Pflege blühen. Bei der Farbauswahl ist der persönliche Geschmack gefragt. Käufer sollten allerdings darauf achten, dass die Pflanze über viele Knospen verfügt, von denen einige ruhig geöffnet sein dürfen. Wichtige Kriterien bei der Pflege sind: Standort sollte nicht zu warm gewählt werden und Staunässe ist zu vermeiden.

Liebling für zuhause

Der absolute Liebling für das Zuhause war und bleibt die Orchidee. Ursprünglich kommt die Pflanzenart aus den tropischen Regenwäldern und wird dort Aufsitzpflanze genannt. Die in der Heimat auf Bäumen wachsende Pflanze ist reich in der Farbauswahl, aber nicht ganz so einfach in der Pflege.

Orchideen sind immer ein toller Hingucker, die in ihrer Heimat über ein schützendes Blätterdach verfügen. Deshalb sollten sie auch in unseren Gefilden nie in der prallen Sonne stehen. Ideal sind Fenster, die nach Westen oder Osten weisen. Orchideen bevorzugen allerdings einen hohen Grad an Luftfeuchtigkeit, aus diesem Grund eignen sie sich gut für helle Badezimmer.

Die Pflanze muss, wenn sie an einem anderen Ort steht, regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Zudem sollte sie nicht unbedingt ihren Platz auf der Fensterbank finden, unter der sich ein Heizkörper befindet. Was viele nicht vermuten, Orchideen sich äußerst pflegeleicht, wenn es um das Gießen geht. In den kalten Monaten liebt es die Pflanze, einmal pro Woche in abgestandenes oder abgekochtes Leitungswasser getaucht zu werden. Regenwasser ist noch besser, denn in diesem Tauchbad saugen sich die Wurzeln mit Wasser voll und speichern einen Vorrat, der für mindestens eine Woche völlig ausreichend ist.

Ein einfacher Trick hilft bei der Beurteilung, ob die Orchidee Wasser benötigt. Erscheint die Pflanze beim Anheben leicht, ist das Wässern nötig. Ist sie schwer, darf ruhig auf das Gießen vorerst verzichtet werden. Überschüssiges Wasser bitte immer abgießen.

In der Regel blüht eine verblühte Orchidee wieder, es ist jedoch ganz wichtig, dass die Pflanze niemals neben reifem Obst steht. Dieses versprüht Reifegase, wodurch die Pflanze ihre Blüten verliert. Zudem sollten die Pflanzen alle zwei bis drei Jahre neue Erde bekommen. Gerade Substrat verrottet mit der Zeit und schnürt die Wurzeln stark ein.

Der neue Topf sollte möglichst transparent sein, die Wurzeln bekommen so das nötige Licht. Die Orchidee auch nie zu tief in die Erde stecken, da es sonst dazu kommt, dass sich Wasser zwischen Blätter und Neutriebe stauen kann.

Schädlinge und Krankheiten erkennen

Gestaltet sich die richtige Pflege von Zimmerpflanzen über die Sommermonate als einfach, kann es im Winter schwer werden. Bedingt durch trockene Heizungsluft und fehlende Lichtverhältnisse können sich unbemerkt Schädlinge breit machen. Bevor der Mensch das erkennt, haben diese sich kräftig vermehrt und bereiten dann Schwierigkeiten.

Vorrangig müssen Schädlinge frühestmöglich erkannt werden. Das wird schwierig, denn sie sind äußerst klein und meistens nicht gleich mit bloßem Auge zu erkennen. Die Schädlinge saugen den Saft aus den Pflanzen und die Blätter werden gelb. Schlimmstenfalls stirbt die Pflanze ganz ab.

Vitale und gesunde Zimmerpflanzen sind der beste Schutz gegen Schädlinge. Durch diese Stärke der einzelnen Pflanze sind sie Pflanzenschädlingen nicht ausgesetzt und setzen ihre natürlichen Abwehrstoffe schnell frei. Schädlinge können so gar nicht erst zuschlagen, zumindest wird eine Ausbreitung verhindert.

Zimmerpflanzen sind das A und O einer Wohnung. Sie setzen nicht nur farbliche Akzente, sie schaffen auch ein gutes Raumklima. Mit ein wenig Pflege und Zuwendung können Zimmerpflanzen sehr alt werden und so gut wie unverwüstlich sein.

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