Rhodiola rosea (Rosenwurz) – Natürliche Hilfe gegen Stress

Rhodiola rosea (Rosenwurz), erstmals vom griechischen Arzt Dioskurides im Jahr 77 n. Chr. in seinem Werk „De Materia Medica“ beschrieben, gilt in China, Japan, Korea und Russland schon seit mehreren Jahrhunderten als traditionelle Heilpflanze. Die Griechen und auch die Wikinger schätzten einst Rhodiola rosea als eine Art natürliches „Doping“, denn es schien offenbar die körperliche Fitness, die Kondition und auch die Kraftausdauer fördern zu können. In der traditionellen Naturheilkunde wird Rosenwurz oft bei Erkrankungen des Magen-Darm-Bereichs, des Nervensystems, bei Blutarmut sowie gegen sexuelle Störungen eingesetzt. Auch Erschöpfungszustände und Müdigkeit soll es lindern können. Zudem gilt Rhodiola rosea als natürlicher Stimmungsaufheller, der auch bei Stress und Depressionen hilfreich sein soll.

Rhodiola rosea – Ein Ausflug in die Botanik

Rhodiola rosea wächst vor allem in den arktischen Gebieten und Gebirgsregionen von Eurasien und Nordamerika. In diesen Regionen gedeiht die Pflanze vor allem auf feuchten Böden, die bis in die obere alpine Zone und Höhenlagen von bis zu 2.280 Metern in Schluchten von Bergen, auf feuchten Wiesen und Moorböden und auch an feuchten Klippenabsätzen zu finden sind. Doch auch auf sandigen, trockenen Böden in höheren Gebirgslagen kann Rosenwurz wachsen.

Rosenwurz ist eine sukkulente, ausdauernde Pflanze mit Wuchshöhen von fünf bis 20 und selten auch 35 Zentimetern. Die Pflanze bildet Pfahlwurzeln und einen etwa ein bis fünf Zentimeter dicken, knolligen Stamm, der unterirdisch zu finden ist und als Überdauerungsorgan genutzt wird. Dieser Stamm weist einen rosenartigen Geruch auf, der für Rhodolia rosea charakteristisch ist und der Pflanze den Namen verliehen hat. Aus diesem Stamm werden mehrere Stängel gebildet, die oberirdisch wachsen. Sie sind fleischig, dick und kahl mit Schuppen besetzt. Die Laubblätter sind wechselständig und gelegentlich auch pseudo-quirlig am Stängel angeordnet. Sie überleben meist nur eine Vegetationsperiode und weisen eine blaugrüne Farbe auf. Die Blätter haben eine verkehrt-lanzettliche bis löffelähnliche Form, vor dem Blütenstand sind die Blätter ganzrandig oder auch leicht gezähnt.

Rhodiola rosea ist eine diözische (zweihäusig getrenntgeschlechtige) Pflanze. Somit gibt es weibliche und männliche Exemplare. In dichten, bündeligen Blütenständen stehen die gut duftenden und eingeschlechtlichen Blüten mit radiärsymmetrischer Form und doppelter Blütenhülle zusammen.

Die Pflanze zählt meist vier Kelchblätter, selten drei oder fünf. Die freien Kronenblätter sind etwa 1,5 bis 2,5 Millimeter lang, weibliche Blüten sind gelb (rot-orange beim Verblühen) und männlich purpurfarben. Männliche Blüten besitzen sechs bis zehn oder auch mehr Staubblätter, bei den weiblichen Blüten zeigen sich drei bis sechs freie oberständige Fruchtblätter, von denen jedes eine bis einige wenige Samenanlagen enthält. In diesen wiederum stehen drei bis sechs aufrechte Balgfrüchte zusammen, die behaar und fleischig sind und eine Länge von vier bis sechs sowie einen Durchmesser von drei bis fünf Millimetern aufweisen. Sind die Balgfrüchte reif, weisen sie eine rote bis hellrote Farbe auf.

Inhaltsstoffe von Rhodiola rosea

Rhodiola rosea verfügt über insgesamt sechs Stoffgruppen, welche für die bemerkenswerten Wirkeigenschaften der Pflanze verantwortlich sind. Nur als Gesamtkomplex können sie die dem Rosenwurz nachgesagte Wirkung entfalten. Alle einzelnen Inhalts- und Wirkstoffe werden den so genannten sekundären Pflanzenstoffen zugeordnet. Dazu gehören:

  • Flavonoide (z. B. Acetylrodalgin, Rodiolin, Rodionin, Rodiosin, Tricin)
  • Phenylcarbonsäuren
  • Phenylethanoide (z. B. Salidorsid, p-Tryosol)
  • Phenylpropanoide (z. B. Rosarin, Rosavin, Rosin)

Enthalten sind zudem

  • Phenolsäuren (z. B. Chlorogen-, Gallus- und Hydroxyzimtsäuren)
  • Monoterpene (z. B. Rosaridin, Rosiridol)
  • Triterpene (z. B. Daucosterol, ß-Sitosterol)

Diese Stoffe befinden sich vor allem in der Wurzel der Rhodiola rosea, nur etwa ein Viertel davon ist in den oberirdischen Pflanzenteilen zu finden.

Rhodiola rosea und ihre Wirkung

Dem Rosenwurz und den Inhaltsstoffen werden verschiedene Wirkeigenschaften nachgesagt:

  • soll die Energieproduktion direkt in den Zellen erhöhen können
  • soll zu einer Erhöhung des Dopamin- und Serotonspiegels führen
  • kann die Reparatur der DNA fördern, indem es Mutationen in der Zelle verhindert (dadurch auch eine mögliche Minderung des Krebsrisikos)
  • soll die Sauerstoffversorgung des Körpers verbessern können
  • wirkt vermutlich antioxidativ und schützt sowohl Zellmembranen als auch Mitochondrien vor freien Radikalen und oxidativem Stress
  • kann vor chronischen Entzündungen und somit vor chronischen Erkrankungen schützen

Zudem soll Rhodiola rosea folgende Wirkungen entfalten können:

  • stimmungsaufhellend bis antidepressiv
  • Milderung von Stressreaktionen verschiedenster Art
  • Förderung der Konzentrationsfähigkeit, des Koordinationsvermögens und Verbesserung der Leistungsfähigkeit sowie des Erinnerungsvermögens
  • Bekämpfung von Schlaflosigkeit sowie Müdigkeit
  • Linderung von Kopfschmerzen
  • Unterstützung der Gewichtsreduktion
  • Stärkung des Immunsystems
  • Linderung von Angstzustände
  • Erhöhung der sexuellen Vitalität

Anwendung und Dosierung von Rhodiola rosea

In der Regel werden Präparate mit Rhodiola rosea in Kapselform mit einer garantierten Wirkstoffmenge angeboten. Hochwertige Präparate enthalten Wurzelextrakte und nicht nur aus dem Pulver der gemahlenen Wurzel. Als Standard gilt, dass darin 0,8 bis ein Prozent Salidrosid und mindestens drei Prozent Rosavine enthalten sind. Das Verhältnis von Salidorsid zu Rosavin sollte mindestens ein zu drei betragen, denn nur dann kann Rhodiola rosea auch seine Wirkung entfalten.

Die empfohlene tägliche Einnahmemenge für Rhodiola rosea liegt zwischen 200 und 600 Milligramm, was in der Regel ein oder zwei Kapseln pro Tag entspricht. Sinnvoll ist eine Aufteilung der Einzeldosen, wobei der erste noch vor dem Frühstück und die zweite vor dem Mittagessen eingenommen werden sollte. Aufgrund der möglichen stimulierenden und aufmunternden Wirkung ist die Einnahme am Abend nicht zu empfehlen. Es ist zwar durchaus auch möglich, die Kapseln mit dem Essen einzunehmen, jedoch scheint es bei einer Einnahme 20 bis 30 Minuten vor den Mahlzeiten zu einer besseren Resorption und Wirkung zu kommen.

Um den Körper langsam an Rodhiola rosea zu gewöhnen und die passende Dosis herauszufinden, ist es sinnvoll, zunächst mit geringeren Dosen zu beginnen. Nur die wenigsten Menschen benötigen tatsächlich 600 Milligramm, oft ist eine Versorgung mit 300 bis 400 Milligramm bereits ausreichend.

Um Müdigkeit und vorzeitiger Erschöpfung im Alltag vorzubeugen, kann bereits eine Dosierung von 50 Milligramm täglich ausreichen. Sollen bereits vorhandenen Müdigkeitserscheinungen und Erschöpfungszustände mit Rhodiola behandelt werden, liegen die Einnahmeempfehlungen zwischen 300 und 600 Milligramm. Grundsätzlich sollte die tägliche Dosis jedoch 680 Milligramm nicht überschreiten.

Ist bei der Anwendung von Rhodiola rosea mit Nebenwirkungen zu rechnen?

Im Allgemeinen gilt Rhodiola-rosea-Extrakt als sicher. Im Gegensatz zu chemisch hergestellten stimulierenden oder auch antidepressiv wirkenden Mitteln und auch verglichen mit Koffein und Nikotin ist kein Suchtpotential vorhanden.

In einigen Fällen wurden Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schlaflosigkeit, Nervosität oder auch intensivere Träume beobachtet, welche aber meist auf eine zu hohe Dosierung zurückzuführen sind. Auch die Kombination mit anderen Kräutern oder auch mit bestimmten Medikamenten kann Nebenwirkungen hervorrufen.

Vor der Einnahme von Rhodiola-Präparaten sollte zudem auf Zucker und Kaffee sowie koffeinhaltige Getränke verzichtet werden, da es ansonsten zu Angstgefühlen oder auch Hyperaktivität kommen kann. Das liegt daran, dass Koffein sowie auch plötzliche Blutzuckerspitzen den stimulierenden Effekt von Rosenwurz verstärken. In seltenen Fällen kann es zudem zu Kopfschmerzen kommen.

Werden bereits aufgrund einer Erkrankungen Antidepressive (SSRI) eingenommen, sollte die Anwendung von Rhodiola rosea nicht ohne Zustimmung des behandelnden Arztes erfolgen, denn es kann durch diese Kombination das gefährliche Serotonin-Syndrom entstehen. Dieses kann zu verschiedensten Symptomen führen und schlimmstenfalls auch lebensbedrohlich sein.

Da bislang keine ausreichend Studien zur Sicherheit vorliegen, sollten schwangere und stillende Frauen Rhodiola rosea nicht anwenden.

Wissenschaft kann positive Effekte von Rhodiola rosea belegen

Einige Studien können bereits die positiven Effekte von Rhodiola rosea bei unterschiedlichen Beschwerden belegen.

So zeigen beispielsweise Tierstudien eine Verbesserung des Transports der Serotonin-Vorläufer Tryptophan und 5-Hydroxytryptophan ins Gehirn. (1)

Serotonin gilt als gut untersuchter Neurotransmitter, welcher im Gehirn auf viele Prozesse Einfluss nimmt. Dazu gehören unter anderem die Kontraktionen der Muskeln, die Regulation der Körpertemperatur, das Schmerzempfinden, die Atmung, der Blutdruck, der Appetit sowie das Verhalten.
Ein ausgeglichener Serotoninspiegel sorgt für Zufriedenheit, bei einem Mangel oder auch einem Überschuss kann es zu mentalen Ausnahmenzuständen (z. B. Depressionen) kommen.

In Russland findet Rhodiola deshalb entweder isoliert oder auch in Kombination mit Antidepressiva Anwendung bei typischen Beschwerden wie Winterdepressionen Anwendung, um eine Verbesserung des geistigen Zustands herbeizuführen. (2)

Schon seit langem ist Rhodiola rosea für seine adaptogene Wirkung bekannt. Es handelt sich bei Adaptogenen um Stoffe, welche dem Körper beim besseren Umgang mit Stress und Belastungen helfen. In stressauslösenden Situationen können Adaptogene die Widerstandsfähigkeit des Körpers erhöhen, wodurch diese besser umgangen und bewältigt werden können. Dabei geht die Wissenschaft davon aus, dass Adaptogene direkt in den Zellen wirken und so positive Wirkungen auf den Zellstoffwechsel haben. Durch die Anwendung von Rhodiola rosea scheint es Untersuchungen zufolge zu einer Beeinflussung der Monoamin-Pegel im zentralen Nervensystem kommen. Krankheiten, die durch einen unausgeglichenen Monoamin-Haushalt entstehen, könnten so vermutlich behandelt werden. (3)

Untersuchungen aus Russland zufolge scheint Rhodiola rosea auch ein gutes Mittel bei Depressionen sowie Schizophrenie zu sein. In zwei randomisierten Doppelblindstudien ließ sich die adaptogene Wirkung von Rosenwurz bereits bestätigen. (4)

Weiterhin zeigten Untersuchungen, dass es nach Trainingseinheiten zu einer Verkürzung der Erholungszeit der Muskeln durch die Einnahme von Rhodiola-Präparaten kommen kann. Durch Rhodiola rosea scheint die Menge an Enzymen, Proteinen sowie RNA, welche für die Erholung der Muskeln notwendig sind, erhöht zu werden. Auch der Energiestatus der Muskeln scheint sich durch Rosenwurz steigern zu lassen. Ebenfalls kommt es scheinbar zu einer Stimulierung der Glykogensynthese in Muskeln und Lber und auch die Proteinsynthese im Muskel sowie die anabole Aktivität können sich Untersuchungen zufolge steigern lassen. (5)

Eine russische Studie zeigte außerdem, dass Rhodiola rosea vermutlich sogar bei Krebs hilfreich sein könnte. Durch die Pflanze scheint die körpereigene Resistenz gegen Gifte erhöht werden zu können. In Versuchen mit Ratten konnte festgestellt werden, dass es durch du Einnahme von Rhodiola rosea zu einer Reduzierung des Krebswachstums um 39 Prozent und zu einer Senkung der Metastasenbildung um 50 Prozent kam. (6)

Es ist allerdings vermessen, Rosenwurz jetzt als Mittel gegen Krebs zu bezeichnen. Jedoch kann es nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt möglicherweise eine gute Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung darstellen.

Erste Untersuchungen mit positiven Erfahrungen gibt es zudem bei folgenden Beschwerden:

  • Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung
  • Stärkung des Immunsystems
  • positive Effekte auf das kardiovaskuläre System und damit mögliche Verringerung des Risikos für Herzerkrankungen

Weitere mögliche Wirkungsweisen wie die Anregung der Fettverbrennung oder auch die Wirkung bei erektiler Dysfunktion konnten bislang noch nicht ausreichend durch Untersuchungsergebnisse gesichert werden.

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Quellen:
(1) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3660126/
(2) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17990195
(3) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19168123
(4) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26502953
(5) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20308973
(6) https://www.researchgate.net/profile/Roman_Wojcik/publication/266611219_The_influence_of_Rhodiola_rosea_extracts_on_non-specific_and_specific_cellular_immunity_in_pigs_rats_and_mice/links/545b65440cf28779a4dc88fe.pdf

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