Pfefferminze – Mehr, als nur für Tee geeignet

Dank ihres einzigartigen Aromas gilt Pfefferminze als beliebtes Gewürz in den Küchen der Welt. Auch zur Aromatisierung von Kaugummis, Bonbons und Lutschpastillen kommt Pfefferminze gern zum Einsatz. Anwendung findet sie außerdem gern bei Erkältungen oder auch Problemen mit der Verdauung.

Im Orient wird die Pfefferminze wie ein Antiseptikum behandelt, hier werden mit ihr Fliegen vertrieben, welche krank machende Keime übertragen können. Das Abendland schreibt der Pfefferminze außerdem eine kräftigende und krampfstillende Wirkung zu und auch immer wieder wird auch davon erzählt, Pfefferminze solle sich auf die Erotik positiv auswirken können.

Pfefferminze – Kleine Pflanzenkunde

Bei der Pfefferminze (Mentha piperita) handelt es sich um eine Kreuzung aus Bachminze und Krauseminze. Eine sortenreine Vermehrung ist nur durch Stecklinge oder Ausläufer möglich. Eine Unterscheidung erfolgt zwischen hell- und dunkelgrünen Typen. Die Pflanze ist krautig und mehrjährig, sie erreicht Wuchshöhen von 50 bis 100 Zentimetern und weist gestielte, spitze, gesägte und ovale Blätter auf.

Die Blätter der Pfefferminze riechen stark nach Menthol. Ihr Geschmack ist angenehm würzig und zunächst wärmend, im Anschluss aber kühlend. Die Blüten der Pfefferminze stehen in Scheinähren und zeigen eine blassrote bis violette Färbung. Wild wächst die Pfefferminze nicht, kultiviert wird sie vor allem in Europa und Nordamerika.

Die Blätter und das aus ihnen gewonnene ätherische Öl finden medizinische Verwendung. Vor allem Minzöle weisen einen hohen Gehalt an Menthol auf.

Der Name „Minze“ rührt vermutlich von einer griechischen Sage, in welcher die Göttin der Unterwelt, Prosperina, die Nymphe Minthe aufgrund von Eifersucht in die Pflanze Minze verwandelt haben soll.

Zwar wurden diverse Minzarten schon bei Pharaonen ins Grab gelegt, die eigentliche Pfefferminze entstand durch Kreuzungen aber erst im 17. Jahrhundert.

Pfefferminze – Inhaltsstoffe und Wirkung

In den Blättern der Pfefferminze findet sich vor allem ätherisches Öl, welches in seiner Zusammensetzung vom Entwicklungsstand der Blätter zum Zeitpunkt der Ernte abhängig ist. Zu seinen Hauptbestandteilen gehören Menthol, Menthon und Menthylacetat. Enthalten sind in der Pflanze außerdem Flavonoide, Gerbstoffe und Phenolcarbonsäuren.

Den ätherischen Ölen in den Pfefferminzblättern wird eine krampflösende sowie blähungstreibende Wirkung nachgesagt, auch die Steigerung der Gallensekretion soll sich deutlich steigern lassen. Beschrieben wird weiterhin eine antiseptische Wirkung.

In Pfefferminzöl finden sich Wirkstoffe, welche zwar nicht abschwellend wirken, aber bei Schnupfen dennoch das Gefühl einer guten Atmung durch die Nase vermitteln. Zurückzuführen ist dies sehr wahrscheinlich auf die kühlende Wirkung von Menthol.

Die „Kommission E“ des früheren Bundesgesundheitsamtes hat die Pfefferminze aufgrund ihrer Eigenschaften und zugeschriebenen Wirkungen auch offiziell als pflanzliches Heilmittel anerkannt. So soll sie nicht nur antiviral, krampflösend und pilzhemmend wirken können, sondern auch Eigenschaften eines Radikalfängers besitzen.

Anwendungsgebiete für Pfefferminze

Pfefferminze ist dafür bekannt, dass sie alle Organe kräftigen können soll. Sie soll Herz und Nerven beruhigen, Energiereserven auffüllen und Missmut und Trägheit vertreiben können. Zudem kann sie wärmend wirken und die Durchblutung fördern. Kommt es zu Entzündungen und Krämpfen im Verdauungstrakt, kann sie entblähend wirken und zudem gegen Übelkeit hilfreich sein. Auch bei Reizdarm kommt sie oft in Form von magensaftresistenten Kapseln zum Einsatz.

Pfefferminze wird in der Naturheilkunde auch gern bei Erkältungsbeschwerden wie Husten und Atemproblemen eingesetzt. Selbst bei Schlaflosigkeit und Angstzuständen soll die Pflanze helfen können.

Bei Frauen kommt Pfefferminze in der Naturheilkunde auch bei speziellen Beschwerden zum Einsatz. Vor allem naturheilkundlich orientierte Gynäkologen empfehlen Pfefferminze bei folgenden Beschwerden:

  • bei menstruationsbedingten Schmerzen (z. B. Kopfschmerzen, Migräne)
  • als Kompresse bei Herpes genitalis und Genitalwarzen
  • bei prämenstruellem Syndrom
  • bei Sodbrennen, Übelkeit, Verstopfung
  • gegen Libido-Verlust bei Frauen während und nach den Wechseljahren

Wie kann Pfefferminze angewendet werden?

Pfefferminze lässt sich nicht nur als Tee anwenden, sondern kann auch zum Inhalieren und Einreiben verwendet werden.

Pfefferminztee

Für Pfefferminztee lassen sich sowohl frische als auch getrocknete Blätter der Pfefferminze verwenden. Von diesen werden zwei Teelöffel mit heißem Wasser übergossen und müssen für etwa fünf Minuten ziehen. Im Anschluss werden die Blätter abgeseiht und der Tee sollte nach dem Essen getrunken werden.

Frische Pfefferminzblätter sind inzwischen das ganze Jahr über erhältlich und sollten für die Zubereitung von Tee keine Verfärbungen oder Flecken aufweisen. Gelagert werden sie am besten in ein feuchtes Tuch gewickelt im Kühlschrank. Getrocknete Blätter sind in Drogerien oder Teehäusern erhältlich.

Innerlich angewendet kann Tee bei Blähungen, Magenschmerzen, Völlegefühl, Reizdarm und Reizmagen, Entzündungen der Magenschleimhaut, Krämpfen im Magen-Darm-Bereich, schwacher Gallensekretion, unreiner Haut (auch bei Herpes und Akne) sowie bei Mundgeruch und Entzündungen im Mundbereich hilfreich sein.

Pfefferminzöl

Pfefferminzöl kann zum Inhalieren in heißes Wasser gegeben werden. Jedoch sollten möglichst nicht mehr als drei Tropfen verwendet werden, da es auch zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen kann. Da das Öl in den Augen brennt, sollte nur mit geschlossenen Augen inhaliert werden. Auch ist es möglich, einige Tropfen Pfefferminzöl bei Husten auf die Brust einzureiben. Bei Entzündungen der Mundschleimhaut können Pfefferminz-Lösungen sowie –tee verwendet werden, der Mundraum wird damit einfach zwei- bis dreimal am Tag ausgespült. Beschwerden kann so auch vorgebeugt werden.

Bei Kopfschmerzen können ein bis zwei Tropfen medizinisches Pfefferminzöl auf Stirn, Schläfen oder auch im Nacken verrieben werden.

Gesichtswasser aus Pfefferminzblättern

Aus acht Blättern Pfefferminze, welche in einen Topf mit 250 Milliliter kochendem Wasser gegeben und für etwa fünf Minuten aufgekocht werden, kann nach Abkühlung ein sanftes Gesichtswasser gemacht werden. Dazu wird dann einfach ein Wattebausch in das Wasser getaucht und das Gesicht damit vorsichtig abgetupft. Das Gesichtswasser sollte aber aufgrund der fehlenden Konservierungsstoffe noch am gleichen Tag aufgebraucht werden.

Kann es bei der Verwendung von Pfefferminze zu Nebenwirkungen kommen?

Aufgrund der ätherischen Öle sollten Produkte, welche Menthol enthalten, bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Bereich von Hals oder Gesicht oder zur Inhalation angewendet werden, da das Pfefferminzöl hier zu Atemnot führen kann.

Gleiches gilt für Asthma-Patienten, welche vor der Verwendung von Mittel mit Pfefferminzöl ihren Arzt befragen sollten. Ätherische Öle sollten sie allerdings grundsätzlich nicht inhalieren, da es dadurch zu einem Asthmaanfall kommen kann.

Menschen, die unter gastroösophagaler Refluxkrankheit oder Sodbrennen leiden, sollten Pfefferminze ebenfalls nicht anwenden. Dies ist darin begründet, dass die entspannende Wirkung auf die Muskulatur im Magen-Darm-Trakt zu einem vermehrten Vordringen von säurehaltigem Magensaft in die Speiseröhre führen kann.

Wer unter schweren Leberschäden, Gallensteinen oder auch einer Entzündung der Gallenblase leidet, sollte Pfefferminze nicht anwenden oder vor der Anwendung den Arzt befragen. Auch bei Überempfindlichkeit kann es vor allem bei Inhalation einer Lösung mit nur wenigen Tropfen Pfefferminzöl zu einem starken Hustenreiz kommen.

Grundsätzlich darf ätherisches Öl nicht auf verletzte Hautbereiche sowie im Bereich der Augen aufgetragen werden. Zudem gilt bei akuten Beschwerden, welche länger als eine Woche anhalten oder die immer wiederkehren, dass eine Abklärung durch einen Arzt erfolgen sollte, um die möglichen Ursachen herauszufinden. Außerdem ist Pfefferminzöl nur verdünnt anzuwenden – sowohl innerlich als auch äußerlich.

Pfefferminze – Auch in der Küche gern gesehen

Pfefferminze weist einen aromatischen Geschmack auf, der sowohl zu herzhaften Speisen als auch zu Desserts passt. So wird in Großbritannien zu Lammbraten traditionell eine Pfefferminzsoße serviert, doch auch Salate und Suppen können mit Pfefferminze verfeinert werden. Sogar in Smoothies kommt Pfefferminze immer wieder zum Einsatz, wobei der Phantasie natürlich keinerlei Grenzen gesetzt sind.

Pfefferminze im heimischen Garten anbauen

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Pfefferminze kann problemlos im heimischen Garten angebaut werden. Wichtig ist jedoch ein humusreicher Boden, der nicht zu trocken und auch nicht durchnässt ist. Pfefferminze bildet ein dichtes und flaches Wurzelwerk, welches nach Möglichkeit nicht von Unkraut umgeben ist. Ideal ist ein Standort im Halbschatten. Die Pfefferminze ist pflegeleicht und robust – einmal gepflanzt, gedeiht sie sehr gut und neigt dabei zu einer großflächigen, selbständigen Ausbreitung.

Von der Pfefferminze werden nur die Blätter und Triebspitzen geerntet. Der Ertrag ist vor allem vor Beginn der Blüte sehr hoch, meist beginnt diese zwischen Juni und August.

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