Bärlauch – die kräftige Bärenpflanze

Die Saison von Bärlauch ist relativ kurz, sie geht nur von Mitte März bis Mitte Mai. In der heutigen Zeit wird der Bärlauch in der Hauptsache verwendet, indem er Speisen zugefügt wird. Er kann jedoch noch viel mehr, denn viele Personen wissen nicht, dass er auch ein Heilkraut ist.

Bärlauch ist vielseitig, leider wurde er immer mehr vom Knoblauch in die Ecke gedrängt. Die heilende Wirkung ist unumstritten, denn der Bärlauch ist reich an Vitaminen, Eisen und ätherischen Ölen. Die Heilpflanze wirkt nicht nur entgiftend, sondern ist reinigend für den Körper und vertreibt ebenso die Frühjahrsmüdigkeit. Bei diversen Krankheiten wirkt er unterstützend und darum sollte er oft genutzt werden.

Bärlauch – Anwendungen, die heilen können ?

143062976 – fotolia.com – J.Mühlbauer exclus.

Den Bärlauch kannten schon die alten Germanen und Römer. Sie nutzen ihn zur Reinigung von Darm, Blut und dem Magen. Besonders hervorzuheben sind seine Kräfte, bei chronischen Hautausschlägen oder Flechten.

Die Pflanze setzt ihre Kräfte von innen ein, dass ist gerade bei ungewollten Darmbakterien der Fall. Dabei schadet sie nicht den nützlichen Bakterien, so wurde Bärlauch in der Vergangenheit, als Wurmmittel gerne eingesetzt. Gegen Parasiten wirkt er ebenso, wie gegen unterschiedliche Medikamente, wie zum Beispiel Antibiotika. Bärlauch ist in der Lage, die Darmflora zu stärken und ein Ungleichgewicht wieder herzustellen.

Das Heilkraut ist auch gut, bei Arterienverkalkung und ebenso bei Bluthochdruck. Hierbei wirkt nicht nur der frische Bärlauch, sondern auch eine Bärlauch Tinktur. Das Naturheilkraut besitzt einen hohen Gehalt an Senfölglykosiden, daher regt es nicht nur den Appetit an, es ist auch stimulierend auf Verdauungssäfte.

Der lateinische Name des Bärlauchs ist Allium ursinum, er hat verschiedene Synonyme unter denen er ebenso bekannt ist. Darunter fallen Hexenknofel, Teufelsknoblauch, Wurmlauch, Zigeunerzwiebel oder Zigeunerlauch. Die Pflanze gehört zu den Amaryllis Gewächsen und sämtliche Teile wie Blätter, Blüten und Samen können verwendet werden.

Hinweis:
Der Bärlauch selber ist natürlich nicht giftig, es besteht jedoch die Gefahr, dass er schnell mit dem Maiglöckchen, der Herbstzeitlosen oder dem Aronstab verwechselt wird. Diese Pflanzen sind jedoch giftig und nicht für den Verzehr geeignet.

Inhaltsstoffe von Bärlauch

Der Bärlauch besitzt viele besondere Inhaltsstoffe. Darunter fallen unter anderem:

  • Allicin
  • ätherische Öle
  • Eisen
  • Kalium
  • Kalzium
  • Mangan
  • Phosphor
  • Schleimstoffe
  • Selen
  • Vitamin C

Weiterhin ist Bärlauch appetitanregend, antibakteriell, cholesterinsenkend, krampflösend, entzündungshemmend und entgiftend. Seine Vielseitigkeit zeigt er bei:

Arterienverkalkung
Arteriosklerose
Bluthochdruck und Bronchitis
Darmparasiten
Darmsanierung
Hautentzündungen
Hauptproblemen
Frühjahrsmüdigkeit

Die frischen Blätter des Bärlauchs, finden vielseitige Verwendung. Sie können als Suppe, im Salat, als Gewürz im Quark oder einfach wie Spinat zubereitet, gegessen werden. Feinschmecker mischen die Blätter gern mit Brennnesseln oder Giersch.

Diejenigen, die den Bärlauch selber sammeln möchten, können ihn an seinem eindeutigen Lauchgeruch erkennen. Fündig werden sie nicht im Wald, sondern auf Wiesen und Feldern. Die Blätter erweisen sich als fest und hart. Wichtig ist es, die Pflanze nicht ganz herauszureißen und immer ungefähr ein Drittel davon stehen zu lassen. Dieses ist unumgänglich, damit die Pflanze ihren Bestand erhalten kann.

Hat Bärlauch Heilwirkung ?

Die Heilwirkung vom Bärlauch ist besonders stark ausgeprägt. Er fördert die Durchblutung ebenso, wie er herzstärkend ist. Zudem reinigt er die Gefäße und eine antibakterielle Wirkung wird ihm auch nachgesagt.

Die Anwendung ist denkbar einfach, am besten ist es, ihn frisch als Salat oder Beilage zu verzehren oder einen Tee aus frischen Blättern zuzubereiten.

Die Inhaltsstoffe bestehen aus:

  • Allicin
  • Alliin
  • Flavonoide
  • Sekundären Pflanzenstoffen

Die wichtigsten Inhaltstoffe sind Allicin und Alliin. Ihnen werden sogar krebshemmende Wirkungen zugeschrieben. Heute wird erforscht, ob Bärlauch auch als standardisiertes und therapeutisches Mittel einzusetzen ist.

Haupt – Anwendungsgebiete

Hauptsächlich wirkt der Bärlauch innerhalb der Blutgefäße. Ablagerungen, die durchaus krank machen können, werden abgebaut und gleichzeitig wird der Cholesterinspiegel gesenkt. Dadurch bedingt werden die Blutgefäße elastischer, dass wiederum schlägt sich auf die so gefürchtete Arteriosklerose nieder. Sie wird nicht nur gemildert, sondern Bärlauch kann sogar vorbeugend wirken.

Zivilisationskrankheiten sind heute ein großes Thema, viele von ihnen stehen im Zusammenhang mit Arteriosklerose. Hierunter fallen Bluthochdruck, schlechte Hautabheilung, Magenblutungen, Kopfschmerzen und sogar Schmerzen beim Gehen oder Leistungsschwäche. Diese gesundheitlichen Probleme werden alle der Arteriosklerose nachgesagt. Wer regelmäßig Bärlauch isst, kann dem vorbeugend entgegenwirken.

Die Anwendungsgebiete gehen sogar noch weiter, denn Experten sind eindeutig der Meinung, dass Bärlauch in der Lage ist, einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall vorzubeugen.

Hinweis:
Eine Kur mit Bärlauch ist keine Gesamtmaßnahme um diesen Erkrankungen vorzubeugen. Sie sollte als Teil eines ausgewogenen Gesundheitsprogramms angesehen werden. Hierzu gehören vor allen Dingen, eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung.

Der weitere Wirkungskreis

Bärlauch wirkt, wie schon erwähnt, entzündungshemmend und antibakteriell. Weitere Wirkungen sind:

  • Harntreibend
  • Schweißtreibend
  • Tonisierend
  • Hautreizend
  • Krampflösend

In der Hauptsache kann er Verwendung finden bei folgenden Beschwerden:

Atemwege:Asthma, Husten, Bronchitis, Fieber
Stoffwechsel:Frühjahrskur, Stoffwechsel anregend, Frühjahrsmüdigkeit, Rheuma
Verdauung:Blähungen, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Durchfall, Wurmbefall, Galle treibend
Kreislaufsystem:Arteriosklerose, Bluthochdruck, Cholesterinspiegel senkend

 

Die Anwendung des Bärlauchs ist einfach, denn er kann frisch auf dem Brot genossen werden. Es gibt auch eine Reihe an schmackhaften Gerichten, wobei der Bärlauch leicht integriert werden kann. Eine Bärlauch Kur wirkt am besten, wenn eine einmonatige Kur angesetzt wird, hierbei ist es ausreichend, jeden Tag eine Handvoll Bärlauch zu verwenden.

Bärlauch sollte stets frisch Verwendung finden, ansonsten verliert er sein Aroma. Um ihn einige Tage haltbar zu machen, kann er zum Beispiel als Pesto verarbeitet werden. Auch die Aufbewahrung in einem Tiefkühlbeutel mit wenigen Tropfen Wasser ist denkbar.

Tipp:
Bärlauch sollte immer mit der Hand geschnitten werden und nicht in einem Mixer landen. Die Pflanze enthält einen sehr hohen Anteil an ätherischen Ölen, die bitter werden, wenn der Verbraucher sie in einem Küchengerät verarbeitet.

Zu den im Handel erhältlichen Produkten mit Bärlauch, gehören unter anderem, Bärlauch Butter, Bärlauch Schmalz oder Bärlauch Wurst.

Hat Bärlauch Nebenwirkungen?

In den vergangenen Jahren ist Bärlauch immer beliebter geworden. Seine gesundheitsfördernden Eigenschaften sind unumstritten, aber es kann durchaus auch mit Nebenwirkungen gerechnet werden. Eine davon ist Mundgeruch, welches sich negativ auf den Gebrauch auswirkt.

Vermehrter Konsum kann zu einer Allergie führen, wenn Bärlauch nicht in Maßen zu sich genommen wird. In vielen Küchen wird Bärlauch vor Knoblauch bevorzugt, da er keinen Mundgeruch verursachen soll. Diese Annahme ist denkbar falsch, denn auch die Heilpflanze kann Spuren im Atem hinterlassen. Wie beim Genuss von Knoblauch werden im Mund Schwefelverbindungen freigesetzt und wieder über den Atem ausgeschieden. Mundgeruch ist also vorprogrammiert.

Mögliche Nebenwirkungen sind auch Allergien, besser gesagt, eine Lebensmittelallergie. Einige Personen kennen diese, wenn sie Spargel, Zwiebeln, Schnittlauch oder Schalotten verzehren. Ähnlich kann sich das auch bei Bärlauch auswirken, der die gleichen Beschwerden hervorrufen kann.

Typisch für eine solche Allergie sind juckende, rote Stellen auf der Haut, aber auch Schwellungen im Gesicht sind keine Ausnahme. Weiterhin kann es die Augen betreffen, die brennen, tränen oder sich röten können. Andere Symptome äußern sich durch Atemwegserkrankungen, Magen – Darm – Beschwerden, sowie Juckreiz hinter den Ohren.

Hinweis:
Bärlauch kann Reizungen im Magen – Darm – Trakt verursachen. Diese Nebenwirkung ist auf den Genuss von zu reichlichen Mengen zurückzuführen. Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten auf den Verzehr verzichten.

Das Heilkraut besitzt schwefelhaltige, als auch antibiotische Wirkstoffe, Die Blätter weisen eine hohe Konzentration an Schwefelverbindungen auf. Die Substanzen wie beispielsweise Glutathion, Cystein und Cystein – S – Oxide können durch das Schneiden der Blätter aktiviert werden. Unter Einfluss von bestimmten Enzymen, wie Sulfonsäure wird eine antibakterielle und antimykotische Wirkung freigesetzt.

Zudem besitzt Bärlauch hohe Anteile von Mangan, Magnesium und Adenosin, welche wichtige Spurenelemente sind. Diese sind am Knochen- und Knorpelaufbau beteiligt. Der Wirkstoff Adenosin ist dafür verantwortlich, dass sich Herzrhythmusstörungen, sowie auch die Herzfunktion verbessern.

Weiterhin besitzt Bärlauch eine hohe Konzentration an Eisen, dieses ist wichtig für den menschlichen Körper. Der Wirkstoff ist weitaus höher vorhanden, als zum Beispiel beim Knoblauch.

Stärkende Wirkung

Bärlauch ist hilfreich bei chronischen Hautausschlägen und auch bei Flechten ist er anzuraten. Die Heilpflanze ist in der Lage, blutreinigend zu wirken, hinzu kommt noch der Gehalt an Senfölglykosiden, die verdauungsfördernd sind. Bärlauch ist nützlich bei Entgiftungen, ist hilfreich bei Blähungen und stärkt das gesamte Immunsystem.

Bärlauch – das alte Hausmittel

Die Eigenschaften von Bärlauch sind ähnlich wie beim Knoblauch, allerdings ist die Pflanze bedeutend heilkräftiger. Verantwortlich dafür ist der hohe Gehalt an Adenosin, der vereint die Eigenschaften von Vitamin A, E, C und Selen. Bärlauch hilft erfolgreich bei Migräne und Durchblutungsstörungen. Das enthaltene Eisen kann die roten Blutkörper regenerieren und Magnesium hilft dem Körper Gewebe wieder aufzubauen.

Bärlauch ist eine bedeutende Pflanze, wenn es darum geht, dass Risiko zu senken an Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck, Thrombose, Gicht oder Diabetes zu erkranken. Sogar bei Tinnitus (ständiges Ohrengeräusch) und bei Herzrhythmusstörungen kann er hilfreich eingesetzt werden. Wechseljahrbeschwerden können mit Bärlauch ebenso behandelt werden, wie Frühjahrsmüdigkeit.

Vorsicht:
Diejenigen, die Bärlauch nicht in einem Geschäft erwerben möchten, sondern die Pflanze selber sammeln möchten, müssen Vorsicht walten lassen. Bärlauch ist leicht zu verwechseln mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosen. Seit dem Jahr 1996 gab es rund 200 schwere Unfälle mit Vergiftungserscheinungen, wobei sich 5 als Todesfälle herausstellten. Sammler sollten Blätter zerreiben, ist ein unverkennbarer Geruch nach Knoblauch zu bemerken, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um Bärlauch handelt.

Bärlauch als Naturheilkräuter

In unseren Breitengraden gibt es Bärlauch in Hülle und Fülle, aber auch in zahlreichen Geschäften kann er eingekauft werden. Er ist nicht nur schmackhaft, sondern besitzt zudem auch heilende Wirkungen.

In der Praxis kann der Naturheilkräuter angewendet werden bei:

  • Zahnschmerzen
  • Koliken
  • Ruhr
  • Mundhöhlenentzündungen
  • Warzen
  • Hühneraugen

Bärlauch kann bündelweise und frisch im Supermarkt und Bio – Märkten erworben werden. Gepresster Saft ist in Drogerien und Reformhäusern erhältlich. Vor dem Verzehr sollte der Beipackzettel aufmerksam studiert werden, auf die Dosierung ist unbedingt zu achten. Wer selber ernten möchte, sollte sich im Frühjahr auf die Blätter und im Herbst auf die Knollen und Wurzeln konzentrieren.

Die Pflanze weist eine Menge an ätherischen Ölen auf, wobei diese sich verwandeln. Beispielsweise das ätherische Öl Alliin ist geruchslos, obwohl Schwefel darin enthalten ist. Nach Anschneiden oder Zerreiben der Blätter verwandelt sich Alliin in Alkylsulfensäure, die den typischen Knoblauchgeruch ausmacht.

Weiterhin beinhaltet Bärlauch Senfölglykoside, die auch in Zwiebeln oder dem Rettich enthalten sind. Diese fördern die Verdauung und regen zeitgleich den Stoffwechsel an. Die Heilpflanze besitzt einen hohen Gehalt an Vitamin C, dadurch wirkt Bärlauch gegen Frühjahrsmüdigkeit und anderen Vitamin C Mangelerscheinungen.

Es findet sich ebenfalls reichlich Eisen, dadurch bedingt wirkt Bärlauch blutbildend und hilft bei Eisenmangel. Enthalten sind auch, weitere Mineralsalze, sowie Magnesium und Mangan, welche alle für einen gesunden Körper benötigt werden.

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