Eisenkraut (verbena officinalis)

Das Eisenkraut, welches auch gern als Echtes Eisenkraut (verbena officinalis) bezeichnet wird, ist ebenso als Taubenkraut, Sagenkraut, Katzenblutkraut oder Wunschkraut bekannt. Die Pflanze gehört zur Gattung der Verbenen und ist als Heilpflanze bedeutend.

Das sommergrüne Gewächs wächst oftmals krautig und erreicht eine Höhe von ca. 75 cm. Der aufrecht wachsende Stängel ist verzweigt und flaumig behaart, weist allerdings auch kahle Bereiche auf. Die Laubblätter hingegen sind an den Stängel verteilt und erreichen eine Länge von 2 bis 8 cm. Die eiförmige Blattspreite ist länglich angelegt, papierartig und an der Unterseite recht rau behaart. Die Blattspreite ist zudem grob gezahnt und fiederspaltig. Die Teilblütenstände stehen in schlanken Thyrsen (mehrere Zymen an der Hauptachse der Blütenstände) zueinander. Die Tragblätter sind zumeist ebenso lang wie der Kelch. Die zwittrigen Blüten sind mit einer doppelten Blütenhülle versehen und wachsen flaumig. Die Kronblätter erreichen eine hellviolette, rötliche bis hin zu blauen Färbungen und können eine Größe von bis zu 8 mm erreichen. Die Blütezeit reicht zumeist von Mai bis Oktober – spätestens bis zum ersten Frost sind die meisten Blüten verblüht. Die Früchte reifen von Juli bis Oktober.

Vorkommen und Botanik von Eisenkraut

Das Eisenkraut gilt als Halbrosettenpflanze, deren Wurzeln bis zu 60 cm tief ins Erdreich gelangen können. Der Nektar wird in der Blüte abgesondert und von wird von Bienen eingefangen. Hierdurch wird durch die Insekten auch eine Bestäubung vorgenommen, dennoch ist auch eine Selbstbestäubung möglich.

Die Pflanze wächst zumeist in tropischen Gebieten, kann allerdings auch in gemäßigt temperierten Gefilden gedeihen. Das Kraut liebt sonnige Plätze, die mit nährstoffreichem, schwach saurem Boden versehen sind. Im Sommer hat die Pflanze einen recht hohen Wasserbedarf und wächst gern an Wegesrändern, Schuttplätzen sowie Hecken.

In der Pflanzenheilkunde hat das Eisenkraut einen recht hohen Stellewert und wird gern für Teezubereitungen verwendet. Doch auch in der Kosmetik ist man bereits auf die Pflanze aufmerksam geworden und nutzt die wohltuenden Züge. Verwechslungen bestehen allerdings häufig mit der Zitronenverbene, die zwar zur Familie der Eisenkräuter zählt und deshalb als „Eisenkraut duftend“ oder „Wohlriechendes Eisenkraut“ im Handel angeboten wird. Allerdings unterscheiden sich beide Gewächse grundlegend in Geschmack und Geruch. Während die Zitronenverbene viel mehr nach Zitrone duftet und auch schmeckt, ist das Eisenkraut eher unscheinbar im Geruch und enthält zudem einige Bitterstoffe.

Bereits im Altertum war das Eisenkraut bekannt und wurde hoch geschätzt. Vor allem die harntreibenden sowie antirheumatischen Eigenschaften machten die Pflanze begehrt. Neben den Inhaltsstoffen Iridoid-Glykoside Verbenalin und Hastatosid befinden sich weitere Verbascosid Verbindungen – Eisen enthält die Pflanze trotz der Namensgebung keines. Obwohl das Eisenkraut als Heilpflanze bekannt ist, konnten bisher keine eindeutigen Wirkungsergebnisse nachgewiesen werden. Ungeachtet dessen, dass diese These bekannt ist, nutzt die Heilmedizin das Eisenkraut vornehmlich gern und setzt Auszüge geschickt gegen Erkältungskrankheiten ein.

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Eisenkraut Wirkung und die Anwendungsgebiete

Es sind vorrangig die Gerbsäuren, die das Eisenkraut so wertvoll machen. So macht sich die Pflanze als Lösung für Mundspülungen besonders gut, können somit Zahnfleischblutungen oder aber auch Mundgeschwüre geschickt gelindert werden. Als Gurgelwasser kann es Halsentzündungen entgegenwirken und sogar bei Insektensticken hilfreich sein. Für vielerlei Bereiche wirkt das Eisenkraut als Lotion oder Salbe beruhigt und kann sogar als Aufguss bei Erkältungen kleine Wunder bewirken.

Die Bitterstoffe, die im Eisenkraut enthalten sind, haben eine zusätzlich förderliche Wirkung. Sie kurbeln die Verdauung an und können bei Magenbeschwerden zum Einsatz kommen. Auch bei Durchfall oder Leberschwäche konnte das Eisenkraut bereits behilflich sein und erleichtert zudem Menstruationsbeschwerden und soll zur Erleichterung bei der Geburt dienlich sein. Aus diesem Grund ist der Genuss von Eisenkraut während der Schwangerschaft nicht ratsam, um frühzeitige Wehen zu vermeiden. Während der Stillzeit hingegen kann Eisenkraut den Milchfluss stimulieren. Weiterhin lässt sich Eisenkraut oft bei

  • Migräne
  • Blasen- oder Gallensteinen
  • Blutarmut
  • Angina
  • Asthma
  • Rheuma
  • Schlaflosigkeit
  • Schnittwunden
  • Schüttelfrost
  • Furunkel
  • Bronchitis

und vieles mehr einsetzen. Für die verschiedensten Anwendungsbereiche kann Eisenkraut genutzt werden – entscheidend ist hier allerdings die Dosierung, um Erfolge zu erzielen. Vornehmlich gern werden die oberen Pflanzenteile genutzt, sind diese reich an Verbenin, Flavonoiden und Kaffeesäure, welche mitunter

  • schleimfördernd
  • harntreibend
  • hustenstillend
  • entzündungshemmend
  • immunstimulierend
  • antiviral

und antimikrobiell sein kann.

Eisenkraut als Gurgellösung

Zutaten: 5 g Eisenkraut, 100 ml heißes Wasser

Das Eisenkraut wird in eine Schüssel gegeben und mit dem heißen Wasser übergossen. Nach 10 Minuten ist die Gurgellösung fertig und kann abgeseiht werden. Diese Mischung sollte frisch zum Gurgeln verwendet werden und für jeden weiteren Einsatz neu angesetzt werden.

Eisenkraut als Tinktur

Auch eine Tinktur lässt sich ganz einfach selbst herstellen. Hierfür ist ein sinnvolles Gefäß wichtig, um das Heilkraut ziehen zu lassen.

Zutaten: 200 g getrocknetes Eisenkraut oder 300 g frisches Eisenkraut, 1 Liter 35 % – 40 % Alkohol

Das Eisenkraut wird in ein verschließbares Gefäß gegeben und mit dem Alkohol aufgegossen. Das Glas wird nunmehr gut verschlossen und für ca. 2 Minuten geschüttelt. Anschließend sollte die Tinktur für ca. 2 Wochen an einem kühlen sowie dunklen Ort ruhen. Der Saft wird hernach durch eine Presse gegeben, die Rückstände entsorgt und die klare Tinktur in einer dunklen Korkflasche aufbewahrt. Diese Mischung hält ungefähr 2 Jahren und kann zwei bis drei Mal täglich verwendet werden. Hierfür wird ein halber Teelöffel mit einem Glas Wasser vermengt. Diese Tinktur kann nicht nur getrunken werden, sondern ist ebenso als Gesichtswasser dienlich. Somit erreicht der Anwender eine Erfrischung, die gleichzeitig zu einer strafferen Haut führt.

Eisenkraut Kompresse

Zutaten: 2 Esslöffel getrocknetes Eisenkraut oder 4 Esslöffel frisches Eisenkraut, 250 ml Wasser, 300 ml Essig

Das Eisenkraut wird mit dem Wasser und dem Essig für 2 Minuten aufgekocht. Anschließend wird das Eisenkraut gut ausgedrückt und mit etwas Öl vermengt. Bei blauen Flecken, Ödemen, Insektenstichen und dergleichen kann diese Masse nun auf die betroffene Körperstelle aufgelegt werden. Achtung: Die Kräuter sollten nur noch lauwarm sein. Die Auflage kann mit einem Baumwolltuch umwickelt werden. Dieser Verband kann, je nach Bedarf, bis zu 3 Stunden genutzt werden.

Hinweis: obwohl Eisenkraut in keinerlei Verbindung mit Nebenwirkungen steht, sollten Schwangere und Kinder unter 12 Jahren keinen Gebrauch von Tee, Salben oder Lösungen vornehmen.

Eisenkraut Tee und seine Wirkungen

Die Römer nutzten das Eisenkraut schon zu damaligen Zeiten, um eine verstopfte Nase zu befreien oder verwendeten die friedensstiftende Wirkung, um Friedensverträge abzuschließen. Auch der griechische Arzt Dioskurides, welcher im ersten Jahrhundert nach Christus lebte, erkannte die fiebersenkende Wirkung des Krautes und sprach der Pflanze magische Kräfte zu. Bei den Kelten wurde das Eisenkraut neben der Mistel als heilige Pflanze betrachtet, nutzten diese die Auszüge, um ihre Zauberkräfte zu stärken. Im Mittelalter galt das Kraut als unentbehrlich und wurde in Klöstern gern für die Weinzubereitung oder für die Linderung von vielen Beschwerden eingesetzt. Die Äbtissin Hildegart von Bingen, die von 1098 bis 1179 lebte, empfahl Kompressen bei Geschwüren und Wickel bei Mandelentzündungen.

In der heutigen Zeit wird das Eisenkraut in der Heilmedizin gern für die Herstellung von Bach-Blüten-Essenzen verwendet. In der Apotheke können Interessierte Eisenkraut kaufen – hier findet es sich vornehmlich unter der Bezeichnung „Vervain“ an. Es eignet sich ausgesprochen gut bei innerer Unruhe und kann auch bei Epilepsie, Schlafstörungen und anderen nervösen Beschwerden eingesetzt werden.

Während das Kraut aufgrund seiner Bitterstoffe kaum in der Küche Verwendung findet, ist der Tee der Pflanze sehr beliebt. Für die Zubereitung benötigt es nicht viel, sodass in der heimischen Küche schnell und unkompliziert ein Aufguss vorgenommen werden kann.

Eisenkraut als Tee

120215809 – fotolia.com – nelje

Zutaten: 2 g Eisenkraut auf ca. 200 ml heißes Wasser

Das Eisenkraut wird eine Schüssel gegeben und mit dem heißen Wasser aufgegossen. Nach rund 7 bis 10 Minuten wird der Tee abgeseiht und heiß, am besten nach den Mahlzeiten, genossen. Vor allem bei Magen- und Darmbeschwerden hat sich der Tee bewährt. In der Heilmedizin wird empfohlen, nicht mehr als eine Tasse pro Tag zu trinken.

In der chinesischen Medizin scheint das Eisenkraut ebenso immer mehr einen hohen Stellenwert zu erlangen. Hier wird das Kraut gern mit fördernden Stoffen in Verbindung gebracht, welche der Leber, dem Herz und der Lunge zuträglich sein sollen. Auch bei Stresssituationen hat sich das Kraut, welches für Tinkturen, Lösungen und Tees genutzt wird, bewährt.

Eisenkraut kaufen – das ist beim Kauf zu beachten

Das Eisenkraut ist zwar bei Gärtnern sehr begehrt, lässt sich allerdings in Saatform nicht überall erwerben. Wer sich Saat zulegen möchte, der sollte auf Marktplätzen oder im Online-Bereich suchen. Frische Pflanzen werden gern im späten Frühjahr in Gärtnereien angeboten. Hier sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Blätter sehr grün sind und keinerlei Insekten wie zum Beispiel Blattläuse aufweisen. Hier bedarf es einem scharfen Auge, sind Blattläuse nicht immer sofort erkennbar.

Hinweis: Wird das Eisenkraut im Garten gezüchtet, so sollte die Pflanze unbedingt vor Frost geschützt werden.


Im Sommer findet sich das Eisenkraut auch in der freien Natur an – hierfür werden die Sprossteile und somit die Blätter, Blüten und Stängel von der Pflanze abgeschnitten und am besten an einem schattigen Ort luftgetrocknet.

Mittlerweile werden allerdings auch Teesorten, Tinkturen und Salben mit Eisenkraut im Handel angeboten. In Drogerien, in Reformhäusern, aber auch in Apotheken ist das Angebot an getrocknetem Eisenkraut recht vielfältig. Wichtig ist vor dem Gebrauch die Packungsanleitung zu studieren und auf die Dosierungshinweise zu achten. Somit kann Eisenkraut ebenso in anderen Formen erworben werden, die für individuelle Bereiche genutzt werden dürfen. Wichtig beim Kauf ist, hier auf die Inhaltsstoffe zu achten. Es sollte in den Ingredienzien echtes Eisenkraut enthalten sein und nicht Zitronenverbene oder duftende Eisenkraut.

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