Zeolith – Gut zur Entgiftung?

Zeolith wird als Meister der Entgiftung bezeichnet. Die fein zermahlene mineralische Erde soll mehrere entgiftende Wirkungen auf den menschlichen Organismus haben und wie ein Schwamm Giftstoffe an sich binden können. Ganz egal ob Schwermetalle, Säuren, Schimmelpilze, Bakteriengifte oder Darmgase – unproblematisch können diese dank Zeolith mit dem Stuhl ausgeschieden werden, ohne eine Belastung für den Körper darzustellen. Doch wie genau funktioniert das?

Zeolith – Was ist das eigentlich?

Zeolith gehört zu den mikroporösen Gesteinen, welche winzig kleine Poren aufweisen. Es handelt sich um ein vulkanisches Gestein, dessen Poren durch Gaseinschlüsse entstanden sind. Der Name setzt sich aus den Begriffen „Zeo“ (griechisch für „Sieden“) und „lith“ („Stein“) zusammen. Damit ist Zeolith also ein gesiedeter oder auch gekochter Stein, welcher vor Millionen von Jahren bei Vulkanausbrüchen entstand, als glühende Lavaerde auf Wasser traf und dieses zum Sieden brachte.

Zeolith gibt es in drei Formen: phasenartige, blättrige und kristalline Zeolithe. Von Bedeutung sind meist die kristallinen Formen, die so genannten Klinoptilith-Zeolithe. Sie weisen ein netzartiges Kristallgitter aus Silicium und Aluminium auf. Die Kristallgitter sind gegen verschiedenste Einflüsse von Außen immun, so dass es nicht zu einer Auslösung des Aluminiums im Körper kommen kann. Zu einer Aluminiumbelastung kann es aufgrund der Einnahme von Zeolith also nicht kommen.

In all den Hohlräumen des Kristallgitters sind Kationen, also positiv geladene Teilchen, zu finden. Diese können aus Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium und Natrium bestehen. Das Gitter – also die Hohlräume – sind negativ geladen, wodurch auch die entgiftende Wirkung entstehen soll.

Zeolith – Wie trägt es zur Entgiftung bei?

Die Entgiftung mit Zeolith kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. So besitzt Zeolith die Fähigkeit der Adsorption. Dieser Begriff beschreibt die Bindung eines Stoffes an etwas anderes (anders als die Absorption, bei der ein Stoff aufgenommen wird). Mittels Adsorption lassen sich überschüssige Säuren, Gifte und andere Abfallprodukte ausleiten. Auch so genannte niedrigmolekulare Stoffe wie Wasser, Ammoniak und Methan (Darmgase) können so gebunden werden.

Weiterhin kommt es am Zeolith zu einem Ionenaustausch. Dabei werden die im Kristallgitter von Zeolith befindlichen Mineralien von den organischen Stoffen im Organismus angezogen. Zeitgleich werden die im Körper befindlichen Schadstoffe von den negativ geladenen Kristallgittern angezogen. Somit wandern also die Schadstoffe in das Kristallgitter, während Mineralstoffe von ihm abgegeben werden. Damit kann es auch nicht vorkommen, dass für den Körper wichtige Mineralstoffe durch Zeolith gebunden werden. Ein Mineralstoffmangel bleibt also aus. Der Ionenaustausch trägt dazu bei, dass beispielsweise Schwermetalle sowie radioaktive Elemente ausgeleitet werden.

Zeolith als Siliziumlieferant

Silizium gilt als stabilisierendes Spurenelement und ist für gesunde Knochen und ein starkes Bindegewebe von Bedeutung. Auch auf die Wände der Blutgefäße soll es eine stabilisierende Wirkung haben, weshalb auch die Herz-Kreislauf-Funktion davon profitieren kann. Ein Mangel an Silizium ist in der heutigen Zeit weit verbreitet, weshalb Zeolith ein sinnvoller Lieferant für Silizium sein kann.

Die Meinungen der Fachleute gehen jedoch weit auseinander, wenn es darum geht, ob sich das enthaltene Aluminium aus Zeolith herauslöst.

Die Antwort: Zeolith weist im Allgemeinen eine gute Stabilität gegen äußere Einflüsse wie Thermik oder auch aggressive Stoffe auf. Entscheidend dafür, ob sich Aluminium aus dem Zeolith lösen kann, ist der Gehalt an Silizium. Je höher der Anteil an Silizium im Zeolith ist, umso unwahrscheinlicher ist vermutlich das Herauslösen des Aluminiums. Klinoptilolith-Zeolith gilt als Zeolith mit einem sehr hohen Gehalt an Silizium, so dass sich aus diesem sehr wahrscheinlich kein Aluminium lösen wird, welches dann über den Darm in den Körper aufgenommen wird. Kommt es dennoch zu einem Herauslösen, dann wird das Aluminium in der Regel über die Nieren ausgeleitet oder wirkt im Magen wie ein Antazidum, also neutralisierend bei überschüssiger Magensäure.

Das in Lebensmitteln eher wenig vorkommende Spurenelement Silizium ist der wichtigste Bestandteil von Zeolith. Bekannt ist mineralisches Silizium auch als Kieselsäure. In kollodialer Form wird es über den Darm aufgenommen und dann verstoffwechselt. In fünf Gramm Zeolith sind etwa 30 bis 60 Milligramm verfügbares Silizium enthalten, womit der geschätzte Tagesbedarf von 20 bis 30 Milligramm abgedeckt wird. Silizium wird im menschlichen Organismus für folgende Vorgänge benötigt:

  • Aufbau und Stabilisierung der Zellmembranen
  • Aktivierung von Zellaufbau und Zellstoffwechsel
  • Erhaltung der elektrischen Leitfähigkeit der Zellmembran
  • Intakthalten der Darmbewegung
  • Beschleunigung der Mikrozirkulation in Arterien und Venen
  • Anregung des Zellstoffwechsels und der Zellteilung
  • Hemmung der Zellalterung
  • Stärkung der Elastizität der Kapillaren
  • Stimulierung des Immunsystem
  • Verbesserung der Elastizität des Arteriengewebes
  • Regeneration von Haut, Haaren, Nägeln und Bindegewebe
  • Verbesserung der Kalzium- und Magnesiumaufnahme und damit der Knochenbildung
  • positive Auswirkung auf Nervensystem und Lymphsystem-Funktion

Eigenschaften und Wirkungen der mineralischen Erde

Zeolith werden folgende Eigenschaften nachgesagt. Es soll …

  • entgiftend und entsäuernd wirken
  • reinigend wirken
  • regenerierend wirken
  • eine antimykotische Wirkung haben
  • entzündungshemmend sein
  • den Antioxidantienspiegel im Körper erhöhen können

Entsprechend diesen Eigenschaften wird es in folgenden Bereichen eingesetzt:

  • zur Entgiftung und Entsäuerung
  • zur Sanierung des Darms
  • zur Reinigung des Blutes
  • zur Regeneration der Darmschleimhaut
  • zur Bekämpfung von Pilzinfektionen
  • zur Hemmung von Entzündungen

Hat Zeolith auch Nebenwirkungen?

Bei richtiger Anwendung kommt es durch Zeolith in der Regel nicht zu Nebenwirkungen.

Oft hört man die Aussage, Zeolith und auch andere Mineralerden würden bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten (auch Antibabypille) deren Wirkung entkräften. Grundsätzlich stimmt es, dass Zeolith schädliche Stoffe an sich bindet und diese über den Stuhl ausscheidet. Dabei werden natürlich auch einige Medikamente gebunden, wenn diese zeitgleich mit Zeolith eingenommen werden. Sie werden dadurch unwirksam. Wer jedoch den vorgeschriebenen Abstand von zwei Stunden zwischen der Einnahme des Medikaments und Zeolith einhält, muss keine Beeinträchtigung der Medikamentenwirkung befürchten.

Um Nebenwirkungen wie Dehydrierung und Verstopfung zu vermeiden, muss Zeolith immer mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden, da es ansonsten verklumpt und so körpereigenes Gewebewasser an sich zieht. Geeignet sind stilles Wasser, Kräutertees und verdünnte Gemüsesäfte. Ungeeignet sind vor allem während einer Entgiftung pflanzliche Milchsorten wie Soja-, Hafer- oder Mandelmilch, Kaffee, unverdünnte Säfte und Smoothies.

Zeolith und seine Anwendungsmöglichkeiten

Zeolith kann sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich kann Zeolith für vielerlei Probleme angewandt werden. Typische Anwendungsbereiche sind

  • gegen Pickel, Mitesser und fettige Haut in Form einer Gesichtsmaske
  • als Ersatz für Shampoos bei fettiger und schmutziger Kopfhaut
  • bei Rheuma, Gelenk- und Gliederschmerzen und Knochenbrüchen zur Förderung des Heilungsprozesses in Form von Umschlägen
  • bei Verbrennungen und schlecht heilenden Wunden als Auflagen
  • bei juckenden Hautausschlägen, Insektenstichen als Auflagen

In der Regel wird Zeolith dafür mit Wasser zu einem gut streichfähigen Brei vermischt, der dann entweder direkt auf den jeweiligen Bereich der Haut oder auf ein Tuch aufgetragen wird und dort am besten für etwa 30 Minuten einwirkt. Dabei sollte er etwa drei bis vier Millimeter dick aufgetragen werden, um ein Austrocknen des Breis und damit der Haut zu vermeiden.

Alternativ können großflächige Ausschläge mit Vaseline eingerieben werden, auf welche das Zeolith dann trocken gestreut wird. Da das Pulver aber nicht eingeatmet werden darf, sollte eine Staubmaske getragen werden.

Innerliche Anwendung

Zeolith kann innerlich bei unterschiedlichen Problemen angewendet werden. Bei der Anwendung sollte aber einige Dinge beachtet werden:

  • Zeolith sollte nicht zu Mahlzeiten, nicht zusammen mit Medikamenten und auch nicht zeitgleich mit Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden.
  • Zeolith kann ein- bis dreimal pro Tag auf leeren Magen und mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück, mindestens 30 Minuten vor dem Mittag (alternativ zwei bis drei Stunden danach) oder kurz vor dem Schlafengehen (etwa zwei bis drei Stunden nach der letzten Mahlzeit) eingenommen werden. Es ist aber auch möglich, Zeolith nur einmal täglich einzunehmen.
  • Die Empfehlung liegt bei einer Menge von drei bis fünf Gramm Zeolith pro Tag, ggf. verteilt auf zwei oder drei Einzeldosen.
  • Die Einnahmen sollte mit geringen Dosen begonnen werden, um den Körper auf die Einnahme von Zeolith einzustellen.
  • Die Kombination mit Flohsamenschalenpulver oder Betonit ist möglich, andere Nahrungsergänzungen wollte aber mindestens 30 Minuten vor oder nach der Einnahme von Zeolith verwendet werden.
  • Zeolith sollte nur als Kur verwendet werden. Eine dauerhafte Einnahme ist nur bei schweren Krankheiten sinnvoll und sollte vom Arzt überwacht werden.
  • Schwangere und Stillende Frauen sowie Kinder sollten Zeolith nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.
  • Die Einnahme von Zeolith ist in Pulver- oder auch Kapselform möglich. Für beide Varianten ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von großer Bedeutung.

Zeolith muss als Medizinprodukt ausgewiesen sein

Wer Zeolith kauft, sollte immer daran denken, dass nicht jeder Zeolith auch zur Einnahme geeignet ist. In der EU und auch in vielen anderen Ländern gilt Zeolith weder als zugelassenes Lebens- noch Nahrungsergänzungsmittel. Das ist auch kein Wunder, denn Zeolith ist weder das eine, noch das andere, sondern lediglich ein Mittel zur inneren Reinigung und Entgiftung. Beim Kauf sollten Verbraucher jedoch drauf achten, dass Zeolith auch als Medizinprodukt ausgewiesen ist.

Mineralerde essen macht gesund – Ist da etwas dran?

Lithopagen leben scheinbar gesünder und länger und kennen offenbar auch keinen Krebs. Lithopagen – das sind Wesen, welche Steine essen. Und Zeolith gehört als Mineralerde zu den Steinen.

In der Ernährung von Nutztieren kommen Mineralerden schon seit langer Zeit zum Einsatz, denn sie tragen zu einer gesünderen Verdauung bei den Tieren bei. Auch in der freien Wildbahn nehmen viele Tiere Erde instinktiv auf.

Es gibt aber auch nordsibirische Völker und Kaukasusvölker, welche als die langlebigsten und auch gesündesten Menschen der Erde gelten. Untersuchungen haben ergeben, dass diese Völker Mineralerden zu sich nehmen. Deshalb wurden die meisten Untersuchungen und Studien an Zeolith auch von russischen Wissenschaftlern durchgeführt. Die Studien befassten sich unter anderem mit der Wirkung von Zeolith bei der Heilung von Knochenbrüchen, bei der Abheilung von Verbrennungen schweren Grades, bei der Behandlung von Blutarmut, bei Allergien und Heuschnupfen, bei Schlafstörungen, bei Leberbeschwerden, bei Kopfschmerzen und Migräne oder auch bei Osteoporose. Alle Studien ergaben bei den Probanden eine Verbesserung der Beschwerden.

Trotz der zahlreichen Studien muss aber festgehalten werden, dass Zeolith kein Allheilmittel ist. Es hat durchaus positive Eigenschaften, die dem menschlichen Organismus zu Gute kommen, ein Wundermittel ist es aber nicht.

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