Dill – nicht nur zum Würzen

Dill oder Anethum graveolens, kann nicht nur in der heimischen Küche genutzt werden, es ist auch ein sogenanntes Heilkraut, was für die Verdauung von Nutzen sein kann. In Handel findet sich der Dill, als frisches, getrocknetes oder gemahlenes Produkt. Köche verwenden es unter anderem zu hellen Soßen, für Mayonnaise, Remouladen oder auch zu Fischgerichten. Besonders aus Rohkostsalaten ist Dill nicht mehr wegzudenken.

Der milde Geschmack von dem Kraut, kann fast jedes Gericht aufwerten, so ist es kein Wunder, dass Dill fast in jedem Garten in Deutschland zu finden ist. Wird meistens der frische Dill zu warmen Gerichten bevorzugt, sind es die ungemahlenen Samen, die einfach auf einem Butterbrot sehr gut schmecken.

Geschichte des Dills

Dill gehört nicht nur zu den ältesten Gewürzkräutern, sondern fand auch schon früh als Heilkraut Beachtung. Er gehört der Familie der Doldenblütler an und die Pflanze kann bis zu 1,30 Meter hoch werden. Bei unseren Vorfahren kam Dill bei Blähungen zum Einsatz. Weitere Synonyme sind:

  • Dillfenchel
  • Gurkenkraut
  • Gurkenkümmel
  • Dillich
  • Kapernkraut
  • Hochkraut
  • Blähkraut

Diejenigen, die Dill nicht anbauen, sondern in der freien Natur sammeln möchten, müssen Vorsicht walten lassen. Er ist schnell zu verwechseln mit dem Wasserschierling und dem gefleckten Schierling, da er diesen ähnlich sieht. Beide sind jedoch giftig.

Der Ursprung der Pflanze liegt vermutlich im Orient und sie kam über Umwege zu uns. Im Garten ist er relativ einfach selber zu ziehen, er braucht nur einen guten Boden und er sollte nicht immer an derselben Stelle ausgesät werden.

In der Naturheilkunde spielt Dill schon lange eine große Rolle. Schon die Gladiatoren im alten Rom, sollen sich mit Dill Öl vor einem Kampf eingerieben haben. Es sollte in erster Linie, Wunden vorbeugen, die bei einem Kampf entstanden.

Inhaltsstoffe vom Dill

Dill beinhaltet wertvolle Inhaltsstoffe. Hierzu gehören unter anderem Fett, Eiweiß, Kohlehydrate und Roh Faser. Auch Mineralien sind zu finden, hierzu gehören:

In der Volksmedizin wird Dill bei Appetit – oder Schlaflosigkeit, genauso angewendet wie zum Beispiel bei, Menstruationsbeschwerden, Magenkrämpfen oder Blähungen. Zur Anwendung sollte hierbei ein Tee aus Dill kommen, der leicht selber angesetzt werden kann.

Etwa 5 Gramm zerstoßene Früchte des Dills, werden mit rund 100 Millilitern heißem Wasser übergossen. Nach circa 10 Minuten ziehen lassen, kann der Sud abgeseiht werden. Um Schlaflosigkeit vorzubeugen, ist Dill Wein eine gute Alternative, im Gegensatz zu pharmazeutischen Einschlafhilfen.

Tipp:
Zum Würzen in der Stillzeit kann Dill jungen Müttern empfohlen werden. Er hat eine milchfördernde Wirkung. Nebenwirkungen auch während einer Schwangerschaft, sind natürlich bei diesem Heilkraut ausgeschlossen.

Im Dill finden sich, wie schon erwähnt, eine Reihe an wertvollen Inhaltsstoffen:

ätherische Öle
Gerbstoffe (Tannin)
Harze, Kohlehydrate, Mineralstoffe (Kalium, Kalzium, Natrium)
Proteine, Schwefel
Vitamin C

Dill wirkt nicht nur entzündungshemmend und krampflösend, sondern er beruhigt zudem die Verdauungsorgane und ist milchfördernd bei stillenden Frauen.

Anwendungsgebiete von Dill

Da der Dill eine Vielzahl an Inhaltsstoffen besitzt, kann er auch bei den unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt werden. Besonders hilfreich ist die Pflanze, bei einem nervösen Magen, Gebärmutterkrämpfen, Hämorrhoiden und Magen – Darm – Krämpfen.

Der Tee wird gesondert bei Verdauungsproblemen empfohlen, wobei bei Schlafstörungen der Dill Wein getrunken werden sollte.

Hinweis:
Wer den Dill sammeln möchte, sollte sich fachmännischen Rat hinzuholen. Es gibt unterschiedliche Arten der Dolden Blütler, wobei einige, eine ganze Reihe giftiger Inhaltsstoffe enthalten. Auch, wenn Dill mögliche Heilwirkungen bringt, darf der Gang zum Arzt, bei länger anhaltenden Beschwerden, nicht unterlassen werden.

Dill sollte möglichst in frischer Form genossen werden, wobei in der Volksmedizin vor allen Dingen die Früchte von Vorteil sind. Durch den enorm hohen Gehalt an ätherischen Ölen, wirkt die Pflanze krampflösend. Damit die Öle ihre gesamte Kraft entfalten können, sollte der Anwender, sie vor der Nutzung in einem Mörser zerquetschen. Getrockneter Dill hat so gut wie keine Heilkräfte, aber Dill gepflanzt, kann durchaus auch im Garten zur Anwendung kommen. Wer Dill in seinem Garten anbaut, hat weniger Probleme mit Schädlingen. Zum Tragen kommt er dort zwischen Karotten, Radieschen oder Zwiebeln.

Die Wirkung von Dill

Dill ist nicht nur ein beliebtes Kraut zum Würzen, sondern wird auch wegen seiner Heilkräfte geschätzt. Es besitzt 57 Gramm an Kohlehydrate, 20 Gramm Eiweiß, 12 Gramm Roh Faser, sowie 4 Gramm Fett. Besonders gesundheitsfördernd sind jedoch die ätherischen Öle, die in der Hauptsache, aus den Stoffen Limonen und Carvon bestehen.

Der Dill wird in der Medizin Fructur Anethi genannt. Gerade die Öle wirken verdauungsfördernd, krampflösend, beruhigend und appetitanregend. Die Pflanze wird vor allem wegen ihrer vorbeugenden Wirkung gegen Infektionen geschätzt, sowie bei Magenverstimmungen, Koliken und Blähungen. Zudem wirkt sich Dill stärkend auf das Immunsystem aus, allerdings gibt es keine medizinischen Studien.

In der Küche kann es nicht nur bedenkenlos verwendet werden, sondern auch so oft es nötig ist. Bei Heilpraktikern kommt es je nach Verwendungszweck zum Einsatz. Nebenwirkungen sind bis heute nicht bekannt.

Hinweis:
Dill enthält Furanocumarine, die Hautveränderungen bewirken können. Kommt frischer Pflanzensaft mit Sonnenlicht in Verbindung, kann es unter Umständen, zu entzündlichen Hautreaktionen kommen.

Dosierung von Dill – Produkten

Dill kann entweder im Sitzbad bei Menstruationsbeschwerden hilfreich sein oder als Frucht genossen werden. Wird es bei Verdauungsstörungen eingesetzt, sollte die Dosis bei etwa 3 Gramm pro Tag liegen. Bei dem ätherischen Öl sollte die Tagesdosis zwischen 0,1 und 0,3 Gramm liegen.

Darreichungsformen von Dill – Präparaten, reichen von Tropfen bis hin zu Tinkturen. Zu erwerben sind sie in Apotheken oder gut sortierten Reformhäusern. Als heilende Inhaltstoffe sollten auf den Packungen, folgende Angaben zu lesen sein.

  • ätherische Öle
  • Gerbsäuren
  • Pflanzenfarbstoffe
  • Enzyme

Wissenswertes über Dill

Da Dill eine einjährige Pflanze ist, muss sie in jedem Jahr erneut ausgesät werden. Dill kann auch problemlos auf der Fensterbank, dem Balkon oder der Terrasse gezogen werden. Die Früchte sind zwischen August und September zum Abnehmen bereit, die Blätter kann man im Juni und Juli absammeln.

Der Samen, der ab September reif ist, wird am besten an einer luftigen Stelle zum Trocknen ausgelegt. Samen vom Dill wirkt nicht entzündungshemmend und krampflösend, sondern kann bei einem nervösen Magen oder Blähungen angewendet werden.

In früherer Zeit wurde gedacht, dass Dill im Schuh einer Braut oder als Angeklagter vor Gericht vor einem schlechten Urteil schützte. An Stalltüren gebundene Bündel, sollten dafür sorgen, dass böse Hexen und Geister fernblieben. Auch mondsüchtigen Personen, wurde in der entsprechenden Jahreszeit Dill verabreicht.

Dill kann in zwei unterschiedlichen Darreichungsformen für Linderung sorgen. Während es bei Einschlafstörungen der Dill Wein ist, kann Tee bei Verdauungsbeschwerden helfen. Für den Wein wird 1 Teelöffel frischer, zerkleinerter Dill und eine Tasse von einem guten Wein gemischt, nachdem der Wein leicht erhitzt wurde. Wenige Minuten ziehen lassen und dann in kleinen Schlucken trinken.

Für einen Tee aus Dill müssen es Samen der Pflanze sein. Hierzu wird ein Teelöffel mit heißem Wasser übergossen. 5 Minuten ziehen lassen, abseihen und ebenfalls in kleinen Schlucken trinken.

Der Hauptverwendungszweck von Dill liegt allerdings in der Küche. Früher, wie auch heute, ist es kaum möglich ohne das Kraut auszukommen. Gerade zum Gurken einwecken wird Dill mehr, als ein anderes Gewürz genutzt. Dill schmeckt mild und erinnert schwach an Kümmel, besonders der Duft verteilt sich schnell im ganzen Raum.

Im Handel ist Dill in unterschiedlichen Formen zu erwerben. Er kann in frischer oder in getrockneter Form in den Einkaufskorb kommen. Das Gewürz kann in vielerlei Gerichten für den richtigen Geschmack sorgen und rundet zudem Fischgerichte perfekt ab.

Die Lagerung, stellt sich als vergleichsweise einfach heraus, denn frischer Dill sollte immer im Kühlschrank aufgehoben werden. Allerdings ist er nicht lange lagerungsfähig und sollte möglichst rasch Verwendung finden. Anders verhält es sich mit den getrockneten Blättern und Samen. Sie müssen in einer gut verschließbaren Dose gelagert werden.

Tipps zur Einlagerung:
Dillblätter sollten stets frisch zum Einsatz kommen. Ihr Geschmack ist dann nicht nur besser, sondern auch intensiver. Er kann auch gut eingefroren werden, dazu wird er klein geschnitten und am besten in einer Eiswürfelform in das Gefrierfach gelegt.

Bei großer Hitze verliert Dill schnell seine Inhaltsstoffe. Er sollte auf keinen Fall mitgekocht, sondern nur erwärmt werden. Mit anderen Gewürzen verträgt sich Dill schlecht, außer mit Zwiebeln, Senf, Petersilie oder Knoblauch.

Die Einsatzmöglichkeiten von Dill sind vielfältiger als mancher denkt. Schon in der Antike wurde die Pflanze, als Heilkraut, von Griechen und Römern geschätzt. Heute wird Dill bei stillenden Müttern gern eingesetzt und zwar in Tees, die den Milchfluss ankurbeln. Sogar bei Prellungen oder einem Hämatom kann das Gewürz eingesetzt werden. Hierzu sollte eine Kompresse mit Dill Tee getränkt werden und dann auf die betroffene Stelle kommen.

Dill ist ein echter Allrounder und hilft Kopfschmerzen zu bekämpfen. Hierfür ist ein Dill Öl hilfreich, dass leicht selber hergestellt werden kann. Zwei Handvoll vom Gewürz in einem halben Liter Olivenöl geben und dieses für rund zwei Woche geschlossen halten. Danach das Öl gut abgießen und verschlossen und dunkel aufbewahren.

In der Kräutermedizin ist Dill ein oft genutztes Heilkraut. Die Wirkung ist ähnlich dem Fenchel, aber milder. Neben anderen Heilkräutern ist Dill oft in Teemischungen zu finden, die gegen Verdauungsbeschwerden und Blähungen helfen. Das Öl, welches aus den Samen gewonnen wird, kann in einer Apotheke oder Drogerie erworben werden.

Zur Unterstützung bei einer angestrebten Gewichts Reduktion, kann Dill ebenfalls verwendet werden. Hier kommt das Gewürz als Salzersatz zum Würzen von Speisen zum Einsatz.

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