Kollagen – Das Protein für ein gutes Hautbild

Aus zahlreichen Kosmetikartikeln ist Kollagen mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Die Haut soll dank dieses Bestandteils mit mehr Feuchtigkeit versorgt werden, erste Fältchen sollen sich damit minimieren lassen. Das Eiweiß ist für ein jugendliches Aussehen von Bedeutung, denn nur ein kräftiges Kollagengerüst hält die Haut auch länger faltenfrei. Kollagen kann der Körper selbst bilden. Es ist deshalb auch nicht ausreichend, es nur durch Cremes auf die Haut aufzutragen. Vielmehr ist es notwendig, die körpereigene Kollagenbildung anzuregen. Mit Hilfe von Kosmetikprodukten und auch Nahrungsergänzungspräparaten ist dies durchaus möglich.

Kollagen – Was ist das eigentlich?

„Kollagen“ leitet sich vom griechischen Wort „kolla“ ab, welches so viel wie „Klebstoff“ bedeutet. Es handelt sich bei Kollagen tatsächlich um eine klebstoffähnliche Substanz, die in gewisser Weise im menschlichen Körper für Zusammenhalt sorgt.

Kollagen gehört zu den Proteinen und kommt im Körper des Menschen häufig vor. Verantwortlich ist es für ein biegsames und trotzdem starkes Bindegewebe sowie für Bänder, Sehnen, Gelenke und Knorpel. Zudem stellt Kollagen einen wichtigen Bestandteil der Haut dar.

Etwa ein Drittel aller im Körper vorhandenen und ungefähr 70 Prozent der in der Haut vorkommenden Proteine stellen nicht lösliche Kollagene dar. Der Haut verleihen sie Elastizität und Stärke, zudem können sie abgestorbene Hautzellen ersetzen. Kollagen gilt als sehr komplexes Protein, welches aus verschiedenen Aminosäuren besteht. Glycin, Hydroxyprolin und Prolin machen dabei den größten Anteil aus. Im Muskelfleisch des Menschen sind diese Aminosäuren nicht zu finden, über die Nahrung werden sie zudem meist nur in sehr geringen Mengen aufgenommen.

Die Inhaltsstoffe von Kollagen

Kollagen wird den so genannten komplexen Proteinen zugeordnet, denn es besteht aus 19 Aminosäuren. Unter diesen sind sowohl essentielle als auch nicht-essentielle Aminosäuren zu finden. Enthalten sind unter anderem Arginin, Glutamin, Glycin sowie Prolin.

Kollagen selbst besteht aus drei Strängen, welche in einer Dreifach-Helix fest ineinander verwoben sind. Jede einzelne Kette besteht aus über 1.400 Aminosäuren, vorrangig sind darin aber Glycin und Prolin zu finden.

Aufgrund seiner Aminosäurenstruktur gilt hydrolysiertes Kollagen als einzigartig. Da das Kollagen ein geringes Molekulargewicht aufweist, kann es recht schnell verdaut und bereits innerhalb von 30 Minuten absorbiert werden. Damit weist Kollagen eine gute Bioverfügbarkeit auf.

Wie kommt es zum Kollagenmangel und welche Folgen hat er?

Im Laufe des Lebens geht die körpereigene Produktion von Kollagen zurück. Dieser Degenerationsprozess zeigt sich durch die Alterung und die damit einhergehenden Erscheinungen wie schlaffe Haut und Falten. Auch Gelenkschmerzen aufgrund einer geschwächten oder auch verminderten Knorpelsubstanz können auftreten.

Hinzu gesellen sich die Auswirkungen des allgemeinen Lebenswandels: Rauchen, eine zuckerreiche Ernährung sowie eine extreme Sonneneinstrahlung. All diese Umstände erschöpfen die Kollagenvorräte zusätzlich.

Am häufigsten treten kollagenbedingte Erkrankungen bei Menschen auf, bei denen das Risiko aufgrund einer Kombination von verschiedenen Faktoren höher ist. So können genetische Defekte, der Verzehr von geringen Mengen an kollagenreichen Lebensmitteln, ein Mangel an Nährstoffen oder auch Verdauungsprobleme für eine Beeinträchtigung der Kollagenproduktion sorgen.

Neben der Erschlaffung von Haut und Muskeln verursacht ein niedriger Kollagenspiegel außerdem eine Vergrößerung von Herz und Prostata oder auch die Schwächung und Instabilität anderer Organe. Zudem verlieren die Knochen an Dichte, Bänder und auch Gelenke werden schwächer. Das liegt daran, dass Kollagen wie ein Puffer zwischen Knochen und Gelenke fungiert und bei dessen Fehlen die ersten gesundheitlichen Probleme auftreten können. Weiterhin kann es zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen, da die Arterien ebenfalls schwächer werden und den Ablagerungen nicht mehr entgegenwirken können.

Kollagen als Nahrungsergänzungspräparat

Kollagen als Bestandteil in Pflegecremes ist bekannt. Doch immer wieder stellt sich auch die Frage, ob auch Nahrungsergänzungsmittel mit Kollagen hilfreich sein können, um die körpereigene Herstellung des Proteins anzuregen.

Diese Frage lässt sich mit einem klare „Ja“ beantworten. Rund um die Uhr ist der menschliche Organismus bemüht, sich zu regenerieren. Für ihn wäre das auch problemlos möglich, wenn Störfaktoren wie Nikotin, Alkohol oder zu wenig Schlaf ausblieben. Eine ausgewogene Ernährung, gesunde Lebensgewohnheiten und Vorsicht im Umgang mit Genussgiften hat also oberste Priorität, wenn es darum geht, den Organismus zu unterstützen. Zudem können Antioxidantien wie Vitamin C oder auch Aminosäuren ebenfalls zu einer Gesunderhaltung beitragen.

Und auch Kollagen kann in Form von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden. Erhältlich sind hier Kapseln sowie Trinkampullen. Mittlerweile konnten auch einige Studien aufzeigen, dass Kollagen in Kapselform durchaus dazu beitragen kann, die Haut besser aussehen oder auch Schmerzen verschwinden zu lassen. Kollagen-Kapseln habe aber noch weitere Vorteile.

Vorteil 1: Verbesserung der Haut- und Haargesundheit durch Kollagen-Kapseln ?

Durch die verringerte Kollagenproduktion im Körper, die durch das Alter bedingt ist, kommt es zu schlafferer Haut und der Entstehung von Falten. Ein erhöhter Kollagenspiegel sorgt für ein jüngeres Erscheinungsbild der Haut, sie sieht wesentlich glatter aus und die Hautzellen werden bei der Erneuerung und auch Reparatur von Schäden unterstützt.

In placebokontrollierten Doppelblindstudien, in denen die Eigenschaften von Kollagen als Anti-Aging-Mittel untersucht wurden, zeigte sich bei Frauen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren eine Verbesserung der Elastizität und des Feuchtigkeitsgehalts der Haut. Auch litten sie weniger unter trockener Haut. Die Einnahmemenge lag bei 2,5 bis fünf Gramm Kollagenhydrolysat täglich über einen Zeitraum von acht Wochen. Es zeigten sich dabei wenig bis keine Nebenwirkungen.

Kollagen soll dabei auch Dehnungsstreifen sowie Cellulitis verringern können, denn beides zeigt sich erst durch den Verlust an Elastizität aufgrund des verringerten Kollagenspiegels. Werden die Kollagenspeicher nun mit dem richtigen Präparat wieder aufgefüllt, lassen sich diese Probleme beseitigen. Die Haut wird gefestigt und mit mehr Feuchtigkeit versorgt. Sie wird zudem dicker und elastischer, wodurch Unebenheiten deutlich weniger sichtbar werden.

Zu bedenken gilt dabei natürlich, dass es sich dabei nicht um einen Verjüngungsprozess handelt, der über Nacht abläuft. Die Regeneration der Haut benötigt eine gewisse Zeit, kann aber langfristig auf jeden Fall vom höheren Kollagenspiegel profitieren.

Vorteil 2: Hemmung des Degenerationsprozesses und Verringerung von Gelenkschmerzen ?

Steife Beine, die schwer wie Blei sind und jede Bewegung zu einer Qual machen, sind die Folge eines Kollagenmangels. Wenn der Körper Kollagen verliert, dann wird dadurch der Bewegungsablauf der Bänder und auch Sehnen beeinträchtigt. Die Folge sind geschwollene Gelenke, Steifheit und andere Beschwerden. Bei alters- oder auch verletzungsbedingten Gelenkschmerzen kann Kollagen durchaus hilfreich sein. Es wird davon ausgegangen, dass Gelenkschmerzen sowie die Symptome einer Arthritis um bis zu 50 Prozent oder sogar mehr reduziert werden können.

Kollagen lässt sich gut mit dem Ölen einer knarzenden Tür vergleichen. Ist Kollagen vorhanden, dann bewegen sich die Gelenke leichter und altersbedingte Schmerzen gehen zurück. Auch das Risiko für den Gelenkeverfall lässt sich so minimieren. In einer Untersuchung am Harvard’s Beth Israel Deaconess Medical Center in Bosten fanden Wissenschaftler heraus, dass eine Nahrungsergänzung mit Typ-II-Kollagen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis hilfreich sein kann. In der Studie zeigte sich, dass Schmerzen gelindert wurden und die schmerzempfindlichen Gelenke weniger geschwollen waren. Eine weitere Studie wurde im International Journal of Medical Science veröffentlicht, laut der sich bei Patienten mit Gelenkschmerzen aufgrund einer Osteoarthrose durch die Behandlung mit Typ-II-Kollagen ebenfalls deutliche Besserungen zeigten. Tägliche Aktivitäten wie Aufstehen, Schlafen oder auch Treppensteigen konnten sie leichter bewältigen.

Vorteil 3: kann Haare, Nägel und auch Zähne stärken

Wer bei sich schon brüchige oder auch sich ablösende Fingernägel oder Haarausfall beobachtet, könnte einen Kollagenmangel aufweisen. Das liegt daran, dass Kollagenproteine ein Baustein von Fingernägeln, Haaren und auch Zähnen sind. Werden Kollagen-Kapseln eingenommen, dann kann dies zu festen Fingernägeln, weniger Haarausfall und auch kräftigeren Zähnen beitragen.

Vorteil 4: kann einen gesunden Schlaf fördern und Angstzustände vermindern

Für den gesamten Organismus ist ein gesunder Schlafrhythmus eine wahre Wohltat. Ausreichend Nachtschlaf trägt dazu bei, am Tag weniger müde und lethargisch zu sein. Zudem verbessern sich der allgemeine Gesundheitszustand, die Stimmung und auch die Leistungsfähigkeit. Dank der Aminosäure Glycin kann Kollagen bei vielen Schlafproblemen wie Einschlaf- sowie Durchschlafstörungen hilfreich sein. Auch Schlaflosigkeit scheint sich durch das enthaltene Glycin zu bessern, wie eine placebokontrollierte Studie über die Auswirkungen von Glycin bei Schlafproblemen zeigte.

Vermutlich trägt das Glycin aus Kollagenhydrolysat dazu bei, Stress und auch Angstzustände zu verringern. Glycin soll wie ein Neurotransmitter wirken, der im Körper für therapeutische Veränderungen sorgen kann. Stress, Angst und auch Depressionen könnten so vermindert und der Nachtschlaf gefördert werden.

Weitere Vorteile von Kollagen

Kollagen werden außerdem die folgenden Eigenschaften nachgesagt:

  • es soll den Stoffwechsel fördern können und so den Aufbau von Muskelmasse und auch die Energieleistung verbessern
  • da es den Körper beim Aufbrechen von Proteinen unterstützen und so die Darmschleimhaut beruhigen kann, können Patienten mit Leaky-Gut-Syndrom (Erkrankung des Verdauungstraktes, bei der Gifte die Darmwand passieren können) profitieren
  • aufgrund des enthaltenen Glycins soll es Schäden in der Leber minimieren und zu einer Reinigung der Leber beitragen können
  • dank der enthaltenen Aminosäuren Arginin und Prolin kann es dazu beitragen, das Herz-Kreislauf-System zu schützen

Sind bei der Anwendung von Kollagen-Kapseln Nebenwirkungen zu erwarten?

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Wird Kollagen in Form von Kapseln eingenommen, dann kann es unter Umständen zu einem gewöhnungsbedürftigen Geschmack im Mund kommen, der für ungefähr 30 bis 60 Minuten anhält. Zudem können allergische Reaktionen auftreten, die vor allem bei Personen beobachtet werden können, die auch auf Produkte allergisch reagieren, die zur Kollagengewinnung verwendet werden (z. B. Schwein, Rind, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte). Auch ein verminderter Appetit kann durch die Einnahme von Kollagen auftreten. Das kann ja nach persönlicher Situation aber nicht nur eine Nebenwirkung, sondern auch von Nutzen sein. Die Nebenwirkungen sind – mit Ausnahme möglicher Allergien – jedoch weitgehend zu vernachlässigen.

Fazit: Die Kapseln versorgen den Körper von Innen mit dem Wirkstoff

Kollagen gilt als das Wundermittel, wenn es um die Spannkraft der Haut geht. Durch Kosmetikprodukte kann der Haut aber kein reines Kollagen zugeführt werden, weshalb die Einnahme in Form von Kollagen-Kapseln als sinnvoll angesehen wird. Hier können die Wirkstoffe über das Blut direkt dorthin transportiert werden, wo sie benötigt werden. Der Körper und damit auch die Haut werden also von Innen heraus mit Kollagen versorgt

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