Echter Schwarzkümmel – Ein Allheilmittel für Mensch und Tier?

Wer kennt es nicht – das türkische Fladenbrot, auf dem sich kleine pechschwarze Körner befinden, die auf den ersten Blick an verkohlten Sesam erinnern. Beim Zerreiben verströmen sie einen aromatischen Geruch von Muskat und Kümmel. Doch Sesam ist das nicht. Es handelt sich dabei um Echten Schwarzkümmel (Nigella sativa), welcher seinen Ursprung im Orient hat und dort auch gern als Heilmittel verwendet wird.

Schwarzkümmel ist also nicht nur als Gewürz gern gesehen, sondern ihm wird auch eine gewisse Heilkraft zugeschrieben. Und wie sagte eins der Prophet Mohammed: „Schwarzkümmel heilt jede Krankheit, außer den Tod“. Seit tausenden von Jahren ist Schwarzkümmel, der nichts mit dem herkömmlichen Kümmel verwandt ist, bekannt für seine positiven Eigenschaften für die Gesundheit – die alten Pharaonen kannten ihn ebenso, wie Karl der Große. Selbst wenn die Aussage Mohammeds sicher ein wenig übertrieben ist, bringt Schwarzkümmel einige positive Eigenschaften mit sich.

Echter Schwarzkümmel – Kleine Pflanzenkunde

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Beim Echten Schwarzkümmel handelt es sich um eine einjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Er wächst schlank bis gedrungen und erreicht Wuchshöhen zwischen 15 und 50 Zentimetern. Die oberirdisch gelegenen Teile der Pflanze zeigen eine lockere Behaarung und gelegentlich drüsige Trichome. Der Stängel ist aufrecht und einfach oder auch verzweigt und weist im oberen Bereich Streifen auf. Die Laubblätter des Echten Schwarzkümmels sind gefiedert, haben ein spitzes oberes Ende und 0,8 bis 2 Millimeter breite Blattabschnitte.

Die Blüte des Echten Schwarzkümmels steht einzeln und verfügt über keine umgebenden Hüllblätter. Die Blüten sind zwittrig und radiärsymmetrisch. Sie besitzen fünf freie, kronblattartige, weißliche bis hellblaue Blütenhüllblätter mit eiähnlicher Form und stumpfen Enden. Die Blütenhüllblätter fallen sehr früh ab. Die Pflanze verfügt weiterhin über zehn Honigblätter, die zweilappig sind und ein kurzes, dickes und pfriemlich-kopfiges Anhängsel besitzen. Ebenso besitzt sie viele Staubblätter.

In den geschlossenen Balgfrüchten, die aufgeblasen und warzig sind, befinden sich die dreikantigen, runzeligen Schwarzkümmelsamen, die so begehrt als Würz- und Heilmittel sind.

Ursprünglich war der Echte Schwarzkümmel in Westasien (Irak) und in der Türkei beheimatet, allerdings gedeiht er auch in Südeuropa, Nordafrika und Indien gut. Auch wenn es in Baumärkten und Gartencentern durchaus Saatgut für Schwarzkümmel gibt, gestaltet sich der Anbau im heimischen Garten als schwierig. Zunächst sollte nur Echter Schwarzkümmel gekauft werden, die ähnliche Zierpflanze „Jungfer im Grünen“ hat mit diesem nichts zu tun. Die Aussaat erfolgt im Frühling, gedüngt wird nicht. Wichtig sind ein durchlässiger und humosreicher Boden und ein sonniger Platz. Bis zur Ernte der Samen sollte gleichmäßig gegossen und nur vorsichtig gedüngt werden. Sind die Balgfrüchte reif, sollten die enthaltenen Samen hin und wieder geprüft werden. Geerntet werden können sie, wenn sie eine schwarzbraune Farbe aufweisen. Jedoch müssen Schwarzkümmelsamen nachgetrocknet werden.

Schwarzkümmel und seine Inhaltsstoffe

Schwarzkümmel enthält eine Vielzahl an Inhaltsstoffen, welche sich auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden positiv auswirken können. Aufgrund der Komplexität und der Zusammensetzung gelten die Inhaltsstoffe gegen bestimmte Beschwerden als sehr nützlich.

In Schwarzkümmel sind unter anderem Bitterstoffe sowie Saponine enthalten, zu etwa 60 bis 80 Prozent außerdem ungesättigte sowie auch gesättigte Fettsäuren. Der Gehalt an Linolsäure ist dabei besonders hervorzuheben, denn diese Fettsäure ist für den Organismus essentiell, da sie nur über die Nahrung aufgenommen werden kann. Weiterhin sind in echtem Schwarzkümmel die acht Aminosäuren Arginin, Asparagin, Glycin, Phenylalanin, Serin, Tyrosin und Valin enthalten. Der Echte Schwarzkümmelöl enthält zudem die Vitamine A, B, C und E, ätherische Öle (vor allem Thymochinon) sowie die Mineralstoffe Magnesium und Selen.

Schwarzkümmel – Nachgesagte Wirkung und Anwendungsgebiete

Die Volks- und auch die Naturheilkunde setzt Schwarzkümmel bei unterschiedlichen Beschwerden ein und schreibt ihm die folgenden heilenden Wirkungen zu:

  • antiviral und antibakteriell
  • antioxidativ
  • antiseptisch
  • antimykotisch
  • entzündungshemmend und schmerzlindernd
  • krampflösend
  • verdauungsfördernd
  • blutdruck- und blutzuckersenkend
  • galle-, harn- und schweißtreibend
  • menstruationsfördernd

Die Hauptanwendungsbereiche in der Naturheilkunde sind vor allem Asthma, Keuchhusten sowie Verdauungsbeschwerden (z. B. Blähungen).

Weitere Anwendungen sind unter anderem Beschwerden im Magen-Darm-Bereich (z. B. Durchfall, Koliken), Hautbeschwerden (z. B. Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte), Erkrankungen der Atemwege (z. B. Bronchitis), Parasitenbefall, Pilzerkrankungen sowie Frauenleiden (z. B. Menstruationsschmerzen, Förderung der Milchbildung).

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Hat Schwarzkümmel Nebenwirkungen?

In der Regel ist es so, dass alles, was positive Wirkungen aufweist, auch negative Wirkungen hat. Für Schwarzkümmelöl können diese als eher „mild“ bezeichnet werden. Normal ist, dass gerade nach der Anwendung von Schwarzkümmelöl ein Aufstoßen beobachtet werden kann. Das liegt am hohen Säureanteil, welcher für eine Reizung der Magenschleimhaut sorgt. Auch Durchfall kann eine Nebenwirkung sein.

Eher selten sind hingegen Unverträglichkeitsreaktionen, die bei der Einnahme von Schwarzkümmel auftreten. Wer den würzigen Geschmack von purem Schwarzkümmel sowie Schwarzkümmelöl nicht mag, kann auf Kapseln mit Schwarzkümmelöl zurückgreifen. Hier ist auch nicht mit einem Aufstoßen zu rechnen.

Schwarzkümmel in der Küche

Schwarzkümmel ist seit vielen tausenden Jahren als beliebtes Küchengewürz begehrt. Es eignet sich zum Kochen und Backen sowie zur Verfeinerung von Salaten und anderen Speisen. Vor allem in den orientalischen aber auch in anderen Ländern spielen die Samen des Schwarzkümmels vor allem für die Förderung der Verdauung eine Rolle. Sie intensivieren auf der einen Seite das Aroma eines Gerichts und steigern auf der anderen Seite seine Bekömmlichkeit.

Schwarzkümmel weist einen würzig scharfen Geschmack auf und ist dadurch auch gut als Ersatz für Pfeffer geeignet. Verwendung finden die Samen entweder als ganze Körner oder aber in gemahlener Form. Schwarzkümmel passt zu Kohl, Spinat, Bohnen, Zucchini und Gurken ebenso gut wie zu Lamm, Geflügel oder auch Süßspeisen. Auch bei Brot, Kuchen und anderem Kleingebäck kann er eingesetzt werden. Werden die Schwarzkümmelsamen vor der Verwendung in einer beschichteten Pfanne ohne Fett etwas angeröstet, entfalten sie einen intensiveren Geschmack.

Schwarzkümmelsamen sollten möglichst kühl und dunkel und in einer fest schließenden Dose aufbewahrt werden.

Schwarzkümmelöl – Hochwertiges Öl mit positiven Wirkungen

Schwarzkümmel kommt längst nicht mehr nur in Form von Samen zum Einsatz. Bekannt ist auch Schwarzkümmelöl, welches ebenfalls hervorragende positive Eigenschaften besitzt und für die Gesundheit von Vorteil sein kann. Bei Schwarzkümmelöl erfolgt eine Unterteilung in fettes und ätherisches Öl. Beide Varianten gelten als gesund und werden aus den Schwarzkümmelsamen gewonnen. Während das fette Öl jedoch in Kaltpressung hergestellt wird, wird das ätherische Öl mittels Wasserdampfdestillation gewonnen.

Schwarzkümmelöl wird bereits seit mehr als 2.000 Jahren für verschiedenste Anwendungen eingesetzt. Es besteht im Wesentlichen aus ungesättigten und gesättigten Fettsäuren, aus ätherischen Ölen sowie aus vielen anderen wirksamen Stoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen. Die im Öl enthaltenen Wirkstoffe wirken sich auf den Organismus regulierend aus und können so dazu beitragen, die Gesundheit zu erhalten.

Anwendungsmöglichkeiten von Schwarzkümmelöl

Fettes Schwarzkümmelöl kommt vor allem in der Küche zur Verfeinerung von Speisen zum Einsatz, kann aber auch pur eingenommen werden. Doch nicht nur in der Ernährung hat Schwarzkümmelöl einen festen Platz. So kann Schwarzkümmelöl auch hervorragend zur Pflege von Haut und Haaren eingesetzt werden.

In der Hautpflege kommt das Öl meist dann zum Einsatz, wenn Hautkrankheiten wie Akne und Pickel mit möglichst natürlichen Mitteln behandelt werden sollen. Durch die Einnahme von Schwarzkümmelöl wird im Körper Prostaglandin E1 gebildet, welches harmonisierend auf das innere Gleichgewicht wirken und so die Entstehung von Pickeln und Akne vermeiden kann. Die Anwendung kann natürlich auch äußerlich im Rahmen der Hautpflege erfolgen, wodurch nicht nur eine Besserung des Hautbildes erreicht wird. Oft lassen sich auch unschöne Ausschläge oder Symptome wie Juckreiz lindern, welche beispielsweise typische für Hauterkrankungen wie Neurodermitis sind. Aufgrund der Inhaltsstoffe kann Schwarzkümmelöl – äußerlich aufgetragen – auch den Heilungsprozess bei Wunden beschleunigen.

Auf das Haar aufgetragen kann Schwarzkümmelöl dieses kräftigen, ihm mehr Stabilität verleihen und auch zu mehr Geschmeidigkeit und Glanz beitragen. Das in Schwarzkümmelöl enthaltene Beta-Carotin wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt, wodurch es zur Erneuerung der Haarzellen beiträgt. Das zudem enthaltene Biotin kann eine Verbesserung bei splissigem, brüchigem Haar bewirken, durch Folsäure wird außerdem das Wachstum der Haare beschleunigt. Auch die Mineralstoffe können die Haarstruktur verbessern. Zur Haarpflege ist es oft ausreichend, das Öl pur und unverdünnt in die Haarspitzen einzumassieren.

Schwarzkümmelöl auch für Tiere geeignet

Schwarzkümmelöl ist nicht nur für den Menschen geeignet, sondern kann auch bei Hunden und Pferden zum Einsatz kommen.

Gerade bei Pferden mit Erkrankungen der Atemwege gilt Schwarzkümmelöl als erfolgreiches natürliches Heilmittel. So wurde der Immunologe Dr. Peter Schleicher dazu angeregt, das asthmakranke Reitpferd seiner Tochter mit Schwarzkümmelöl zu behandeln, nachdem ihm ein ägyptischer Tierarzt von der Wirkung von Schwarzkümmel auf Atemwegserkrankungen berichtete. So kann Schwarzkümmelöl, welches den Tieren ins Futter gemischt wird, Stauballergien vermeiden. Zudem hilft es aufgrund seines Geruchs auch gegen Parasiten wie Stechmücken und Fliegen und kann zur Pflege von Ekzemen und anderen Hauterkrankungen sowie des Fells verwendet werden.

Auch Hunden kann Schwarzkümmelöl problemlos unter das Futter gemischt oder auf das Fell und die Haut aufgetragen werden. Auch bei ihnen trägt es dazu bei, typische Symptome von Allergien zu lindern und Parasiten wie Zecken oder Flöhe abzuwehren.

Schwarzkümmel und Schwarzkümmelöl gut für das Wohlbefinden

Bislang ist die heilende Wirkung von Schwarzkümmel sowie auch Schwarzkümmelöl nicht vollständig und eindeutig belegt. Dennoch zeigen bereits einige Studien und auch Erfahrungen von Anwendern immer wieder, dass Schwarzkümmel und auch Schwarzkümmelöl bei einer Vielzahl von Beschwerden für Linderung sorgen können. Es kann also nicht schaden, Schwarzkümmel und entsprechende Produkte in den Tagesablauf zu integrieren – sei es nun als Gewürz und zur Verfeinerung von verschiedenen Speisen oder in Form von Kapseln zur Nahrungsergänzung.

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